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Nora Tschirner: Gut gegen Nordwind
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    Dover    
 
 
Mitglied Dover
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(5351 Tage)
Beitrag 19635 Verfasst am: Fr 12.Feb.2010 08:41
 
Zukunftsträume Teil IV
 
„Liebe Nora,
ich heiße Wuuf, der Fuchs, und habe schon viel von Deinen Heldentaten gehört. Dabei ist es ganz gleichgültig, ob Du wirklich der sagenhafte „Krieger des Lichts“ bist oder nicht, Deine Erfolge sprechen für Dich. Du bist einer der besten Raumflieger in unserem Sonnensystem, ausgestattet mit den schnellsten Reflexen und einem starken Geist. Genau Dich brauchen wir!
Worum es geht ist schnell gesagt: Wie Du sicherlich weißt, ist das Versteck der Prokol-Sekte auf Gretanien, wir konnten jetzt die genaue Lage ausfindig machen. Sie haben sich in einem riesigen Kerker versteckt am Rande einer Wüste. Es ist ein gefährliches unterirdisches Verließ mit zwölf Stockwerken, das noch niemand lebend verlassen hat. Es wimmelt dort nur so von Monstern und schwierigen Rätseln, aber meine Truppe und ich sind der Meinung, dass unsere Erfahrungen und Fähigkeiten ausreichen werden dieses Abenteuer zu bestehen.
Die holenische Regierung hätte schon längst eine richtige Armee dort hingeschickt, aber die Prokol-Sekte hat die Prinzessin von Clastania gekidnappt und damit gedroht sie umzubringen, wenn eine Armee versuchen würde das Dungeon zu betreten. Daher ist eine kleine Truppe, die unbemerkt in das Hauptquartier der Prokol eindringt, ratsamer. Meine kleine Gruppe besteht aus Leif, einem „Turrican-Roboter“ von Rainbow Arts, Wu Tse, der asiatischen Kampfkünstlerin, Stamm, dem Zwerg mit der Laser-Bazooka und mir.
Doch das muss nicht Deine Sorge sein, meine Bitte ist: Fliege uns nach Gretanien zu dem „Dungeon der Verzweiflung“, wie es auch genannt wird. Der Flug dorthin ist nicht ungefährlich und kann nur von solch einem tapferen und fähigen Kampfflieger vollbracht werden wie Du es bist.
Wenn Du interessiert bist uns zu helfen, dann schicke mir bitte eine Holo-Mail an
#Wuuf.der.Fuchs Idee DungeonMaster-Blegia.Fraktanon.Clastania#

Auf das Terrania irgendwann von den Schrecken befreit ist!

Mit den besten Hoffnungen

Dein Wuuf“

Nora legt den Holomailer beiseite und ist überrascht. Von den Fuchsenmenschen auf Terrania hat sie schon gehört, aber noch keinen reden gesehen. Ihr geht noch einmal die Ansprache von dem Hologramm durch den Kopf und sie denkt nach. Die Prokol-Sekte sind für das Leiden auf Terrania verantwortlich, sie haben die Barrax in riesigen Hallen gezüchtet. Nora hat bestimmt schon Hunderte von ihnen getötet in den letzten Jahren, aber was bringt das schon, wenn in der Barrax-Fabrik jeden Tag etliche dieser Ungeheuer zu Leben erwachen. Das Böse muss im Keime erstickt werden, wenn erst mal die Prokol besiegt sind, dann werden auch keine neuen Barrax mehr gezüchtet.
Von der Prokol-Sekte ist nur bekannt, dass sie acht oder neun Wesen sind, deren Anführer sich Lord Chaos nennt. Sie verfügen über immense magische Kräfte und noch nie gesehene Zaubersprüche.
Nora muss sich damit aber nicht beschäftigen, ihre Aufgabe ist es nur die Abenteurer zu dem Dungeon zu fliegen.
Sie nimmt den Holo-Mailer und drückt auf einen Knopf. Vor ihr erscheint ein Hologramm mit einem Mann, der sie immer an einen Nachrichtensprecher aus dem Fernsehen der Holenier erinnert.
„Was darf es sein, liebe Frau Tschirner?“ spricht der Holenier zu ihr in einem freundlichem aber diskreten Ton.
„Eine Antwort an: Wuuf.der.Fuchs Idee DungeonMaster-Blegia.Fraktanon.Clastania.
‚Lieber Wuuf, ich erkläre mich hiermit bereit Dich und Deine Gruppe zu dem Dungeon zu fliegen. Du musst mir allerdings noch mal die genaue Position des Verlieses schicken, ich kenne es nur aus Geschichten. Gretanien ist mittlerweile ziemlich gefährlich geworden, aber ich denke, ich bin der Aufgabe gewachsen. Leider ist in meinem Raumgleiter nur für vier Leute Platz, ich müsste diese gefährliche Strecke noch mal zurückfliegen und den Zurückgebliebenen abholen. Einen anderen Flieger als meinen „Robbie“ will ich aber nicht nehmen, da ich nur mit ihm meine volle Leistung abrufen kann. Von diesem einen kleinen Problem aber abgesehen bin ich dabei!
Viele liebe Grüße, Deine Nora.’“

3 Tage später

Nora landet und ist glücklich in einer halbwegs sicheren Stadt angekommen zu sein. War das ein Flug, ständig irgendwelche Barrax-Banditen oder Probosse, diese aggressiven Riesenadler mit einem Rüssel, der sich sogar in Beton reinfressen kann. Die neuste Kreation von Lord Chaos und seinen Schergen. Aber hier in Blegia ist sie erst mal erlöst von solchen Schrecken.
Sie steigt aus ihrem Flieger und sieht einige Clastanier, die an einem dreieckigen Flieger stehen. Als sie das erste mal einen von ihnen gesehen hatte erschrak sie. Sie sehen aus wie Holenier, aber mit vier Armen, in jede Himmelsrichtung einen und einen Kopf und einen Unterkörper, der sich um 360 Grad drehen kann.
Sie schließt „Robbie“ ab und verlässt den Flieger-Parkplatz. Er ist gesäumt von großen Bäumen, die alle gleich aussehen. Als dieser Platz noch für sie neu war hat sie eine Stunde lang sich die Bäume angesehen und sich gewundert, wie es gehen kann, dass alle Bäume identisch sind. Als sie die Bäume erreicht, streichelt sie kurz an einem Stamm und kann an einer Bushaltestelle eine kleine Gruppe von Leuten sehen. Das werden sie sein, die mutigen Abenteurer, die die Prokol bezwingen wollen.

Wuuf:
„Hallo Nora, ich finde es toll, dass du zugesagt hast. (schaut zu seinen Freunden) Darf ich vorstellen: Nora Tschirner, die beste Raumfliegerin in unserem und in ihrem Sonnensystem. Jung, vital und äußerst pfiffig.“

Leif:
„Ich freue mich die Bekanntschaft mit solch einem Helden machen zu dürfen. Wie du Dir vielleicht denken kannst wenn du mich ansiehst bin ich kein Lebewesen von der Natur erschaffen, sondern ein Roboter, entwickelt von „Rainbow Arts“. Die stellen die besten Roboter her.“

Wu Tse:
„Ich freue mich immer wieder eine Menschenfrau sehen zu können, ich muß dann an meinen Heimatplaneten, die Erde, denken. Zwar kommst du aus Berlin und ich aus dem fernöstlichen China, aber seit wir Menschen wissen, dass es noch viele andere Lebewesen in unserem Universum existieren, fühlen wir uns alle wie Schwestern und Brüder, wa?“

Stamm:
„Und bei mir musst du dir angewöhnen nach unten zu schauen wenn du mit mir sprechen willst. Ich bin noch kleiner als die Holenier, ich habe aber fast die Hundert voll, ich werde noch ein wenig wachsen. Zur Zeit messe ich 98 Zentimeter, aber was sagt die Körpergröße schon über einen aus? Ich bin der amtierende Champion im „Devil Strike Cup“, ich kann mit meiner Bazooka eine ganze Horde von Barrax killen, zielgenau und pfeilschnell.“

Nora:
„Ich freue mich auch so tapfere Abenteurer kennen lernen zu können. Ich sagte es aber Wuuf schon, dass einer von euch hier warten muß.“

Leif:
„Ich kann euch doch hinterherfliegen.“

Wuuf:
„Nein, das ist zu gefährlich. Nora bringt uns sicher nach Gretanien, außerdem kannst du nicht so schnell fliegen wie sie.“

Wu Tse:
„Na gut, dann warte ich. Dort drüben hat mein Bruder einen Erde-Snack eröffnet, ich werde mich dort hinsetzen und warten. Da kann ich eine Pizza Hawaii oder eine Chinapfanne essen.“

Sie verabschieden sich von Wu Tse und gehen zu Noras Flieger. Nachdem sich alle angeschnallt haben gibt Nora Power und hebt ab. Neben ihr sitzt der Fuchs und hinten die anderen beiden.

Nora:
„Sag mal, was weißt du eigentlich über das Dungeon?“

Wuuf
„Es gibt da viele Geschichten, wobei die meisten vielleicht auch nur Sagen und Märchen sind. Die Prokol-Sekte, die früher aus knapp 100 Wesen bestand, traf sich damals zu einer spirituellen Sitzung um mit den vereinten magischen Kräften ein gewaltiges unterirdisches Schloss zu erschaffen. Sie sprachen eine Formel, die, wenn man sie aufschreiben würde, ein ganzes Buch füllen würde. So soll das Dungeon entwickelt worden sein. Seit zwei Wochen wissen wir von dem Ort des Bauwerks, aber wir konnten bisher von keinem erfahren, wie es da drinnen sein soll. Niemand hat es lebend verlassen.“

Sie haben Blegia verlassen und fliegen über einem dichten Wald auf Gretanien zu. Es handelt sich dabei um einen Kontinent, der fast nur aus Gebirge besteht. Er wird bewohnt von einem Zwergenvolk, dem auch Stamm abstammt. Diese Zwerge leben in Städten, die sie im Innersten der Berge erbaut haben. Und seit die Barrax in Gretanien ihr Unwesen treiben halten sich die Zwerge hauptsächlich in ihren Bergwerken auf.
Nora will schon fragen, ob dort ein Eingang zu einer Zwergenstadt ist, da spürt sie die Hand Wuufs an ihrer Schulter. Aus ihrem Augenwinkel sieht sie einen „Cybercore“, das sind Flieger, die wie Spinnen aussehen, an jedem Bein tragen sie eine Laserkanone. Sie werden geflogen von Barrax-Offizieren. Die können richtig gut fliegen, Nora muss jetzt verdammt aufpassen!
Sie hat allerdings das Glück, dass der Cybercore sie zu spät sieht, Nora feuert gleich auf das Cockpit des Gegners. Der Barrax kann sich gerade noch retten, indem er mit dem Schleudersitz in die Höhe rauscht. Aber er kam nicht alleine, zwei weitere Spinnen-Flieger kommen schon hinterher. „So, Leute, jetzt kann es etwas ungemütlich werden“ sagt Nora und wechselt mit ihrem Einzel-Laser in den Modus „gefächerten Schuss“. Die zwei Dinger sind riesengroß, sie muß jetzt schießen was das Zeug hält. Jetzt ballert der Cybercore auf sie und Nora dreht ihren Steuerknüppel rasch zur Seite.
Wuuf schließt die Augen und hofft, dass Nora jetzt das richtige macht. Er hat jetzt keine Kontrolle mehr über das Schicksal, alles liegt in ihrer Hand. Er spürt, wie ständig der Flieger hin und her schwingt und betet zu seinem Gott, das alles gut wird.
Nach zwei Minuten hört er mit Wohlwollen Nora den Satz „Ich habe es geschafft“ sprechen.
„Nora, du kannst geil ballern, willst du mal beim „Devil Strike“ mitmachen?“ grölt Stamm.
„Toll, Nora, ich wusste doch, das wir auf dich zählen können“ sagt Wuuf erleichtert.
„Ohh, da kommen andere Barrax mit ihren scheiß Bumerangfliegern. Noch ist die Party nicht vorbei!“ sagt Nora und visiert die Gegner an.

Eine halbe Stunde später

„Da kannst du landen. Das Dungeon ist noch ein paar Hundert Meter weiter, den Weg können wir auch gehen“ spricht Wuuf und Nora sucht eine geeignete Landefläche. Nachdem sie eine ausgemacht hat, landet sie und nimmt sich eine Karamel-Zigarette. Sie steigen aus und freuen sich endlich angekommen zu sein.

Leif:
„Super, geschafft!“

Nora:
„Warum ist hier eigentlich nichts los? Links das Gebirge und rechts meilenweit Wüste, hier ist keine Sau. Und ein paar hundert Meter weiter ist das Dungeon, der Hauptsitz der Prokol.“

Wuuf:
„Es muss nicht bewacht werden, weil es bisher sowieso niemand geschafft hat bis ins letzte Stockwerk des Kerkers zu gelangen.“

Nora:
„Seid ihr euch wirklich sicher, was ihr da wollt?“

Stamm:
„Na klar, die Monster da nieten wir um!“

Leif:
„Wir haben schon einige Abenteuer hinter uns. Und „Terrania retten“, das ist für uns so etwas wie ein Super-Abenteuer.“

Wuuf:
„Wir müssen unseren Planeten retten, koste es was es wolle. Liebe Nora, wir gehen schon einmal vor und warten auf Dich und Wu Tse dort vor dem Eingang.“

Nachdem Nora ihre Zigarette geraucht hat steigt sie in ihren Flieger und fliegt los. Sie holt Wu Tse ab und fliegt mit ihr nach Gretanien zurück, wo die anderen warten. Beide unterhalten sich über Bruce Lee und Kinofilme, doch hören sie auf zu sprechen, als sie das Riesengebirge erreichen. Nora muss sich jetzt konzentrieren, da jederzeit Feinde auf sie zukommen könnten. Und da ist es schließlich so weit, gleich vier Barraxbanditen fliegen auf „Robbie“ los. Im Gegensatz zu Wuuf schließt Wu Tse nicht ihre Augen, sie findet es recht faszinierend, wie gut Nora mit ihrem Flieger manövrieren kann. Nachdem Nora zwei Barrax erledigt hat, fliehen die anderen beiden und die Asiatin klopft Nora auf die Schulter mit dem Spruch „Du bist ein Voll-Profi!“
Sie landen, steigen aus und müssen sich daran gewöhnen, dass es jetzt allmählich dunkler wird. Sie gehen in die Richtung am Gebirge entlang, die Wuuf Nora gezeigt hat.

Nach ein paar Minuten stehen sie vor einem verschlossenen Tor, welches in einen Berg führt. Wie mag es wohl dahinter aussehen? Das Tor ist ganz in schwarz, über ihm steht etwas in seltsamen Buchstaben und vorne sind zwei rote Punkte, die wie Augen die Lage zu betrachten scheinen. Nora geht zwei Schritte vor und will die Augen berühren, doch Wu Tse hält sie davon ab.
„Lieber nicht, Nora, wir müssen vorsichtig sein. Es sind die Augen von Lord Chaos, er sieht uns. Und er freut sich schon, dass wir eintreten werden, damit seine Ungeheuer wieder mal etwas zu fressen haben.“
„Wo sind die anderen?“
„Scheinbar schon drinnen. Ich muss ihnen folgen.“
„Ich kann dich doch nicht da alleine reinlassen.“
„Willst du mit? Es ist da drinnen aber sehr gefährlich. Vielleicht kommen wir nie mehr lebend wieder raus.“
Nora denkt nach: „Ganz schön unheimlich, diese Geschichte. Aber ich kann die Frau doch nicht da alleine reinlassen. Vielleicht sollte ich helfen, ich kann ja wieder gehen, wenn die vier zusammen sind. Aber es kann sein, dass ich gar nicht mehr rauskomme. Was soll ich jetzt machen? Vielleicht bin ich ja wirklich der „Krieger des Lichts“ und diese Situation ist gar kein Zufall. Komm, Nora, gib dir einen Ruck, das Super-Abenteuer wartet auf Dich!!!“
„Ich komme mit, Wu Tse, ich werde euch helfen. Aber wie kommen wir denn überhaupt rein?“
Die Chinesin zeigt auf einen kleinen Stein neben dem Tor, der eingehauen ist. Sie schaut dabei Nora an und hebt fragend die Augenbrauen. Nora nickt und Wu Tse drückt auf den Stein. Das Tor öffnet sich mit einem knatternden Geräusch und vor den beiden Frauen erstreckt sich ein langer Gang. Das Gemäuer leuchtet in bunten Farben, welche ihre Helligkeit langsam verändern. Das soll ein böses Dungeon sein? An den Wänden hängen Fackeln und an der rechten Wand ist ein Becken mit Wasser.
Beide betreten den Gang und sind ganz geblendet von der Farbvielfalt, die sie umgibt.
Nachdem beide einige Meter gelaufen sind hören sie, wie das Tor sich wieder schließt. Nora rennt zurück, doch als sie angekommen ist, ist das Tor fest verschlossen.
„Gibt es irgendwo einen Stein, der das Tor wieder öffnet?“ fragt Nora.
„Ich glaube nicht. Ich bin mir aber nicht sicher, aber man sagt, dass...dass...dass“
Sie spricht ihren Satz nicht zu Ende, weil sie das Grauen gepackt hat. Die bunten Farben sind verschwunden und um sie herum ist gewöhnliches Gemäuer, dunkel und dreckig, mit Spinnennetzen und anderem Kleingetier.
„Nora, das Abenteuer kann beginnen.“

Beide gehen den Gang entlang und kommen an eine Kreuzung. Jetzt geht es nach links, geradeaus und nach rechts. Die Heldin aus Pankow wundert sich, wo Wuuf und die anderen beiden nur sein mögen. Sie horcht, kann aber nichts hören außer das Knistern der brennenden Fackeln.
„Ich habe meinen Automapper angeschaltet, wir sollten das Labyrinth erforschen. Ich habe Wuuf eine Kurznachricht geschickt, er hat aber noch nicht geantwortet.“
Nora zieht ihre Laserpistole und folgt Wu Tse in den linken Gang. Hier sind keine Fackeln mehr, aber die Chinesin hat eine in ihrer Hand. Beide können an den Wänden etwas rechteckiges erkennen und nach ein paar Schritten sehen sie, dass es Gemälde sind, die den Gang schmücken. Schließlich erreichen sie das Ende des Ganges, es ist eine Sackgasse. Auf jedem Gemälde können die Frauen ein Wesen erkennen, Menschen, Holenier und andere sonderbare Gestalten.
Nora berührt das Bild eines dunkelhäutigen Mannes der Erde, der graue Haare und einen Vollbart hat. Er trägt ein schwarzes Gewand mit gelben Sternen. Als sie über das Bild fährt zuckt sie zusammen, da der Mann beginnt zu sprechen.
„Hallo, ihr Champions, toll, dass ihr uns besuchen kommt.“
„Quatscht nicht mit dem, der ist ein Versager und schon im zweiten Stockwerk verreckt“ hört Nora ein Gemälde hinter sich sprechen. Sie dreht sich um und sieht darauf ein Reptilwesen gezeichnet, welches seine lange Schlangenzunge aus dem Maul streckt.
„Halt du doch mal die Klappe, du konntest kein einziges Rätsel alleine lösen“ kontert der Mann, im selben Moment mischt sich ein anderer ein.
„Ich war schon mit meiner Truppe im achten Stockwerk, wir haben den Drachen von Lord Chaos besiegt und waren schon kurz davor Terrania zu retten“ spricht ein Gemälde mit einem komplett behaarten braunen Wesen.
„Angeber! Außerdem hat das Dungeon nicht acht sondern zwölf Etagen“ ruft die Echse und während sich die Gemälde anfangen zu streiten erhebt Nora das Wort.
„Wer seid ihr? Und warum könnt ihr sprechen?“
„Soll ich es erzählen?“ fragt die Echse.
„Das sind beides Menschenfrauen und ich bin auch ein Mensch...gewesen. Lass mich mal mit den Bräuten reden“ sagt der dunkelhäutige Mann.
„Dann schieß los“ spricht Wu Tse.
„Ich heiße „Elija Lion aus Yaitopya“ und bin Magier gewesen. Todesmutig betrat ich mit meinen drei Freunden das Dungeon, das Problem war aber, dass wir alle Magier waren, die nur die zweite Magierstufe besaßen. Die Monster waren zu stark für uns, wir sind dann verreckt. Wir hätten noch den einen oder anderen starken Krieger gebraucht. Naja, und die Prokol haben das so gemacht, dass wenn man hier stirbt, wird man in einem Gemälde verewigt. Man ist eigentlich die ganze Zeit hier nur am Schlafen, es sei denn, jemand berührt uns, dann wachen wir auf und können für eine Zeit reden. Wird euch auch passieren, wenn ihr draufgeht und da ihr in diesem verrückten Ding so gut wie keine Überlebenschance habt und auch nicht mehr rauskommt könnt ihr euch schon mal abfinden in so einem scheiß Bilderrahmen für die Ewigkeit zu hängen.“
„Waren ein Roboter, ein Fuchs und ein Zwerg hier?“ fragt Nora.
„Nein, die haben wir nicht gesehen, oder?“
„Die sind bestimmt den mittleren oder den rechten Gang gegangen“ sagt die Echse.
„Wo führen die anderen beiden Gänge hin?“
„Der mittlere führt zu einem Teleporter, der einen in eine große Halle bringt, wo gefährliche Monster sind. Und im rechten Gang hängen auch ein paar von uns rum. Die Scheiße ist, dass man sich den Ort des Gemäldes nicht aussuchen kann, meine Kumpels sind in dem anderen Gang, das machen diese scheiß Prokol mit Absicht. Ich, Daroou, die geschickteste Echse, die es gibt, muss mit solchen Oberloosern abhängen, im wahrsten Sinne des Wortes.“
„Mann, womit habe ich das nur verdient. Anstatt mit richtigen Helden rumzuhängen muss ich jedes Mal dieses Gequatsche von Idioten hören. Ich heiße übrigens „Hissssa Lizar aus Makan“ und war wie gesagt im achten Level, das müsst ihr mir erst mal nachmachen. Wundert euch nicht über meine Behaarung, ich wundere mich ja auch nicht mehr über eure kahle Haut.“
„Ey, da wir wieder wach sind, sollten wir uns vertragen und unser Assoziationsspielchen weiter spielen. Das letzte Wort war „Hund“ von Hissssa, ich bin jetzt dran und sage „Hundekuchen“. Jetzt ist Elija dran“ spricht Daroou.
„Wir sollten in den anderen Gang schauen und dann durch den Teleporter gehen. Die sind da bestimmt durchgegangen. Mich ärgert es, dass sie nicht warten konnten“ sagt Wu Tse zu Nora.
„Aber vorher fragen wir mal die verstorbenen Helden ein wenig aus, die können uns Tipps geben für das Dungeon, zwölf Etagen sind viel und...“ Nora wird von Hissssa unterbrochen: „Ha, das denkt ihr euch so. Ich gebe keine Tips, ihr müsst euch jeden einzelnen Level selber hart erarbeiten. Richtig so, oder Jungs?“
„Na klar, die Weiber müssen erst mal zeigen, was sie drauf haben. Elija, du bist dran. « Hundekuchen » war das letzte Wort“ sagt Daroou.
„Okay, ich sage ‚Butterkuchen’.“
Die zwei Frauen lassen die Geister ihr Spielchen machen, sie beschließen zurückzugehen. An der Kreuzung angekommen gehen sie geradeaus und Tatsache, hier hängen auch Bilder von verstorbenen Abenteurern. Sie schauen sich einige an, da ist eine Gestalt in einem roten Umhang und das Gesicht ist schwarz, man sieht nur zwei rote Augen. Da ist ein Vogelmensch mit braunem Gefieder und gelbem Schnabel. Und da ein Wesen, halb Mensch und halb Pferd, mit einem Langbogen in der Hand. Die beiden beschließen wieder zurückzugehen. Sie gehen in den mittleren Gang rein und haben das Gefühl, dass dieser Weg kein Ende findet. Schließlich sehen sie von weitem etwas schillern und glitzern. Um so mehr sie sich diesem Etwas nähern, um so mehr können sie es als einen Teleporter ausmachen. Sie sehen, wie im Teleporter kleine Teilchen in blau und dunkelblau hin und herschwirren, Nora ist noch nie durch einen Teleporter gegangen.
„Gehen wir da jetzt durch?“ fragt Wu Tse.
„In dieser Etage haben wir sie nicht gefunden, die müssen hier durchgegangen sein“ antwortet Nora.
„Na gut, dann kann es losgehen“ sagt Wu Tse und nimmt ihre Wurfsterne in die Hand während Nora die Laserpistole zieht. Sie weiß noch nicht ob sie jemals wieder das Tageslicht sehen wird, jetzt hofft sie insgeheim, dass sie „Der Krieger des Lichts“ ist und irgendein Gott sie mit besonderen Talenten und viel Glück unterstützt.
Wu Tse geht in den Teleporter und ist weg. Jetzt ist Nora dran. Sie ist auf alles vorbereitet, es kann sein, dass sie gleich in einem Gefecht verwickelt wird. Nora geht durch den Teleporter und verschwindet...
 
 
   
     
 
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Beitrag 19646 Verfasst am: Di 16.Feb.2010 08:34
 
Zukunftsträume Teil V
 
„Da seid ihr endlich!“ hört Nora Wuuf rufen. Vor ihr steht Leif, der mit seiner Kanone auf grüne Wesen schießt. Nora geht vom Teleporterfeld weg und tritt auf etwas rundes. Es ist ein grüner Kopf mit drei Augen und einer Giftklaue. Aus seinem Kopf ragen vier Fühler, die in Schlangenlinien gebogen sind. Sein Rumpf hat keine Arme oder Beine, am Ende des Körpers ragen Tausende von Würmern heraus.
Nora zieht ihre Laserpistole und sieht, dass sie und die anderen vier Helden in der Mitte eines großen Raumes stehen, der nicht hoch aber dafür sehr breit ist. An jeder Seite befindet sich eine breite Tür, aus der die grünen Monster kommen. Und an jeder Seite steht ein Abenteurer, der auf diese Kreaturen schießt. Nora geht zu Wuuf, der die Gegner mit Feuerbällen beschießt, die aus seiner Hand fliegen.
„Endlich kommt ihr, diese Dinger sind nervig, da kommen ständig neue aus den Türen. Zum Glück sind die nicht so gefährlich, man darf die nur nicht zu nah an sich heran lassen. Die haben vorne am Kopf eine Drüse, aus der Gift schießen kann“ ruft Wuuf Nora zu.
„Was sollen wir jetzt machen? Wir können doch nicht so lange auf diese Viecher schießen bis uns die Munition ausgeht“ sagt Nora und schießt mit ihrer Pistole auf die eigenartigen Tiere.
„Wir sollten den Raum untersuchen, dort drüben steht irgendwas an der Mauer geschrieben. Am besten einer von uns geht da mal hin und schaut es sich an. Da nur ich die Geheimschrift der Prokol lesen kann, schlage ich vor, dass du, Nora, meinen Posten hier übernimmst und ich gehe zu der Schrift.“
„Okay, ich bin bereit!“ ruft Nora und ist beruhigt, dass sie in ihrer Fliegerausbildung auch mit der Handwaffe trainiert hat.
Sie muss einfach nur ganz ruhig bleiben und genau zielen, dann kann erst mal nichts schlimmes passieren sagt sich Nora und hofft, dass Wuuf bald wieder zurück ist. Hinter sich kann sie Rufe von Wu Tse und fröhliches Gegröle von Stamm hören.
Nach zwei Minuten kommt Wuuf zurück.
„Da steht geschrieben: „Es ist das Zeichen des Schicksals und ist da, wenn alles dunkel ist. Lege es hinein und du hast deine Ruhe.“ Und darunter ist ein eckiges Loch, in der eine schwarzen Platte liegt. Es ist eins dieser kleinen Rätsel, an die du dich hier in dem Dungeon gewöhnen musst.“
Nora und Wuuf stehen nebeneinander und schießen auf die Wesen. Dabei überlegen sie. Es muss etwas sein was nur nachts zu sehen ist wenn es dunkel ist. Vielleicht der Mond ist gemeint. Oder die Sterne. Und das Zeichen eines Schicksals nennt man...Sternzeichen.
„Ein ‚Stern’ ist es!“ rufen Nora und Wuuf gleichzeitig. Sie lachen kurz und überlegen, wie sie einen Stern in das Loch legen sollen.
„Wu Tse hat doch Wurfsterne, vielleicht geht es damit“ sagt Nora und Wuuf geht sofort zur Asiatin, die entweder gerade mit einem wirft oder einen aus einem grünen Körper zieht.
Der Fuchs nimmt einen Wurfstern und rennt durch den Raum zu dem Loch. Er legt den Stern auf die kleine schwarze Platte. Sie leuchtet kurz rot auf und alle vier Türen schließen mit einem lauten Knall gleichzeitig. Die grünen Monster, die gerade in einer der Türen waren, wurden zerquetscht. In der selben Zeit öffnen sich vier Türen an den Ecken des Raumes.
„Ich will weiter ballern!“ brüllt Stamm während Leif sich hinsetzt und an seinem Bein herumschraubt.
Wuuf geht mit dem Wurfstern, den er in seinen Mantel gehüllt hat, weil er jetzt sehr heiß ist, zu Wu Tse und sagt: „Wir müssen jetzt einen der vier Gänge nehmen. Am besten ist es, wenn ich mit einer magischen Fackel vorne gehe, danach Wu Tse mit einem Wurfstern in der Hand, dahinter Turrican und dann Stamm, aber jetzt bitte ohne deine Bazooka. Nimm deine Laserpistole. Und Nora bekommt eine Fackel und bildet die Nachhut. Auch sie sollte ihre Pistole bereit halten. Hast du den Automapper an, Wu Tse?“
„Ja, habe ich. Es kann losgehen.“
„Vorher sollten wir uns aber noch ein wenig stärken“ sagt Stamm und kaut lachend an einem Stück, dass er aus einem toten Wesen gerupft hat.
Nora sieht auf dem Boden ein kleines Stück davon und nimmt es in die Hand. Sie schnuppert daran und riecht einen leichten süßen Duft. Nachdem sie es in ihrem Mund kaut denkt sie, dass sie Gummibärchen isst. Wie lecker, davon werde ich gleich ein paar essen, denkt sie und geht zu einem toten Tier.

Nachdem sie ihr Proviant versorgt haben gehen sie in der von Wuuf gesagten Reihenfolge in einen der vier Gänge. Der Gang geht eine Weile nur geradeaus und die Steine der Mauer leuchten vorne in einem grünblauen Farbton und hinten in flackerndem gelben Licht. Die Fackeln von Wuuf und Nora sind die einzigen Lichtquellen in diesem Gang.
„Jetzt geht das Labyrinth los“ sagt Wuuf und Nora kann sehen, wie der Gang in einen anderen endet und dieser wiederum Eingänge für weitere Gänge bildet. Sie gehen einige Gänge durch, jetzt müssen sie das Dungeon erforschen. „Und die Treppe finden, die uns in das nächste Stockwerk bringt“ sagt Wuuf und nur eine kurzen Augenblick später ertönt neben ihnen ein lauter Schrei einer Ratte. Sie ist so groß wie ein Löwe und stürzt sich aus einem Loch genau auf Turrican, dieser schießt und fällt um. Sein Schuss ist an die Decke gegangen, aber Nora und Stamm treffen das Rattenmonster gleichzeitig mit ihren Waffen. Das Tier gibt einen grässlichen Todesschrei von sich und bleibt am Boden reglos liegen. Doch jetzt ertönt überall aus dem Dungeon das Schreien von Ratten, das müssen zehn oder zwanzig sein, schießt es Nora durch den Kopf. Seit sie in diesem Labyrinth sind laufen sie nicht mehr in einer Reihe sondern Wuuf und Wu Tse vorne, Leif und Stamm in der Mitte und Nora hinten. Sie schießen auf die Ratten, doch eine schafft es Wu Tse anzufallen. Stamm wirft sich sofort auf die Ratte und zusammen mit der Asiatin kämpft er mit dem Tier. Nora hört rechts neben ihr ein Schaben auf Stein. Sie sieht, wie in einer Kammer rechts von ihr eine Platte von einem Kasten fällt. Eine weiße Hand reckt sich aus dem Kasten, der wie ein Sarg aussieht. Und da kommt jetzt eine Mumie raus, „Nora, pass auf“ geht es der Pankowerin durch den Kopf.
Sie geht rückwärts auf die Kammer mit dem Sarg zu und schießt auf die Ratten. Jetzt dreht sie sich um und sieht eine Mumie in Leinen gewickelt auf sie zugehen. Nora schießt auf diese Gestalt, die torkelnd vorwärtsläuft. Ihr linker Arm wird von Nora getroffen und fliegt weg, sie fällt beinahe hin, aber mit einem lauten Schrei reckt sie sich wieder nach oben und geht auf Nora zu. Nora drückt auf ihre Pistole, aber jetzt ist der Saft draußen! Sie muss eine neue Batterie reintun, aber das kostet jetzt zu viel Zeit. Die Mumie ist anderthalb Meter vor ihr. „Jetzt so machen wie Bruce Lee, Nora!“ hört Nora eine Stimme in ihrem Kopf.
Sie springt mit dem einen Bein ab und streckt das andere hoch, genau auf den Kopf der Mumie. Dieser fällt ab und jetzt läuft die Mumie orientierungslos in einen anderen Gang hinein. Sofort tauscht Nora die Batterie aus und sieht wie eine Ratte auf sie zustürmt. Nora schießt noch gerade im richtigen Moment und springt zur Seite auf den Boden. Sie schaut um sich und sieht, dass die anderen aufgehört haben zu kämpfen. Die Ratten sind weg.
Die Heldentruppe formiert sich wieder und sucht das Dungeon weiter ab. Dabei schauen sie in jede Ecke und sind darauf gefasst, dass es erneut zu einem Kampf kommen kann. Wu Tse will Wuuf schon fragen, warum die drei schon durch den Teleporter gegangen sind und nicht gewartet haben, da hören die fünf auf einmal Rufe. Entsetzlich klagende Stimmen von Menschen, die immer näher kommen. 20 Meter vor ihnen kommt von rechts in den Gang etwas großes hellgrünes. Nora schaut genau ihn und kann fünf oder sechs Menschen erkennen, die in einer hellgrünen Schleimmasse sind und mit ausgestreckten Armen auf sie zukommen. „Stamm, deine Bazooka!“ ruft Wuuf und die anderen gehen ein paar Schritte zur Seite. Die Klagelaute kommen immer näher und bewirken bei Nora eine Gänsehaut. Mit einem lauten Knall werden diese verzweifelten Wesen gleich erlöst sein. Nora schließt die Augen und hört einen dumpfen Ton und entsetzliche Schreie von Menschen und anderen Wesen.

Eine Stunde später

Jetzt haben sie fast das ganze Stockwerk durchsucht. An einer Stelle ist eine verschlossene doppelte Tür aus Bronze, aber ohne Schloss oder Schalter. Und in einem Raum war eine Vertiefung in der Mauer, in der ein kupferfarbener Schlüssel lag, den Wuuf an sich genommen hat. Sie gehen nun zu einem Gang, der eine Abzweigung hat, durch die sie noch nicht gegangen sind. Wenn da nichts ist, was ihnen weiterhilft, dann wären sie gefangen in diesem Kerker. Hin und wieder ist noch mal eine Ratte auf sie zugerannt, aber bis auf eine kleine Wunde, die Stamm abbekommen hat, ist nichts schlimmes passiert.
Als sie an der Abzweigung ankommen gehen sie rein und laufen ein paar Meter, da stößt Wuuf mit dem Kopf an den von Stamm und Wu Tse läuft in den Gang von dem Turrican-Roboter. Der Zwerg fällt fluchend hin und Wuuf ist äußerst verwundert, wieso er und Wu Tse sich gedreht haben. Er geht noch mal den Gang nach vorne und merkt, dass er wie von Geisterhand um 180 Grad gedreht wird. Neben dieser Stelle geht ein Gang nach rechts. Wu Tse geht hinein und sieht, dass er kurz ist und nach links und gerade aus geht. Hier schnell nach links und man kann diese Stelle, wo man gedreht wird, umgehen. Sie geht nach links, doch nach einem Meter wird sie auch gedreht.
„Vielleicht muss man da durchrennen“ sagt Leif und nimmt schon Anlauf. Die anderen gehen zur Seite und machen ihm Platz. Er rennt auf dieses Feld zu, wird aber ebenfalls gedreht. Stamm wirft eine Münze hindurch, welche genau in seine Hand zurückfliegt. „Wir machen hier eine kleine Pause zum Verschnaufen, ich werde Wache schieben. Wir müssen jetzt überlegen wie wir weiterkommen“ sagt Wuuf und Nora zündet sich eine Karamelzigarette an. Das braucht sie jetzt nach der ganzen Aufregung hier. Das ist ja der spannendste Trip ihres Lebens, denkt sie. Sie geht in den kleinen Gang rein und will sich an die Mauer lehnen, da fällt sie mit einem lauten Ruf hin. Um ihr herum ist alles schwarz, das einzige was hier zu sein scheint ist der nackte Steinboden.
„Nora ist weg!“ ruft Stamm und die anderen schauen in den kleinen Gang. Sie sehen, wie Nora in der Mauer verschwindet. Wuuf fäßt durch die Wand und sieht wie seine Hand in die Steinmauer taucht. „Eine magische Wand, hier kann man durchgehen“ ruft Wuuf und geht hindurch. Nach ein paar Metern kommt er aus dem absoluten Schwarz raus und sieht, wie der Gang in einer Kammer endet. Nora steht an der hinteren Mauer mit der Fackel in der Hand und zeigt mit der anderen auf einen roten Stein. „Hier ist ein Schalter, soll ich den mal drücken?“ fragt sie Wuuf. Er geht zu ihr und schaut sich den Stein an, aber er kann nichts besonderes erkennen. Er nickt und Nora drückt den Knopf. Er legt seinen ausgestreckten Zeigefinger an den Mund und hebt die Augenbrauen. Beide können die Stimmen ihrer Gefährten hören, die plötzlich abklingen. Ganz weit hinten hören sie ein Ratterm, das wird die Bronze-Tür sein, sie hat sich geöffnet!
Sie gehen alle fünf zu der Tür, die sich eben geöffnet hat und in einen Gang mündet. Erleichtert stellen sie fest, dass der Gang zu einer Treppe führt, die sie ins nächste Stockwerk bringt. An der Seite des Ganges sind Türen, die in verschiedene Kammern führen. In einer ist eine verschlossene Truhe, dessen Schloss aus Kupfer besteht. Wuuf probiert sofort den vorhin gefundenen Schlüssel aus und stellt erleichtert fest, dass er die Truhe geöffnet hat. Darin befindet sich ein Horn, durch das man blasen kann, ein Handspiegel und ein beschriebenes Pergament. Er packt die Gegenstände in seinen Rucksack und liest die Schriftrolle:
„Diese Sachen werdet ihr noch brauchen. Auch wenn es euch nicht viel bringen wird, da ihr alle einen grausamen Tod sterben werdet!“
Leif tippt Wuuf auf die Schulter und sagt: „Da ist eine Kammer mit einem Teleporter. Wir sollten uns den mal anschauen“. Beide gehen zu dem besagten Raum und Nora folgt ihnen. Sie sieht in einer Kammer einen Teleporter, der anders aussieht als die anderen, es schwirren in dem Teleporter schwarze, rote und dunkelrote Teilchen. An einer Wand steht „HA HA HA“.
„Da sollten wir nicht durchgehen“ sagt Wuuf. Nora gibt ihm recht, denn wer mag ahnen, wo der Teleporter hinführt.
Nachdem sie die Kammern durchsucht haben, Stamm hat eine Riesenaxt gefunden, die er nicht braucht aber dennoch als Andenken mitnehmen will, beschließen sie die Treppe runterzugehen. Wuuf bringt ihn aber davon aber ab diese große Waffe mitzunehmen, da in ihrem Gepäck nur das notwendigste Platz finden soll.
Sie wollen schon die Treppe runtersteigen, da hören sie Schritte von unten auf sie zukommen. Sofort formieren sie sich in einer Reihe und zielen mit ihren Waffen auf das was da kommen mag. Die Schritte kommen immer näher und Nora lässt ihre Laserpistole sinken, als sie einen menschlichen Mann mit zerrissenen Kleidern und erschrockenem Gesicht sieht.
„Verschwindet, hier gibt es kein Entkommen, das Dungeon wird uns alle töten oder wahnsinnig machen! Am besten wir nehmen uns auf der Stelle alle das Leben!“ ruft der Mann, der jetzt an der Gruppe vorbeirennen will. Wuuf hält ihn fest und versucht ihn zu beruhigen. Der Mann wirft sich gegen eine Wand und sinkt zu Boden, dabei hält er sich die Hand vors Gesicht und stöhnt.
Nachdem Wuuf ihm einen Stärketrank gegeben hat beruhigt sich der Mensch und spricht: „Ich heiße ‚Zed Duke von Bannville’ und bin mit dem Drang das größte Abenteuer meines Lebens zu erleben mit meinen drei Freunden in dieses Dungeon gegangen. Einer wurde von Skelettkriegern, die im nächsten Stockwerk auf der Lauer liegen, umgebracht, der zweite wurde von der Schleimmasse gefangen und irrt schreiend irgendwo hier in diesem Kerker rum und der dritte hat sich in einen Ghoul verwandelt, nachdem er einen Trank getrunken hatte, den wir in einer Schatztruhe gefunden hatten. Die schlimmsten Albträume meines Lebens sind in Erfüllung gegangen“ sagt er und fängt an zu weinen.
„Wenn du überleben willst, schließe dich uns an. Wir haben nur eine Chance hier lebend wieder rauszukommen: Wir müssen ins letzte Stockwerk kommen und die Prokol besiegen. Anders geht es nicht“ sagt Wuuf und streichelt freundschaftlich die Schulter von Zed.
„Wie weit seid ihr gekommen?“ will Nora wissen.
„Diese Etage hier haben wir ohne große Anstrengungen hinter uns gelassen. Das Schrecken hat uns in dem nächsten Stockwerk überrollt“ sagt Zed und Nora befällt der leise Zweifel jemals aus diesem Dungeon lebend herauszukommen. Nach zwanzig Minuten formieren sich die Helden und Zed bildet jetzt mit Nora die Nachhut. Er hat dunkelblondes Haar und trägt eine blaue Hose und ein blaues Hemd, welches ein Kettenhemd verdeckt. Er hat sich beruhigt und noch mal Hoffnung bekommen dieses Abenteuer mit seinen neuen Gefährten zu überleben.
Sie gehen die Treppe herunter während Zed spricht: „Wir haben einige Skelettkrieger töten können, aber man braucht ja nur einmal nicht aufzupassen und diese Untoten hauen dir ihre Schwerter in den Kopf. Da ist auch ein Rätsel mit einem Teleporter gewesen, an dem wir nicht weitergekommen sind. In einer Truhe haben wir eine Schriftrolle gefunden, wo steht, dass wenn man nicht in diesem Stockwerk den Tod findet, dann im nächsten. Alles schrecklich, ich wünschte, ich wäre bei meiner Mutter zuhause geblieben. Alles furchtbar, alles...“ Nora hört ihm jetzt nicht mehr zu, sie kann mittlerweile dieses Gejammer nicht mehr hören. Sie merkt, dass sie das Grauen gepackt hat, jetzt ist sie nicht mehr so ruhig sondern wirkt verkrampft. Wie alle anderen Helden, hier muss man sich daran gewöhnen jederzeit sterben zu können.
Als sie das Ende der Treppe erreichen, sagt Wuuf zu Zed, dass er die Truppe gleich zu dem Rätsel mit dem Teleporter bringen soll. Die Treppe für das nächste Stockwerk haben Zed und seine Freunde gesehen, die Gittertür, die zu ihr führt konnten sie aber nicht öffnen.
Nora folgt angespannt ihren Gefährten, immer wieder schaut sie hinter sich, ob ein Feind sich der Truppe von hinten anschleicht. Als sie eine Abzweigung erreichen, ertönt ein lautes unmenschliches Gebrüll von allen Seiten und Nora sieht, dass es die vorhin angesprochenen Skelettkrieger sind. Sie tragen rostige Helme, uralte Rüstungen und schlagen auf die Helden mit ihren Schwertern ein. Nora hat zum Glück die ganze Zeit aufgepasst, sie feuert mit ihrer Pistole auf diese Wesen, die von den Prokol zu Leben erweckt worden sind.
Nach dem Scharmützel stellen die Helden fest, dass Zed tot ist. Aus seinem Kopf strömt Blut, seine Augen sind weit aufgerissen und aus seinem offenen Mund fließt eine rote Suppe. Leif und Stamm legen den toten Körper beiseite und hoffen nicht irgendwann das selbe Schicksal teilen zu müssen. In diesem Moment öffnet sich eine Wand, aus der Skelettkrieger und Ghoule strömen. Es sind so viele, dass die Helden in alle Richtungen fliehen.

Nora hört auf zu rennen. Sie ist jetzt ganz allein in irgendeinem Gang, sie weiß nicht wo ihre Freunde sein mögen. Hoffentlich findet sie die wieder. Sie geht durch die Gänge und würde am liebsten nach Wuuf und seinen Freunden rufen, aber sie traut sich nicht, da sie mit einem Ruf etliche Monster wecken und auf sie lenken könnte. Sie schickt Wuuf eine Mail und wartet vergeblich auf eine Antwort. Sie lehnt sich an eine Wand in einer sicheren Ecke und raucht eine Zigarette. Wer weiß wie groß dieses Stockwerk ist, ob sie sich jemals wieder finden werden?
Nachdem Nora die Zigarette im Steinboden ausgedrückt hat beschließt sie zurück zu gehen und ihre Freunde zu suchen. Mit eilenden Schritten geht sie die Gänge durch und befindet sich wenig später in einem Raum, durch den der Gang geht. Sie sieht aus dem Augenwinkel rechts neben sich etwas leuchten. Sie dreht sich nach rechts und sieht sich selber mit einer Fackel in der Hand in einem großen Spiegel. Genau in diesem Moment verschließen Türen den Raum und Nora stellt mir Entsetzen fest, dass sie jetzt eingesperrt ist. Sie geht zu dem Spiegel und sieht unter ihm eine Schrift. „Wenn du in diesen Spiegel geschaut hast musst du sterben!“ Nora durchzuckt es im ganzen Körper und sie sieht ihr blass gewordenes Gesicht im Spiegel. Und über ihr sieht sie, wie etwas fließt. Sie dreht sich vom Spiegel weg und sieht, dass Blut aus allen Ritzen der Mauer in den Raum fließt. Ihre Schuhe färben sich schon dunkelrot als sie Wuuf und den anderen eine Mail schickt. Sie sucht den Raum ab ob irgendwo eine Möglichkeit zu fliehen ist, aber ihre Suche bleibt vergeblich. Wenn die mich nicht finden dann werde ich hier in Blut ertrinken schießt es Nora durch den Kopf.

„Super, wir sind fast alle zusammen. Nur Nora fehlt uns, sie hat mir aber eine Email geschrieben. Ich habe die Koordinaten, am besten wir machen uns auf die Suche. Und weiterhin aufpassen, falls, Moment, ich habe eine Mail bekommen. Von Nora...“Ich bin in einem Raum eingesperrt, der sich mit Blut füllt. Wenn ihr nicht bald kommt sterbe ich“...Oh Gott, schnell, wir müssen zu ihr!“ ruft Wuuf und die anderen folgen ihm. Zum Glück haben sie ihre Mailer dabei, die besitzen einen Kompass und senden vom Absender die Koordinaten mit. „Sie hat mit der Sache eigentlich gar nichts zu tun, sie sollte uns nur zum Dungeon fliegen“ geht es Wuuf durch den Kopf und schlechtes Gewissen überfällt ihn. Zum Glück konnte er Wu Tse heilen, die beinahe gestorben wäre. Sie läuft aber noch benommen hinterher und wird von Leif an der Seite gehalten.

Nora schwimmt in Blut und schaut nach oben. Noch ein Meter bis zur Decke, der Raum füllt sich schneller mit dem Blut als sie dachte. Werden sie noch kommen? Vielleicht sind alle tot und sie wird ihnen ins Jenseits folgen. Soll sie schnell mit der Laserpistole Selbstmord machen? Vielleicht ist es besser als in diesem ekligen Blut zu ertrinken. Wenn sie jetzt hier stirbt wird sie für immer als Gemälde in dem Eingangsbereich des Dungeons hängen. Und Lord Chaos wird mit seinen Bösewichtern Terrania und irgendwann Holenia erobern. Am Ende vielleicht auch noch die Erde. Jetzt ist es nur noch ein halber Meter bis zur Decke. Hätte sie mal nicht in den Spiegel geschaut, denn das hat dieses Grauen ausgelöst.

Wu Tse bleibt mit ihrem Automapper stehen und sagt: „Hinter dieser Tür muss Nora sein. Um Gottes Willen, schaut, aus den Ritzen der Tür fließt Blut. Nora ist bestimmt schon tot!“ Wuuf ignoriert das Klagen Wu Tses und spricht den Zauber „Zo“ aus, mit dem man Türen öffnen kann. Er weiß, dass nicht jede Tür sich so öffnen lässt, aber vielleicht geht es hier. Und Tatsache, beide Türen des Raumes öffnen sich und die Helden werden mit Blut überströmt. Nachdem das Blut aus der Kammer geflossen ist torkelt Nora mit dem Spruch „Ich kann nicht mehr!“ aus der Kammer. Sie fällt beinahe auf den Boden, nur Leif kann sie gerade noch halten. Wuuf spricht den Zauber „Ful Bro Ku“ aus und in einer eben noch leeren Glasflasche in seiner Hand befindet sich jetzt ein roter Trank. Er gibt ihn Nora in den Mund und nach kurzer Zeit öffnet sie ihre Augen und wundert sich, woher die Energie herkommt, die sie in ihrem ganzen Körper spürt.
„Wir sind jetzt wieder zusammen, wir müssen das Dungeon erkunden und die nächste Treppe finden“ sagt Wuuf. Sie formieren sich wieder und gehen durch das Labyrinth. Leif will Nora helfen beim Laufen, aber sie winkt ab und beteuert, dass ihr im Moment nichts fehle. Auch Wu Tse hat sich mittlerweile erholt, nur Stamm macht eine Wunde am Bein zu schaffen. Trotz Heilzauber scheint seine Wunde nicht zu verheilen.

2 Stunden später

Und wieder getroffen, das Skelett lässt sein Schwert fallen und bricht auseinander. Nora schaut um sich und sieht, dass der Kampf zu Ende ist. Vorerst jedenfalls, die Heldentruppe ist bestimmt schon über zehn mal in ein Gefecht verwickelt gewesen. „Hier lang“ ruft Wu Tse und zeigt auf einen Gang. Sie gehen in ihrer gewohnten Formation durch diesen Gang aus Stein bis sie auf eine Holztür stoßen. Links daneben ist ein Schalter, den Wuuf drückt. Die Tür öffnet sich und vor ihnen erstreckt sich ein großer Raum. Sie gehen rein und sehen einen Teleporter. Links daneben ist ein großes Loch und dahinter ist ein Teleporterfeld, auf dem man scheinbar landet, wenn man durch den Teleporter gegangen ist. Und rechts von dem Teleporter ist eine Gittertür. Die Helden durchsuchen den Raum und sehen, das über dem Teleporterfeld eine riesige Spinne regungslos in ihrem Netz liegt, welches eine dunkle Öffnung verdeckt. Die Gittertür lässt sich nicht öffnen, allerdings ist dahinter die Treppe, die sie ins nächste Stockwerk bringt.
„Hier ist scheinbar das Rätsel, an dem Zed und seine Freunde gescheitert sind“ spricht Wuuf.
„Vielleicht sollte einer von uns durch den Teleporter gehen“ sagt Wu Tse.
„Der führt wahrscheinlich genau zu der Riesenspinne, das würde ich nicht empfehlen“ sagt Leif.
„Dann schieß die doch ab“ widerspricht die Asiatin.
„Lieber nicht. Mit einem Schuss von der Bazooka von Stamm wäre sie wahrscheinlich dahin, aber wer weiß wie viel Spinnen wir damit wecken würden. Hinter dem Netz ist eine Höhlung, da lauern vielleicht noch etliche dieser Monsterspinnen“ erklärt Wuuf und sieht, wie Nora an dem Loch steht und das Feld betrachtet, zu dem man wahrscheinlich teleportiert wird. Stamm geht zur Gittertür und schaut auf die Treppe. Er drückt sein Gesicht gegen das Gitter und denkt: „Nur noch dieses eine Rätsel und dann haben wir auch dieses Stockwerk geschafft!“
Wuuf geht zu Nora und schaut ebenfalls auf das Teleporterfeld. „Das ist so eigenartig, da ist nicht nur ein Stern, wie auf allen Teleporterfeldern hier, sondern eine Erhebung“ spricht Nora. Wuuf schaut es sich genau an und gibt Nora recht, dieses Teleporterfeld ist anders als die anderen.
„Vielleicht ist das eine Platte, die ein Kontakt auslöst“ vermutet Nora, während Wuuf nickt und überlegt. „Wir müssen etwas in den Teleporter werfen, damit es auf das Teleporterfeld landet und den Kontakt auslöst“ spricht Wuuf und kratzt sich am Kopf.
„Am besten wäre ein schwerer Gegenstand“ sagt Leif und Wuuf haut sich ärgerlich auf das Bein. „Ach, Mann, hätte Stamm doch die Riesenaxt mitgenommen, jetzt könnten wir sie gebrauchen“ flucht er, wobei ihn Stamm gleich unterbricht: „Na wer sagt denn, dass ich unserem Anführer immer gehorche?“, dabei kann er sich ein Lachen nicht unterdrücken. Die Helden sehen, wie Stamm die Riesenaxt in seinem Rucksack streichelt.
„Du hast sie dabei, super, dann werfe sie in den Teleporter!“ ruft Wuuf euphorisch, doch der Zwerg schließt die Augen und schüttelt den Kopf.
„Nur über meine Leiche. Wir Zwerge lieben Äxte und das ist eine ganz besondere, denn...“
„Verdammt noch mal, das ist doch jetzt egal!“ ruft Wu Tse und will zum Rucksack des Zwergen gehen. Jetzt streiten sich beide und Wuuf sieht sich gezwungen dazwischen zu gehen. Er weiß ganz genau, was Zwerge lieben: Waffen und...schöne Steine. Mit dem Spruch „Oh Kath Ra“ zaubert er einen bunten Edelstein herbei und bietet ihn Stamm für die Axt an. Dieser überlegt und betrachtet den Stein in seiner Hand, in dem Moment reißt Leif ihm die Axt aus dem Rucksack und wirft sie in den Teleporter. Die Axt landet neben der Spinne auf dem Teleporterfeld, welches drei Zentimeter nach unten sinkt. Es macht ‚klick’ und die Gittertür öffnet sich mit einem Rattern. „Diese Etage haben wir auch geschafft, wir kommen der Prokol-Sekte immer näher!“ denkt Nora und folgt ihren Gefährten die Treppe runter...
 
 
   
     
 
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Beitrag 19675 Verfasst am: Fr 19.Feb.2010 17:58
 
Zukunftsträume Teil VI
 
Lord Chaos dreht an dem Kreis seines Amulett, welches er an seinem Unterarm trägt und schrumpft von fünf auf anderthalb Meter Größe. Er geht zu seinem Tisch und setzt sich hin. Ein Kerzenständer und ein großer Rubinstein, der auf einem goldenen Stativ sitzt, sind die einzigen Lichtquellen in dieser großen Halle. Er zieht die Kapuze seines grauen Umhangs über seinen kahlen blauen Kopf und jetzt sieht man von seinem Gesicht nur zwei rote Punkte, die zu dem Rubinstein blicken.

Rubinstein:
„Ich spüre, dass sie kommt. Ihre anderen Gefährten brauchen wir nicht, die können sterben. Aber wenn wir sie haben, dann haben wir das Original eines exzellenten Kampffliegers. Statt Barrax zu züchten sollten wir lieber sie vermehren. Dann gewinnen wir die Macht über Terrania und auch über Holenia.“

Lord Chaos:
„In welchem Stockwerk ist sie gerade, Vater?“

Rubinstein:
„Sie ist zur Zeit im fünften Stockwerk. Sie wird es aber schaffen in diese zwölfte letzte Etage zu kommen. Und wenn sie es nicht schafft, dann ist sie doch nicht der sagenhafte „Krieger des Lichts“, dann können wir sie nicht gebrauchen.“

Chaos:
„Was ist, wenn sie in diese Halle kommt und mich besiegt?“

Rubinstein:
„Bist du mein Sohn, der große Lord Chaos oder ein Schwächling? Du hast alle Mitglieder der Prokol-Sekte besiegt, die mächtigsten Wesen dieser Galaxis, dann wirst du mit ihr auch fertig werden. Bedenke, Nora Tschirner ist nur eine Menschen-Frau ohne magische Fähigkeiten. Mit einem Schlafzauber oder dergleichen wirst du sie schon kriegen können. Wenn wir erst mal Tausende „Krieger des Lichts“ gezüchtet haben und diese mit Bumerangfliegern die Holenier und den anderen Dreck angreifen, dann haben wir den Krieg so gut wie gewonnen!“

Lord Chaos steht auf und holt das „Buch des Dungeons“. Es hat nur zwölf Seiten, aber auf jeder Seite kann man die Karte eines Stockwerks des Kerkers sehen und die aktuelle Position der Wesen, die sich dort befinden. Er schlägt die fünfte Seite auf, und auf dem vergilbten Papier sieht er eine Gruppe von fünf Leuten, die gerade gegen die Augenmonster kämpft. Nach einer Weile schlägt er das Buch zu und spricht:
„Sie kann außerdem sehr gut mit der Handwaffe umgehen. Wenn wir eine Armee mit ihr gezüchtet haben werden wir einen Sieg nach dem anderen feiern.“

Er gießt sich schwarzen Wein in ein Glas und träumt davon, wie er der Herrscher über das Sirius-Sonnensystem und darüber hinaus sein wird.

In dem fünften Stockwerk des Dungeons

Nora schießt genau ins Auge des gelben Wesens, welches zerplatzt und die Wände mit Blut bespritzt. Zuerst dachte sie, dass diese Augenmonster friedliche Wesen sind, es sind kugelrunde gelbe Tiere mit einem großen grünen Auge, welche fliegen können. Sie kamen an und beobachteten sie nur. Als sie aber zehn Stück zählten schlugen sie zu. Doch jetzt sind sie tot.
„Stamm stirbt!“ ruft Wu Tse, die auf dem Steinboden kniet und in ihrem Schoss den Kopf des Zwergen hält. Wuuf gibt ihm einen Heiltrank, aber der Zwerg stöhnt: „Das bringt nichts mehr. Ich spüre, dass meine Zeit gekommen ist. Es ist die Verletzung am Bein, irgend ein Gift ist in meinem Körper und zerstört ihn.“ Die Asiatin beginnt zu weinen während Stamm seine letzten Worte spricht: „Geht weiter und besiegt Lord Chaos und seine Schergen. Mein Tod soll nicht umsonst gewesen sein! Ihr schafft das schon, ihr seid richtige Helden und...und...“ Er verstummt und Wuuf schließt mit der Hand seine Augen. Es herrscht beklemmende Stille in dem Gang und auch Nora ist zutiefst betroffen und wischt sich eine Träne aus dem Gesicht.
In einer Kammer haben sie Stamm in Tüchern gewickelt, mehr können sie jetzt nicht tun. Sie formieren sich neu, Wuuf und Wu Tse vorne und Leif und Nora hinten, und gehen durch die Gänge, die sie noch erforschen müssen. Als sie eine Kreuzung durchlaufen hört Nora aus dem linken Gang etwas wegrennen, sie dreht sich mit der Fackel zu dem Geräusch, doch es verschwindet. Drei Meter vor ihr sieht sie etwas liegen. Sie erschrickt kurz, da sie am Boden eine orangefarbene Kreatur mit einem kleinen Pfeil in seiner breiten Stirn sieht, aus dem Kopf ragen blutbefleckte Hörner, aus seinem offenem Mund krabbeln braune kleine Spinnen, auf seiner grauen Rüstung leuchten zwei Buchstaben, oben ein „W“ und unten ein „M“ und sein Unterkörper hat ein langes Wurmende. Sein Arm liegt ausgestreckt und an einem Finger ist ein großer Ring.
„Leute, schaut mal!“ ruft Nora und die Gefährten gehen zu dem Wesen und betrachten es. Wuuf bückt sich zu dem Kopf und spricht: „Ein ‚Klax’, ich dachte, die wären ausgestorben. Sehr magiebegabte Wesen. Anscheinend wurde er mit einem Giftpfeil getroffen und ist an einer Krankheit gestorben.“ Nora beugt sich zur Hand und nimmt den roten Ring ab. Sie sieht, wie er ganz leicht leuchtet. „Was ist das für ein Ring?“ fragt sie und Wuuf antwortet, nachdem er ihn betrachtet hat: „Bestimmt ein magischer Ring, wer weiß, was...“ Nora zieht ihn an, aber nichts passiert, auch an ihrem Körper stellt sie keine Veränderung fest.

Nachdem sie sich wieder formiert haben gehen sie den Gang weiter und an der linken Seite der Mauer erkennen sie eine Eisentür mit einem Loch in der Mitte, welche geziert ist mit sonderbaren Ornamenten. Die Tür ist umgeben von Mauerwerk, durch dessen Ritzen violettes Licht strömt. Wuuf untersucht die Tür, kann aber kein Schloss entdecken. Das Loch in der Mitte ist schwarz, irgendetwas muss da rein, aber was? „Vielleicht müssen wir noch einen Schlüssel finden“ vermutet Leif, doch Wuuf schüttelt den Kopf. „Das Loch ist kein Schloss für einen Schlüssel“ sagt er. „Dann müssen wir vielleicht irgendwo einen Edelstein finden und ihn reintun“ spricht Wu Tse und kratzt sich am Kopf.
Die Helden setzen sich hin und verschnaufen für eine Weile. Wie mag man da nur hineinkommen? denken sich die Helden und grübeln nach. Nora schaut sich das Loch in der Tür und das violette Licht an. Da macht es ‚klick’ in ihrem Kopf, sie springt auf und ruft: „Es ist vielleicht ganz einfach, wir müssen das violette Licht in das Loch der Tür lenken!“ Wuuf schnippt mit dem Finger und spricht: „Du bist wirklich äußerst pfiffig, Nora, das könnte die Tür öffnen. Du hast doch noch den Handspiegel aus der einen Truhe, den ich dir gegeben hatte, oder?“
Nora nimmt mit einem Grinsen den Spiegel aus ihrem Rucksack und während die Helden sich formieren und in Bereitschaft sind, versucht sie das violette Licht in das Loch der Tür zu lenken. Und als sie es schließlich schafft leuchtet der Türrahmen kurz auf und die Tür öffnet sich. Vor ihnen erstreckt sich eine Treppe, die nach unten führt.
„Die nächste Etage!“ ruft Leif und die vier Helden machen sich daran die Treppe hinunterzusteigen. Nach einer Zeit unterbricht Wu Tse das Schweigen: „Diese Treppe hört ja gar nicht auf. Die ist viel länger als die anderen die wir bisher hatten“.
„Vielleicht führt sie gar nicht in das nächste Stockwerk, wer weiß wo wir landen werden“ sagt Wuuf und bereitet sich schon mal darauf vor eventuell gleich Feuerbälle zaubern zu müssen.
Nach fünf Minuten Fußmarsch gelangen sie an eine ziemlich große dunkelgrüne Tür. Daneben ist ein grüner Knopf, bevor Wuuf ihn drücken will spricht er noch: „Leute, jetzt aufpassen, bereitet euch auf einen Kampf vor, wer weiß, was hinter dieser Tür schlummern mag.“ Nora hält in der einen Hand eine Fackel und in der anderen ihre Laserpistole. Mit großen Augen sieht sie, wie der Fuchs den Knopf drückt und die Tür sich öffnet.
„Ohhhh“ kommt es aus den Mündern der Helden. Vor ihnen ist eine kolossale Halle, in der etliche Bäume stehen, mit grünem Rasen, der die Halle beleuchtet und einem kleinen Teich. In dem Wasser sehen sie Holenier-Kinder spielen und am Rand des Teiches sitzt ein Mensch, der die Helden erschrocken anschaut. Er greift sofort zu einem Bogen, will schon einen Pfeil einspannen, da hebt Wuuf die Hand und ruft: „Wir kommen in Frieden, wir tun euch nichts! Unser Auftrag ist es die Prokol zu besiegen, wir bekämpfen das Böse, nicht das Gute!“
Der Mann mit dem Bogen visiert Wuuf an, entspannt jedoch nach einer kurzen Zeit seine Waffe und geht auf die Helden zu. Er ist schlicht gekleidet, trägt lange braune Haare und lächelt die Gefährten jetzt an. „Ihr seid also auch solche Verrückte, die sich mit dem bösen Lord Chaos anlegen wollen. War ich auch mal. Kommt mit!“ spricht er und die Abenteurer folgen ihm durch die Halle.
Nora schaut mit offenem Mund um sich, hier und da Bäume, oben fliegen eigenartige Vögel mit vier Flügeln, da ein wildes Reh und dort drüben scheinen Holzhütten zu sein. Nachdem sie einen Pfad gelaufen sind betreten sie einen Platz, der von kleinen Hütten gesäumt wird. Ein Holenier ist gerade dabei einem Wildschwein das Fell abzuziehen, daneben läuft eine Holenierin mit einem Krug auf dem Kopf.
Der Mann mit den langen Haaren stellt sich bei den Helden als Desko vor und streichelt einen schwarzen Hund, der auf ihn zugelaufen ist, dabei ruft er laut: „Leute, wir haben Besuch!!“ Nach einer Weile haben sich die Dorfbewohner auf dem Platz versammelt, Nora erkennt Menschen, Holenier, zwei Fuchsmenschen und einen Zwerg. Hinter dem Platz sieht sie einen Spielplatz, auf dem Kinder spielen. Die Bewohner und die Abenteurer schauen sich an, Wuuf will schon das Wort erheben, da kommt aus einer Hütte eine Gestalt in einem blauen Umhang auf die Gruppe zu, sie scheint nicht zu laufen sondern zu gleiten.

Desko:
„Da ist unser Häuptling, der große Truxton. Er war einst ein Magier der Prokol-Sekte, ist aber vor 15 Jahren da ausgetreten. Und hat dieses Dorf mit dem Namen „Koloris“ gegründet.“

Truxton:
„Wer seid ihr?“

Wuuf:
„Wir sind mutige Abenteurer, die den Kampf mit der Prokol-Sekte aufnehmen wollen.“

Truxton:
„Kommt mit!“

Die seltsame Gestalt dreht sich um und gleitet zu einer Hütte, die vier Helden folgen ihm. Nora sieht, wie die anderen Bewohner des Dorfes wieder ihrer Arbeit nachgehen. Sie betreten eine Hütte, die erleuchtet wird mit blauen Kristallen, die überall zu hängen scheinen. Nora setzt sich neben Wu Tse auf einen Stuhl mit Lehnen, die wie Schlangen aussehen und sieht, wie Truxton die Kapuze seines Umhangs nach hinten wirft. Sie sieht den kahlen Kopf eines Menschen, allerdings mit blauer Haut, roten Augen und großen Ohren, die nach oben und nach unten spitz verlaufen.

Truxton:
„Ihr seid also tapfere Recken, die Lord Chaos besiegen wollen. Die Prokol-Sekte gibt es nicht mehr, Chaos hat alle vor einem Monat besiegt. Ich bin aber schon lange nicht mehr dabei. Wollte mit dieser Machtschieberei, diesen internem Gezänke nichts mehr zu tun haben. Aber ich wollte hier bleiben, dieses Dungeon ist wie mein Kind. Ich habe die Karten der Labyrinthe entworfen, damals vor 100 Jahren. Lord Chaos weiß, dass wir hier sind, aber er lässt uns in Frieden. Ich bin der zweitmächtigste Magier der Prokol gewesen, daher meidet er einen erneuten Kampf mit mir. Er lässt uns in Ruhe und wir ihn.“

Wuuf:
„Erzähle mir alles, was du über ihn weißt.“

Truxton:
„Lord Chaos hat eine Philosophie, die nur er und sein Vater teilen. Er will über Terrania herrschen, es soll überall Chaos regieren. Die Menschen und Holenier sollen sich gegenseitig zerfleischen um sich nicht zu versammeln den Lord mit vereinten Kräften vom Thron werfen zu können. Chaos ist seine Regierungsform, daher sein Name. Er ist beinahe unbesiegbar, er hat nur eine Schwachstelle.“

Nora:
„Und die wäre?“

Truxton:
„Seine Haut ist wie ein Panzer, noch nicht mal die besten Laserwaffen können sie durchdringen. Aber an seinem Hinterkopf ist eine Stelle ohne Haut, als er schlief habe ich mich einst mal angeschlichen und auf seinen Hinterkopf einen Feuerblitz geschossen, als er traf sprang er sofort auf, wuchs etliche Meter, zauberte sich einen hellblauen Schutzschild und schleuderte mir elektrische Sterne entgegen, mich traf einer am Bein und ich ergriff die Flucht. Aber das ist schon Jahre her...“

Wuuf:
„Das ist gut zu wissen. Wir könnten ihn mit drei Mann angreifen und ein vierter schleicht hinter ihm und...“

Truxton:
„Vergiss es, der Kerl ist nicht so einfach auszutricksen. Während du einen Feuerball gezaubert hast, hat er tausend Sterne auf dich geschleudert. Ich schätze, er ist der beste Kampfmagier auf Terrania. Ihr werdet den Kampf mit euren Mitteln sicherlich nicht gewinnen.“

Leif:
„Wieso hast du ihn nicht besiegt?“

Truxton:
„Er ist mächtiger als ich. Zwar könnte ich ihn mit viel Glück vielleicht doch besiegen, aber ich habe beschlossen lieber hier zu bleiben. Unser kleines Dorf „Koloris“ ist mir ans Herz gewachsen, ich will am Ende nicht alles verlieren.“

Nora:
„Was passiert eigentlich, wenn Lord Chaos stirbt?“

Truxton:
„Dann bricht das Dungeon zusammen. Nur unsere Halle bleibt bestehen, da ich über die Jahre einen magischen Schutzschild um sie aufbauen konnte. Terrania wird aber befreit sein, da ohne den bösen Lord die Fabriken nicht mehr laufen werden, wo jeden Tag zig Barrax gezüchtet werden. Aber macht euch keine Hoffnungen.“

Wu Tse:
„Wieso nicht?“

Truxton:
„Wisst ihr eigentlich, wie viele Helden an ihm schon gescheitert sind? Die stärksten Krieger und die mächtigsten Magier haben den Kampf gegen ihn verloren. Besinnt euch lieber eines besseren und bleibt bei uns. Rauskommen tut ihr sowieso nicht mehr, oder wollt ihr für immer als Gemälde in einem Gang hängen?“

Wuuf:
„Doch, wir probieren es aber. Sonst ist unser Planet dem Untergang geweiht. Wie kommen wir am schnellsten in das letzte Stockwerk?“

Truxton:
„Ihr müsst noch durch sieben Stockwerke gehen, das werdet ihr nicht schaffen. Es gibt aber einen Teleporter, der euch gleich in sein Stockwerk bringt, aber nur Wahnsinnige gehen da durch.“

Nora:
„Wo ist er?“

Truxton:
„Im sechsten Stockwerk ist eine Kammer, in der ein Teleporter erscheint, nachdem ihr die Tür des Raumes geschlossen habt. Die Tür schließt sich aber nur, wenn ihr den Pfeil an der Mauer berührt, der dort eingeritzt ist. Ihr könnt dann aber nicht mehr raus, ihr müsst dann durch den Teleporter gehen, der euch in das letzte Stockwerk bringt.“

Leif:
„Dann zeichne auf einem Papier den Weg zu dieser Kammer, damit wir zu Lord Chaos kommen und...“

Truxton:
„...grausam sterben werden. Aber es ist ja eure Sache.“

Er nimmt ein Papier und zeichnet darauf einen Weg im sechsten Stockwerk zu dem besagten Teleporter.

m sechsten Stockwerk

Ein Krieger und ein Waldläufer stehen vor einem Teleporter in einer Kammer. „Gehen wir da durch?“ fragt der Waldläufer und der Krieger nickt. „Wir kommen nicht mehr aus der Kammer raus, wir müssen jetzt dadurch. Mal schauen wo er uns hinbringen wird.“ Beide gehen durch den Teleporter und landen in einem langen leicht gekrümmten Gang, an dessen Wänden Magma fließt. Sie gehen den Gang entlang und nach einer Weile stoßen sie auf eine offene große Tür, sie sehen die Halle des Lords. Die beiden Abenteurer stürmen mit ihren Waffen auf den Bösewicht, dabei geben sie laute Kriegsschreie von sich.
Lord Chaos lacht auf, dreht an dem Kreis seines Amuletts bis er fünf Meter groß ist und packt die beiden in seine Hände. Die zwei Abenteurer schreien mit Leibeskräften während der Lord zu einem großen Maul geht, welches sich in dem Boden befindet. „Freddy, es gibt Happa-Happa“ sagt er mit einem lauten Lachen, das Maul öffnet sich und er wirft die beiden hinein. Das Maul schließt sich, es kaut und mampft, nach einer Minute rülpst es laut und spuckt die Kleider und die Waffen der zwei Abenteurer aus. Der Lord verkleinert sich wieder und geht zu seinem Tisch. Er spricht:
„Wo waren wir stehengeblieben, Vater?“

Rubinstein:
„Na bei Nora, dem „Krieger des Lichts“. Ich wollte dir noch ein Vorteil von ihr nennen: Sie sieht nicht so hässlich aus wie die Barrax, genau das Gegenteil ist der Fall. Sie hat einen hohen Wert an Charisma, die dummen Menschen und Holenier werden ständig darauf reinfallen, wir werden das Universum mit ihr erobern, HAHAHA!“

Chaos:
„Aber was ist, wenn wir Tausende „Krieger des Lichts“ haben und sich alle gegen uns verbünden?“

Rubinstein:
„Ach, das passiert schon nicht, das haben die gezüchteten Barrax ja auch nicht getan. Wir sollten, um ganz sicher zu gehen, die originale Nora Tschirner töten, aber erst wenn wir eine Armee von ihr gezüchtet haben, HAHAHAH!“

Chaos:
„HAHAHA!“

Dorf „Koloris“

Truxton:
„Ich habe euch den Weg zu dieser einen Kammer aufgezeichnet. Wisst ihr, wie ihr ins sechste Stockwerk kommt?“

Wuuf:
„Nein.“

Truxton:
„Habt ihr eine Karte vom fünften Level gezeichnet?“

Wu Tse holt ihren Automapper raus und legt ihn auf den Tisch. Truxton schaut kurz und spricht zu den Helden, dabei zeigt er mit dem Finger auf eine Stelle des Automappers.

Truxton:
„Durch diese Tür seid ihr noch nicht gegangen. Sie lässt sich mit dem Spruch „Zo" öffnen. Dahinter ist wieder eine Tür, aus welcher ein großer Drachenkopf aus Stein ragt. Er spricht ein Rätsel aus und ihr müsst es beantworten. Leider kann ich euch keine Hinweise geben, da der Kopf jedes mal ein neues Rätsel stellt. Nachdem ihr es gelöst habt kommt ihr in die Halle des Drachen von Lord Chaos. Er wurde schon einige male besiegt, aber der Lord hat ihn immer wieder zu Leben erweckt, nach jeder Wiederbelebung ist der Drache noch stärker geworden. Wenn ihr ihn besiegt habt könnt ihr durch die Halle gehen zu der Treppe die ins nächste Stockwerk führt.“

Wuuf:
„Danke, diese Informationen sind sehr wichtig für uns.“

Truxton:
„Und falls ihr den Lord doch besiegen solltet, müsst ihr das Dungeon schnell verlassen, da es einstürzen wird. In der Halle des Lords steht irgendwo an der Mauer ein Schrank. Den müsst ihr öffnen, in seinem Inneren befindet sich ein Teleporter, der euch zum Eingangsbereich des Dungeons bringt. Keine Angst, wenn ihr den Bösewicht besiegt habt, öffnet sich die schwarze Eingangstür und ihr könnt aus dem Kerker ins Freie entfliehen.“

Die Helden bedanken sich bei Truxton und gehen aus seiner Hütte. Als Nora den Dorfplatz betritt, fliegen auf sie zwei Schmetterlinge zu. Sie hält ihnen ihre Hand entgegen und als einer auf ihrem Finger landet sieht sie, dass dieses Tier bei jedem Flügelschlag einen feinen Pulverstaub von sich gibt, welcher wie Gold glänzt.

Nachdem sie die lange Treppe wieder hinaufgestiegen sind öffnen sie mit dem Spiegel die Eisentür und gehen den Weg zu der Tür, hinter der der Drachenkopf aus Stein sein soll. An der Tür ist kein Schloss oder Schalter, Wuuf spricht den Zauber „Zo“ aus und mit einem lauten Geräusch öffnet sie sich.
Sie gehen durch die Tür und sehen von weitem die Tür mit dem Drachenkopf. Als sie einen Meter vor ihm stehen spricht dieser: „Was ist das: Es ist blank, scheibenförmig und beschreibt die Höhe des Wassers?“
Die Helden legen ihre Waffen beiseite und denken nach. Was kann das nur sein? Sie beraten sich und diskutieren, da merken sie auf einmal, dass aus dem Maul des Drachenkopfes grüner Nebel strömt. Nora schnuppert daran und zieht mit einem angewiderten Gesichtsausdruck ihren Kopf weg. „Das ist Giftnebel, wir sollten schnell das Rätsel lösen. Davon hat Truxton gar nichts erzählt“ warnt Wuuf die anderen.
„Eis“ sagt Wu Tse zu dem Drachenkopf, doch nichts passiert. „Mond“ kommt es aus dem Munde des Fuchsen. Leif schüttelt den Kopf und findet keine Antwort. Und Nora? Sie grübelt, die Worte gehen ihr durch den Kopf, sie hebt ihre Augenbrauen und denkt: „Ein SPIEGEL ist blank, scheibenförmig, und die Höhe des Wassers im Meer nennt man Meeresspiegel.“
„Spiegel“ sagt Nora und die Helden stellen erleichtert fest, dass der Nebel wieder in das Maul des Drachenkopfes zurückströmt. Die Tür öffnet sich und die Helden gehen erschrocken zwei Schritte zurück. Vor ihnen ist eine Halle, in der ein roter Drache schläft. Er ist zehn Meter hoch und zwanzig Meter breit, wie sollen sie nur solch ein Untier besiegen? Jetzt öffnen sich die gelben Augen des Monsters und aus seinen Nüstern strömt grauer Rauch. Er erhebt sich und gibt einen schrecklich lauten Schrei von sich. Jetzt schießen die Helden mit ihren Waffen, Leif hat die Bazooka von Stamm genommen und richtet sie auf das Urviech, Wuuf spricht den Zauber „Oh Ven“ aus und eine Giftwolke fliegt auf den Drachen, Wu Tse zielt auf die Augen und wirft ihre Morgensterne und Nora schießt mit ihrer Laserwaffe auf das Monster. Welches so laut brüllt, das man denken könnte, die Halle stürzt gleich ein. Es reckt seinen Kopf kurz nach hinten, gleich darauf schleudert es ihn nach vorne, öffnet das Maul und ein gewaltiger Feuerstrahl schießt aus seinem Mund. Wuuf, Nora und Leif können zur Seite springen, nur Wu Tse schafft es nicht – und verbrennt in der Glut des Drachenfeuers. Die Helden beschießen weiterhin das Ungetüm, welches seinen Kopf nach hinten reckt um gleich den nächsten Feuerstrahl auf die Abenteurer zu schleudern. Leif schießt in dem Moment mit der Bazooka, im selben Moment spricht Wuuf „Ful Ir“ und schleudert einen Feuerball auf das Maul des Drachen und Nora beschießt mit ihrer Laserwaffe ebenfalls das Maul. Der Drache will schon sein Maul öffnen um den nächsten Feuerstrahl auf die Helden zu schießen, doch als die Waffen seinen Unterkiefer treffen, lässt der Drache einen grässlich lauten Todesschrei von sich und sinkt zu Boden.
Nach diesem Krach herrscht Stille in der Halle und Nora sieht, wie Wuuf sich vor Wu Tses Leiche beugt und unaufhörlich weint. „Ich habe diese Frau geliebt, wir kannten uns viele Jahre, wir haben etliche Abenteuer erlebt, wir...wir“ jammert der Fuchs und legt seinen Kopf auf den Bauch der verkohlten Asiatin. Nora geht zu ihm und streichelt seinen Kopf, während er nicht aufhört zu weinen. Jetzt sind sie nur noch drei Abenteurer.

Nora, Wuuf und Leif rappeln sich wieder auf und gehen auf die Treppe am Ende der Halle zu, die sie ins nächste Stockwerk bringen wird. Den Automapper hält jetzt Wuuf, der die kleine Gruppe anführt. Während sie die Treppe runtergehen spricht Wuuf: „Wir müssen jetzt sehr wachsam sein und aufpassen. Um so weniger wir werden, um so schwerer wird es sein den bösen Lord zu besiegen. Wir sollten Kämpfen jetzt besser aus dem Weg gehen und so schnell in die Kammer mit dem Teleporter gelangen, wie es nur geht.“
Als sie das Ende der Treppe erreichen und das neue Stockwerk betreten sehen sie einen Gang mit mehreren Türen und Abzweigungen. Sie laufen den Gang entlang und sehen, dass aus einer Tür Licht scheint. Sie betreten sie und als Nora den Raum sieht wird ihr speiübel. Es ist eine Küche, in der nackte tote Menschen und Holenier mit dem Kopf nach unten an einer Stange hängen. In der Ecke ist eine Zelle, die an der Decke hängt, in der ein toter Mensch mit ausgerissenen Beinen sitzt. „Wir sollten nicht hier reingehen, lasst uns schnell zu der besagten Kammer gehen“ flüstert Wuuf und die Helden machen sich auf den Weg.
Als sie um die Ecke gehen, bleiben sie stehen, da sie zwei Riesenwürmer sehen mit großen Mäulern, aus denen viele spitze Zähne ragen. Sofort kommt es zu einem Kampf, den die Helden unbeschadet überstehen. Sie wollen schon weitergehen, da sehen sie in einem Seitengang etwas flackern. Es kommt immer näher, Nora richtet schon ihre Laserpistole auf das was da kommen mag. Aber es ist nur ein kleiner Zwerg mit einer Fackel. Er lächelt sie an und fragt: „Ahh, ihr seid auch Abenteurer, die den bösen Lord bekämpfen wollen?“
„Ja, das sind wir“ spricht Wuuf und geht auf den Zwerg zu.
„Ich heiße Glomil und bin mit sieben Zwergen in dieses Dungeon gekommen. Leider sind bis auf mich alle verreckt, aber wir haben die Geheimwaffe gegen Lord Chaos gefunden“ sagt der Zwerg.
„WAS ist die Geheimwaffe?“ fragt Leif und der Zwerg antwortet: „Es ist ein hellblauer Diamant, mit dem man gefährliche Blitzringe schießen kann. Ich alleine habe mich nicht getraut damit den bösen Chaos anzugreifen, aber zu viert könnten wir es schaffen. Kommt mit!“
Erleichtert folgen die drei Helden dem Zwerg und nach drei Minuten erreichen sie das Ende eines Ganges, in dem eine Truhe steht.
„Hier drin habe ich den Diamanten versteckt“ sagt Glomil, während Leif und Wuuf zur Truhe gehen und sie öffnen wollen. Nora bleibt zwei Meter dahinter und überwacht den Gang. Doch als Wuuf die Truhe aufmacht, öffnet sich der Boden unter ihm und er fällt mit Leif in ein Loch. Nora lässt vor Schreck die Fackel fallen, als sie die Schreie der zwei Helden hört. Der Zwerg verschwindet in einer Mauer mit einem lauten Lachen, die Truhe löst sich in Luft auf.
Die Pankowerin geht mit schnellen Schritten zu der Öffnung im Boden und schaut hinunter. Sie kann nichts erkennen, es ist alles dunkel. Sie nimmt einen Stein und wirft ihn hinunter, nach sieben Sekunden hört sie seinen Aufprall.
„WUUF!!! LEIF!!! WO SEID IHR??“ ruft Nora entsetzt, doch niemand antwortet. Sie überlegt hinunter zu klettern, doch in dem Moment schließt sich die Öffnung und vor ihr ist gewöhnlicher Steinboden. Eiseskälte überfällt ihren Körper in diesem Moment. Jetzt ist sie ganz alleine im Dungeon. Sie ballt ihre Hand zu einer Faust und fäßt sich damit an den Mund. Jetzt sieht sie den leicht rotleuchtenden Ring, sie wünschte, sie könnte sich darin einfach verstecken
 
 
   
     
 
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Beitrag 19683 Verfasst am: Di 23.Feb.2010 08:28
 
Zukunftsträume Teil VII
 
Im Gang hört Nora schleifende Schritte auf sie zukommen, irgendwelche Krallen schaben auf dem Steinboden und Nora sieht eine Gestalt gekleidet in einer roten Robe mit einem Rabengesicht, das aus gelben Echsenschuppen besteht, mit spitzen, nach innen gebogenen Zähnen und der Heldin kommt eine Zunge entgegen, aus der Geifer auf den Boden tropft. Sie zielt mit ihrer Laserpistole auf das Monster, da sieht sie, dass noch zehn weitere dahinter sind.
Das sind Nora zu viele, sie dreht sich um und rennt den Gang entlang. Da sieht sie, wie fünf Augenmonster auf sie zu fliegen. Sofort flüchtet sie in die nächste Tür und stellt mit Entsetzen fest, dass es nur eine Kammer ist ohne Ausgang. „Jetzt werden die gleich kommen und mich auffressen“ denkt Nora und lehnt sich zitternd an die Wand. Sie schließt ihre Augen und betet zu Gott, dass sie jetzt Glück hat. Als sie schon das Rabengesicht des Monsters vor der Tür sieht schließt auf einmal die Tür und links neben ihr erscheint ein Teleporter mit braunen und dunkelbraunen Teilchen. Sie dreht sich um und schaut auf die Wand: Mit ihrem Rücken hat sie einen Pfeil berührt, der in die Mauer geritzt ist. Hier ist also die Kammer mit dem Teleporter, der einen ins letzte Stockwerk zu Lord Chaos bringt. Wie soll sie ihn aber alleine besiegen? Der Typ zaubert wahrscheinlich einen Spruch und sie ist dann schon besiegt.
Nora will in der Kammer, in der sie sich jetzt befindet, verschnaufen, hier scheint sie in Sicherheit zu sein. Ihre Fackel und die braunen Teilchen geben der Kammer sein einziges Licht. Sie setzt sich hin und überlegt: „Vielleicht habe ich Glück, vielleicht merkt er nicht, dass ich in seine Halle komme, dann muss ich auch noch das Glück haben ihn von hinten an seiner empfindlichen Stelle zu treffen. Wer weiß, vielleicht sind da auch noch Dutzend andere Monster. Ich bin kein Soldat, ich bin ein Kampfflieger. Ohne meinen „Robbie“ habe ich noch nie ein Abenteuer überstanden. Ich glaube, ich werde es nicht schaffen. Ich kann mich schon mal damit abfinden als Gemälde in einem Gang zu hängen, wäre ich mal schön in Berlin als Schauspielerin geblieben. Scheiße. Ich habe auch noch kaum Proviant, mein Essen reicht nur noch für einen Tag. Dann muss ich durch den Teleporter und dieser scheiß Chaos besiegt mich hoffentlich schnell, ich will nicht noch ewig leiden müssen. Was ist das eigentlich für ein Ring, den ich gefunden habe?“
Sie hält den Ring, den sie am Finger trägt, an die Fackel und erkennt, dass er dabei etwas heller leuchtet. Sie hält ihn in das Feuer der Fackel und stellt verwundert fest, dass sich seine rote Kugel hellrot färbt. Sie hält ihn solange daran, bis er aufhört zu leuchten und in einem violetten Farbton schimmert. Sie zieht ihn ab und betrachtet ihn genauer. Sie spürt ein leichtes Vibrieren in der Kugel des Ringes als sie mit dem Finger darüberfährt. Sie zieht ihn wieder an – und bekommt den Mund nicht mehr zu! Sie sitzt jetzt genau am anderen Ende des Raumes. Sofort steckt sie den Ring wieder ab und steckt ihn jetzt in den Mittelfinger. Und wundert sich, wo ihre Arme und Beine sind, ihr ganzer Körper ist unsichtbar! Nora steht auf und geht in der Kammer auf und ab, dabei findet sie es sehr faszinierend alles anfassen zu können, aber nicht ihren Körper zu sehen. Was kann der Ring noch? Jetzt steckt sie den Ring an den Zeigefinger und auf einmal ist die Tür offen und die Kreatur mit dem Rabengesicht will in die Kammer. Sofort rennt Nora zu dem eingeritzten Pfeil und berührt ihn. Die Tür schließt und der Teleporter erscheint. Ist Nora für ein paar Minuten in die Vergangenheit gereist? Sie steckt den Ring an den Daumen und ein „Uff“ kommt aus ihrem Mund. Sie kniet auf der Decke, die Gravitation scheint jetzt umgedreht zu sein. Nora steht auf und läuft mit dem Kopf nach unten auf der Decke. Sie nimmt den magischen Ring ab und steckt ihn wieder auf den Daumen. Und steht jetzt wieder ganz normal in dem Raum. Nun hat sie nur noch nicht den kleinen Finger probiert. Sofort steckt sie den Ring an den besagten Finger und jetzt fällt sie vor Schreck auf den Boden. Alles ist so wahnsinnig groß, die Tür scheint über 30 Meter hoch zu sein und die Fackel, die an der Wand lehnt, ist so hoch wie ein brennender Baum. Nora nimmt den Ring ab und steckt ihn wieder an den kleinen Finger, sofort vergrößert sie sich wieder auf ihre Normalgröße.
„Ja, ist das GEIL!!! Mit diesem Super-Adventure-Ring habe ich vielleicht doch eine Chance den Lord zu besiegen!! JAA!“ freut sich die Pankowerin und nimmt sich vor mit dem Ring eine Weile zu experimentieren.

In der Halle des Lords

Rubinstein:
„...die dummen Menschen brauchen wir erst mal nicht zu fürchten, ihr Planet ist sehr weit weg. Und die paar Idioten, die nach Terrania geflogen sind um ein paar Abenteuer zu erleben, können uns nichts anhaben. Wir bräuchten vielleicht...vielleicht...“

Der Rubinstein hört auf zu sprechen. Lord Chaos beugt sich zu ihm und fragt verwundert:
„Was ist los, Vater?“

Rubinstein:
„Unglaublich. Ich spüre, dass der Krieger des Lichts jetzt sehr mächtig ist. Sie verfügt entweder über starke Zaubersprüche oder über einen mächtigen magischen Gegenstand.“

Lord Chaos holt sofort das „Buch des Dungeons“ und schlägt die sechste Seite auf. Er sieht auf der Karte eine Kammer, in der eine Gestalt ist, die hin und herblitzt, mal verschwindet, größer und kleiner wird.

Rubinstein:
„Sie bereitet sich auf den Kampf vor. Wir müssen aufpassen.“

Chaos:
„Wenn sie solche Zauberfähigkeiten hätte, dann hätten wir das doch bestimmt schon bemerkt. Sie muss irgendeinen Schatz gefunden haben.“

Rubinstein:
„Ich schaue mir mal das imaginäre Gästebuch des Dungeons an. Vielleicht habe ich irgendwas übersehen.“

Nach zwei Minuten antwortet der Rubinstein:
„Da ist ein Tengen gewesen, das sind Magier aus dem Regenwald Terranias. Aber die haben nicht solche mächtigen Fähigkeiten...gehabt...Ohh Gott, ich Idiot!!!...Ein Klax ist vor ein paar Tagen in unser unterirdisches Schloss gegangen, wie konnte ich das nur übersehen.“

Chaos:
„Wir hätte nicht so viel reden sollen, wir...“

Rubinstein:
„Sei ruhig, mein Sohn! Diese Wurmwesen mit Hörnern sind eigentlich schon seit Urzeiten ausgestorben, ich wundere mich sehr, woher der kommen mag. Die hatten Ringe und Amulette mit solchen Fähigkeiten!“

Chaos:
„Ich werde versuchen Nora zu überlisten, einzuschläfern oder zu betäuben. Sollte es aber nicht klappen und sollte sie jetzt zu mächtig sein – dann muss ich sie töten!“

In der Kammer mit dem braunen Teleporter

Nora tritt mit ihrem Bein in die Luft und gibt Kampfschreie von sich. Sie steht mit dem Kopf nach unten auf der Decke, sie will alle Optionen des Ringes ausprobieren und trainieren. Man wird nicht zufälligerweise irgendwo hinteleportiert, man kann es mit den Gedanken steuern, stellt Nora fest. Aber es ist nicht ganz einfach, man muss eins mit dem Ring werden. Sie hat es auch geschafft mit dem kleinen Finger sich nicht nur zu verkleinern, sondern sich auch zu vergrößern. Das tolle ist, dass man mit dem Zeigefinger für ein paar Minuten in die Vergangenheit reisen kann. Sollte sie mal in einer auswegslosen Situation sein, wäre der Ring die Rettung. Das ist ein sehr mächtiger Ring, mit ihm kann die Berlinerin den bösen Lord vielleicht doch besiegen.

Nach einer weiteren Stunde Training beschließt sie durch den Teleporter zu gehen. Sie stellt sich vor ihn und schließt die Augen: Die nächsten Minuten und Stunden werden vielleicht die wichtigsten in meinem Leben sein, denkt sie. Sie steckt den Ring an den Mittelfinger, wird unsichtbar und geht durch.......und landet in einem Gang, der nach rechts gekrümmt ist und an dessen Wänden Magma herunterfließt. Sie geht vom Teleporterfeld weg und sieht, dass kein Teleporter sie zurückbringen kann. In der Halle des Lords soll in einem Schrank einer sein, aber da muss sie erst mal hinkommen.
Nora geht eine Weile, da hört sie Schritte auf sie zu kommen. „Schritte eines Riesen klingen so“ denkt sie und steckt den Finger an den Daumen. Jetzt steht sie auf der Decke des Ganges, der bestimmt zehn Meter hoch ist. Sie sieht den Riesen kommen, er sieht so aus wie Truxton, aber deutlich größer und muskulöser.
„NORA, komm zu mir! WO bist du? Du brauchst keine Angst vor mir zu haben, ich werde dir nichts tun. Du bist der „Krieger des Lichts“, ich warte schon seit Tagen auf dich. WO BIST DU?“ ruft der blaue Riese und schaut um sich. Mit einem Grummeln geht er den Gang zurück.
Nach fünf Minuten traut sich Nora wieder auf den Fußboden. Unsichtbar will sie aber dennoch bleiben. Sie geht den Gang, bis sie zu einer großen Öffnung kommt, die die Halle des Lords sein muss. Jetzt hört sie zwei Stimmen. Sie geht an den Rand der Öffnung und sieht Lord Chaos mit einem großen Rubinstein reden.

Rubinstein:
„Verdammt noch mal, wenn sie unsichtbar ist, kann ich sie nicht mehr orten. Sie kann jederzeit in die Halle kommen, vielleicht ist sie sogar schon hier. Mach dich auf etwas gefasst.“

Chaos:
„Ich habe noch nie einen Kampf verloren, vertraue mir.“

Nora geht in die Halle und sucht sich eine sichere Ecke. Die Halle ist zwei mal 20 Meter breit und über zehn Meter hoch. Sie erkennt einen Tisch, ein Bett, Regale mit Büchern – und einen Schrank. Da ist bestimmt der Teleporter, aber was bringt es ihr, die Eingangstür des Dungeons geht erst auf, wenn man den Lord besiegt hat. „Nora, du musst es jetzt machen!“ geht es ihr durch den Kopf.
Sie geht auf Lord Chaos zu, welcher auf einem Stuhl sitzt und nervös um sich blickt. Nora geht hinter seinen Rücken und sieht die Narbe am Hinterkopf. Sie zielt und schießt – genau in dem Moment dreht sich der Lord um, ihr Schuss geht vorbei.
„NORA, wage es nicht mich anzugreifen. Komm endlich zu mir, ich will mit dir das Universum erobern“ ruft er laut und läuft in der Halle von einer Seite zur anderen. Nora versucht immer wieder den Hinterkopf mit ihrer Laserpistole zu beschießen, doch wenn er sich bewegt ist es sehr schwer die kleine Narbe zu treffen. Nora schießt erneut, und jetzt hat sie beinahe die Stelle getroffen.
„DU BIST JETZT ZU MÄCHTIG, ICH MUSS DICH TÖTEN!!“ schreit Lord Chaos und spricht einen Zauberspruch. Nora steht jetzt genau vor ihm, sie nimmt den Ring ab und setzt ihn auf den Ringfinger. Sofort wird sie ans andere Ende der Halle teleportiert und da wo sie eben noch stand schleudert der Lord unzählige elektrische Sterne, die ein großes Loch in der Wand hinterlassen. Nora zielt mit ihrer Waffe auf den Lord, da spricht der Rubinstein, der neben ihr steht: „Ich kann sie jetzt spüren, HIER IST SIE!!“ Der Lord dreht sich um und wirft mit einem Feuerblitz auf Nora. Sie kann sich gerade noch rechtzeitig auf die Decke teleportieren. „Ich muss diesen verdammten Rubinstein zerstören“ sagt sich Nora und zielt auf ihn. Sie schießt – und trifft, der Rubinstein zerspringt in tausend Teile.
„VATER!“ ruft der Lord und geht zu den Bruchstücken des Rubins. Nora will das ausnutzen, dass er jetzt abgelenkt ist. Sie teleportiert sich wieder auf den Boden und zielt auf den Kopf des Bösewichts. Nur einen Treffer brauche ich, dann bin ich erlöst, denkt sie. Doch auf einmal merkt sie, wie ihre Arme und Beine sichtbar werden, der Ring ist nicht mehr violett sondern hellrot. Der Ring hat kaum noch Zauberkraft, er muss an einem Feuer wieder aufgeladen werden.
Lord Chaos geht vom Rubinstein weg und brüllt: „Du elende RATTE, mein Vater ist jetzt für immer tot!! ICH WERDE DICH VERNICHTEN!“ Er stellt sich hin, faltet seine Hände zusammen und spricht einen Spruch. Nora wechselt sofort den Ring auf den Zeigefinger, sie kann gerade noch erkennen, wie tausend Blitze durch die Halle fliegen.
Jetzt ist sie wieder in dem Gang mit den Wänden aus Magma, in dem sie noch vor ein paar Minuten war. Zum Glück konnte sie gerade noch in die Vergangenheit zurück. Nora geht zu der Magmawand und hält den Ring daran. Nachdem er wieder aufgeladen ist, geht sie den Gang bis zur Öffnung und hört die zwei Stimmen.

Rubinstein:
„Verdammt noch mal, wenn sie unsichtbar ist, kann ich sie nicht mehr orten. Sie kann jederzeit in die Halle kommen, vielleicht ist sie sogar schon hier. Mach dich auf etwas gefasst.“

Chaos:
„Ich habe noch nie einen Kampf verloren, vertraue mir.“

Jetzt reinrennen und drauflosballern bringt nichts, denkt die Heldin aus Pankow. Sie geht unsichtbar leise in die Halle und schaut auf die Wände. Da ist ein Loch in der Mauer, da kann ich mich verstecken, denkt sie und geht zu dem Mauerloch. Jetzt steht der Prokol auf und geht durch die Halle. „NORA, wo bist du?“ hört sie ihn rufen. Sofort verkleinert sie sich und geht in das Mauerloch. Hier ist sie in Sicherheit. Während der Riese in der Halle auf und ab läuft, beschließt sie einen Plan. Sie will ihn jetzt ganz genau für eine Weile beobachten.

Zwei Tage später

Nora knurrt der Magen, sie hat seit einem Tag nichts mehr gegessen. Hier in dem Loch sind die gewöhnlichen Ratten Monster für sie, sie ist die ganze Zeit nur ein paar Zentimeter groß, lange hält sie es hier nicht mehr aus. Sie hat den Lord aber lang genug beobachtet.
Er sitzt die ganze Zeit an seinem Tisch. Nur selten steht er auf und besiegt schnell irgendwelche Abenteurer. Die meiste Zeit redet er entweder mit dem Rubinstein oder er liest laut ein Buch, wahrscheinlich ein Magiebuch. Und am Ende des Tages geht er aus der Halle und geht irgendein Gang zu den Barrax-Fabriken. Ungefähr nach einer Stunde taucht er wieder auf. Dann geht er ins Bett und schläft. In dieser Zeit befindet sich über ihm ein magischer Schutzschild, der wie eine Glocke das Bett einhüllt, während er schläft. Nora hat nach zweitägiger Beobachtung einen Plan geschmiedet, wie sie ihn besiegen kann.

Rubinstein:
„...gehe in die Fabrik, mein Sohn, da sind heute wieder 100 neue Barrax gezüchtet worden. Nora Tschirner ist seit zwei Tagen weg, vielleicht ist sie gestorben. Sie ist bestimmt in das Magma gefallen, die in dem Gang fließt. Wenn sie der „Krieger des Lichts“ wirklich gewesen wäre, dann wäre sie nicht gestorben und hätte sich uns angeschlossen.“

Chaos:
„Ich werde mal schauen gehen. Bis gleich!“

Der Lord vergrößert sich auf fünf Meter und verlässt die Halle. Nora schlüpft aus dem Loch und geht zu seinem Bett. Normalerweise wäre Nora in ein paar Sekunden an Ort und Stelle, aber mit einer Körpergröße von 10 Zentimeter dauert es eine Weile. Sie macht einen großen Bogen um den Rubinstein und erreicht schließlich die Ruhstätte des Lords. Sie klettert an einem Bein des Bettes hoch und versteckt sich in seinem Inneren.
Nach einer Zeit kommt der Lord zurück und spricht:
„Vater, wir haben heute über 120 neue Barrax gezüchtet. Und die Maschinen, in denen Bumerangflieger gebaut werden, laufen auch auf Hochtouren. Wir brauchen keinen „Krieger des Lichts“ oder dergleichen, wir schaffen es auch alleine!“

Rubinstein:
„Richtig, mein Sohn! Doch gehe jetzt zu Bett und schlafe gut, morgen werden unsere Flieger die Hauptstadt Clastanias angreifen. Da musst du gut geruht haben.“

Der Lord entkleidet sich und geht in eine Kabine. Nora kann in ihrem Versteck nichts sehen, sie hört ein kurzes Rauschen und die Tür der Kabine öffnet sich wieder. Er kommt zurück und geht zu Bett.
Nachdem Nora 30 Minuten gewartet hat traut sie sich aus ihrem Versteck. Das Bett wird in einer hellblauen Glocke eingehüllt. „Ich darf diesen Schutzschild bestimmt nicht berühren, da wacht der Kerl sicher auf“ sagt sie sich. Nora nimmt den Ring ab und will sich wieder vergrößern. Bloß nicht so groß werden dass ich den Schutzschild berühre, denkt sie. Sie konzentriert sich, spürt die Macht des Ringes in ihrem Körper und zieht ihn an den kleinen Finger um größer zu werden.
„SUPER, ich bin jetzt knapp ein Meter groß, genau die richtige Körpergröße!“ denkt sie und betrachtet den Lord. Er schläft und liegt seitlich in dem Bett. Sie kann seine Narbe direkt vor sich sehen. Sie nimmt vorsichtig ihre Laserpistole und hält sie ganz nahe an die verletzliche Stelle des Bösewichts. „MEIN SOHN, WACH AUF!“ schreit der Rubinstein – doch Nora hat schon geschossen, und getroffen!
Der Schutzschild verschwindet und der Lord reißt mit den Armen um sich. Dabei trifft er Nora und sie fliegt beinahe fünf Meter zur Seite. „AAAHHHH“ brüllt der Prokol, dabei beginnen die Wände zu bröckeln und zu wackeln.
Nora kann es gar nicht fassen den Oberboss des Dungeons besiegt zu haben. Aber jetzt merkt sie, dass die Wände allmählich beginnen einzustürzen, sie muss zum Schrank mit dem Teleporter eilen, der sie zurückbringt. Nachdem sie ihn geöffnet hat denkt sie nicht lange nach und geht hindurch.

Sie findet sich sitzend im Eingangsbereich des Dungeons wieder und zwanzig Meter vor ihr ist die Eingangstür – die offen steht!! Helles Tageslicht strömt in den Gang, Nora kann es kaum erwarten die Sonne wieder zu sehen. Sie geht schon den Gang durch, dabei macht sie sich mit dem Ring wieder sichtbar und auf Normalgröße, da denkt sie noch mal an ihre Gefährten. Sofort dreht sie sich um und geht in einen der Gänge, wo die Gemälde hängen. Sie sucht und findet schließlich Wu Tse. Nachdem Nora das Bild berührt hat spricht die Chinesin: „Nora ich bin ja so stolz auf dich!! Du hast es geschafft, du hast Terrania befreit, vielleicht sogar die ganze Galaxis! Dort drüben hängt Wuuf, er wird sich bestimmt freuen, wenn du zu ihm gehst“. Unsere Heldin geht ein paar Meter weiter und kann den Fuchsen auf einem Gemälde erkennen. Mit Tränen in den Augen berührt sie sein Gemälde. Sie kann die Stimme des Fuchsen wahrnehmen, die zu ihr spricht: „Nora, du bist wirklich der „Krieger des Lichts“, du hast es geschafft. Wir sind also doch nicht umsonst gestorben, nach vielen Jahrzehnten ist Lord Chaos besiegt, du bist brillant, Nora! Aber jetzt stürzt das Dungeon ein, verlasse es schnell, du Held!“
Nora merkt, wie die Wände beginnen zu wackeln und auf ihren Kopf rieselt Sand. Sie will das Gemälde mitnehmen, doch es ist fest in der Mauer verankert. Sie gibt dem Fuchs auf dem Bild einen Kuss und rennt zur Eingangstür. Hinter ihr bricht eine Mauer ein und überall hört sie einstürzende Wände. Nachdem sie im Freien ist läuft sie eine Weile in die Wüste, dreht sich um und sieht, wie der Berg zusammenbricht. Sie fällt nach hinten in den Sand und beginnt laut zu heulen, solch einen emotionalen Ausbruch hat sie noch nie gehabt. Und solch ein aufregendes Abenteuer noch nie erlebt.
 
 
   
     
 
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Mitglied Dover
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Beitrag 19734 Verfasst am: Di 9.Mrz.2010 08:20
 
"Nora-Talk" - Gast: Erich von Däniken
 
Nora:
„Ich wünsche euch einen schönen guten Abend und freue mich, dass ihr in meine neue Sendung „Nora-Talk“ geschaltet habt. Heute ist der berühmte Erich von Däniken zu Gast und wird uns von seinen Theorien berichten.“

Nora sitzt mit einem schwarzen Kleid in einem braunen Lederstuhl. Vor ihr ist ein kleiner schwarzer Tisch mit zwei Gläsern und ihr gegenüber sitzt Erich von Däniken.

Nora:
„Lieber Erich, du sagst schon seit Jahrzehnten, dass Außerirdische uns bald besuchen werden. Wann ist es denn endlich soweit?“

Erich:
„Die ersten Menschen waren Halbwilde im Raume Sumer im Nahen Osten. Die „Götter“, so wurden die Außerirdischen von ihnen genannt, kamen auf unsere Erde und überlieferten ihnen Teile ihrer Kenntnisse. Schau dir die sumerischen Figürchen und Statuen in den Museen an, so sahen diese „Götter“ aus: Glotzaugen, gewölbte Stirnen, schmale Lippen und meistens eine gerade und lange Nase. So sahen die Sumerer sicherlich nicht aus, das waren ferne Besucher aus dem Weltall.“

Nora:
„Besucher aus dem Weltall in grauer Vorzeit?“

Erich:
„Im Irak und in Ägypten fanden sich geschliffene Kristall-Linsen, die sich heute nur unter Verwendung von Cäsiumoxyd herstellen lassen, einem Oxyd also, das auf elektrochemischen Weg gewonnen werden muss. In Heluan gibt es ein Stück Tuch, ein Gewebe von einer Feinheit und Zartheit, das sich heute nur in einer Spezialfabrik mit großen erfahrungstechnischen Kenntnissen weben ließe. Das alles kannst du in einem Museum sehen, auch eine elektrische Batterie, die nach dem galvanischem Prinzip arbeitet. Auf der Hochebene von Peru wurden Ornamente aus Platin gefunden. Wie konnten Menschen vor Tausenden Jahren Platin schmelzen und modellieren, dieses Edelmetall beginnt erst bei Temperaturen von 1800 Grad Celsius zu schmelzen.“

Nora:
„Außerirdische haben es uns beigebracht, so deine Theorie. Aber ich frage noch mal, wann werden sie uns wieder besuchen kommen?“

Erich:
„Die Parsen, eine Glaubensgemeinschaft in Persien, hatten einen Kalender mit derart astronomischen Zeitvorstellungen, es ist unglaublich. Der Umlauf des Saturns um die Sonne entsprach einem Tag. Nach heutigen astronomischen Berechnungen wären das 29,5 Jahre. 30 solcher Tage ergaben einen Monat – umgerechnet wären es 885 Erdenjahre. Und ein Jahr wäre bei uns wiederum 10.620 Jahre. Soll ich noch weiter fortfahren? Sie werden kommen, sicherlich, aber das dauert noch viele, viele Jahre.“

Nora:
„Ich habe mal gelesen, dass du meintest, sie sollen schon 2012, in zwei Jahren kommen.“

Erich:
„Ja, das habe ich damals gesagt. Im Dezember 2012 endet der jetzige Abschnitt des Mayakalenders, aber wer weiß, Silvester 2000 ist auch nichts passiert, da dachte ich schon, dass sie kommen werden.“

Nora:
„Wie oft hast du schon ein Datum genannt, wann sie kommen?“

Erich:
„Ähh, das waren schon ein paar, hihi, es macht sich besser, wenn ich sage, die kommen irgendwann in 10.000 Jahren oder so. Meine Theorien verlieren an Glaubwürdigkeit, wenn die „Götter“ an einem von mir prognostizierten Tag doch nicht erscheinen. Sie sind launisch und wollen auftauchen, wenn wir nicht damit rechnen.“

Nora:
„Hast du schon mal einen von ihnen gesehen?“

Erich:
„Nein, wie auch? Sie sind ja nicht mehr hier, aber sie werden kommen.“

Nora:
„Warum bist du dir da so sicher?“

Erich:
„Die Ägypter haben ihre Leichen einbalsamiert, denn die „Götter“ haben ihnen versprochen die Leiber wieder zu neuem Leben zu erwecken. Sogar die Diener der Leichen hat man einbalsamiert. Die Gräber waren, quasi atombombensicher, ungeheuer dauerhaft und solide gebaut. Sie konnten die Stürme aller Zeiten überdauern. Die mitgegebenen Werte waren absolut krisenfest, nämlich Gold und Edelsteine.“

Nora:
„Kann es nicht sein, dass die Ägypter solche Gräber erbaut hatten, weil sie an ein zweites Leben glaubten?“

Erich:
„Und woher hatten sie diesen Glauben? Na von den „Göttern“!! Anubis, Osiris, Isis und wie sie alle heißen: Alles Außerirdisch gewesen. Du glaubst doch nicht, dass die Ägypter diese gigantischen Pyramiden selber erbaut haben? Mit welchen Mitteln denn, bitte?!“

Nora:
„Und warum haben deine sogenannten „Götter“ so viel Wert darauf gelegt nicht in Aufzeichnungen der Menschen aufzutauchen?“

Erich:
„Das ägyptische Totenbuch, der Koran, die Bibel, das alles sind doch Aufzeichnungen über Außerirdische. „Lasset uns Menschen machen nach unserem Bilde...“ steht im Kapitel Mose. Das waren Außerirdische, die uns Menschen erschaffen haben.“

Nora:
„Wie sind die Außerirdischen auf unseren Planeten gekommen?“

Erich:
„Na mit Raumschiffen natürlich.“

Nora:
„Und warum, wenn ich in einem Museum bin, sehe ich keine Bilder von Raumschiffen?“

Erich:
„Es gibt sumerische und babylonische Rollsiegel, sie sind die ältesten Kleinstdenkmäler der Erde. Sie zeigen eine Fülle von unerklärlichen, technischen Zutaten: Götter, die am „Lebensbaum“ werkeln, fliegende Kugeln und Götter, die in Barken am Firmament fliegen.“

Nora:
„Ich finde das recht spannend, ein Kontakt mit diesen Außerirdischen würde der Welt gut tun. Wir Menschen wären auf einmal vereint und würden versuchen mit ihnen zu verhandeln.“

Erich:
„Vielleicht ist mit ihnen aber nicht zu verhandeln. Sie sind uns technologisch um Meilen voraus und wenn ihnen etwas nicht passt, dann sagen sie es uns auch. Oder sie reden gar nicht mit uns und spielen mit unserem Planeten wie es ihnen gefällt.“

Nora:
„Was sollten wir deiner Meinung nach tun, wenn sie kommen sollten?“

Erich:
„Wir sollten uns zu einer Stimme vereinen und jedes Wort mit Bedacht wählen. Ihre Intelligenz übertrifft unsere um Längen, unsere Sprache werden sie schnell lernen. Aber vielleicht können sie uns schon verstehen, vielleicht haben sie uns die ganze Zeit beobachtet, wer weiß? Wir sollten ihnen dankbar sein zurückgekommen zu sein, sie können uns sicherlich behilflich sein unsere Erde zu reparieren.“

Nora:
„Was ist, wenn die Außerirdischen den Reichstag, das Weiße Haus und alle anderen Regierungen der Erde absetzen und über uns regieren werden?“

Erich:
„Das kann natürlich leicht passieren, ich rate daher allen Regierungschefs mit Vorsicht zu walten, wenn dieser Tag kommt. Und er wird kommen, die Frage ist nur wann.“

Nora:
„Das die Außerirdischen gewölbte Stirnen und lange Nasen haben ist Quatsch. Das war früher vielleicht so, aber das ist nicht mehr up to date.“

Erich:
„Woher willst du das bitte wissen?“

Nora:
„Na ick treff mich doch gleich mit denen, wir machn am Prater ne Riesenparty, danach zischen wa ab zu den Plejaden, da geht die Party weiter. Die sind schon die janze Zeit bei uns, aber in die Medien wolln se es erst 2012 machen. Weihnachten 2012 bekommen wa ein fliegendes Brandenburger Tor als Geschenk.“

Erich:
„Ach, Gott, hätte ich meinem letzten Buch doch den Termin „Dezember 2012 – Kontakt mit Außerirdischen“ genannt! Oder veräppelst du mich jetzt?“

Nora:
„Ich mache doch nur Spaß, Erich, wir machen gleich nach einer kleinen Werbeunterbrechung weiter, bis gleich!“

WERBUNG

Haben Sie eine interessante Story, die jeder hören will? Oder haben sie besondere Fähigkeiten oder noch nie da gewesene Theorien, die stimmen könnten? Dann bewerben sie sich bei der neuen Sendung „Nora-Talk“ als Studiogast. Schreiben sie unserem Sender „Starcatcher“ einen Brief und wir schreiben Ihnen zurück, wenn es sich lohnen sollte. Neben einer hübschen Prämie dürfen Sie mit der bezaubernden Moderatorin Nora Tschirner reden und ganz Deutschland ihre Geschichte erzählen. Sollte Ihre Sendung ein großer Erfolg werden, so können sie auf weitere Einladungen in unsere Sendung hoffen.

„Ich freue mich schon mit euch die ganz große Show machen zu können!“
(Nora Tschirner)

WERBUNG

Nora:
„Wir sind wieder zurück bei „Nora-Talk“, heute geht es um Außerirdische und die Beweise in der Archäologie und anderen Wissenszweigen, die ihre Existenz bezeugen können. Lieber Erich, du meinst, dass die Götter in den Sagen der Völker in Wirklichkeit Außerirdische waren, die uns alles beigebracht haben. Aber ist es nicht gerade eine Gefahr alle eigenartigen Geschehnisse der Geschichte mit Außerirdischen zu beantworten?“

Erich:
„Wieso sollte das eine Gefahr sein?“

Nora:
„Es gibt viele mysteriöse Details, zum Beispiel, warum haben die Inkas in Peru Baumwolle gezüchtet, obwohl sie keine Webstühle kannten und besaßen?“

Erich:
„Die Mayas bauten Straßen, aber sie gebrauchten das Rad nicht, obwohl sie es kannten.“

Nora:
„Was ich nur meine, ist, dass man schnell solche Theorien aufstellen kann, es ist ja vergangen. Die Mayas und die Inkas gibt es nicht mehr, die können uns nicht antworten. Ich persönlich glaube ja an Außerirdische und...“

Erich(unterbricht):
„Glaubst du wirklich daran?“

Nora:
„Na volle Kanne!!! Ich habe schon als Kind an E.T. geglaubt, mir hat es immer Spaß gemacht daran zu glauben. Und da es einem nicht schadet und es eine schöne Vorstellung ist, glaube ich deinen Theorien. Aber vielleicht wäre es besser, weniger Beweise aufzustellen, die dann aber dafür richtige Indizien sind.“

Erich:
„Welche meiner Theorien findest du zu abwegig?“

Nora:
„In dem Buch „Botschaften und Zeichen aus dem Universum“ nimmst du fast jeden Bibelspruch im Buch Mose und interpretierst irgendwas mit Außerirdischen.“

Erich:
„Die Bibel wurde von Außerirdischen, von den Göttern geschrieben.“

Nora:
„Nein, die wurde von Menschen geschrieben.“

Erich:
„Nein, es waren Götter. Sie haben die Körper von Menschen angenommen und die Bibel geschrieben.“

Nora:
„Ach, das ist doch absurd. Warum sollten sie das machen?“

Erich:
„Die Götter haben auch die erste Weltkarte gezeichnet. Hier, ich habe eine Kopie von ihr dabei. (kramt in seiner Tasche und holt ein Papier raus). Hier, das ist die Piri-Reis-Karte, Piri-Reis war angeblich ein türkischer Kartograph im Mittelalter. Diese Karte könnte aus einem modernen Weltatlas sein! Schau genau hin, Nora.“

Nora nimmt die Karte und betrachtet sie. Dabei runzelt sie ihre Stirn und verzieht den Mund.

Nora:
„Naja, man kann Brasilien und Westafrika halbwegs erkennen, das war´s aber schon.“

Erich:
„Ich nehme es zurück mit dem „modernen Weltatlas“. Das ist eine Karte aus dem Mittelalter, so sahen die Küsten des atlantischen Ozeans vor 500 Jahren aus.“

Nora:
„Meinst du wirklich? Innerhalb von 500 Jahren ändert sich das doch nicht so sehr. Aber hier unten mit der Antarktis kann schon sein. Also das da kein Eis sondern Land war.“

Erich:
„In der Antarktis hatten die Götter mit penibler Genauigkeit Küstenlinien, Buchten, Inseln und Berggipfel kartographiert. Man kann sie heute nicht mehr sehen. Sie liegen unter einer Eisdecke.“

Nora gibt Erich die Karte wieder und nimmt ein Schluck von ihrem Glas.

Nora:
„Sag mal, was hältst du eigentlich von der „Zukunftsträume“-Hysterie, die im ganzen Lande herrscht seit diese Saga in den Kinos zu sehen war? Gibt es Leben im Sirius-Sonnensystem?“

Erich:
„Toll, dass du das ansprichst, Nora. Ende 1975 las ich in einer Zeitungsnotiz, der britische Astronom Robert Temple habe ein Buch geschrieben, dessen Inhalt meine Theorien bestätigte. Temple nämlich habe bewiesen, dass in der uralten Mythologie der Dogon-Neger ganz konkretes Wissen vom System des Sirius überliefert sei mit Kenntnissen, die die Dogon ihrem Bildungsstand eigentlich nicht haben könnten. Temple, so hieß es in der Meldung, habe bewiesen, dass den Dogon seit frühen Zeiten Position, Gravitation und Umlaufbahn des unsichtbaren Begleitsterns von Sirius bekannt seien. Diese Meldungen elektrisierten mich.“

Nora:
„Wer sind die Dogon-Neger? Und wer ist dieser Mister Temple?“

Erich:
„Ich hatte nie von ihnen gehört. Ich schrieb der Zeitung einen Brief, wer ist dieser Robert Temple, und was veröffentlichte er über die Dogon und ihr geheimnisvolles Wissen? Zugleich beschaffte ich mir eine Menge Literatur über die Dogon. Darunter befand sich auch „Das Sirius-Rätsel“ von Robert K.G.Temple. Ein faszinierendes Buch. Ich schrieb ihm und gratulierte ihm zu seiner Entdeckung. Wenige Monate später trafen wir uns in London.“

Nora:
„Das ist ja spannend, was hast du bei dem Treffen herausgefunden?“

Erich:
„Es stellte sich heraus, dass Temple kein britischer Astronom, sondern ein amerikanischer Linguist ist. Als wir in der Bar waren haben wir uns weit weg gesetzt von den Leuten, du kannst dir vorstellen warum. Das Problem haben wir ja heute noch, die denken alle gleich man ist verrückt, nur weil man festgefahrene Gesetze durchbricht und an Außerirdische glaubt!“

Nora:
„Hier kannst du alles rauslassen, Erich!“

Erich:
„Im Jahre 1931 besuchte der französische Anthropologe Dr.Marcel Griaule den Stamm der Dogon-Neger in Mali. Es war eine forscherische Begegnung, die Griaule verwirrte und faszinierte. Unter den Negerstämmen gab es Zeremonien, die nur alle 50 Jahre wiederholt wurden. Es war das „Sigui-Fest“, es hat den Wunsch nach Erneuerung der Welt zum Inhalt. Jede Generation bei ihnen hatte dafür aufs neue Masken anzufertigen. Den Zeitpunkt dieses Festes bestimmte ein Stern, dem sie den Namen „Po Tolo“ gaben, den die Dogon gar nicht sehen konnten. Sie sagten, dass er unsichtbar sei, weil er unendlich klein sei. Er soll der schwerste Stern sein und um Sirius fliegen. Seit dem letzten Jahrhundert wissen wir, dass es der unsichtbare „Sirius B“ ist, der alle 50 Jahre „Sirius A“ umläuft. Ganz genau sind es 50,04 Jahre nach neusten Erkenntnissen.“

Nora:
„Ohh, woher konnten die Dogon das nur wissen?“

Erich:
„Sirius B ist ein Stern der Klasse „Weißer Zwergstern“ mit einer sehr großer Dichte. Im 19.Jahrhundert entdeckte der Königsberger Astronom Friedrich Wilhelm Bessel, dass die Bewegungen des Sirius unregelmäßig waren, nicht geradlinig sondern wellenförmig. Er ließ zehn Jahre die Positionen des Sirius vermessen und fand sich in seinem Verdacht bestätigt, dass irgend etwas die Siriusbahn beeinflusste. Das unsichtbare Etwas nannten die Astronomen „Sirius B“. Auch mit den besten Fernrohren der damaligen Zeit blieb „Sirius B“ ein nicht auszumachendes Himmelsobjekt.“

Nora:
„Mit welchem Fernrohr konnte man ihn denn endlich sehen?“

Erich:
„Im Jahre 1862 fand der Amerikaner Clarke mit einem aus Linsen von 47 Zentimeter Durchmesser gebauten Fernrohr den bis dahin unsichtbar gewesenen „Sirius B“! Dieser Stern hat nur einen Durchmesser von 41.000 Kilometern, ist aber von der gleichen Masse wie unsere Sonne.“

Nora:
„Wer hat den Dogon dieses Wissen nur übermittelt?“

Erich:
„Soll ich meine Variante mal erläutern?“

Nora:
„Gerne, wir sind schon ganz gespannt darauf.“

Erich:
„Ein Raumfahrer landet 15.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung in der Mitte von Afrika. Die primitiven Einwohner ziehen sich ängstlich in ihre Behausungen zurück. Nach und nach werden sie zutraulich wie Tiere, die sich an den Anblick eines fremden Herren gewöhnen. Sie merken, dass der Fremde ihnen nichts antut. Wieder braucht es seine Zeit, bis der Raumfahrer sich ein wenig mit den Primitiven verständigen kann – er mit ihnen, nicht sie mit ihm! Die wenigen Zeichen, die sie begreifen, reichen nicht aus, das Wesentliche klarzustellen: dass der Zugereiste kein Gott ist. Dafür gibt es weder Zeichen noch Gebärde. Für die Wilden bleibt der Fremde ein Gott, denn sie sahen und hörten ihn mit ziemlichem Getöse vom Himmel kommen.“

Nora:
„Das muss für die Wilden zu viel gewesen sein. Eben noch ein Tier mit einer Lanze erledigt und dann kommt da so eine „High-Tech-Mothership-Connection“ an.“

Erich:
„Der Fremde hätte in der Sprache der Eingeborenen sprechen müssen: „Kinderchen, seid gescheit! Ich bin ein Wesen aus Fleisch und Blut, fasst mich doch an! Da, schaut zum Himmel: Ich komme von einem Stern dort oben, der eurer Heimat ganz ähnlich ist. Dort oben, Freunde, ist meine Heimat! Habt keine Angst vor der Helligkeit, mit der ich euch beim Landen erschreckte! Das waren Scheinwerfer, mit denen ich einen Landeplatz suchte. Seht doch her, hier sind die Kabel, die den Strom vom Generator herleiten!“

Nora:
„Davon verstehen die Ureinwohner kein Wort. Eine interessante Theorie, über die man noch stundenlang diskutieren könnte.“

Nora steht auf und geht lächelnd mit einem Zettel in der Hand zur Kamera.

Nora:
„Ob die Bewohner vom Sirius-System wirklich „Holenier“ heißen und grüne Haut haben, dafür kann keiner seine Hand ins Feuer legen. Aber niemand kann einem den Glauben entreißen, dass dort Außerirdische leben, die uns irgendwann besuchen werden. Vielleicht denkt Ihr mal darüber nach, wenn Ihr wieder in einer ruhigen Stunde den Abendhimmel mit seinen unzähligen Sternen bewundert.
Ich bedanke mich recht herzlich fürs Einschalten und freue mich schon, wenn ihr wieder dabei seid. Wen wir da als Studiogast haben werden, verrate ich noch nicht, bis dann, einen schönen Abend noch wünscht euch eure Nora Tschirner!“
 
 
   
     
 
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Beitrag 19752 Verfasst am: Di 23.Mrz.2010 08:18
 
Glückstag
 
Jörg geht aus dem Laden raus und überlegt, ob er noch mal zu „Powerage“ gehen sollte um einen Blick auf die neusten Alben zu werfen. Doch, vielleicht lohnt es sich ja, denkt er und stößt beim Laufen versehentlich eine Person an. Er dreht sich zu ihr und erkennt eine hübsche Frau, allerdings total verdreckt und mit Löchern in ihrem Kleid.
„Es tut mir leid, ich habe dich nicht gesehen“ sagt er und sie antwortet „Macht nichts, ich bin nur so eine Pennertante, die im Müll rumwühlt“. Sie dreht sich zu einem Mülleimer und kramt darin rum. „Solch eine bezaubernde Frau, aber obdachlos?“ denkt Jörg und geht zu ihr um in ihr Gesicht zu sehen. Irgendwo hat er sie doch schon mal gesehen, „aber wo nur?“ denkt er und fragt: „Wie heißt du?“
„Nora, kannst mich aber auch Nori oder „Das Nora“ nennen.“
„Nora Tschirner heißt du, richtig, ich habe dich mal in der Glotze gesehen“ spricht Jörg und bekommt den Mund nicht mehr zu.
„So hieß ich noch vor einer Woche. Jetzt heiße ich Nora Engelkotzen, ich bin jetzt obdachlos und muss mich mit Ratten um weggeworfene Essensreste streiten“ erzählt Nora und greift jetzt tiefer in die Mülltonne.
„Wieso bist du obdachlos?“
„Weil...OHHH, schau mal, da hat einer eine Gummibärchenpackung weggeworfen, die ist noch fast voll. Vorhin der 5-Euro-Schein unter einem Stein und jetzt das auch noch, muss mein Glückstag heute sein!“ sagt sie und stopft sich Gummibärchen in den Mund.
„Aber...aber du bist eine gutbezahlte Schauspielerin, es läuft doch gerade ein Film mit dir in den Kinos!“
„Naja, um genau zu sein laufen gerade drei Filme mit mir, aber ich habe das Geld zu schnell verballert, diese rauschenden Parties und 20-Gänge-Menüs beim Pizza-Lieferservice die ganze Zeit, dann der Urlaub letzten Monat auf den Bahamas, tja, so kann es gehen, alles weg.“
„Warum hilft dir keiner, hast du keine Freunde?“
„Doch, aber die Hälfte davon sind keine mehr, wenn man ohne Knete da steht. Konnte die letzte Miete nicht zahlen, glaube ja nicht, wie viele am Telefon das Gespräch auf einmal beenden wollen, wenn es um dreistellige Beträge geht. Und die andere Hälfte meiner Freunde sind gerade im Urlaub, im Knast, auf Tournee, krank und so weiter.“
Nora sieht auf der anderen Straßenseite eine Frau mit einer Tüte, aus der eben etwas gefallen ist. Die Pankowerin schnippt mit dem Finger und grinst. „So, mein Freund, die Glückssträhne kann weiter gehen. Da hat die Plauderprinzessin tatsächlich noch mehr Beute an diesem glorreichen Tag erspäht. Mach´s gut, mein Freund!“ sagt sie und überquert die Straße. Jörg fäßt sich an den Kopf und denkt: „Das kann doch nicht wahr sein?!?! Diese Lady kann doch jetzt nicht auf der Straße leben, das geht nicht. Ich habe doch in meiner Bude noch ein Zimmer frei, ich werde ihr helfen.“
Er überquert die Straße ohne um sich zu schauen und links von ihm ertönt lautes Gehupe. Er erreicht den Fußgängerweg und berührt Noras Rücken.
„Wenn du willst, Nora, dann kannst du erst mal für eine Weile bei mir wohnen, ich habe ein kleines Zimmer in meiner Wohnung frei.“
„Lecker, Rosinen, die Frau kommt hoffentlich noch mal, kauft die wieder und lässt die wieder hier fallen.“
„Hast du gehört, Nora?“
„Was?“
„Du kannst für eine Weile bei mir wohnen, ich habe da Platz für dich.“
„Jetzt fängt doch der Frühling an! Jetzt, wo es Spaß macht ein Penner in Berlin zu sein, soll ich mich in dein Gehäus verkriechen?...Naja, vielleicht ist es aber besser...“
„...vielleicht wird es wieder kälter oder es regnet stark oder...“
„Ich bin überredet. Wie heißt du eigentlich?“
„Jörg.“
„Okay, Jörgi-Boy, aber denke nicht, dass ich dafür Sex mit dir haben muss, ich bin keine Nutte.“
„Aber das ist doch klar, Nora.“
„Es sei denn, ich habe Bock darauf, okay? Und heute Abend hätte ich vielleicht mal wieder Lust darauf, weil ich es schon länger nicht mehr hatte. Und kochen werde ich auch, du musst mir nur Geld geben für den Einkauf.“
„Ähhh...okay, Nora. Komm mit, ich wohne gleich dahinten.“
Jörg geht mit Nora zu sich nach Hause. Als er die Wohnungstür öffnet hört er das Telefon klingeln.
„Ohh, ein Badezimmer mit einer DUSCHE!! Ich habe mich tagelang nicht mehr gewaschen, ich nehme mal eine Brause, ja, Jörgi?“
„Ja, Nori!“ sagt Jörg und geht zum Telefon. Er nimmt den Hörer ab und erkennt die Stimme seines Freunds Oliver.
„Hi Jörg, wo warst du gestern?“
„Ich war im Rosis, aber es hat mir nicht gefallen. Und ich hatte keine Lust so lange auf dich zu warten. Du wolltest doch schon um elf da sein.“
„Nein, FRÜHESTENS um elf. Bei mir ist noch was dazwischen gekommen. Um halb eins war ich da....Du wolltest mir doch meinen Stick zurückgeben.“
„Ja, ist es denn sehr wichtig?“
„Na klar, ich brauche doch meinen Stick, ich habe kein Internet zu Hause. Kann ich heute noch zu dir kommen?“
„Ja, äh....“
„Was denn?“
„Du wirst nicht glauben, wer jetzt mit mir hier, hahaha, mit mir hier wohnt. Ich glaube es selber nicht.“
„Na wer denn? Til Schweiger etwa? Oder Nora Tschirner?“
„Ja, genau. Nora Tschirner wohnt jetzt bei mir.“
„Hehe, okay, aber sag mal. Wer wohnt jetzt bei dir, Jessy etwa? Oder Grandy wieder?“
„Nein. Nora Tschirner.“
„MANN, das ist jetzt nicht mehr witzig. Kannst gleich George Washington oder Max Planck sagen.“
„Du wirst Nora schon sehen, wenn du hier bist. Die ist seit einer Woche obdachlos, die hat ihr ganzes Geld verballert und wühlt in Mülltonnen nach Essen. ECHT!“
„..................................ich glaube es erst, wenn ich bei dir bin. In einer Stunde etwa gehe ich los, bis dann.......<klick>“

Jörg geht in das kleine Gästezimmer und schaltet das Licht an. Etwas klein, aber es reicht erst mal. Während er auf der Arbeit ist kann Nora die ganze Wohnung für sich haben. Er räumt kurz auf und geht in die Küche. Er holt zwei Gläser und Zitronenlimonade und bringt die Sachen ins Wohnzimmer. Nora duscht, sie braucht neue Kleider, geht es ihm durch den Kopf. Er geht zu seinem Kleiderschrank und kramt darin rum.
Als er mit den Sachen ins Badezimmer gehen will, fällt ihm auf, dass das Trikot, welches er genommen hat, ein Fußballtrikot ist. Vom HSV. Das kann er doch nicht einer Frau geben, am besten, upps. Nora öffnet die Tür genau vor ihm und ist in einem großen Tuch eingehüllt. „Genau, ich brauche neue Klamotten, kannst mir ruhig deine Männerkleider geben.“
„Also wenn dir das nichts ausmacht ein Männer-Fußballtrikot zu tragen, kannst du das alles hier haben.“
„WIE BITTE? Mir soll das nichts ausmachen vom HSV, dem Götterverein schlechthin, ein Trikot zu tragen? Ich habe jetzt ein neues Lieblingstrikot, gib es her“ jauchzt Nora und verschwindet mit den Sachen ins Wohnzimmer.
„In dem Flur die linke Tür ist dein Zimmer, da kannst du dich in Ruhe anziehen.“
Nora bedankt sich und huscht in ihr kleines Zimmer.
Jörg setzt sich hin und denkt nach. Das kann doch alles gar nicht sein, vielleicht sieht sie Nora Tschirner nur ähnlich und zieht hin und wieder eine Masche ab. Und am Ende kommt er eines Tages nach Hause und sie hat die ganze Bude leer geräumt und alles wertvolle ist weg. Er steht auf und geht zu seinem Rechner. Nachdem er hochgefahren ist will er schon bei google „Nora Tschirner“ eingeben, da hört er die Schritte Noras. Er dreht sich um und ist sprachlos. Mann, ist die schön! Hat er ein Glück, dass die jetzt bei ihm wohnt!
„Ich werde mir mal die Küche anschauen. Hier im Wohnzimmer müsste man eigentlich auch mal wieder aufräumen“ sagt Nora und geht an ihm vorbei, dabei streichelt sie seinen Kopf. Mit einem Grinsen verschwindet sie in der Küche.
Völlig benommen dreht sich Jörg wieder zu dem Bildschirm und schaut sich Bilder von Nora an. „Doch, das ist sie. Hundertpro, das ist die echte Nora Tschirner. Müsste ihre Zwillingsschwester sein. Unglaublich. Ich habe eigentlich nicht so viel Glück mit Frauen in meinem Leben bisher gehabt, aber das Ding hier ist das „Super-Fortune-Happy-Luck“. Lebt mit mir jetzt so eine heiße Braut, ist das geil!“

Am Abend

Jörg und Nora sitzen an dem Tisch im Wohnzimmer, welches beleuchtet wird von einem Kerzenständer, und im Hintergrund hört man leise Gitarrenklänge rieseln.
„...und dann hat der voll mit seinem Scheißcart in meinen reingerammt, ich wäre beinahe rausgeflogen!! Sein hämisches Lachen ist jetzt noch in meinen Ohren.“
„Du bist also wieder single, Nora?“
„Die Single-Nora bin ich jetzt wieder. Willst du in meine Liste? Also in die Liste der Männer, die sich bei mir bewerben?...Weißt du was, Jörgi?“
„Was denn, Nori?“
„Du bist in dieser Liste ganz weit oben. Bist du denn gerade single?“
„Ähh, ja, also, Nora, machst du da ein Spiel mit mir? Du bist doch nicht wirklich obdachlos, das kann doch nicht sein. Was ist mit deinen Eltern?“
„Die sitzen gerade vor dem Fernseher und sehen die Live-Sendung „The Jörgi-Show“. Und jetzt sehen sie, wie ich, die bekannte und erfahrene Schauspielerin Nora Tschirner dir gratuliere zu deiner tollen Sendung.“
„Was...was für eine Sendung“ stammelt Jörg, er reibt sich mit der Hand nervös am Oberschenkel.
„Eine Woche lang haben wir vom Sender „Starcatcher“ dich gefilmt, deine Wohnung ist tausendfach verwanzt und wir sagen mal, dass du, lieber Jörg, von allen Teilnehmern am besten aufgefallen bist. Du hast eine obdachlose Straßenfrau in deine Wohnung aufgenommen.“
„Was? E...cht?“
„Nein, mein Darling, das war nur Spaß. Meine Eltern konnte ich auch nicht anpumpen, weil die gerade auf einer Raumfahrtsmission sind. Die dokumentieren diesen Flug zum Saturn.“
„Ich glaube das alles nicht, ich komme mir vor wie in einem Nora-Sketch von Dover. Ach, da fällt mir ein: Ich habe noch Wein, hast du darauf Lust?“ fragt Jörg mit einem breiten Grinsen, mit seinen Händen reibt er wieder seine Oberschenkel, diesmal aber freudig und erregt.

Drei Stunden später

Jörg und Nora liegen im Bett und unterhalten sich.

„Das war der beste Sex meines Lebens, Nora!“
„Das höre ich gerne.“
„Du bist eine richte Bombe! Ein richtiges Traumweib. Sag mal, hast du nicht auch Fans?“
„Ja, habe ich.“
„Einer von deinen Fans hätte dich doch bestimmt auch aufgenommen.“
„Einer hat mich auch bei sich aufgenommen, Jan heißt der. Aber seine Bude war zu klein, wir haben aber ausgemacht, dass ich jederzeit bei ihm pennen kann.“
„Wie lang warst du jetzt obdachlos?“
„Eine Woche. Die Menschen schauen einen ganz anders an, wenn man eine Straßenfrau ist.“
„Es sind zwar jetzt die ersten Frühlingstage des Jahres, aber gestern zum Beispiel war es nachts ziemlich kalt.“
„Ach, so schlimm war das gar nicht. Ich habe mir meinen Schlafsack von zu hause mitgenommen, außerdem war da Tiffy immer, mit der konnte man gut kuscheln.“
„War das auch eine Straßenfrau?“
„Nein, das war eine Hündin. Ein niedliches Tier.“
Jörg schließt die Augen und denkt: „Habe ich jetzt eine heiße Braut im Bett, eine richtig süße Schauspielerin. Was für ein Glückstag!“

Auf dem Mars

In einem Rundbau-Tempel, welcher sich in einem Berg befindet, sitzen zwei Kinder mit einer hellblauen Kugel auf dem Steinboden. Neben ihnen rauscht das Wasser des Brunnens und beide sind in die Kugel vertieft.
„Manno, das ist jetzt langweilig.“
„Finde ich auch. Der ist jetzt aber sehr glücklich.“
„Ja, aber ich finde es besser, wenn wir mit Nora anders spielen.“
„Als Straßenfrau, das war aufregender.“
„Genau. Papa hat uns alles mit Nora erlaubt, wir dürfen nur keine bösen Sachen mit ihr machen.“
Der eine Junge berührt die Kugel und ein weißer Nebel durchströmt den Zaubergegenstand.
„Warte“ sagt er und berührt mit beiden Händen die Kugel. Dabei schließt er seine Augen und flüstert eine Zauberformel. Danach schauen beide Jungen gebannt in die Kugel.

In Berlin

Jörg geht aus dem Laden raus und überlegt, ob er noch mal zu „Powerage“ gehen sollte um einen Blick auf die neusten Alben zu werfen. Doch, vielleicht lohnt es sich ja, denkt er und stößt beim Laufen beinahe eine Person an. Er überquert die Straße und freut sich schon auf gute Musik.
Als er das Geschäft betritt sieht er ein Plakat einer Band mit dem Namen „Mammoth“, von der hat er schon mal gehört. Die haben ein neues Album herausgebracht, vielleicht ist das gut. Wenig später trägt er einen Kopfhörer, dabei wippt er mit den Beinen hin und her und schaut auf die CD-Hülle. „Super-Album, heute muss ein Glückstag sein. Die kaufe ich und höre sie heute Abend noch mal“ denkt er und schließt kurz die Augen.
 
 
   
     
 
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Beitrag 19766 Verfasst am: Mi 31.Mrz.2010 17:09
 
Zwischenbericht
 
Ich wollte jetzt mit "Kung Fu Connection" beginnen, aber die Filmlieferung hat nicht geklappt. Und die Videothek bei mir, wo ich mir den immer mal ausgeliehen habe, hat geschlossen. Ich werde in anderen Videotheken noch schauen. Warum ich den Film unbedingt brauche, obwohl ich ihn gut kenne? Ich brauche von einer Szene den exakten Wortlaut, die Zitate müssen stimmen.
Den Gruselfilm mit Johnny Depp fange ich dann halt an. Wollte noch ein bißchen warten damit, weil er eventuell der Zukunftsträume-Dungeon-Master-Geschichte (puuh, was für ein Wort!) ähneln könnte. Dunkle Gänge und düstere Atmosphäre kommen da nämlich auch wieder vor.
Aber keine Sorge, die Sachen, die ich ankündige, realisiere ich auch in der Regel. Den Sketch mit Däniken habe ich ja auch noch geschrieben. Meine neue Nora-Lieblingsgeschichte ist jetzt aber "Glückstag". Ist bei mir immer so, der letzte Nora-Sketch ist meistens mein Lieblingssketch.
When the angels fall, ein Lied von Sting höre ich gerade. Weiß er eigentlich, daß Engel auch weinen, leiden und kotzen können? Bestimmt nicht, dem muß Nora mal ein Besuch abstatten.
Übrigens hat Nora mich letztens besucht, ich hatte die im Supermarkt angelabert. Wir haben dann nicht nur bei mir gequatscht, nein, wir haben einen Sketch zusammen geschrieben (den zeigen wir aber keinen, der ist nur für uns), haben Sex gehabt und gegessen haben wir auch (ich hatte Risotto mit Gemüse und Fisch gekocht). Dann haben wir uns über Idioten unterhalten, die ihre Aprilscherze einen Tag zu früh bringen und nur ne dicke Show machen wollen!
 
 
   
     
 
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Beitrag 19778 Verfasst am: Mo 12.Apr.2010 08:26
 
Zukunftsträume Teil 8 - Nora, die Halluzinelle
 
Ralf überlegt, was er noch mit seinem Tag machen soll. Er hat gerade Urlaub und er hat beschlossen die ganze Woche nur Sachen zu tun, die ihm richtig Spaß machen. Vielleicht noch mal ins 3D-Kino gehen, „E.T. comes back“ sehen? Oder ein tolles Computerspiel sich besorgen und den ganzen Tag zocken?
Er steht auf und zieht sich an. Mit seinem MP3-Player in der Hand verlässt er die Wohnung und ist schon mal auf die neusten Schnäppchen gespannt, die er bei „Media Dreams“ sehen wird.

„Ahh, da kann man sich eine Box mit allen Nora-Filmen kaufen“ geht es Ralf durch den Kopf als er eine Schachtel in der Hand hält. Nora Tschirner ist eine super Frau, denkt er und überlegt sich schon die Box zu kaufen, doch will er erst mal noch ein wenig schauen. Er legt sie zurück und geht zu einem anderen Regal, da sieht er ein Computerspiel mit der Aufschrift „City of life“. Er nimmt es in die Hand und ihm fällt ein, was sein Freund Steffen zu dem Spiel gesagt hat. Man ist das Oberhaupt in einer Stadt und kann mit allen Bürgern reden, handeln und sie zu Sachen bringen, von denen man noch nicht mal zu träumen wagt. Natürlich kann man die Stadt nach Belieben umbauen und sie so verändern wie man lustig ist. „Macht ohne Ende süchtig – Das Spiel des Jahres 2076! Power Play - Wertung: 97%“ sieht er einen Aufkleber auf der Packung.
Soll er sich das mal kaufen? geht es ihm durch den Kopf. Er dreht seinen Kopf zur Seite und überlegt, da sieht er eine Frau, so schön wie man sie nicht überall sieht. Eine dunkelhaarige Katze, mit geschmeidigem Gang und zartem Lächeln.
Sofort dreht Ralf seinen Kopf zum Regal mit der Nora-Film-Box und beschließt sich mit einer attraktiven Frau zu beschäftigen. Diese ganzen Games und verrückten Filme hat er jetzt genug gehabt, er will...er will...sein Blick richtet sich beim Laufen ans untere Ende des Regals und er sieht eine kleine Schachtel mit dem Titel „My Nora“. Er bleibt stehen, nimmt den quadratischen Gegenstand in die Hand und liest auf der Packung:
„Wollen Sie eine ganz besondere Frau an Ihrer Seite? Am besten eine, die superschön, intelligent, charmant und witzig ist? Dann nehmen sie die Halluzinelle Nora Tschirner, die Sirius-Retterin und Schauspielerin in Ihre Wohnung! Legen Sie diese CD in Ihre Z³-Box, mit FP-Funktion und ScanRoom-Check präsentiert Ihnen Ihre Konsole Nori für Sie zu Hause!
Aber denken sie nicht, dass Ihre Sitzungen mit der Heldin aus Pankow immer dieselben sein werden. Sie können Nora nach Lust und Laune beeinflussen, es ist Ihre NEUE Freundin!
Gehen Sie auf unsere Website zum Spiel www.my-nora.com und laden Sie sich die neusten Updates runter und tauschen Sie mit anderen Ihre Erfahrungen aus!

*** FTL ***

Und als Gimmick wartet auf Sie ein Klassiker von uns aus dem Jahre 1989! Lassen Sie sich überraschen!!!“

Das ist es doch, wonach ich suche, sagt Ralf sich und grinst über das ganze Gesicht. Diese Hologramm-Frauen gibt es schon eine Weile, er hatte sich letztes Jahr mal die Moderatorin Sabine Weichelt ausgeliehen. Aber die hat ihn nach einer Zeit genervt, dann hat er sie wieder in der Videothek abgegeben. Die war aber noch für die Z²-Box, die neue ist aber um einiges besser.
Er denkt nicht lange nach und die 89 ED sind es ihm wert. Er geht mit einem Grinsen an der Frau von vorhin vorbei und stellt sich an die Kasse an. Während er wartet geht ihm Nora durch den Kopf. Das ist schon eine Wahnsinnsfrau, da rettet die mit vier anderen Helden Terrania, sie geht jetzt schon als Sensationsfrau in die Menscheitsgeschichte ein. Und jetzt hat er sie virtuell demnächst bei sich zu hause, mal sehen, wie das so wird!

Als er zuhause ankommt wirft er seine Jacke in die Ecke und nimmt die Packung aus der Tüte. Er öffnet sie und nimmt zwei CDs heraus. Auf der einen steht „My Nora“ und auf der anderen „Dungeon Master“. Letzteres wird das Spiel aus dem Jahre 1989 sein. Er beschließt sich es kurz anzusehen bevor er mit Nora startet. Nachdem er die CD eingelegt hat macht er es sich gemütlich und nimmt den Joypad in die Hand.
„Ein Dungeon-Spiel. Wie sieht das denn aus? Man bewegt sich ja gar nicht richtig, in Ruckbewegungen läuft man in dem Dungeon. Und was soll das denn sein, Mumien, die sich gar nicht richtig bewegen sondern ruckeln. Und damals hat man das nicht als Hologramm gespielt sondern auf einem Monitor, die Dinger gibt es schon lange nicht mehr. Ich glaube, man muss in dieser Zeit gelebt haben um so was gut zu finden“ denkt er und nimmt die CD aus seiner Z³-Box wieder raus.
Er legt die Nora-CD in seine Konsole und wartet. Auf einen Stuhl setzt er sich hin und kann es kaum abwarten endlich Nora zu sehen. Und da erscheint sie ihm auch, sie steht genau vor ihm in einem schwarzen Kleid als Halluzinelle. Sie spricht: “Hallo, mein Lieber, ich bin Nora Tschirner und als erstes würde ich gerne deinen Namen erfahren.“
„Ralf“ sagt er und schaut sie mit ganz großen Augen an. Die sieht ja richtig abgefahren aus, denkt er.
„Na gut, Ralf, was willst du heute mit mir machen?“ sagt sie und geht auf ihn zu. Das Hologramm sieht verdammt echt aus denkt Ralf und mit der Free-Position Funktion und dem ScanRoom-Check kann Nora in seinem Zimmer sich frei bewegen.
„Was kann ich denn alles mit dir machen, Nora?“
„Willst du mit mir reden oder soll ich dich unterhalten?“
„Ähh, unterhalte mich.“
„Soll ich eine Witzkanone sein oder willst du mich lieber ernst und seriös?“
„Bitte sei eine Witzkanone.“
Nora setzt sich hin und spricht:
„Na gut, mein Lieber, dann werde ich dich zum Lachen bringen. Immer wenn ich diese Geschichte jemandem erzähle wird es still im Raum. Ich erzähle dir die Story von Viktor, der unter der großen hängenden Mohnblüte des Lampenschirms saß, rauchte und in seiner Tasse rührte. Von der Straße her waren gedämpfte Schritte und Automotoren zu hören. Die Welt schien ihn nicht zu beachten, wäre er plötzlich weg, dann würde das keinen stören. Es würde auch fast gar nicht auffallen. Die Wohnung hier wäre frei, dafür wäre im Friedhof ein Platz mit ihm belegt und zu seinem Begräbnis würde wahrscheinlich nur sein Vater und sein Bruder kommen. Das soll so nicht sein, rief er laut, erhebte sich aus seinem Sessel und ging im Zimmer auf und ab. Er wollte der Welt zeigen, dass es ihn gibt. Als er den Blick auf seinen Pokal warf, bekam er die zündende Idee. Er sollte eine Statue von sich erbauen und die irgendwo in der Stadt aufstellen. Würde er dann plötzlich sterben, dann würde man ihn neben seiner Statue begraben und halb Berlin würde zu seinem Begräbnis kommen.
Er streichelt seinen Pokal und dankt ihm, dass er durch ihn die richtige Idee bekommen hat. Was würde er ohne den Pokal nur machen. Es ist sogar ein Schachpokal, da konnte er ganz stolz auf sich sein. Es war das Turnier „Kaffee und Kuchen im Nachbarschaftshaus am Weißensee“, die Aufgabe war die Schachfiguren auf ein Schachbrett so schnell wie möglich aufzubauen, Schach musste man gar nicht spielen. Und er war schneller im Aufbauen als alle anderen Teilnehmer, dies hat ihm ein goldenen Pokal beschert.
Sofort setze er sich an seinen Schreibtisch, nahm ein Kugelschreiber und ein Blatt Papier und begann zu schreiben:
„VIKTOR-STATUE

- sollte aus Bronze sein und über zwei Meter Größe verfügen
- an der Brust muß mein Name stehen
- Zu den Füßen der Statue muss ein Buch mit meinem Lebenslauf liegen
- Daneben wird sich ein kleines Gästebuch befinden
- Im Rücken der Statue ist ein Briefschlitz, wo die Leute ihre Fanpost einwerfen können
- neben der Statue sollte ein Aschenbecher und ein Müllkorb stehen
- die Statue muss sich an einem wichtigen Platz der Stadt befinden“

Während Nora erzählt bekommt Ralf den Mund nicht zu und fäßt sich an seine Lippen. Stimmt, davon habe ich gehört, Nora soll auch sehr fantasievoll sein, denkt er.
„Warte, Nora, laß mal miteinander reden.“
„Na gut, mein Süßer“ sagt Nora, die Halluzinelle, und legt ihr linkes Bein auf ihr rechtes.
„Sag mal, hast du einen Freund?“
„Na klar, Ralfi-Boy, du bist der doch jetzt! Du hast nun deine eigene Nora in deiner Wohnung.“
„Achso“ sagt Ralf und seine Augen leuchten, er überlegt was er alles mit ihr machen kann und denkt:
Na geil, so eine heiße Braut ist jetzt meine neue Freundin. Zwar ist sie nur eine Hologramm-Frau, die ich nicht anfassen kann, aber ich kann mit ihr bestimmt viel machen. Am besten, ich frage sie mal was.
„Wie ist es für dich im Jahr 2076? Du bist ja noch in den Achtzigern geboren, in fünf Jahren wirst du 100 Jahre alt, Nora. Du bist in einer Zeitmaschine gefangen gewesen, richtig?“
„Ja, genau. Damals wurden die verboten aber wie du sicherlich weißt sind die seit ein paar Jahren auf dem Markt, ganz legal.“
„Ist es nicht schlimm für dich gewesen zu erfahren, dass alle deine Freunde, Verwandte und Bekannte schon tot sind?“
„Erst mal schon, ich wusste gar nicht zu welchem Grab ich zuerst gehen sollte. Aber das haben Zeitreisen nun mal an sich.“
Er denkt:
„Ist das geil, ich kann Nora Tschirner interviewen, das ist vielleicht ein Feeling! Mann, die von FTL haben da ein Meisterwert erschaffen, die kommt rüber wie die echte Nora.“
Ralf spricht zu ihr:
„Du hast Terrania befreit, ich habe den Film über Deine Heldentat gesehen. Was war das für ein Gefühl in einem riesigen Kerker gefangen zu sein?“
„Ich dachte da unten manchmal meine letzten Stunden haben geschlagen. Hätte ich den Ring nicht gefunden, dann hätte ich Lord Chaos sicherlich nicht besiegt.“
„Hast du den Ring noch?“
„Nein, ich habe damit zu viel rumgespielt. Irgendwann ist seine rote Kugel geplatzt und er war dahin.“
„Was für Musik hörst du am liebsten?“
„Ach, die meisten Sachen sind mittlerweile schon so alt. Von den neuen Sachen höre ich gerne „Eat the rich“ oder „Nocturnerock“.“
Er nimmt die Fernbedienung seiner Musikanlage und spricht „nocturnerock adventure of the midnight“ in das kleine Mikro rein. Jetzt hört man in der ganzen Wohnung eine Rockballade.
„Komm, Nora, lass uns tanzen!“
„Gerne, Ralf“ sagt die Halluzinelle und steht auf. Beide tanzen zu dem Lied und Ralf ertappt sich dabei Nora anfassen zu wollen. Nur Luft, man kann durch sie hindurchgreifen.
„Das geht leider nicht, ich bin kein Mensch, nur ein Hologramm“ sagt Nora, und sie singt den Refrain des Songs, dabei tanzt sie im Kreis.

Sechs Stunden später legt Ralf sich ins Bett und macht das Licht aus. Er schaut auf die Couch, auf der Nora in einer digitalen Decke gehüllt liegt. Er kann sie sicherlich irgendwo mitnehmen, denkt er, er muss für die Z-Box nur Batterien haben. Er hat sich die Sendung „The Best of Nora Tschirner“ angesehen und Nora hat ihm die Serie „Ijon Tichy“ gezeigt. Da spielte Nora eine Halluzinelle, sie wurde noch vor ihrer Entführung gedreht, vor siebzig Jahren. Damals haben die scheinbar noch Science-Fiction in Wohnungen gedreht geht es ihm durch den Kopf. Von den alten Filmen müsste er sich eigentlich mal ein paar ansehen nimmt er sich vor. Mit Bildern von Nora mit kurzen Haaren und in einem orangefarbenen Kleid schlummert er ein.

„..und heute wird er zum Verkauf freigegeben, der VW Flyout, das erste deutsche Auto, welches fliegen kann. Keine nervigen Staus und verrückten Fußgänger mehr, der Himmel gehört Ihnen, und das vielleicht sogar schon heute! Kommen Sie in den Ring-Center und fliegen sie mal mit einem VW Flyout Probe, machen Sie einen Rundflug über Berlin, der Himmel über Berlin wird Ihnen gehören, denn...“
Ralf macht den Radiowecker aus und sein Blick richtet sich sofort zur Couch. Nora liegt da nicht mehr, sie sitzt auf dem Stuhl und liest eine virtuelle Zeitung. Er steht auf und berührt ihre Schulter. Aber Fehlgriff, er kann sich einfach nicht daran gewöhnen, dass Nora nur Luft ist, sie sieht verdammt echt aus.
„Und, mein Liebster, hast du gut geschlafen?“ fragt Nora ihn und blickt über die Zeitung mit einem Lächeln zu ihm.
„Ja, ich habe einen schönen Traum gehabt. Mit dir, Liebste!“ spricht er und gibt ihr einen Luftkuss.
„Was wollen wir heute machen, Ralfi? Du hast Urlaub, wir können heute ein Berlin-Abenteuer machen. Hast du Batterien für mich?“ fragt Nora.
„Ich werde gleich welche kaufen gehen. Lass danach in den Crazy-Animal-Park gehen, da sind die verrücktesten Tiere, die es gibt“ sagt er und zieht sich an.

„5,50 ED, bitte“ sagt der Kassierer, Ralf legt das Geld auf den Tisch und nimmt die Batterien. Er läuft an einem Zeitungsständer vorbei, in dem eine Zeitung mit der Schlagzeile „Hologramme bedrohen uns!“ liegt. Stirnrunzelnd nimmt er die Zeitung und liest:
„HOLOGRAMME BEDROHEN UNS!
Schon wieder ist ein Mensch durch ein Hologramm ruiniert worden. Mit Nicole Kidman als Halluzinelle hat Paul D. die letzten Monate verbracht, er ist nicht mehr zur Arbeit erschienen und hat alle Termine mit Freunden und Bekannten abgesagt. Monatelang hauste er zuhause und seine Wohnung geriet in einen sehr verwahrlosten Zustand. Er behauptet, er sei süchtig nach der Halluzinellen, er kann nicht mehr ohne sie leben. Paul D. befindet sich zur Zeit in psychiatrischer stationärer Behandlung.“
Ralf lässt die Zeitung sinken und schaut nach oben. Ob ihm vielleicht so etwas mit Nora passieren könnte? Ab und zu haben ihn die neusten Computerspiele tagelang gefesselt, aber er hat noch nie deswegen seine Hygiene und Arbeit vernachlässigt. Das Ding aber ist, dass die Nora mehr Spaß macht als ein gewöhnliches Computerspiel, er war gestern sechs Stunden hintereinander mit ihr beschäftigt. Sie macht sogar mehr Spaß als die realen Frauen, die er kennt. Nora ist genau sein Typ, er sollte den Zeitungsartikel ernst nehmen und aufpassen, dass bei ihm alles noch im Bereich des Erträglichen bleibt.
Er verlässt den Laden und ihm kommen zwei Gestalten entgegen. Der linke ist ein Mensch und der rechte ein Schlangenmensch in Zaubergewand als Hologramm. Beide sind in einem Gespräch vertieft und gehen an ihm vorbei. Ralf hat das nie so sehr fasziniert die ganze Zeit mit Hologrammen zu verbringen, aber bei Nora scheint alles anders zu sein. Er kann es kaum abwarten mit ihr im Crazy-Animal-Park zu sein.

„Diese Tiere gibt es auch auf Holenia, als ich einmal über dem Regenwald von Gliad abgestürzt bin musste ich zwei Wochen mit solchen Tieren leben“ sagt Nora und zeigt mit der Hand auf einen Bären, der seinen Kopf im Bauch hat. Was hat die nur alles erlebt, denkt Ralf sich, er empfindet ihr gegenüber große Bewunderung und ihm fällt auf, dass Nora die ganze Zeit erzählt und er nur die Wörter „ja“ oder „nein“ aus seinem Munde bekommt.
„Und hier sind Bäume aus diesem Regenwald, schau, sie haben in ihrem Stamm ein großes Auge, welches uns beobachtet“ spricht Nora, gleich danach fragt sie ihn, ob sie ihr Abenteuer mit den Eingeborenen und dem zweiköpfigen Löwen erzählen darf.
„Gleich, Nora, lass uns mal kurz hinsetzen“ sagt Ralf und setzt sich mit einem Stöhnen auf eine Parkbank. Er braucht mal kurz einen Moment für sich, diese Frau ist für ihn die absolute Reizüberflutung, außerdem kann er noch viel von ihr lernen. Die war auf Holenia, Terrania und dem ganzen Schnickschnack. Vielleicht will er da auch mal hin, geht es ihm durch den Kopf.
„Na gut, Nora, dann schieß mal los“ sagt Ralf und grinst sie an.
„Warte mal, vielleicht haben die so einen Löwen hier auch. Wir müssen mal zu den Raubtieren gehen“ sagt Nora und eilt den Weg zu den Raubtierkäfigen, Ralf läuft ihr hinterher. „I am gonna run to you“ hört er in seinem Kopf eine Stimme singen.

Ralf legt die Tasche mit der Z-Box erstaunt auf den Boden. Von den mehrköpfigen Löwen aus Terrania hat er schon gehört aber noch nie eins in natura gesehen. Sie scheinen diesen Löwen, der drei Köpfe hat, auch erst seit kurzem hier zu haben, letzten Monat, wo er das letzte mal hier war, hatten sie ihn noch nicht.
„Der hat sogar drei Köpfe, ob es wohl welche mit vier gibt? Naja, jedenfalls war der, dem ich im Dorf der Eingeborenen im Regenwald gegenüberstand mit zwei Köpfen, das reicht aber auch schon. Und der Brauch der Eingeborenen war es den Gefangenen ihrem heiligen Löwen zum Fraß vorzuwerfen. Mann, hatte ich einen Schiss, Ralf, das kannst du dir gar nicht vorstellen. Ich schaute den Löwen an und er mich, dabei ging er langsam auf mich zu. Der eine Kopf starrte mich an, der andere hörte gar nicht auf zu brüllen. Zitternd ging ich einige Schritte nach hinten und die Eingeborenen begannen ein Lied zu singen, dass immer „Rum-Tum Rum-Tum“ ging. Die hatten eine eigenartige Sprache, welche ich nicht verstand. Ich bewegte mich ruckartig nach hinten, in diesem Moment blieb der Löwe stehen. Ich machte die selbe Bewegung noch mal, und siehe da, der Löwe setzte sich hin. Ich machte diese Bewegungen immer wieder, es war wie ein Tanz. Wie mein Shakira-Tanz! Das war also meine Waffe und alle drei Köpfe des Löwen schauten mich freundlich an. Die Eingeborenen sangen jetzt „Bon-Bon“ und knieten alle vor mir auf dem Boden. Jetzt war ich die Königin unter ihnen und sie halfen mir wieder zurück zur nächsten Stadt. So hatte ich mein Abenteuer in Gliad bestanden, aber jetzt habe ich genug erzählt, Ralfi-boy. Schau mal, die drei Köpfe des Löwen scheinen sich zu streiten. Komm, lass uns hier hinsetzen, erzähle du mir mal was. Ich bin ja heute eine richtige Quasselstrippe“ spricht Nora, da erhebt Ralf seine Hand und sagt:
„Nora, du bist keine Quasselstrippe, du bist eine Plauderprinzessin. Du bist Raumfliegerin und Schauspielerin, du hast viel mehr erlebt als ich. Solche Abenteuer wie du habe ich wirklich nicht gehabt. Meine Abenteuer in den letzten Jahren waren „Kriege ich den Bus noch?“ oder „Schreibe ich diesen Text zu Ende?“, sorry, mit dir kann ich nicht mithalten, süße Blume.“
„Süße Seerose, wenn schon. Naja, dann halt nicht. Ich weiß, mit mir kann kaum einer mithalten, ich war schon ein Held als die Mauer stand.“
„Vor 1989 warst du schon ein Star? Du warst doch erst acht Jahre alt“ fragt Ralf verwundert.
„Na in meiner Familie natürlich. Ich habe da dauernd Sendungen gemacht, mein Vater hat auch einige davon aufgenommen.“
Ralf lacht laut auf und sagt: „Nora, du bist so lustig und so süß...ich glaube...ich bin verliebt in dich.“
„Ich bin doch aber nur ein Hologramm. Sex werden wir niemals haben können.“
„Das ist mir egal, ich werde alles für dich machen, ich werde...“
Nora steht auf und geht zum Ausgang des Parks. Dabei spricht sie: „Du solltest eine richtige Frau kennen lernen, die du richtig lieben kannst. Du kannst mir noch nicht mal einen Kuss geben.“
Ralf bleibt stehen und denkt, dass Nora recht hat. Aber er will Nora haben und keine andere.
„Außerdem darfst du mich nicht so hoch loben und mich idealisieren. Ich bin zwar kein Mensch sondern ein Hologramm, aber ich bin der echten Nora nachempfunden – und die ist ja bekanntlich ein Mensch. Mehr nicht.“
„Nora, du kannst auch nur standard sülzen, du wirst mich auch dann faszinieren.“
„Ach was.“
„Kennst du John Clapperton?“
„Dieser Supergitarrist?“
„Genau, wenn zum Beispiel John Clapperton sich nicht viel Mühe auf seiner Gitarre geben würde und seinen Standard spielen würde – es wäre immer noch saugut und so ist es auch bei dir, Nora.“
„Jetzt übertreibst du aber. Mich mit John Clapperton zu vergleichen.“
„Du musst dir keine Mühe geben gut zu sein, du bist es einfach“, dabei hebt er seinen Daumen hoch.
„Wollen wir noch zu den Krokodilen? Vielleicht haben die welche aus Terrania da, die sind über zehn Meter lang“ fragt Nora und Ralf nickt.

Zwei Wochen später

Mann, sehe ich fertig aus, geht es Ralf durch den Kopf. Er sieht sein bleiches Gesicht im Spiegel, völlig unrasiert und die Haare müsste er sich auch mal wieder waschen. Jetzt ist sie aber weg und er wird sein Leben wieder in die richtigen Bahnen lenken. Hätte er sie als richtige Frau zum Anfassen gehabt, aus Fleisch und Blut, dann hätte er kein Problem bekommen – so aber hat es ihn von Tag zu Tag mehr geplagt, dass sie nur ein Hologramm ist. Es war eine unselige Mischung aus Freude sie zu haben und Trauer dass sie kein Mensch ist.
Das Telefon klingelt, das wird Doreen sein. Sie ist bestimmt sauer auf ihn, dass er gestern ihr nicht abgesagt hat und einfach nicht gekommen ist. Er nimmt den Hörer ab und erkennt ihre Stimme.
„Hallo Ralf? Wo warst du denn gestern?!?! Steffen hat mir erzählt, dass du jetzt Nora Tschirner als Halluzinelle hast. Deswegen hast du mich doch gestern vergessen, oder? Was fällt dir ein, am besten...“
Ralf interessiert sich nicht für den nächsten Satz Doreens und legt auf. Er setzt sich hin und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Es ist gar nicht heiß, aber sein Hormonspiegel scheint irgendwie verrückt zu spielen. Das war gar nicht einfach für ihn Nora wieder zu verkaufen, er hätte beinahe laut geheult. Der Spielstand zu „My Nora“ ist aber noch auf seiner Z-Box, denn will er erst mal nicht löschen. Vielleicht leiht er sich Nora irgendwann in der Videothek noch mal aus.

Seine Urlaubstage neigen sich langsam dem Ende zu und bald muss er sich wieder daran gewöhnen jeden morgen früh aufzustehen und nicht den ganzen Tag Filme schauen oder Games zocken zu können.
Ihm gehen noch mal die Abenteuergeschichten von Nora durch den Kopf, die er entweder im Kino gesehen oder die sie ihm erzählt hat. Fast alle Abenteuer hat sie im Sirius-System erlebt, da sollte er auch mal hin. Er will nicht nur außerirdische Sachen im Museum oder im Zoo sehen, er will Holenia und Terrania entdecken, geht es ihm durch den Kopf. Was brauche ich dafür? fragt er sich und er setzt sich an seinen Schreibtisch. Er raucht seine Zigarette und rührt in seiner Tasse. Von der Straße her sind gedämpfte Schritte und Automotoren zu hören. Die Welt scheint ihn nicht zu beachten, wäre er plötzlich weg, dann würde das keinen stören, denkt er.
Er nimmt einen Kugelschreiber und ein Blatt Papier und beginnt zu schreiben:
„VIKTOR-STATUE“ schreibt er, da hält er inne – und lacht. Ihm geht noch mal die kleine Story von Nora durch den Kopf, diese Frau wird er nicht von heute auf morgen sofort vergessen können, sie wird ihn die nächsten Tage sicherlich noch begleiten. Sie soll angeblich auf Holenia leben, auf dem Kontinent Sazar. Dort gibt es viele Städte, von Holeniern und anderen Rassen bewohnt. Die Stadt Droko würde er gerne sehen, sie soll sich auf einer gigantischen Säule befinden. Oder die Regenwälder Gliads, von denen Nora erzählt hat. „Da will ich hin, das muss ich in meinem Leben noch erleben!“ ruft er laut in seinem Zimmer, dabei steht er auf und schnippt mit dem Finger. Er hat bisher immer davor zurückgeschreckt dorthin zu fliegen, weil es so lange dauert, neun ganze Jahre. Aber man altert dank der Kabinen in den Raumschiffen nur zwei Jahre. Er ist Journalist von Beruf, solche Leute werden auf Holenia sicherlich auch gebraucht.
Ralf beginnt seine Sachen zu packen, dabei macht er Musik an. Und zwar von der Band „Nocturnerock“ das Lied „Stairway to Holenia“.
 
 
   
     
 
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Beitrag 19828 Verfasst am: Do 13.Mai.2010 17:27
 
Bafög-Amt Teil III
 
Thomas betritt das Foyer der Disko und beschließt sich neben der Palme auf einen der Sessel zu setzen. In dieser Disko laufen nur Promis rum, Schauspieler, Models und der ganze Schnick-Schnack. Er ist das dritte mal in solch einer Diskothek und spürt ein Unterschied zu gewöhnlichen Tanzclubs. Klar, auf jeder Party gibt es Leute, die einen besonderen Hang zur Selbstdarstellung haben. Aber hier findet er es noch mal ein kleines bisschen übertriebener, er hat das Gefühl, hier wird ein Film mit den angesagtesten Leuten der deutschen Medienbranche gedreht, jedes Wochenende ein neues Drehbuch und jedes mal neue Stars. Er selbst ist zur Zeit das erste mal in einem Kinofilm mit einer Nebenrolle zu sehen und das verschafft ihm Zugang zu dieser Welt des Glamour.
Neben ihn setzt sich ein älterer Mann mit braunen Haaren und Lederweste hin, das ist Bruno Lampowski, der neue Kommissar in „Grüne Blutengel“ auf Pro 7. Ist über eine Castingshow zu der Rolle gekommen. Im Fernsehen trägt er die Kluft eines Kommissars, hier aber könnte er ein Alt-Hippie aus den 70ern sein.
„Hi Junge, bist du das erste mal hier? Ich habe dich noch nie gesehen.“
„Nein, ich war hier schon zwei mal.“
„Und? Wie findest du das hier? Hier ist ein anderes Publikum als in der S-Bahn oder bei Aldi, hier laufen skurille Lebenskünstler an dir vorbei, jeder von denen hat schon ne Macke und denkt der wäre der neue Messiahs oder so. Die Jungs und Mädels, die hier rumtanzen, können übers Fernsehen und Kino Millionen von Menschen erzählen, wie oft sie an einem Tag furzen oder welches Klopapier sie benutzen. Und wenn der Typ da zum Beispiel, der da an der Theke sitzt, ein Liebesdrama mit der Frau gegenüber hätte, das ist übrigens Nora Tschirner, heute mal wieder ganz in schwarz, damit knallt sie besonders gut finde ich, und der hat dann ein ganz dickes Ding mit ihr zu laufen, sagen wir mal ein oder zwei Jahre, eine Liebesbeziehung mit Glück, purem unvorstellbarem Glück, Hoffnungen und Träume, die noch nie ein Mensch in unserer langen Menschheitsgeschichte auf unserem Planeten verspürt hat und in der Mitte dieses Liebesdramas passiert etwas schreckliches und unvorhersehbares, ihre alte Kindergartenliebe klingelt plötzlich an der Tür, der Junge merkt auf einmal, dass er sie nicht mehr lange halten kann und bald nicht mehr sehen wird, aber ein Fünkchen Hoffnung steckt in seinem innersten Herzen dennoch, dieses Wechselbad der Gefühle, welches ihn bizarr aus dem Nirvana mit Nora in die brutale Welt der knallharten Fakten hin und herreißt, er läuft tagelang mit einer unseligen Mischung aus flehenden Wünschen und unbarmherziger Trauer durch Berlin und dann der Hot Spot, DIE Szene des Filmes, in der Nora ihm abwinkt und ihrer neuen Liebe einen Zungenkuss schenkt und unser Protagonist fällt mit offenem Mund und weit aufgerissenen Augen auf die Knie und schwupps, der Vorhang fällt, die Zuschauer explodieren und klatschen frenetisch gleich eine Stunde und bleiben sitzen, um den Film gleich noch mal zu sehen und siehe da, wir haben den Bully Herbig Rekord in Deutschland mit 20 Millionen Zuschauer gebrochen. Denkst du, Deutschland könnte so toben und ausflippen, wenn wir die Lovestory von der Bäckerin Sabine Müller und dem Klempner Heinz Kunze verfilmen würden? Ich könnte mir sogar vorstellen, dass wenn die Tschirner das Ding nicht in deutschen Studios drehen würde sondernd gleich in Hollywood mit Brad Pitt an der Seite, du, mit so einem Ding kannste vielleicht sogar den Film „Titanic“ versenken, mit dem Stoff kannste den Kinozuschauer-Rekord für die Ewigkeit erreichen, am Ende hat der halbe Planet den Film gesehen, Hollywood fasziniert mich am meisten, denn...“
Thomas beschließt ihm nur mit halbem Ohr zuzuhören, auch dieser Typ zieht eine Nummer ab und hat diese Story bestimmt schon Hunderten erzählt. Sein Monolog interessiert ihn nicht wirklich, er will sich lieber mal diese Frau anschauen. Er kennt sie nicht, er weiß von ihr, dass sie mal bei MTV gearbeitet hat und in einem Fußballfilm eine Rolle hatte. Und Keinohrhasen war ihr größter Erfolg bisher. Er kennt den Film nicht, er hat nur einen Ausschnitt gesehen. Da trägt sie eine Hornbrille und eine Ökojacke, ein hässliches Entlein hat er sich da gesagt. Das muss er jetzt aber korrigieren, diese Frau sieht vom feinsten aus. Aber das hat er schon öfter erlebt, gerade in dieser Szene gibt es Frauen, die aufregend aussehen, aber nur standard im Kopf sind, sich hochgebumst haben oder durchs Modeln das nötige „Vitamin B“ bekommen haben, ach, da gibt es einige Wege, wie man leicht und schnell hochkommen kann wenn man so aussieht wie diese Nora Tschirner, denkt er sich. Aber anquatschen kann ich die trotzdem mal, ich habe bisher wenig gesehen, die so schön sind.
Der Typ mit der Lederweste ist zu einem anderen Menschen gegangen und trägt dem jetzt seinen Monolog vor, Thomas steht auf, in dem selben Moment sieht ihn Nora, sie nimmt einen Schluck von ihrer Cola und lächelt ihn an, dabei verneigt sie leicht ihren Kopf zur Seite. „Puhh, die hat aber ein Lächeln, so schön und erotisch, doch die spreche ich mal an!“ geht es ihm durch den Kopf und er geht mit einem Lächeln auf sie zu.
„Hallo, du bist doch Nora Tschirner, die Schauspielerin aus Keinohrhasen, oder?“
„Ja, und wer bist du?“
„Ich heiße Thomas, habe Schauspielerei studiert und bin seit zwei Monaten mit einer Nebenrolle im Kino zu sehen.“
„In welchem Film spielst du denn?“
„Es ist die Komödie „Sokrates und der Staubsauger“, ich spiele dort einen Philosophen namens Glaukon. Aber...“
„ACH der ist das, ich habe leider bisher nur den Trailer gesehen, aber den will ich mir unbedingt anschauen, der ist so herrlich absurd.“
„Hier ist es aber irgendwie auch absurd, jedenfalls für mich. Ich bin erst das dritte mal auf so einer Party. Der Typ in der Lederweste, ist der eigentlich auf Koks?“
„Ach, son Typ siehste hin und wieder öfter mal auf so einer Party. Der ist seit kurzem im Medienbussiness, kann jetzt ohne Ende koksen und ist völlig fasziniert von dieser Promi-Gala, auf jeder Showstar-Party in der Welt gibt es einen, der so drauf ist. Viele sind auch nur gewöhnliche Menschen hier, aber es gibt auch die ganz krassen. Der Typ da in der roten Kutte, der am Tisch sitzt und ein Buch liest, siehst du den?“
„Ja, Nora.“
„Der Junge macht gerade richtig Kohle, der räumt richtig ab. Mit Mario Barth. Die ganzen Sprüche von diesem Mitteldings-Komiker hat alle er erdacht, dabei kann der bestimmt viel bessere Sachen kreieren. Ich war mal auf seine versteckten Website und habe mal seine Satire-Geschichten gelesen, so etwas kann nicht jeder schreiben, der hat´s schon drauf. Aber er weiß ganz genau, mit welchen Sprüchen und mit welchem Programm er die breite Masse erobern und die größten Olympiastadien füllen kann. Der Typ denkt leider nur ans Geld, schade. Eigentlich ein Verräter, aber mit seinen anspruchsvollen Geschichten hat er scheinbar keine Kohle gemacht.“
„Was? Ich dachte, Mario Barth macht seinen Mist ganz alleine.“
„Der heißt gar nicht Mario Barth, der heißt Udo Friedrich. Der muß nur die Sprüche von dem Typen aufsagen, das einstudierte Gesicht machen, dann die paar Bewegungen mit den Armen und Beinen, das haben die beide stundenlang eingeprobt. Die ganze Geschichte, dass er auf einer strengen Schule war, dass er da ganz viele kleinen Sendungen gemacht hat, die Story, dass sein Vater Sozialhilfeempfänger ist und von ihm keine Knete sieht – das ist alles nur inszeniert. Glaube mir, wenn der Kerl in der Kutte was in Szene setzt – dann macht er es perfekt. Er hat einfach das nötige Geld.“
„Und...und wie heißt der?“
„Darth Vader, aber das ist nur sein Künstlername, er heißt Lothar Schüler. Sorry, Thomas, ich habe nur Spaß gemacht. (lacht) Der ist Nebendarsteller bei „Unter uns“ oder so. Der trägt die rote Kutte immer. Das war Quatsch mit Mario Barth, sorry, ich bin heute etwas aufgedreht.“
„Ähh...(lächelt)..ja, Nora. Du bist...du bist...“
"Komm, laß uns mal da drüben hinsetzen, da in der Ecke können wir uns mal unterhalten, da stört uns keiner. Komm!“

4 Stunden später

Seine Armbanduhr ist stehen geblieben, aber es müsste jetzt vier Uhr morgen sein. Hoffentlich kommt der Bus bald, denkt Thomas und setzt sich auf eine Bank, dabei fäßt er sich mit der Hand ins Gesicht und schließt die Augen. „Die geilste Frau der Welt mit dem besten Comedy-Timing und dem schönsten Lächeln habe ich heute kennen gelernt“ hört er in seinem Kopf. Die Tante ist aber nicht einfach nur ein Clown, sie ist mehr. Er hat sie bestimmt hundertmal gelobt, sie meinte dann, dass sie nicht immer so drauf ist, so viel Sprüche auf einmal macht sie nicht jeden Abend. Und dann ihre Augen, wunderschön, die zarten feinen Augenbrauen, die süße Nase, dieser herrlich geformte Mund, diese niedliche Stimme, der GEILE HINTERN, verdammt noch mal, die hat echt schöne, elegante, zarte Arme, die Beine....

10 Minuten später

...diese schönen braunen Haare, die sieht mit einem Zopf bestimmt zuckersüß aus, ohh, der Bus kommt.
Thomas steht auf, zeigt seine Karte und geht ganz nach hinten. Er will ganz für sich sein, zum Glück ist hier kaum einer. Er setzt sich hin und ihm wird bewusst, dass er jetzt zehn Minuten lang ununterbrochen von dieser Frau geschwärmt hat. Diese Frau ist Championsleague, die muss ich unbedingt noch mal sehen, geht es ihm durch den Kopf. Er holt aus seiner Jackentasche sein Handy raus, dabei lässt er den einzigen Fahrgast neben sich nicht aus den Augen. Er sitzt genau vor ihm, hat dreckige lange graue Haare, ist bestimmt schon über 50 und liest ein Donald Duck–Heft. Und immer wenn er mit seinem Blick ans Ende des Heftes gekommen ist richtet er ruckartig seinen Kopf nach oben um die selbe Seite noch mal zu lesen. Und dabei sabbert er. Thomas denkt: “Sone Promi-Party, da laufen schon Verrückte rum. Aber die völlig Durchgeknallten kannst du überall in Berlin treffen, glaube ich.“ Er schaut sofort aufs Handy und drückt einige Tasten. Er denkt dabei: „Warte...hier ist sie. Die Handynummer von Nora Tschirner. Andere würden mir dafür bestimmt ein Tausender geben, aber ich gebe die keinem. Wenn ich das Mirko, meinem besten Freund erzähle, der wird Augen machen.“

Drei Tage später

Er hebt die Klobrille hoch und öffnet seinen Hosenschlitz. Nora hat ihm das Pinkeln im Stehen erlaubt, er lässt seinem Harndrang freien Lauf und überlegt: „Wir sind schon über drei Stunden am Quatschen. Jetzt sitzen wir nicht mehr am Tisch uns gegenüber, jetzt sitzen wir auf ihrer Couch. Ziemlich dicht beieinander. Ich habe ihr kurz mal die Wange gestreichelt, ihr scheint es sehr gefallen zu haben. Heute ist sie viel ruhiger, sie macht ganz selten ein Witz oder einen Spruch. Aber schöne Worte haben wir beide miteinander gewechselt. Ich muss auch sagen, wenn Nora ein 24-Stunden-Clown wäre, nein, das wäre mir zu anstrengend. Und kurz, bevor ich auf Klo gegangen bin, haben wir uns angesehen. Fünf Sekunden haben wir uns nur angeschaut und nichts gesagt, mir kam es vor wie eine ganze Ewigkeit, ihr Blick ist unglaublich anziehend. Seit drei Stunden habe ich einen Dauerständer. Ich habe schon ein paar Bräute gehabt, ich habe etwas Erfahrung, aber die Frau...ist der Oberknüller!“
Er verlässt das Badezimmer, geht den Korridor mit den bunten Bildern an der Wand entlang und bleibt stehen. Er sieht, dass Nora aufgestanden ist, drei Meter vor ihm steht und mit dem Zeigefinger ihm andeutet näher zu kommen. Er geht mit langsamen Schritten auf sie zu, sie schließt langsam die Augen und hält ihm ihre Arme entgegen. Thomas geht aus sie zu und spürt, wie ihre Arme seinen Oberkörper umschlingen und ihr Mund formt sich zu einem Kuss. Er umarmt sie, schließt ebenfalls die Augen und küsst sie. Die Musik, die schon den ganzen Abend leise im Hintergrund rieselt, ist das einzige was er jetzt hört. Es ist eine zauberhafte Ballade und während sie sich nicht aufhören zu küssen sieht er sich mit Nora auf einer einsamen Insel, um ihnen herum sind Orchideen und Schmetterlinge und die Engel mit ihrer wunderschönen Musik sind die einzigen Zeugen seines längsten und schönsten Kusses in seinem Leben.

Zwei Monate später

„Einen Kaffee bitte, mit Milch und ohne Zucker“ sagt Thomas zum Kellner. Hier ist er am liebsten, das Cafe „Rosenzunge“ kennt er schon über zehn Jahre. Er schaut seinen neuen Anzug an, so etwas schickes hat er selten getragen. Er ist heute nur mit Mirko verabredet, aber er hat seit kurzem Gefallen gefunden gut gekleidet durch Berlin zu laufen. Der neue Film hat ihm genug Geld gebracht, er hat das Gefühl vor dem großen Durchbruch in seinem Leben zu stehen. Es sind zur Zeit seine „best days of life“.
Er sieht aus dem Augenwinkel seinen Freund kommen und sofort verschwinden seine Träume, dabei gibt er ihm seine Hand.
„Hi Thomas, du siehst super aus!“
„Danke Mirko, ich fühle mich auch so. Ich freue mich sehr dich mal wieder zu sehen.“
Mirko lacht, schaut dabei auf den Boden und rückt sich den Stuhl zurecht um sich auf ihn zu setzen. Er macht es sich gemütlich, jetzt schaut er ihn lächelnd an und spricht:
„Mann, Thomas, wir haben uns gerade mal drei Monate nicht gesehen, dann komme ich wieder nach Berlin und höre: Filmdreh in Hollywood und die Schauspielerin Nora Tschirner und...“
„Ey, Mirko, ich habe das Gefühl, ich habe ein neues Leben, Wahnsinn! Das ist so geil, dass ich jetzt in einem Film von dem großen Oliver Stone spiele, auch wenn es nur eine Nebenrolle ist. Die ist aber echt geil, ich bin mir sicher, ich werde sie auch gut umsetzen, und, Mann, diese Braut!!! Diese Nora, also, wenn ich die nicht hätte, dann hätte das alles auch nicht so geklappt, ich würde jetzt meine zweite Nebenrolle in einem deutschen Film spielen, der vielleicht untergehen würde.“
„Aber du hast doch schon schöne und kluge Frauen gehabt. Die Sonja oder die Nina oder...“
„Vergiß die anderen Frauen. So viel Freude und Energie und Liebe habe ich noch nie von einer Frau bekommen. Ich wusste gar nicht, dass Liebe SO schön sein kann.“
„Tja, du bist im Kommen. Der Ami-Film wird auf der ganzen Welt gezeigt und wenn du da richtig gut spielst, wer weiß. Dann ist nichts mehr mit Nebenrollen, dann bekommst du vielleicht eine Hauptrolle in einem guten Film.“
„Ich weiß, jetzt kommen die besten Jahre meines Lebens. Das arme Studentenleben und die vielen Schauspielübungen die vielen Semester, jetzt macht sich alles bezahlt.“
„Das du Talent hast, dass weiß ich schon lange. Und das wissen auch noch ein paar andere. Vielleicht wissen es aber bald fast alle in Deutschland, vielleicht irgendwann die ganze Welt.“
„Das freut mich alles sehr, und ich bin überglücklich, aber...“ er stützt seinen Kopf auf seine Arme und reibt sich die Augen. Mirko sagt nichts und Thomas stützt mit einem Arm seinen Kopf und schwärmt: „Aber diese FRAU, die ist der Oberhammer. Da könnte ich auch der neue Luke Skywalker in dem neusten und besten und größten Star Wars Film sein – das Glück ist dann immer noch nicht so groß wie diese Prinzessin zu haben.“
„Du bist doch aber erst mit ihr zwei Monate zusammen, vielleicht, wenn der Alltag einkehrt und du bist mit ein Jahr schon zusammen...“ Thomas hebt seinen Zeigefinger und unterbricht Mirko mit: „Selbst nach einem Jahr wird sie mich immer noch faszinieren, auch nach zwei, nach drei Jahren, die Frau wird mich auch begeistern, wenn wir um die 80 sind. Die Frau ist so facettenreich und so verschieden manchmal, die hat richtig viel zu bieten!“

Thomas schaut auf die Uhr an der Wand und wundert sich wo Nora bleibt. Er hätte mit Mirko noch stundenlang reden können, aber er hat sich pünktlich von ihm verabschiedet um rechtzeitig zu Hause zu sein. Mit Nora will er heute Sketche von Loriot sehen, er hat sich eine Box gekauft mit all seinen Sketchen. Und wenn die Braut erst mal lustig drauf ist, dann hat er mal wieder solch einen unvergesslichen Abend mit ihr, er kann es kaum abwarten.
Nach einer Viertelstunde greift er zum Telefonhörer und wählt Noras Nummer.
„Hallo?“ hört er ihre Stimme sagen.
„Hallo Nora. Ich warte auf dich, wo bleibst du?“
„Achso, stimmt ja. Entschuldige............................“
Nach fünf Sekunden Schweigen fragt Thomas: „Was machst du denn?“
„Ich lese eine Geschichte. Eine schöne und lustige Geschichte.“
„Von wem?“
„Von Günni. Er hat genau das jetzt mal geschrieben, was ich fast immer bei ihm vermisst hatte. Lustig war er eigentlich schon vor sieben Jahren, aber ihm hat immer etwas Herz gefehlt. Manchmal hat davon sogar sehr viel gefehlt. Und jetzt hat er so eine schöne und rührende Geschichte geschrieben, dass hätte ich von dem alten Teufel Günther niemals erwartet.“
„Wann kommst du?“
Er wartet und wartet aber hört keine Antwort von Nora. Er fragt erneut: „Nora, hörst du mich? Wann kommst du?“
„Ähh, was? Achso, ja, du sorry, ich kann heute gar nicht ist mir eingefallen. Mein Vater ist wieder in Berlin, du weißt doch, der hat einen zwei-Stunden-Film über Grönland gedreht, er war Monate weg und ich würde ihn gerne heute wieder sehen.“
„Wann sehen wir uns wieder, Süße?“
„Du, ich rufe dich an. Wir sehen uns schon wieder. Bis dann!“
Er hört das Klicken am anderen Ende der Leitung und er legt den Hörer auf. Nachdem er sich hingesetzt hat fängt er an nachzudenken. Nora hat ihm erzählt von ihrem notorischsten und verrücktesten Fan. Er heißt gar nicht Günther, er hat Nora auch nie gesehen oder kennen gelernt aber er hat oft Noras Forum genutzt um seine Geschichten zu schreiben. Aber das ist schon einige Jahre her. Er hat sich mal was davon durchgelesen, das meiste war ihm davon zu bissig und gemein.
Nora kommt heute nicht, na ja, dann mache ich etwas anderes schönes, sagt er sich und beschließt sich die Sendung „Pull-Down-Fox“ anzusehen. Eine kleine lustige Sendung, die man nur im Internet schauen kann. Kleine Low-Budget-Produktion, aber mal was ganz anderes.

„...und wie sie genau eine Spraydose dazu bringen können die schönsten Klänge von sich zu geben, das sehen sie in unserer nächsten Sendung, bis dann, euer Pull-Down-Top-Crown-Fox!“
Die Sendung ist zu Ende, er schaut auf die Uhr und denkt sich, dass er noch eine Stunde ruhig aufbleiben kann. Er will nur noch was kleines lesen oder sehen, dann geht er zu Bett. Da fällt ihm Nora und Günni ein und er beschließt diese neue Geschichte in Noras Forum zu lesen.
Nachdem er auf Noras Website ist und Günnis Thread „...kleine Sendung zwischendurch...“ gefunden hat beginnt er zu lesen.
„Geht los mit einem Sketch, Bon Jovi.....................na ja, ganz niedlich, ist mit Nora-Sprüchen, aber von dieser Geschichte kann sie jetzt doch nicht so begeistert sein..............hier sülzt er rum, der scheint wieder richtig motiviert zu sein.........................Vorwort, jetzt geht es los, „Ein anderes Leben“

Nachdem Thomas die Geschichte gelesen hat setzt er sich auf die braune Ledercouch und denkt nach: „Der Junge hört da hoffentlich bald auf zu schreiben. Wenn der so einen Sketch wie „Günther trifft Maruschka auf der Straße“ wie vor fünf Jahren schreiben würde oder einen kleinen Eddie-Eintrag, aber mit solchen Stories kann er Nora richtig begeistern. Nora ist es auch wichtig, dass ihr Freund sie beeindrucken kann, klug und lustig sollte er sein. Und ich habe das Gefühl, dass meine besten Ideen und Witze an so eine Geschichte nicht ran kommen. Der streitet sich jetzt auch nicht mehr mit den anderen Fans und macht keine Witze mehr über Soloalbum. Scheiße, was ist, wenn der Typ jetzt ein ganz krasses Anbaggerszenario startet, Nora wird dann vielleicht ein Date mit mir absagen, nur um die neuste Günni-Geschichte zu lesen.“
Er steht auf, geht in die Küche und macht sich einen Kaffee. Er hofft, dass dieser verrückte Fan lange nichts mehr geschrieben hat und jetzt einfach mal wieder Lust hatte EINE Geschichte zu schreiben. Hoffentlich lernt er jetzt in seiner Arbeit oder über seine Freunde eine hübsche Frau kennen und vergisst Nora wieder.

Zweieinhalb Monate später

Nora und Thomas essen ihre Bratwurst, es ist schon die zweite an diesem Tag, sie schmeckt einfach so gut. Beide wollten mal wieder etwas miteinander machen und auf diesem Weihnachtsmarkt ist eine Menge los. Neben den beiden setzt sich ein Mann mit einer Wurst in der Hand hin, er trägt ein Trikot von Werder Bremen. Nora lässt die Bratwurst auf den Teller fallen und spricht: „Ach du Scheiße, heute ist ja Bundesliga. Ich muss schnell nach Hause die Sportschau sehen. Heute hat Hamburg gegen Wolfsburg gespielt, dass ist bestimmt ein Top-Spiel gewesen.“
„Das du Fußball magst, das weiß ich ja. Aber seit wann schaust du so regelmäßig die Sportschau? Letzte Woche war das auch, wir wollten doch aber...“
Nora steht auf und zieht ihre Jacke an, dabei erzählt sie: „Du kannst ja ruhig mitkommen. Achso, du interessierst dich ja nicht so für Fußball. Na dann hörst du zwei Stunden Musik oder so. Ach, ne, ich muss unbedingt „Bundesliga Manager 2009“ danach spielen. Ich habe den Verein Energie Cottbus genommen. Wie in der neusten Dover-Geschichte „Fußballmärchen“. Und wenn ich das Spiel gut kann, dann nehme ich meinen Lieblingsverein, den HSV. Aber erst mal werde ich mit dem kleinen Ostclub den Klassenerhalt erreichen und dann werde ich irgendwann Europa-Liga spielen. Ich habe auch die Namen der Spieler geändert, mein bester Stürmer heißt Lorenzo Binetti, und wie in der Günni-Geschichte...“
Thomas spürt Wut in seinem Körper und sagt laut: „NORA, ist dir eigentlich aufgefallen, dass du seit über einem Monat nur noch in irgendwelchen Geschichten lebst, in irgendwelchen Träumereien? Hier ist dein REALES Leben, ich bin dein realer Freund, der Typ schreibt nichts über deine Filme oder Sendungen, der schreibt nur kleine Märchen, kleine Phantasien, die NICHTS mit deinem richtigen Leben zu tun haben.“
„Das Träumen ist mein Lieblingshobby, das weißt du doch“ sagt Nora, dreht sich um und verlässt mit eiligen Schritten das Bierzelt. Thomas läuft ihr hinterher und spricht auf sie ein: „Du weißt gar nicht wer das ist, wie der aussieht und was der macht. Er ist nicht in unserem Leben, er ist nur dein Fan, mehr nicht. Wir können doch zusammen träumen, nur wir beide, wir können mal Urlaub in Indien machen und die schönste Zeit unseres Leben haben.“
Nora antwortet nicht und mit ernster Miene läuft sie einen Meter vor ihm. Thomas schaut beim Gehen auf den Boden und beschließt sich heute Abend damit zu beschäftigen. Seine Beziehung mit Nora war vor zwei Monaten noch deutlich besser, er will Nora auf keinen Fall verlieren.

Word ist geladen, er wählt den Font „Arial“ und will schreiben. Er weiß, dass es für Nora gar nicht das allerwichtigste ist, dass ihr Freund gut schreiben kann. Aber es geht ihm mittlerweile auf den Keks, dass Nora in letzter Zeit lieber einen Nora-Sketch liest als mit ihm einen Abend zu verbringen. Und deswegen sollte er ihr auch eine gute Geschichte widmen. Aber was? Er hat schon ein paar Ideen gehabt, aber er weiß nicht welche er nehmen soll. Er will ihr auch nur einen oder zwei schreiben, so viel wie dieser Dover hat er nicht vor zu machen. Und wenn er nur eine Geschichte schreibt, dann sollte die schon richtig gut sein. Warum macht der Typ das eigentlich? Seine Sketche sind indirekt alles Liebesbriefe an Nora, warum probiert es nicht bei Frauen, die für ihn erreichbar sind? Der muss sich doch nur was gutes anziehen, auf einer Party ein paar Bräute anbaggern und dann kann er ein paar Stunden später eine mit nach Hause nehmen und wirklichen Sex haben. Stattdessen läuft der wahrscheinlich die ganze Zeit durch Berlin, hat Nora im Kopf und ignoriert die Frauen um sich herum.
Thomas hätte schon längst angefangen was zu schreiben, entweder Nora als Magierin oder Nora moderiert TvTotal oder was anderes, er ist auch witzig und hat Ideen. Aber das wäre ein ganz netter Sketch und würde an „Ein anderes Leben“ nicht herankommen, diese Geschichte stört ihn am meisten, so schön sie auch ist. Aber so eine Story hat der einmal geschrieben und ist auch schon fast drei Monate her. So etwas wie „Nora-Quiz“ oder „Arbeitsamt“ schaffe ich locker, denkt Thomas und beginnt einen Sketch zu schreiben, in dem Nora einen Kräuterladen in Berlin besitzt und illegal Schriftrollen verkauft, mit denen man zaubern kann.

3 Tage später

„...mache das nicht, mache da kein Interview. Die nutzen das nur aus, weil du eine neue Entdeckung in der Filmwelt bist...mal was anderes, dein Sketch „Noras Kräuterladen“ ist echt gut. Der wird Nora gefallen. Und das wird auch reichen, du bist ihr richtiger Freund und wenn du so eine tolle Geschichte schreiben kannst, dann wird sie nur noch an dich denken und von dir träumen und diesen „Nora-Besessenen“ vergessen. Der ist bestimmt arbeitslos, kifft den ganzen Tag und schreibt ununterbrochen Sketche. Der steht vielleicht gar nicht richtig im Leben, du dagegen wirst irgendwann der neue Til Schweiger in diesem Land sein. Du bist jung, intelligent und hast viel Tatendrang“ sagt Mirko und drückt den Hund zur Seite, der nicht aufhört seine Hose abzulecken. „Hund verboten, Hund raus“ sagt der Dönerverkäufer und bittet einen Mann mit dunklem Mantel mit seinem Hund den Laden zu verlassen. Thomas schiebt den Dönerteller zur Seite und spricht: „Aber meine Geschichte ist nicht so gut wie seine beste.“
„Ach, der hat jetzt einmal so ein Ding geschrieben. Ich war mal auf seiner Website, der macht eigentlich nur Sketche. Verstehe ich nicht, der Junge hat Talent, der sollte mal einen Roman schreiben. Stattdessen schreibt der fast immer Sketche, wo zwei oder drei Typen im Zimmer sitzen und sich vollquatschen.“
„So wie der Bafög-Amt-Sketch. Das ist hier übrigens, auf der anderen Straßenseite.“
Mirko dreht sich um und sieht aus dem Fenster ein graues Gebäude, an dessen Tür ein junger Mann den Weg fegt.

Thomas klingelt an Noras Haustür und muss fast zwei Minuten warten bis sie ihm die Tür öffnet. Sie gibt ihm schnell einen Kuss, dreht sich um und rennt zu ihrem Computer.
„Warum gibt sie mir keinen richtigen Kuss? Was macht sie am...scheiße, ich kann es mir schon denken. Dieser durchgeknallte Typ hat wieder einen neuen Nora-Sketch geschrieben. Seine letzte war „Die Wohnung“, ach, da kann meine schon mithalten. Heute hat Nora blaue Sachen angezogen, ich glaube, der stehen alle Farben supergut. Mal schauen, was der geschrieben hat, „Die neue Welt“ ist der Titel...(liest)...(liest)...scheiße, das ist kein Schnuffi-Schnaffi-Sketch, hoffentlich ist das nicht so etwas wie „Ein anderes Leben....(liest)..........(liest).............(liest).........scheiße, die ist sogar noch besser als seine beste, und die ist viel besser als meine. Dieser Wichser, Mann, warum kann denn keiner den mal abknallen, der Penner müsste jetzt irgendwie draufgehen, der macht mir alles mit meiner Nora kaputt, der...“
Nora wischt sich eine Träne aus ihrem Gesicht und schwärmt: „Ich glaube, ich habe einen neuen Lieblingsschriftsteller. Das ist eine ganz tolle Geschichte, der Kerl ist gerade in Hochform.“
„Nora, wir wollten heute ins Kino gehen.“
„Ja, gut“ sagt sie und macht sich zurecht. Nachdem Thomas sich rasiert hat schaut er nach Nora und stellt entsetzt fest, dass sie die Geschichte noch mal liest. Er setzt sich auf Noras Bett und überlegt. Nora liest ja eigentlich nur seine Geschichten, sie hat noch nie etwas davon erzählt, dass sie sich mit ihm treffen will. Zum Glück hat der Penner vor sechs Jahren bei ihr verkackt, dauernd Soloalbum und kleine Brüste, dann Hetze gegen andere Fans, die haben den auch einmal gekickt. Und seine erste Sendung bei Nora vor sieben Jahren, ey, der Typ war da auch Psychose oder so. Ich muss keine Angst haben, das was der da verbockt hat kann er doch nicht mit zwei Geschichten wieder gut machen, denkt er.
Nora steht auf, fährt ihren Rechner runter und deutet ihm an, dass sie gehen können.

2 Stunden später

Thomas wirft die Jacke auf seinen Stuhl und greift zum Telefonhörer. Er ruft Mirko an und nach ein paar Sekunden geht er ran.
„Ja?“
„Ja, ich bin´s, Thomas. Ich glaube, ich werde nicht mehr so lange mit Nora zusammen sein. Wir waren heute im Kino, weder vor noch nach dem Film haben wir ein Wort gewechselt.“
„Ahh, Mann, was ist denn los? Dein Sketch ist doch gut, ist die jetzt so krass anspruchsvoll oder wie?“
„Der Typ hat jetzt eine neue Geschichte geschrieben. Die ist jetzt seine beste. Ich glaube Nora hat die ganze Zeit nur seine Story im Kopf gehabt, den Film hat die gar nicht richtig angeschaut. Der war aber auch nicht gut.“
„Hast du ihr deinen Sketch gegeben?“
„Nein.“
„WIESO NICHT?“
„Nein, hätte der jetzt einen Sketch mit Moderator und Fußballvergleichen gemacht, dann würde ich ihr den zeigen. Ich glaube ich muss mich mal ein ganzes Wochenende oder länger ransetzen und was richtig gutes schreiben.“
„Du bist Schauspieler, in zwei Monaten drehst du in Hollywood, für so was hast du keine Zeit...............ey, wir können das auch ganz anders lösen.“
„Wie denn?“
„Ich kenne da so ein paar Typen, die machen das. 2000 €, wenn es ganz perfekt und sauber sein soll, dann schon 5.000€. Aber das sind Profis, die machen das ohne Spuren zu hinterlassen.“
„WAS? Nein, auf keinen Fall. Ich gebe zu, ich habe mir den Mann auch schon weggewünscht, aber so etwas würde ich niemals tun. Du bist ja drauf.“
„War nur so eine Idee, mehr nicht. Aber schau mal, am Ende hat der es geschafft und hat eure Beziehung ruiniert. Mit seinen abgefuckten Kurzgeschichten. Du musst bedenken, dass es nicht seine erste Sendung bei Nora ist, der macht den Blues mit ihr schon sieben Jahre. Weil, wenn der weg ist, dann hast du deine Ruhe, es ist sehr unwahrscheinlich, dass noch mal so ein Irrer so eine Nummer...“
„Ach, vergiss es. Ich bringe jetzt doch keine Menschen um.“
„Na gut. Dann warte ein bisschen. Der Typ schreibt scheinbar alle vier oder fünf Monate so ein Ding. Ich seh es schon kommen, nächste Woche packt er den Sketch „Nora im Supermarkt“ oder „Nora interviewt Eddie“ ins Forum, der wird seine gewöhnlichen Sketche wieder schreiben. Warte dann ein Monat und DANN zeige Nora deine Geschichte. Mach ihr auch mal den Hof, kauf ihr ein schönes Kleid, oder, hey, du kannst doch Gitarre spielen, hole Wein und Kerzen und spiel ihr was schönes vor, sei mal ein richtiger Gentleman.“
„Okay.“

1 Monat später

Das Mousepad ist ja dreckig, müsste ich mal wieder sauber machen, geht es Thomas durch den Kopf. „In einem Monat drehe ich in Hollywood an der Seite von Johnny Depp und der Psycho-Fan hat jetzt auch schon fast einen Monat nichts mehr geschrieben. Vielleicht hört er jetzt auf, Nora ist gerade in Leipzig bei einer Buchmesse, ich schicke ihr mal meinen Sketch per Email. Ich habe ihr schon davon erzählt, sie ist ganz gespannt darauf. Ich habe ihr natürlich noch gesagt, dass das mein erster Sketch ist, ich habe das nicht jahrelang trainiert. Aber dafür ist er ganz gut geworden......Obwohl, ich schaue lieber noch mal in Noras Forum, wer weiß..........................scheiße, der hat was neues reingepackt.......Kacke, „Zukunftsträume Teil IV“, diese Serie ist bisher ganz gut........................“

Zehn Minuten später macht Thomas den Rechner aus und geht zum Fenster. Er schiebt den Vorhang beiseite und betrachtet die Schneeflocken, die langsam nach unten fliegen. Thomas hat Nora den Sketch nicht geschickt. Die würde den kurz lesen und sofort wegpacken und Zukunftsträume weiterlesen. Der schreibt jetzt eine Dungeon-Geschichte. In dem Teil sind die gerade angekommen, das Abenteuer mit Lord Chaos hat noch gar nicht richtig angefangen. Die Story wird bestimmt noch besser als die vom letzten Monat. Der Typ will es jetzt wissen. Was ist, wenn der jetzt zehn Teile daraus macht und über Monate Nora in den Bann zieht? Es läuft mit Nora seit Wochen schon gar nicht mehr gut. Aber es quält ihn jetzt auch nicht mehr, er hat sich schon fast daran gewöhnt. Und gestern Nicole kennen gelernt. Sie ist auch Schauspielerin, aber noch unbekannt. Klar, sie kommt nicht an Nora ran. Aber sie scheint sehr angetan von ihm gewesen zu sein, heute hat sie ihm auch wieder eine SMS geschickt. Und wenn er ehrlich ist, hätte er jetzt mehr Lust einen Abend mit ihr zu verbringen als mit Nora, die in letzter Zeit in irgendwelchen Phantasie-Welten lebt und gar nichts sagt. Nicole hat auch keine Internetseite mit einem Forum, wo jemand sie die ganze Zeit angraben kann. Wenn er mit Nora alleine ist ist sie total verträumt, so ist das jedenfalls in letzter Zeit.
Das Telefon klingelt, er geht ran und erkennt Noras Stimme.
„Hallo Thomas, ich kann heute doch nicht kommen.“
„Warum?“ fragt Thomas genervt.
„Na, heute kommt „Scooter vs. Atouba“ im Fernsehen, die mag ich und...“
Thomas unterbricht sie mit: „Ach, gib es doch zu. Du willst wieder einer seiner Geschichten lesen. So ist es doch, oder!“
„Ja, stimmt, okay. Du hast es erraten. Auf seinem Blog ist noch ein Nora-Sketch, den ich noch nicht kenne. Den hat er vor zwei Jahren geschrieben, den will ich in Ruhe lesen.“
„Ich weiß, du kaufst dir noch richtig guten Sekt und grüne Kerzen und liest heute den ganzen Tag. Weihnachten haben wir auch nicht miteinander verbracht.“
„Da habe ich Elvis Presley und E.T. zu Besuch gehabt. In meiner neuen Zauberwohnung geht das.“
Thomas holt Luft und will es ihr sagen.
„Nora, wir sind noch gar nicht sooo lange zusammen und ich gebe zu, du hast mich am Anfang sehr fasziniert, das hat bisher noch keiner so wie du geschafft, aber...aber...“
„Was aber?“
„Du bist zu verträumt, du lebst nur in deinen Gedanken, du hast doch auch ein reales Leben...“
„jaja, mit einem realen Freund. Schau mal, der Günni hat mich gar nicht, der kennt mich nur aus dem Fernsehen, Kino und Internet. Und der jammert nicht so viel rum wie du, wir hatten doch schon viele Abende. Außerdem kennen Günni und ich uns viel länger als wir uns.“
„Dann treff dich doch endlich mit ihm....und wir machen....“
Thomas hört Nora seufzen und jetzt sagen beide gar nichts.
„Na gut. Dann machen wir Schluß.“
„Nora, das ist doof am Telefon, wir werden das noch mal ausdiskutieren, wenn wir uns wieder sehen. Hast du morgen Zeit?“
„Ne, übermorgen aber.“
„Wir besprechen das in Ruhe – aber ich glaube, wir sollten vielleicht doch nur...“
„...Freunde sein.“

Nora legt auf nachdem sie sich von Thomas verabschiedet hat und wählt sofort eine Nummer. Nach ein paar Sekunden hört sie Markus Stimme.
„Hi Markus, hier ist Nora, ich brauche unbedingt deine Hilfe.“
„Was denn, Nora?“
„Du machst doch die Sendung „Kavka vs. The web“, wir beide müssen schnell mal eine Folge machen, nur wir beide und wir müssen die ins Netz packen.“
„Was für eine Folge?“
„Wo ich sage, dass ich mit Joko zusammen bin.“
„Mit Joko? Ich wusste gar nicht das du was mit dem hast. Hast du Schluss gemacht mit Thomas?“
„Ja, aber das mit Joko stimmt natürlich nicht.“
„Ähhh.....Nora....willst du mich veräppeln? Wenn es nicht stimmt, warum müssen wir dann so eine Folge machen?“
„Na für Günni machen wir die. Ich war jetzt nicht so lange mit Thomas zusammen, aber auf der einen oder anderen Veranstaltung waren wir beide Hand in Hand, da wurden auch Fotos gemacht, in einem Magazin war sogar ein Bild wo wir uns streichelten. Ich weiß es ganz genau, er war auch in der Zeit, wo er keine Nora-Sketche geschrieben hat, immer noch in mich verliebt und solche Bilder müssen für ihn Stiche ins Herz gewesen sein. Er als mein Fan hat diese Bilder bestimmt mitbekommen.“
„Aber er ist doch nur dein Fan, er kann jetzt doch nicht sauer auf dich sein, wenn du mit einem talentierten Schauspieler zusammen warst.“
„Ich will das trotzdem so, bitte mach mal. Ich kenne auch einen, der beim „Berliner Kurier“ arbeitet, der wird dann über unsere Folge was schreiben.“
„Aber was macht das jetzt für einen Unterschied für Günni ob du jetzt mit Thomas oder Joko zusammen bist?“
„Na das mit Joko wird er sich schon denken können, dass das nicht stimmt, das ist doch ein Idiot, sorry. Ich tausche doch nicht den für den aus.“
„Nora, ich habe schon viele verrückte Stories von dir gehört, aber so etwas abgefahrenes hatten wir noch nicht, haha. Okay, so eine Folge muss ja gar nicht lange sein, dass haben wir in ein paar Minuten abgedreht, das geht schnell.“

Nora nimmt den Zettel in die Hand mit dem Termin für die Folge und steckt in ihre Hosentasche. Sofort geht sie an den Rechner und gibt www.jan-silber.de ein. Da sind noch Sketche, die sie nicht kennt, die will sie sich noch mal anschauen. Und vor allem den Sketch „Doris Waganova“ will sie noch mal lesen, und auch das „Märchen“. Denn damit ging ja schließlich alles erst los...

ENDE

Der Bafög-Sachbearbeiter hört auf zu lesen und schaut in dem Zimmer alle Nora-Sketch-Schauspieler an.

Jürgen:
„Super, das ist besser als mein „Norafänger“.“

Drogenberater:
„Eine tolle Geschichte, gute Nora-Erzählungen hat bisher immer Dover alleine geschrieben.“

Moderator:
„Mensch, das ist endlich mal eine Geschichte, wo es um unsere „...kleine Sendung zwischendurch..“ geht. Endlich nach dreieinhalb Wochen mal wieder eine Story.“

Dover(unsicher):
„Das ist toll, was du da gemacht hast, toll, aber...“

Sachbearbeiter(grinst):
„Danke, danke, ich hatte ja nur in Bafög-Amt I und II mitgespielt. Den ersten Teil habe ich mit Jens Diller gemacht, beim zweiten war noch Ismael dabei.“

Dover:
„Aber WARUM heißt das jetzt Bafög-Amt Teil III? Das hat doch gar nichts mehr mit den zwei anderen Teilen zu tun.“

Sachbearbeiter:
„Ich will das aber so. Und ich bin mir sicher, dass die Leute, die die ersten zwei Teile gut fanden auch den dritten gut finden werden.“

Jürgen:
„Wir sollten wirklich einen anderen Namen nehmen.“

Dover:
„Einen Moment kurz, Jens, könntest du dich bitte wo anders hinsetzen und KEINE Nora-Bilder ansehen?“

Drogenberater:
„Er sitzt immer am liebsten neben mir, weil ich jedes mal die neusten Nora-Bilder dabei habe. Die Bilder sind von Noras neustem spanischen Film, die Bilder sind richtig hot-new-Nora-stuff.“

Dover:
„Trotzdem, wenn Jens die ganze Zeit Nora-Bilder anschaut, dann bekommt er hier wieder nichts mit. Vielleicht muss er ja im nächsten Sketch eine Rolle spielen, er sollte, wenn er schon hier ist, aufpassen.“

Jens geht mit gesenktem Blick auf dem Boden vom Tisch und setzt sich neben Ralf, der die Hauptrolle in „Zukunftsträume 8“ gespielt hat.

Dover:
„Noch mal zurück zur Geschichte, wir nehmen die, wir nehmen die sogar 1:1, aber...(fleht) bitte einen anderen Namen. Das hat nichts mit den anderen Bafög-Sketchen zu tun.“

Der Sachbearbeiter lehnt sich nach hinten und verschränkt seine Arme. Er schaut auf den Tisch und sagt:
„Nein, nur über meine Leiche. Außerdem kommt das Bafög-Amt auch vor, kurz ist Jens zu sehen, wie er den Weg fegt, aber wenn wir die Story verfilmen, dann wird das Bafög-Amt fünf Minuten mit klassischer Musik gezeigt.“

Dirk Meine:
„FÜNF MINUTEN NUR BAFÖG-AMT ZEIGEN?“

Moderator:
„Wir können doch nicht ganze fünf Minuten ein Haus zeigen.“

Sachbearbeiter:
„In dem russischen Film „Solaris“ aus den 70ern wird auch gezeigt, wie der Protagonist fünf Minuten mit dem Auto durch Moskau fährt und im Hintergrund klingt Musik. Und dieser Film ist sehr gut gewesen.“

Dover:
„Wir werden die Geschichte erst mal nicht verfilmen, wir packen sie in Noras Forum, aber mit einem anderen Namen.“

Sachbearbeiter:
„Nein, dann nicht.“

Dover:
„Bitte, die Geschichte ist geil, es ist nicht gleich die beste der Sendung aber auf jeden Fall gut genug.“

Der Sachbearbeiter schüttelt ärgerlich den Kopf, steht auf und packt seine Sachen. Und mir geht sein Sketch noch mal durch den Kopf. Ich will die Geschichte haben! Warum nicht ein andere Name, „Rückeroberungsfeldzug“ oder „Nora hat einen imaginären Freund“ oder "Der Thronräuber" oder IRGENDWIE aber nicht Bafög-Amt III. Die Bafög-Sketche liebt er mehr als seine Kinder, deswegen will er es so nennen.

Dover:
„Wie wäre es mit „Die Sendung eines Geistes“ oder, ach, mir fällt auch kein richtig guter Name ein.“

Moderator:
„Na wir könnten den schon so nennen, es wird gezeigt, wie Jens an diesem Haus fegt und...“

Der Sachbearbeiter öffnet die Tür und sagt „Tschüß!“, da hebe ich die Hand und sage:
„Na gut, dann nennen wir die Geschichte so. Das beste Album von Eddie heißt auch einfach nur „F.U.C.K.“. Der Titel ist ja nicht so wichtig.“

Eddie:
„It was 1992, eine nice Zeit, da knowte ich Nora noch nicht.“

Der Sachbearbeiter geht mit einem Lächeln auf mich zu und gibt mir die Hand.

Sachbearbeiter:
„Toll, die Bafög-Serie geht also doch weiter. Danke. Hier ist mein Stick, da ist die Geschichte drauf, die kannst du in Noras Forum packen.“

Ich nehme den Stick in die Hand und gehe in die Mitte des Raumes.

Dover:
„Okay, dann beenden wir mal die Sitzung. Ich würde vorschlagen, wir machen jetzt eine längere Pause, wir haben genug geschrieben und gedreht. Die „...kleine Sendung zwischendurch...“ ist erst mal beendet, na sagen wir mal, die erste Staffel ist zu Ende. Irgendwann werden wir bestimmt wieder einen Sketch drehen, aber bis dann, schöne Ferien.“

Ralf:
„Ich bin heute das erste mal hier, und ich hätte auch gerne mal Ismael kennen gelernt. Wo ist der?“

Dover:
„Ach, der macht mit Patrick eine ganz krasse und aggressive Sendung im Internet über Brad Pitt und Angelina Jolie. In einem Internetforum in den USA, aber eine richtig dicke Show machen die da, das ist ein Forum mit 10.000 User, die haben da 1000 Aufrufe pro Tag. Aber das hat mit unserer kleinen Sendung nichts zu tun, die machen da eine krasse Hetzjagd mit bösestem Zynismus und...“

Sachbearbeiter:
„Kommt Nora vor?“

Dover:
„Nein, Ismael und Patrick meinen, dass sie auch nur noch selten zu uns kommen werden. Die wollen sich nur noch mit den Welt-Megastars beschäftigen, die glauben allen Ernstes, dass sie es mit ihrer Sendung schaffen die Karriere von Brad Pitt und seiner Frau zu ruinieren. Aber das ist nicht unsere Sorge, ich bedanke mich bei allen recht herzlich für die Teilnahme, die Sendung ist immerhin fast acht Monate gelaufen. Erholt euch gut, bis dann!"
 
 
   
     
 
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Beitrag 19892 Verfasst am: Do 8.Jul.2010 11:35
 
Demnächst im Kino
 
Nora Tschirner: eingefügtes Bild

Schauspieler:
Roland = Johnny Depp
Aiela = Nora Tschirner
Triolo = Pierce Brosnan
Schamuru = Daniel Brühl
und viele andere

Story:
Lord British

Drehbuch:
Lord British und Jan Silber

Regie:
Jan Silber

Kinostart ist Montag, der 12.Juli !!
 
 
   
     
 
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Beitrag 19894 Verfasst am: Mo 12.Jul.2010 11:04; Bearbeitet von Dover am: Mo 12.Jul.2010 15:44
 
Savage Empire (1.Teil)
 
Roland macht den Fernseher aus und wirft die Fernbedienung auf den roten Sessel gegenüber. Er kaut an seinen Fingernägeln und denkt nach: „Mein Leben ist total öde. Entweder bin ich im Museum arbeiten oder ich hänge zuhause rum und glotz irgendwelche bescheuerten Sendungen. Jeden Tag immer dasselbe, ich halte es nicht mehr aus, das Museum kann ich auch nicht mehr sehen. Und die Museumsbesucher laufen von einer Vitrine zur nächsten und schauen sich stumm den alten Krempel an. Warum kann ich nicht mal was aufregendes erleben? Meine Freunde langweilen mich zur Zeit auch und mit den Bräuten läuft es gar nicht gut.“
Er steht auf und geht zum Fenster. Den Vorhang schiebt er beiseite und dabei kann er den Pfahl mit der Holzmaske in seinem Garten sehen. Sein Chef, der Museumsdirektor Dr.Sollich, hat sie ihm vor Jahren geschenkt. Soll von irgendwelchen Eingeborenen aus Neu-Guinea sein. Die Maske verleiht seinem Garten etwas mysteriöses und geheimnisvolles, wäre sie weg, dann wäre der Platz, wo sie steht, stinknormal, man könnte ihn nicht von anderen Gärten unterscheiden. „Ach, könnte ich die Maske aufsetzen und an einem anderen Ort sein, in einer fremden Welt, wo es keinen Fernseher gibt und ABENTEUER erleben!“
Er schiebt den Vorhang wieder vors Fenster und macht das Licht an. Es sieht sehr nach Gewitter aus, er kann heute noch nicht mal einen Spaziergang machen. Entweder Glotze oder Computerspiele, was anderes steht heute Abend nicht auf seinem Programm. Roland hat sich das Computerspiel „The Savage Empire“ aus dem Internet runtergeladen. Es ist schon 20 Jahre alt, aber als es damals rauskam konnte er es nicht spielen. Er hatte nur einen C64 und sein Freund Andi einen Amiga. Das Spiel gab es aber nur auf dem PC. Er liebt seit seiner Kindheit Rollenspiele auf dem Computer, sie geben ihm die Möglichkeit aus seiner tristen Alltagswelt zu flüchten und spannende Abenteuer zu erleben.
KRACKS!, ein lautes Geräusch reißt ihn aus seiner Gedankenwelt. Die Blumenvase, die auf dem Fensterbrett stand, ist umgefallen und zerbrochen. Draußen tobt jetzt ein Gewitter und lässt sein offenes Fenster hin und herschlagen. Mit einem Grummeln schließt er das Fenster und fegt die kaputte Vase weg. Als er schon aufstehen will um die Vasenreste in den Müll zu werfen blitzt für Sekundenbruchteile sein Zimmer hell auf, er zuckt erschrocken zusammen und im Garten hört er einen sehr lauten Knall. „Jetzt hat in meinem Garten auch noch ein Blitz eingeschlagen. Meine Maske, das einzige besondere was ich besitze, ist bestimmt dahin.“ Genervt legt er die Schippe und den Handfeger auf den Tisch, geht zum Fenster, zieht den Vorhang zur Seite – und traut seinen Augen nicht. Da, wo noch der Pfahl stand, ist ein blaues Rechteck, so groß wie eine Tür. Es pulsiert von hellblau zu dunkelblau, was kann das nur sein?
Hastig eilt er zu seinem Garten. Vorsichtig nähert er sich dem blauen Etwas, was das wohl ist? Ein ungewöhnlich starker Wind fegt ihm Blätter ins Gesicht und der Regen prasselt unaufhörlich auf seinem Körper. So einfach lässt er sich aber nicht verscheuchen, er nimmt einen roten Stein und wirft ihn in das Blaue – und er verschwindet. Er schaut ob er dahinter auf die Erde gelandet ist, aber Fehlanzeige. Keine Spur von dem roten Stein. Einen Meter steht er vor dem blauen Rechteck, er schließt die Augen und denkt: „Ich gehe jetzt dadurch. Vielleicht erlebe ich dann endlich mal ein Abenteuer in meinem Leben. Und wenn ich durchgehe und dann tot sein sollte – dann ist das auch egal, sterben müssen wir ja alle eh irgendwann.“ Vielleicht sind das Außerirdische, die ihn in ihre fremde Welt entführen wollen. Dann nichts wie hin, denkt er und er geht durch diese blaue Tür hindurch...

Roland öffnet die Augen und stellt fest, dass er geschlafen hat. Er liegt in einem Bett und sieht, dass er in einer kleinen Hütte ist, dessen Wände aus Bambusrohren bestehen und mit Stroh überdacht ist. Es ist hier viel wärmer. Auf einem Tisch rechts neben ihm erkennt er drei verschiedene Totenköpfe, die mit Kräutern bedeckt sind. WO ist er? Und was ist passiert, als er durch die blaue magische Tür gegangen ist?
Durch die Öffnung der Hütte dringt helles Tageslicht, er beschließt aufzustehen und die Lage zu erkunden. Als er sich vom Bett erhebt kommt ein älterer Mann mit schwarz-grauen Haaren in einem Tigerfell gehüllt in die Hütte. Er hebt die Hand und spricht: „Willkommen, mein Freund, habe keine Angst. Ich habe für Barako, unserem Gott, geopfert, damit ein starker und weiser Krieger aus einer fremden Welt zu uns kommt und uns hilft. Ich heiße Intanya und bin der Schamane des Kurak-Stammes. Du sollst...“
„Ich bin kein Krieger, ich weiß noch nicht mal wie man ein Schwert hält. Mein Job ist es im Museum die Vitrinen zu säubern, ich bin kein Abenteuer-Held.“
Intanya holt tief Luft, stöhnt laut und spricht: „Na gut, dann hat mein Zauber wieder nicht funktioniert. Du bist schon der Dritte unbrauchbare, den ich hergezaubert habe. Ich werde dich wieder zurückteleportieren und nach einem neuen Helden suchen. Lege dich bitte wieder ins Bett und schließ deine Augen.“
Roland schaut den Schamanen mit offenem Mund und großen Augen an. Wollte er nicht endlich mal ein Abenteuer erleben? Das ist doch DIE Gelegenheit, so eine Chance bekommt er bestimmt nicht noch einmal in seinem langweiligen Leben. Er fuchtelt mit den Händen und sagt: „Nein, nein, du hast dir schon den richtigen ausgesucht. Ich will nicht mehr zurück, in meiner Stadt, wo ich lebe, ist es fürchterlich langweilig.“
„Hast du schon mal ein Abenteuer erlebt?“
„Ja, ganz viele. Ich habe den Geisterpiraten Le Chuck besiegt, ich konnte Sandy aus den Klauen des wahnsinnigen Dr.Fred retten und dem großen Lord Chaos habe ich auch das Fürchten gelehrt.“
„Warum sagst du das nicht gleich?“
„Naja, das sind eigentlich nur Abenteuer auf meinem Computer gewesen. Euer Gott hat mich aber mit diesen Spielen trainiert, damit ich...ich...wie heißt eure Welt?“
„Eodon.“
„Genau, damit ich Eodon retten kann. Mein Fehler ist es, dass ich oft so verdammt bescheiden bin, da bekommen viele Menschen ihre Zweifel an mir. Davon abgesehen bin ich genau der richtige für euch.“
„Na gut, dann setze dich mal auf das Bett und ich erzähle dir, warum du hier bist. Du bist hier bei uns, dem Kurak-Stamm. Jeder Stamm auf Eodon wählt einen Häuptling, nur bei uns ist das Oberhaupt eine Frau. Sie heißt Aiela, sie ist wunderschön, ihre Augen leuchten so grün wie der Dschungel und sie ist die klügste in unserem Stamm. Leider wurde sie von dem Stamm der Urali entführt, deine Aufgabe ist es sie zu retten. Und wenn du das geschafft hast ist deine Mission noch nicht beendet. Du musst die drei Stämme, die es hier gibt, vereinen, damit sie gemeinsam gegen die Myrmidex kämpfen können.“
„Was sind denn Myrmidex?“
„Ameisen. Aber zwei Meter große. Sie leben im Dschungel und greifen ständig Menschen an. Wir und die anderen Stämme trauen uns kaum noch in die Wildnis, wir leben seit Wochen in Angst und Schrecken.“
„Wer sind die drei Stämme?“
„Wir sind die Kurak. Nicht weit von uns sind die Yolaru, mit denen wir uns seit längerem nicht gut verstehen. Der dritte Stamm sind die Urali, wir wissen aber nicht, wo ihre Siedlung ist. Sie kommen öfters aus ihrem Versteck und überfallen uns.“
„Wie soll ich diese Aiela dann befreien?“
„Du musst erst mal rausfinden, wo der Urali-Stamm sich versteckt hält. Alleine musst du nicht losziehen.“
Intanya ruft laut zwei Namen und kurz danach betreten zwei Männer die Hütte. Der eine ist älter, hat dunkelgraues Haar und einen Bart, dabei schaut er ernst. Der andere ist noch relativ jung, trägt blondes Haar und ein graues Stirnband. Im Gegensatz zu dem anderen lächelt er Roland freundlich an.
„Der ältere heißt Triolo und hat schon viele Abenteuer erlebt. Er kennt diese Gegend hier bestens und wird dir immer zu Rate stehen. Der jüngere heißt Schamuru, vielleicht manchmal etwas leichtsinnig, aber sehr geschickt mit Pfeil und Bogen. Beide beherrschen die Magie von Eodon, es gibt keine besseren bei den Kurak, die dir helfen könnten.“

Schamuru:
„Hallo, Unbekannter, ich freue mich dich zu sehen. Glaube mir, wenn du erst mal eine Weile auf Eodon bist, dann willst du nie wieder zurück.“

Triolo:
„Hi.“

Roland:
„Genau, das würde ich auch gerne wissen: Wie komme ich wieder zurück zur Erde?“

Intanya:
„Du kommst erst zurück, wenn Aiela wieder bei uns ist und wir mit vereinten Kräften die Myrmidex besiegt haben. Wenn du deine Mission erfolgreich abgeschlossen hast wirst du automatisch wieder zurück zu deinem Planeten teleportiert.“

Roland:
„Wieviel Menschen gibt es auf Eodon eigentlich?“

Intanya:
„Verglichen mit anderen bewohnten Welten sehr wenig. Vielleicht tausend, mehr nicht.“

Schamuru:
„Tausend sind gar nicht so wenig. Ich kenne höchstens ein Drittel davon.“

Roland:
„WAS? Tausend nur? Wie groß ist Eodon?“

Intanya:
„So groß wie euer Mond. Anders als bei euch herrscht hier die Natur, wir Menschen haben nur eine kleiner Nebenrolle auf diesem Planeten.“

Jetzt kann sich Roland nicht mehr halten, er steht vom Bett auf, reibt sich die Augen um sich zu vergewissern, dass er nicht träumt. Er geht durch die Öffnung der Hütte und bleibt stehen. Die Siedlung der Kurak besteht aus kleinen Hütten – und befindet sich mitten im Dschungel! Solche Bilder kennt er nur aus dem Fernseher oder aus Büchern, er hätte nie gedacht, dass er mal mitten in einem Urwald stehen würde. Während er die riesigen Bäume mit den unzähligen Lianen bewundert und in die Fenster der Hütten blickt, dabei die Eingeborenen betrachtet spürt er eine Hand auf seiner Schulter. Roland dreht sich um und sieht, wie Schamuru ihn anlächelt. Dabei spricht er: „Vielleicht haben wir nicht viele Menschen auf unserem Planeten. Aber dafür haben wir viele Wunder, die du nicht vergessen wirst.“
Triolo, der jetzt neben Schamuru steht, sagt genervt: „Ich habe Proviant für uns eingesteckt und für dich, Fremder, habe ich eine gute Waffe, ein Schwert aus Obsidian. Schamuru kämpft mit Pfeil und Bogen und ich habe sowohl einen Bogen als auch ein Schwert. So, wir haben jetzt genug gequatscht, lasst uns losziehen.“
„Aber...aber wohin? Ich kenne mich hier gar nicht aus, wo sollen wir nach den Urali suchen?“ stammelt Roland. Triolo spricht: „Ich habe ein wenig nachgeforscht und mir hat der Einsiedler Oboro erzählt, dass er einen verrückten Freund hat, der die genaue Lage der Urali kennt. Er soll Topuru heißen und auf einer Insel nördlich unserer Siedlung leben. Den sollten wir zuerst suchen. So, und jetzt hört ENDLICH auf zu quasseln, wir haben den Auftrag unsere Königin zu retten.“
Roland will antworten, doch Triolo geht mit ernster Miene los und Schamuru folgt ihm, dabei dreht er sich zu Roland und lächelt ihn an. Er winkt ihm zu und deutet ihm an mit den beiden in den Dschungel zu gehen.

Was kann die Natur nur für eine Bewunderung beim Menschen auslösen, denkt Roland. Affen, Schlangen, Echsen, Schildkröten, alles Tiere, die es hier gibt, die er normalerweise nur im Zoo sehen konnte. Und verhungern werden sie hier auch nicht, sollte ihr Proviant ausgehen müssen sie nur ein paar Bananen pflücken, die hier überall wachsen. Triolo scheint sehr wortkarg zu sein, er ist einer der Menschen, die die Sprache nur dann benutzen wenn es unbedingt sein muß. Schamuru ist dagegen weit aus gesprächiger, von ihm konnte er erfahren, dass bei den Yolaru zwei Menschen leben, die Intanya ebenfalls herbeigezaubert hat. Sie sollen aber nicht für das Abenteuer geeignet sein, der eine ist ein alter Professor und der andere ein Boulevardreporter.
Roland läuft den beiden hinterher und mit einem breiten Grinsen bewundert er den Regenwald. Er will schon ein Liedchen summen, da bleibt er plötzlich stehen, weil er etwas sieht, was in seiner Welt längst tot ist. Er sieht fünf Meter weiter ein Triceratops mit seinen Hörnern wie er die drei beobachtet. Auf einmal überfällt Roland Panik, er bleibt stehen, zeigt auf das Urvieh und stottert:
„Da...da...ein Dinosaurier...wir müssen...wir müssen...“

Triolo:
„Mach dir nicht ins Hemd, das ist Halawa, unsere Freundin.“

Schamuru:
„Solltest du allerdings viel Angst vor ihr haben und auch noch den Fehler machen ihr das zu zeigen – dann kann sie sehr ungemütlich werden.“

Roland:
„(schluck) Jetzt habe ich noch mehr Angst.“

Triolo dreht sich zu Roland und spricht:
„Bist du unser Retter, gekommen aus einer anderen Galaxie oder ein Weichei, ein Feigling?“

Jetzt kommt der Saurier allmählich auf sie zu, dabei schaut er Roland genau ins Gesicht.

Roland:
„Meine Angst wird immer größer. Vielleicht hat sie noch nichts zu Mittag gegessen, wie sie mich anstarrt, sie kommt immer näher...“

Er verstummt und sieht, wie Schamuru sich dem Saurier nähert und seine Hand ausstreckt. Er streichelt das Tier, dabei dreht er sich um und lächelt Roland an. Triolo gibt ihm einen Schupser, er torkelt kurz, schließt die Augen und denkt: „Roland, reiß dich zusammen. Das Abenteuer hat noch gar nicht richtig angefangen und jetzt schon pinkelst du dir in die Hose. REISS DICH ZUSAMMEN!!“
Unser Held öffnet die Augen und geht mit entschlossenen Schritten auf den Dinosaurier zu. Mutig berührt er den Kopf von Halawa und streichelt ihn. Ihr scheint es sehr zu gefallen, sie gibt leise Grunzlaute von sich. Erste Mutprobe also bestanden!
„Kommt, wir müssen weiter. Wir müssen Eodon retten und nicht irgendwelche Tiere streicheln“ meckert Triolo und geht weiter. Die anderen beiden folgen ihm und nachdem sie ein paar Schritte gegangen sind dreht sich Roland um. Der Saurier kümmert sich kein bisschen mehr um sie, stattdessen frisst er weiter sein Gras.

Roland:
„Gibt es noch mehr von diesen Sauriern hier?“

Schamuru:
„Die gibt es hier in Hülle und Fülle. Auf Eodon leben viel mehr Saurier als Menschen, sie sind die eigentlichen Herrscher auf unserem Planeten.“

Triolo:
„Jetzt sind es aber die Myrmidex, die hier die Macht haben.“

Nachdem sie eine Stunde gelaufen sind bleibt Triolo, der die kleine Gruppe anführt, stehen. Er hebt die Hand und spricht: „Ich höre Myrmidex. Sie müssten gleich hier sein, zieht eure Waffen!“ Roland horcht und vernimmt ein leises Summen, welches immer näher kommt. Er zieht sein Schwert, welches er im Gürtel trägt, Schamuru spannt seinen Bogen und Triolo hält in der einen Hand ein Schwert und in der anderen einen Messer.
Roland sieht zehn Meter vor sich, wie die Blätter der Bäume sich bewegen, da scheint etwas auf sie zu zukommen. Jetzt bloß keine Angst haben, sonst ist das Abenteuer schneller beendet als du glaubst, denkt er. Doch der Anblick dieser rotbraunen Horrorameisen lähmt seinen Körper, er bleibt schnurgerade stehen. Erst der Kampfschrei von Triolo reißt ihn aus seiner Starre und er rennt mit ihm auf die drei Riesenameisen zu. Er hebt sein Schwert, welches ziemlich leicht und handlich ist, in die Höhe und während die Ameisen versuchen sie mit ihren Klauen zu greifen, schlägt er auf den Kopf einer Ameise. Triolo kämpft mit einer anderen und die dritte wird von Schamuru mit Pfeilen beschossen. Da Roland noch nie mit einem Schwert gekämpft hat hackt er irgendwie auf die Ameise, doch richtig verletzen tut er sie nicht. Erst als Triolo ihm zur Hilfe kommt traut er sich mal richtig auszuholen und mit voller Kraft donnert er das Schwert in den Kopf der Riesenameise. Sie gibt einen schrillen Todesschrei von sich und sinkt zu Boden.

Roland:
„Puuhh...Geschafft.“

Triolo:
„Wir haben noch überhaupt nichts geschafft. Sag mal, kämpfst du zum ersten mal mit einem Schwert?“

Roland:
„Es war nicht nur mein erster Kampf mit einem Schwert, es war mein erster Kampf überhaupt in meinem Leben.“

Triolo schließt die Augen, fäßt sich mit der Hand ins Gesicht und jammert:
„Ach du grüne Giftschlange, mit was für einem Anfänger haben wir es nur zu tun. Du bist völlig unbrauchbar.“

Schamuru:
„Ach, höre nicht auf ihn, ich konnte doch sehen, dass du für den Schwertkampf Talent hast. Was dir nur fehlt ist die Routine, komm, wir üben ein wenig.“

Während Schamuru Roland die Grundlagen des Schwertkampfes beibringt, sitzt Triolo breitbeinig am Stamm eines Baumes und schaut ihnen zu.

Schamuru:
„Ja, sehr gut, Roland!! Und wenn du parieren willst, dann halte das Schwert nicht mehr vertikal sondern horizontal, in Kopfhöhe.“

Roland:
„Ich werde es lernen, ich werde es schon schaffen. Was ich nur brauche ist Praxis.“

Triolo:
„Die wirst du schon bekommen, keine Sorge. Diese Mistviecher von vorhin werden uns noch oft genug begegnen. (Pause) Seid ihr langsam soweit? Eine ganze Stunde habt ihr schon geprobt, wir müssen weiter.“

Die kleine Gruppe macht sich auf den Weg und Roland, der hinter den beiden läuft, wirbelt mit dem Schwert in der Luft und übt die Hiebe, die ihm Schamuru beigebracht hat.
Nach einer Weile erreichen sie einen Fluss, der zehn Meter breit ist. Triolo zeigt mit der Hand nach links und sagt: „Dort drüben ist mein Floß, lasst uns damit diesen Topuru suchen.“ Roland folgt ihnen und er kann es kaum abwarten mit seinen zwei neuen Freunden den Fluss entlang zu paddeln. Jetzt bekommt er richtig Lust auf dieses Abenteuer.

Nachdem sie eine ganze Stunde den Fluss in nördlicher Richtung gepaddelt sind erhebt Roland das Wort:
„Laßt uns kurz verschnaufen. Ich glaube es bringt nichts orientierungslos durch die Gegend zu paddeln.“

Triolo:
„Da gebe ich dir ausnahmsweise mal Recht. Ich brauche jetzt auch eine Pause.“

Schamuru:
„Triolo, sei doch mal ein wenig netter zu unserem neuen Freund. Wir machen eine Pause, dann sehen wir weiter. Derweil spiele ich etwas auf meiner kleinen Flöte.“

Schamuru holt seine Flöte und spielt ein Lied, welches Roland sofort erkennt. Aber er kennt es als das Thema von „Star Wars“, der blonde Mann spielt genau die selben Noten wie John Williams. Roland lächelt und will es schon Schamuru sagen, doch auf einmal erkennt er etwas hellgraues am Horizont. Es ist nur leicht zu erkennen, es scheint Rauch zu sein. Roland ruft: „Schaut, dahinten ist Rauch!“ Triolo erhebt sich sofort und legt seine rechte Hand an die Stirn um seine Augen vor der Abendsonne zu schützen. „Stimmt, unser Neuling hat ein gutes Auge. Das ist Rauch eines Feuers, lasst uns dort mal hinpaddeln.“
Um so mehr sie sich dem Rauch nähern um so deutlicher erkennen sie, dass der Rauch von einer kleinen Insel kommt. Es ist mittlerweile dunkler geworden, die ersten Sterne leuchten am Himmel und Roland stellt verblüfft fest, dass der Mond von Eodon dunkelgrün schimmert.
Als sie die Insel erreichen sehen sie, wie auf ihrer Spitze ein Mann um ein Lagerfeuer hin und herspringt. Sie besteigen die kleine Insel und sehen, dass der Mann bis auf einen kleinen Lendenrock völlig nackt ist. Er hat nur noch wenig graue Haare und seine Augen leuchten wie die eines Wahnsinnigen.

Topuru:
„Hallo, liebe Freunde, was ist euer Begehr, haha?“

Roland:
„Wir suchen das Dorf der Urali. Kannst du uns sagen, wo wir sie finden?“

Topuru:
„haha, da fragt ihr den falschen.“

Triolo:
„Weißt du es jetzt oder nicht?“

Topuru:
„Ich wusste es, aber mein Gehirn wurde mit gestohlen, hahaha!“

Schamuru:
„Willst du uns veräppeln?“

Topuru:
„Ich will euch lieber die Geschichte von der Maus erzählen, haha, die in Pumakleidung in dem Ort Franklandspanugal so viel Krach beim Fressen machte, dass der neue Weltkrieg ausbrach und dann, hahaha...“

Triolo(unterbricht):
„Du verrückter Idiot, wir versuchen unsere Königin zu retten und wollen nicht die Geschichten eines Kranken hören.“

Topuru:
„Königin der Käferkörner, Königin der Sumpffieberfliegen, haha, Königin der Grünechsenmenschen, mein Gehirn wurde mir von ihnen gestohlen, ha.“

Triolo:
„Ich glaube, Leute, wir sind hier falsch.“

Roland:
„Wer hat dein Gehirn gestohlen?“

Topuru(ernst):
„Die Echsen von Sakkhra! Geht und holt es mir wieder!! Dann belohne ich euch mit der Information, die ihr braucht!“

Schamuru:
„Ohh Gott, da müssen wir mindestens zwei Tage wandern bis wir da sind.“

Topuru:
„hahaha, aber viel wichtiger als mein Gehirn ist die Geschichte mit der Maus, HAHAHA, nachdem sie mit so viel Krach den neuen Weltkrieg herbeibeschworen hat schreibt sie das Wort „Mitte“ hundertmal in der Mitte eines Stücks Lederfell und als sie es zum hundereinsten mal schreibt bricht ein Orkan aus, HAHAHA, die Maus merkte auf einmal, dass sie sehr viel Macht besaß, HAHAHA....“

Roland und seine Kumpanen beschließen dem Verrückten alleine zu lassen. Sie paddeln den Weg zurück, dabei besprechen sie die Lage.

Triolo:
„Das hat uns ja gar nichts gebracht. Die Info, die ich hatte, war absoluter Schrott.“

Roland:
„Der Typ hat wie ein Irrer die ganze Zeit gelacht, aber als er uns erzählt hat, wo wir sein Gehirn finden, da war er auf einmal ganz ernst.“

Schamuru:
„Da hat Roland recht. Vielleicht stimmt es ja, vielleicht lastet irgendein Fluch auf ihn und der blaue Stein, den er meint, den die Echsen jetzt haben, heilt ihn.“

Triolo:
„Naja, ich weiß nicht so recht.“

Roland:
„Außerdem haben wir ansonsten keinen Hinweis wo die Urali stecken könnten. Ich bin zwar neu hier, aber selbst euer Schamane weiß nicht wo wir suchen sollen.“

Schamuru:
„Bevor wir ganz Eodon absuchen sollten wir den Echsen in Sakkhra einen Besuch abstatten. Nebenbei bemerkt könnten sie es auch wissen wie wir zu den Urali kommen. Die Echsen haben mit uns Menschen so gut wie nichts zu tun. Sie wissen bestimmt Sachen, die wir nicht wissen.“

Triolo:
„Na gut, dann machen wir uns auf ein sinnloses Abenteuer gefasst. Auf das unsere Königin bald zurückkommt!“

Schamuru:
„Sei doch nicht so sarkastisch, Triolo.“

Triolo:
„Soll ich etwa optimistisch sein? Wir gehen einer Information eines Menschen nach, der verrückter und kaputter nicht sein kann!“

Schamuru:
„Bis nach Sakkhra ist es eine Weile, vielleicht finden wir auf dem Weg irgendwas was uns hilft. Das ist immer noch besser als planlos durch den Dschungel zu laufen.“

Triolo:
„Okay, ich bin ja nicht der Boss hier, wir sind ein Kollektiv, aber...aber...warum sagt unser „Superheld“ eigentlich nichts?“

Schamuru:
„Ich glaube, er sieht zum ersten mal in seinem Leben einen Brontosaurus.“

Roland hört den beiden schon eine Weile gar nicht mehr zu, er paddelt in einem monotonem Rhythmus und bekommt den Mund nicht zu. Er beobachtet einen richtig großen Saurier, der im Wasser steht und Seegras in seinem Maul kaut. Solch ein gewaltiges Tier, denkt er, ein Koloss, aber obwohl es so gigantische Ausmaße hat scheint es gar nicht bedrohlich zu sein. Es hat kurz Roland und seine Freunde angeschaut, aber nicht weiter beachtet. Der Saurier scheint sehr friedlich zu sein, man könnte sogar auf dem Tier rumklettern, es würde weiterhin sein Gras fressen und einen nicht beachten. „Das ist ja hier der beste Jurassic Park“ denkt Roland und erst jetzt merkt er, dass Schamuru und Triolo ihn die ganze Zeit beobachtet haben. Was für sie ganz gewöhnlich ist ist für ihn der gewaltigste Anblick seines Lebens. Schamuru lacht auf und Triolo holt aus dem Wasser einen Wurm, zeigt ihn Roland und spricht dabei:
„Schau mal, das ist ein Gigantosaurus, hier ist er noch ganz klein, aber in zwei Tagen misst er schon drei Meter und nach einer Woche ist er doppelt so groß wie der Brontosaurus. Er frisst drei mal am Tag sechs Knoblauchzehen mit Diamantensenf und...“

Roland winkt ab und meckert:
„Verarschen kann ich mich selber. Ich bin mir sicher, wenn ihr das laute Rattern eines Zuges zum ersten mal erleben würdet oder einen Düsenjäger am Himmel erblicken würdet, dann würdet ihr auch eine Gänsehaut bekommen.“

Schamuru:
„Heißen bei euch die Flugsaurier ‚Düsenjäger’?“

Roland:
„Ja.“

Schamuru und Triolo lachen, Roland ignoriert sie und schaut dem Brontosaurus nach, der bestimmt schon 40 Meter weit weg ist. Jetzt verschwindet sein Kopf, er taucht und Roland bewundert den riesigen Körper, der in einem grünlichen Farbton schimmert, welchen ihm das Mondlicht verleiht.

In zwei Tagen gibt es die Fortsetzung
 
 
   
     
 
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Beitrag 19896 Verfasst am: Mi 14.Jul.2010 09:15
 
Savage Empire (2.Teil)
 
Zwei Tage später

Laut Triolo müssten sie gleich bei den Echsen von Sakkhra sein. Sie sollen angeblich in einer großen Höhle wohnen und den Menschen friedlich gesinnt sein. Mittlerweile hat sich Roland an den Anblick der Saurier gewöhnt, die Viecher scheinen überall im Dschungel zu sein. Sie sind bestimmt in fast zehn Kämpfe mit Myrmidex verwickelt gewesen, die sie unbeschadet überstanden haben. In einem Kampf wurde Roland zwar verletzt, aber Schamuru konnte ihn mit einem Zauberspruch heilen. Um zu zaubern muss man einen Totenschädel eines Gorillas, den sie hier Aphazz nennen, in der Hand halten und solch ein grünes Kraut namens Pinde essen. Daraufhin kommen aus dem Schädel hellgrüne Strahlen, die einen heilen. Angeblich kann man auch Schutz- und Lichtzauber so aussprechen, aber diese Zauber haben sie bisher nicht gebraucht. Nach einer Weile erreichen sie einen Höhleneingang, der von zwei Echsen bewascht wird, die genauso groß sind wie Menschen und auch zwei Arme und Beine besitzen.
Die linke Echse hebt ihren Speer und spricht:
„Wer seid ihr und was wollt ihr in Sakkhra?“

Roland:
„Wir suchen einen blauen Stein, der...der...ja, Freunde, wie erklären wir das den beiden Echsen?“

Triolo:
„Habt ihr einen Menschen mit einem Zauber verflucht?“

Echse:
„Nicht das ich wüsste.“

Schamuru:
„Kennt ihr einen Menschen namens Topuru?“

Echse:
„Der Verrückte auf der einsamen Insel? Das war mal ein guter Regenwaldmagier, aber jetzt soll er wohl die ganze Zeit auf einer einsamen Insel um ein Lagerfeuer herumspringen und wirres Zeug erzählen.“

Triolo(genervt):
„Ich wusste es doch. Der ganze Weg umsonst.“

Roland:
„Könnten wir mal mit eurem Anführer sprechen?“

Echse:
„Klar, Besucher sind bei uns jederzeit willkommen. Aber eure Waffen müsst ihr bei uns abgeben.“

Nachdem die Helden ihre Waffen bei den Wachen abgelegt haben betreten sie die Höhle. Es ist ein langer Gang, geschmückt mit Stalagmiten und Stalaktiten, und zwei Echsen kommen ihnen entgegen. Sie grüßen die drei Recken und gehen weiter. Nette Wesen, denkt Roland, aber er hat gar nicht viel Zeit sich darüber Gedanken zu machen, da sie nun eine sehr große Höhle mit vielen Echsen betreten, es sind bestimmt 20 oder 30 an der Zahl. Die Halle wird von Kesseln beleuchtet, in denen Holz brennt. In der Mitte der Höhle ist ein roter Teppich ausgebreitet, auf der eine Echse mit einer Krone aus Saurierzähnen sitzt. Sie gehen auf diesen König direkt zu und erst im allerletzten Moment bemerkt der Echsenkönig sie.

Echsenkönig:
„Hallo, Besucher, wir haben viel zu selten Besuch von Menschen. Habt ihr einen Wunsch oder wolltet ihr nur unsere bezaubernde Höhle bewundern?“

Roland:
„Wir suchen einen blauen Stein von einem Verrückten namens Topuru.“

Der Echsenkönig lacht und spricht:
„Ach der Junge. Ich glaube, es gibt keinen verrückteren als den Kerl. Die Geschichte kann dir Kysstaa, mein Freund erzählen. KYSSTA, WO BIST DU?“

Eine Echse die sechs Meter weiter auf dem Boden schläft, steht auf und geht zu dem Echsenkönig.

Kysstaa:
„Was ist los, mein König?“

Echsenkönig:
„Erzähle den drei Menschen die Geschichte von Topuru und dem blauen Stein.“

Kysstaa:
„Ach Gott, die Geschichte ist völlig abgefahren. Es war so: Ich bin einmal losgezogen um den Kurak einen Besuch abzustatten. Danach bin ich mit einem kleinen Boot den Fluss entlanggerudert und habe Topuru auf einer kleinen Insel entdeckt. Ich bin zu ihm gegangen, doch er dachte vermutlich, das ich ihn ausrauben will. Sofort nahm er seinen Aphazz-Schädel um einen Zauber auszusprechen. Jetzt musste ich ihn austricksen, ich nahm unbemerkt einen kleinen blauen Stein in die Hand, ballte sie zu einer Faust, fuchtelte mit ihr vor seinem Gesicht und dann öffnete ich sie. Topuru starrte gebannt auf den Stein in meiner Hand und ich drohte: „Wenn du mir versuchst zu schaden, dann werfe ich diesen blauen Stein ins Wasser. Dies würde dir gar nicht gut tun, denn dieser Stein ist...dein Gehirn.“ Was sich wie ein billiger Trick anhört funktionierte perfekt. Ich verließ die Insel wieder und steckte den Stein ein. Er hat es so sehr geglaubt, dass er ab dem Tag nur noch Schwachsinn von sich gibt.“

Roland:
„Wo ist der Stein?“

Kysstaa:
„Den Stein habe ich nicht mehr. Du kannst ihm aber jeden blauen Stein geben, er wird dir auf jeden Fall glauben.“

Triolo:
„NEIN!!! Der ganze Weg zu euch umsonst. Diese blauen Steine findet man überall in Eodon.“

Kysstaa:
„Genau, es ist ganz gleichgültig, welchen Stein du ihm gibst. Er muß nur blau und klein sein.“

Roland:
„Ihr habt in eurer Höhle viele bunte Steine, können wir uns einen mitnehmen?“

Kysstaa:
„Klar, nehmt euch so viele davon wie ihr wollt.“

Schamuru geht zu den Kristallsteinen an der Wand und sucht einige blaue Steine aus, die er einsteckt. Triolo schaut gestresst auf die Höhlendecke und murmelt irgendwas vor sich hin. Und Roland, der noch nie mit Echsenwesen gesprochen hat, spricht weiter mit Kysstaa.

Roland:
„Was macht ihr hier in dieser Höhle?“

Kysstaa:
„Es ist hier sehr sicher vor Feinden und schlechtem Wetter. Wir Echsen lieben dunkles Gemäuer und große Höhlen. Wir haben hier schon immer gewohnt und wir werden hier auch in Zukunft leben.“

Roland:
„Seid ihr mit den Kurak befreundet oder befeindet?“

Kysstaa:
„Weder noch, wir halten uns aus den Streitereien eurer Stämme raus. Selten kommen Menschen zu uns. Der Weg ist für sie mittlerweile auch sehr gefährlich geworden, da diese Riesenameisen überall im Dschungel auf uns lauern.“

Roland:
„Hast du Lust auf ein Abenteuer?“

Kysstaa:
„Naja, auf Dauer ist es schon ziemlich langweilig hier. Meine Frau ist mit unserem Sohn einfach abgehauen, dieses Mistding hat noch nicht mal einen Abschiedsbrief hinterlassen. Seit dem langweile ich mich noch viel mehr. Bis auf die Jagd nach wilden Tieren habe ich nichts zu tun.“

Roland:
„Willst du mit uns mitkommen? Wir wollen die Königin der Kurak retten und die Stämme vereinen, damit sie gemeinsam die Myrmidex bekämpfen.“

Kysstaa:
„Das ist eine fabelhafte Idee. Wir Echsen aus Sakkhra würden uns den Kurak anschließen, denn die Ameisen sind eine Bedrohung für alle Lebewesen auf Eodon.“

Roland:
„Dann schließe dich uns an, nimm etwas Proviant und eine Waffe mit.“

Kysstaa:
„In Ordnung, bis gleich.“

Kysstaa verschwindet in einer Ecke der Höhle, im selben Moment kommt Schamuru mit einem kleinen blauen Stein in der Hand und deutet an, dass sie wieder aufbrechen können.

Roland:
„Wir haben jetzt einen neuen Gefährten. Kysstaa wird uns folgen.“

Schamuru:
„Sehr gut, zu viert haben wir eine höhere Chance das Abenteuer zu bestehen.“

Triolo:
„Die Echsen sind gute und geschickte Krieger, solch einen können wir sicher gut gebrauchen.“

Die vier Helden verabschieden sich vom Echsenkönig und verlassen die Höhle. Sie beschließen auf dem Weg zu Topurus Insel einen kleinen Abstecher bei den Yolaru zu machen, schließlich liegt ihre Siedlung auf dem Weg. Obwohl sie sich beeilen brauchen sie einen Tag bis sie die Yolaru erreichen. Und in dieser Zeit hat Roland erneut Gelegenheit bekommen mit dem Obsidianschwert zu kämpfen, anfangs packte ihn noch der Ekel, wenn er gegen die Myrmidex gekämpft hat, mittlerweile hat er die Nerven und die Routine, die er für dieses Abenteuer braucht.
Bei den Yolaru angekommen gehen sie gleich zu dem Häuptling des Stammes, zu Apaton. Er trägt wie ein Indianer viele Federn auf dem Kopf und begrüßt mit Argwohn die kleine Truppe.

Apaton:
„Was wollt ihr und wer seid ihr?“

Roland:
„Wir kommen im Auftrag der Kurak, wir wollen mit euch Frieden haben und...“

Apaton(unterbricht):
„Das kommt gar nicht in Frage, mit solchen elenden Ratten pflegen wir weiterhin Krieg, es wird erst Frieden geben, wenn ihr besiegt seid und euch ergeben habt.“

Roland:
„Woher kommt dein Hass gegen uns?“

Apaton:
„Ich stelle hier die Fragen. Wer bist du, ich habe dich noch nie gesehen?“

Schamuru:
„Er heißt Roland und kommt aus einer fremden Welt. Intanya hat ihn herbeibeschworen um Frieden in unsere Welt zu bringen.“

Apaton:
„Die Kurak benutzen Worte wie ‚Frieden’ und ‚Gerechtigkeit’ um ihre Beutezüge zu rechtfertigen. Wir sind schon oft hereingefallen, noch einmal wird uns das nicht passieren.“

Roland:
„Ich komme nicht um den Kurak zu helfen oder den Urali oder euch. Ich bin gekommen um ganz Eodon zu helfen. Nur mit vereinten Kräften können wir die Myrmidex besiegen. Tun wir es nicht, dann werden wir irgendwann untergehen.“

Apaton:
„Meint ihr es ernst?“

Roland:
„Na klar.“

Apaton:
„Unsere Hilfe kostet aber etwas. Erst wenn ihr uns helft, dann helfen wir euch. Mein Sohn, der mir auf dem Thron folgen soll, ist schwer erkrankt. Er leidet unter einer todesbringenden Krankheit, es gibt nur ein Heilmittel: Die Wurzeln des Regenbogenbaumes.“

Roland:
„Wo ist so ein Baum?“

Apaton:
„Ich habe noch nie solch ein Baum gesehen, aber unser Schamane ist sich sicher, dass die Wurzeln dieses Baumes das einzige Heilmittel für meinen Sohn sind, das es gibt. Bei den Urali soll solch ein Baum stehen...leider weiß niemand wo sie sich versteckt halten.“

Schamuru:
„Wir werden die Urali finden und sollte solch ein Baum dort wachsen, dann entnehmen wir ihm eine Wurzel.“

Triolo:
„Als Gegenleistung müsst ihr euch mit uns verbünden.“

Apaton:
„Ich würde so etwas niemals tun...aber solltet ihr meinen einzigen Sohn retten, dann könnt ihr alles von uns verlangen was ihr wollt.“

Roland:
„Gut, wir werden wieder kommen. Mit der Wurzel, das verspreche ich euch. Noch eine Frage zum Schluß: Bei euch sollen zwei Menschen leben, ein alter Professor und ein Reporter. Wo sind sie?“

Apaton:
„Der Professor Rafkin hat sich hier eingelebt und wurde von uns aufgenommen. Er lebt in der Hütte dort drüben. Und diesen bekloppten Reporter mussten wir einsperren, der hat ununterbrochen auf uns eingeredet und Tausende von Fragen gestellt. Er nennt es ‚Interviews’, ich habe immer noch nicht verstanden was das eigentlich sein soll. Er ist in der großen Hütte dort auf der anderen Seite in einer Kammer eingesperrt. Ihr könnt aber mit ihm reden, er hat ein Fenster, aus dem er schauen kann.“

Roland und die anderen drei bedanken sich bei dem Häuptling und gehen zu der Hütte des Professors. Er trägt einen weißen Kittel, hat nur noch wenig graue Haare und auf seiner Nase sitzt eine Brille. Als er Roland sieht hebt er die Augenbrauen und nimmt die Brille ab.

Rafkin:
„Na hallo, da trägt ja einer eine Jeans, die werden hier gar nicht getragen. Auf meinem Heimatplaneten allerdings kann man fast in jedem Kleiderladen solch eine Hose kaufen. Bist du einer von denen, die Intanya nach Eodon gezaubert hat?“

Roland:
„Ja, genau.“

Rafkin:
„Aus welchem Land kommst du?“

Roland:
„Aus Deutschland, um ganz genau zu sein aus Berlin.“

Rafkin:
„Berlin, Berlin, die Stadt mit dem Multi-Kulti-Flair und der Riesenfanmeile. Hier gibt es viel weniger Menschen, vermisst du deine Heimat schon?“

Roland:
„Kein bisschen. Wo kommst du her?“

Rafkin:
„Ich bin ein Ami. Ich kann überhaupt kein deutsch, aber in dieser Welt sprechen wir automatisch alle EINE Sprache, die alle verstehen können. Diese Welt hier birgt viele Rätsel, mich fasziniert schon die ganze Zeit die Magie der Schamanen. Magier auf der Erde wurde immer verspottet, hier auf Eodon werden sie respektiert und bewundert.“

Roland:
„Schamuru hat mich vorhin geheilt, da kamen hellgrüne Strahlen aus dem Totenschädel und ich verspürte ein Gefühl des Glücks, mein Körper wurde durchflossen von neuer Energie und Kraft.“

Rafkin:
„Was mich auch sehr begeistert, ist, daß es auf diesem Planeten erst seit etwa 500 Jahren Menschen gibt. Angeblich hat der große Gott Barako Affen genommen und sie zu Menschen verzaubert. Dinosaurier und Menschen leben gemeinsam ihre Urzeit auf Eodon. Wer weiß, vielleicht gibt es in etwa 10.000 Jahren auch hier große Städte.“

Triolo:
„Können wir gehen oder müssen wir uns stundenlang mit dem Alten unterhalten?“

Rafkin:
„Verschwendet nicht eure Zeit mit mir, ihr müsst sicherlich ein großes Abenteuer bestehen. Aber eine Sache habe ich noch für euch, ich habe nur gewartet, dass ein Mensch meines Planeten zu mir kommt.“

Der Professor geht zu einem Schrank, der an der Wand steht und öffnet ihn. Er holt ein Gewehr und einen Beutel mit Patronen aus einem Fach und gibt sie Roland.

Rafkin:
„Habe ich selber gebaut. Die Eingeborenen denken, dass dieses Gewehr ein Ungeheuer ist, ein Werkzeug des Teufels und so ein albernen Kram. Du hast doch bestimmt mal solch eine Waffe in der Hand gehabt, oder?“

Roland:
„Ähh, ja, aber das ist schon lange her.“

Rafkin:
„Ich gebe dir die Waffe, weil du frei bist von Aberglaube und verrückten Märchen. Würde ich einem Yolaru die Waffe geben, der würde sich versehentlich vielleicht noch das Leben damit nehmen. Nimm sie und setze sie nur ein, wenn es unbedingt sein muss. Patronen habe ich nämlich nur zehn Stück in dem Beutel. Du musst bedenken, ich hatte keine Werkstatt zur Verfügung, ich musste hier in dem Dschungel viel improvisieren.“

Roland nimmt das Gewehr und bedankt sich herzlich bei dem Professor. Dieser will ihnen noch von seinen Entdeckungen erzählen, die er während seines Studiums der Magie von Eodon gemacht hat. Doch Roland winkt ab und beteuert, dass sie es eilig haben.
Sie verlassen die Hütte und gehen zu der Kammer, in der der Reporter eingesperrt ist. Roland spricht zu ihm durch ein kleines Fenster.

Roland:
„Hallo, lieber Reporter, wie heißt du? Und warum haben dich die Yolaru eingesperrt?“

Reporter:
„Ich heiße Jimmy, einfach nur Jimmy. Ich bin Reporter des Blattes „Sun“ und bin von so einem Verrückten Schamanen in diese Welt teleportiert worden. Erstmal war ich sehr begeistert, ich spürte, dass das die Story meines Lebens werden könnte. Ich bin dann hier gelandet, und, na ja, ich habe mit den Eingeborenen ein Interview nach dem anderen geführt, das hat sie genervt. Aber der Grund mich zu inhaftieren...war meine Kamera. Bei dem Blitzlicht meines Babys sind diese Primitivlinge jedes Mal zusammengezuckt, sie dachten ich wäre ein gefährlicher Hexer. Deswegen haben sie mich eingesperrt. Aber meine Kamera haben sie mir wiedergegeben, denn sie hatten gar kein Nutzen von ihr gehabt. Ich habe auch nichts von ihr...und....ähh....“

Jimmy wischt sich eine Träne aus dem Gesicht und nimmt aus seinem Brustbeutel seine Kamera. Er streichelt sie und gibt ihr einen Kuss um sie dann Roland zu geben.

Reporter:
„Ich habe kein Nutzen mehr von ihr. Ich kann keine Photos mehr schießen, denn ich bin eingesperrt in dieser kleinen Kammer. Nimm sie bitte für mich und führe meinen Auftrag fort: Mache so viel Photos wie du nur kannst von dieser Welt, mit diesen Bildern werden wir in unserer Welt unglaublich berühmt werden. Hier.“

Roland nimmt die Kamera in die Hand und überlegt sie ihm wieder zurückzugeben. Was soll er hier mit einer Kamera? Solch ein Gerät kann er auf Eodon nicht gebrauchen. Doch Jimmy wäre verletzt, wenn er sie nicht nehmen würde und daher verstaut er sie in seinem Rucksack.
Sie verlassen wieder die Siedlung und gehen Richtung Norden, Topurus Insel ist nicht mehr weit.

Auf einer kleinen Insel

Topuru:
„haha, ich habe kein Gehirn mehr und wenn ich kein Gehirn habe kann mir auch niemand vorwerfen, dass ich Schwachsinn erzähle, ich erzähle nicht mit schwachem Sinn sondern mit gar keinem Sinn, hahaha, wo bist du, meine kleine Maus? Du hast den Hängegarten der Olivenpalmen gesehen, du hast die Kokosnuss Aielas geküsst und du kannst Feuer fressen und hölzern pinkeln, hahaha, das Leben ohne Gehirn ist ein Paradies, es ist ein Gefühl voller Glücksmomente, hahaha, meine Gedanken können fliegen, haha, was habe ich gerade erzählt, ich weiß es nicht mehr, und warum weiß ich es nicht mehr, liebe Maus? Weil ich kein Gehirn mehr habe, HAHAHAHA, ohh, da kommen wieder diese Fremden, jetzt haben die sogar eine Echse noch hinzubekommen. Aber sie werden mir nichts tun, was wollen die schon von einem Geistlosen wie mir, haha...“

Roland:
„Topuru, wir haben dein Gehirn gefunden.“

Topuru(ernst):
„WO IST ES?? GEBT ES MIR SOFORT!!“

Roland:
„Schamuru, gib es ihm, er will erlöst sein.“

Schamuru holt aus seiner Tasche den kleinen blauen Stein und gibt ihn Topuru. Dieser steckt hastig den Stein in seinen Mund und schluckt ihn runter. Er schließt die Augen, streckt seine Arme aus und lasst sich nach hinten fallen.

Topuru:
„Danke. Vielen vielen Dank. Jetzt fällt mir endlich mein Name wieder ein: Topuru. Seit Wochen versuche ich mich zu erinnern, wie diese Welt heißt. Sie heißt Eodon. Dann gibt es noch Kurak, Yolaru, Urali, Sakkhra, Apaton, Aiela, JAAAA!!! Ich weiß alles wieder, DANKE.“

Roland:
„Jetzt musst du uns aber helfen. Wir sind einen weiten Weg gegangen um dein Gehirn zu finden.“

Topuru steht auf und kniet vor Roland.

Topuru:
„Was willst du von mir, mein Retter?“

Roland:
„Wir suchen die Urali. Weißt du wo wir sie finden?“

Topuru:
„HAHA Urali, Spaghetti, Panini, Maldini, HAHAHA!“

Triolo:
“Dieser Mistkerl, der verarscht uns doch die ganze Zeit!”

Topuru:
„Entschuldigt, ich habe nur Spaß gemacht. Das mache ich nur, wenn es mir sehr gut geht. Und jetzt geht es mir supergut, denn...“

Triolo:
„WO SIND DIE URALI?“

Topuru:
„Es ist ganz einfach: Ihr paddelt den Fluß immer Richtung Osten bis ihr bei den Bergen seid. Das kann fast drei Tage Zeit kosten. Da gibt es etliche Höhleneingänge, die meisten enden im Nichts. Ihr müsst die zweite Höhle von Norden nehmen, die führt euch zu den Urali. Mehr kann ich euch nicht erzählen, was bei den Urali jetzt so abgeht, weiß ich nicht. Ich war vor zehn Jahren das letzte mal dort.“

Die Abenteurer verabschieden sich von dem Geheilten und paddeln mit dem Floß Richtung Osten. Da es jetzt ziemlich dunkel geworden ist beschließen sie an Land zu gehen und zu schlafen.
Am nächsten Tag paddeln sie den Fluß weiter bis sie einen See erreichen. Sie paddeln durch den See und ihre Paddel verfangen sich ständig in Algen. Roland erschrickt, als zwei Meter vom Floß etwas aus dem Wasser fliegt. Es ist eine große Qualle, die pulsiert und nach oben steigt. Am Ende des Tages suchen sie sich eine Lagerstätte um zu essen und zu schlafen.
Nachdem sie das Feuer ausgemacht haben und sich niedergelegt haben, betrachtet Roland den Mond. Jetzt ist es mitten in der Nacht und der Mond scheint hellgrün. Zuerst erscheint auf Eodon der Mond dunkelgrün, über die Nacht wird er immer heller und in den frühen Morgenstunden wird er türkis und verschwindet im Blau des Himmels.

Zwei Tage später

Endlich erreichen sie die Berge! Sie tragen das Floß an Land und machen sich auf die Suche nach dem Höhleneingang, der sie zu den Urali bringt. Die erste Höhle passieren sie, sie gehen weiter nach Süden und als sie die zweite Höhle entdecken bewaffnen sie sich und betreten sie. Vorher nimmt Schamuru den Gorillaschädel, er kaut ein rotes Kraut namens Yopo und plötzlich umgibt sie ein hellblauer durchsichtiger Schutzmantel. Gut gerüstet betreten sie die Höhle.
Roland fühlt sich trotz des Schutzzaubers nicht sicher, das einzige was er hört sind die Schritte seiner Truppe, er umklammert mit festem Griff sein Schwert und macht sich auf einen Kampf gefasst. Nach zehn Minuten sehen sie am Ende des Ganges einen hellen Fleck. Um so mehr sie sich dem nähern erkennen sie, dass es Tageslicht ist, welches in die Höhle strömt. Ganz unerwartet erreichen sie das Höhlenende und vor ihnen erstreckt sich die blühende Pracht des Dschungels.

Roland:
„Wir sind durchgekommen OHNE zu kämpfen. Ich war auf alles gefasst, nur nicht darauf, dass es so einfach sein wird.“

Schamuru:
„Wer weiß, was noch kommen mag. Ich glaube kaum, dass wir bei den Urali einfach reinspazieren können.“

Kysstaa:
„Laßt uns weitergehen.“

„AHH“ hören die Abenteurer links neben dem Pfad. Sie sehen einen toten Yolaru, der auf dem Boden liegt und mit der Hand auf sie zeigt.

Roland:
„Wer bist du?“

Yolaru:
„Ich...ich...habe verloren...mit meinen Brüdern...“

Roland:
„Was habt ihr verloren?“

Yolaru:
„............den Kampf...........gegen...........den Tyrannosaurus....AAHH!!“

Der Mann erschlaft und ist tot. Die Helden schauen sich an und wissen, dass sie jetzt sehr vorsichtig sein müssen. Ein Schrei reißt sie aus ihren Gedanken, das Geräusch kam aus etwa hundert Metern Entfernung. Es war der Schrei eines riesigen Monsters.

den nächsten Teil gibt es übermorgen
 
 
   
     
 
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Beitrag 19905 Verfasst am: Fr 16.Jul.2010 08:54
 
Savage Empire (3.Teil)
 
Die mutigen Helden gehen weiter und als sie der Biegung des Weges folgen sehen sie, daß der dichte Dschungel endet und die Bäume nur noch vereinzelt stehen. Von weitem erblicken sie ein Dinosaurier, bei dem nicht nur Roland vor Schreck beinahe sein Schwert fallen lässt. Ein roter großer Tyrannosaurus Rex steht 50 Meter vor ihnen. Er schaut sie an, gibt ein ungeheuer lautes Gebrüll von sich und stellt sich genau in die Mitte des Weges. Triolo ist der erste, der aus seiner Starre erwacht und er geht mit bedachten Schritten auf dieses Monster zu. Die anderen folgen ihm und jeder von ihnen weiß, daß es jetzt sehr gefährlich werden wird.

Schamuru:
„Gegen dieses Ungetüm haben wir keine Chance. Wir müssten mindestens zehn Mann zählen um es besiegen zu können.“

Triolo:
„Wir müssen aber dadurch, wenn wir hier scheitern wird unser Stamm Aiela niemals wiedersehen.“

Der Saurier öffnet sein Maul und ein schier unvorstellbar lauter Schrei lässt die Abenteurer stillstehen. Jetzt springt der Saurier fünf Meter hoch und als er wieder auf dem Boden landet bebt die Erde und Schamuru fällt hin. Kysstaa hilft ihm wieder auf die Beine und der blonde Schamane zieht hektisch sein Bogen und spannt auf ihm einen Pfeil.

Roland:
„Bloß nicht, das wäre sehr leichtsinnig. Sobald wir ihn angreifen stürmt das Ungeheuer auf uns zu und zertrampelt uns.“

Triolo:
„Wir müssen es mit Plan machen.“

Roland:
„Ich habe doch das Gewehr. Ihr werdet ihn mit Pfeil und Bogen ablenken, ich werde genau auf seinen Kopf zielen und ihn töten. Versucht euch zu verteilen, denn sind wir eine geschlossene Gruppe, dann wird der Dinosaurier keine Probleme mit uns haben. Laufen wir allerdings verteilt durch die Gegend wird er gar nicht wissen, wo er zuerst hingehen soll.“

Schamuru:
„Na gut, dann wollen wir mal beginnen.“

Kysstaa:
„Ich wollte endlich mal wieder ein Abenteuer erleben. Aber das hier ist mir fast schon zu abenteuerlich. Aber lasst es uns probieren, unser Planet steht schließlich auf dem Spiel.“

Die Abenteurer verteilen sich und bilden einen großen Kreis um den Saurier. Dieser blickt Schamuru an und stürmt auf ihn los. Im selben Moment schießt Triolo einen Pfeil und trifft seine Schnauze. Sofort dreht sich der Riese um und rennt auf Triolo zu. Da trifft ein Stein sein Schädel, den Kysstaa geworfen hat. Das Tier ist hin und hergerissen, die drei schaffen es tatsächlich das Vieh so für eine Weile zu irritieren. „Langfristig ist das aber keine Lösung, das geht vielleicht zwei Minuten gut und dann muß mindestens einer von uns sterben“ denkt Roland, der sich in einem Busch versteckt hat und mit dem Gewehr auf den Schädel des Urviechs zielt. Kysstaa hat wieder einen Stein geworfen, er prallt von dem Schädel des Monsters ab und landet in dem Gebüsch, in dem Roland sitzt. In diesem Moment erblickt der T-Rex Roland, er gibt ein lautes Gebrüll von sich und stürmt auf ihn zu. Die Pfeile und Steine, die ihn jetzt treffen, ignoriert er, er will unbedingt Roland auffressen. Der Schweiß tropft unserem Helden von der Stirn, er hat so gut wie nie mit einem Gewehr geschossen und jetzt ist es so lebensnotwendig das Monster richtig zu treffen. Die Erde wackelt unter den schweren Schritten des Untiers und nur noch drei Meter trennen es von Roland. Er hat lang genug gezielt, drückt ab – und trifft genau das linke Auge des Ungeheuers. Es gibt einen entsetzlich lautes Geschrei von sich, dreht sich im Kreis und torkelt auf die Klippe zu. Roland schießt noch mal und mit Wohlwollen sieht er, wie das Untier die Klippe herunterfällt.

Schamuru:
„JA, wir haben es besiegt! Mit der Wunderwaffe des Professors.“

Triolo:
„Das war Wahnsinn was wir gemacht haben. Das hätte auch schief gehen können.“

Kysstaa:
„Laßt uns nach unserem Helden schauen!“

Alle drei suchen die Büsche ab und schließlich findet Triolo den Erdenmensch, er hat die Augen geschlossen und ist ohnmächtig.

Schamuru:
„Hast du Wasser geholt, Kysstaa? Ich habe mit der Pinde einen Heilspruch gezaubert, aber es hat nicht gewirkt. Hoffentlich kommt er bald zu sich, zum Glück hat er genau ins Auge des Sauriers getroffen. Ohh, jetzt wacht er auf!“

Roland:
„Wo...wo bin ich?“

Schamuru:
„Du bist bei uns, du hast den Dinosaurier besiegt. Gratuliere!“

Triolo:
„Wir müssen weiter, wer weiß, was mit Aiela schon alles geschehen ist. Vielleicht lebst sie auch gar nicht mehr, wir müssen uns beeilen, wir müssen sie retten.“

Roland:
„Mir geht es wieder gut, wir können gehen.“

Roland steht auf, dabei torkelt er und Kysstaa ist sofort zur Stelle um ihn zu stützen. Nach ein paar Minuten hat sich unser Held erholt, er kann jetzt wieder ganz normal gerade aus laufen und ihm wird bewusst, was das hier für ein irres Abenteuer für ihn geworden ist. Statt in irgendeiner virtuellen Welt auf dem Computer zu hause ganz alleine ein Spiel zu spielen läuft er in einer fremden Welt, die er auch noch retten kann!

Nachdem sich alle vier beruhig haben und dem Weg zu dem Dorf der Urali folgen erkennen sie von weitem eine Gestalt, die aus einer Flasche trinkt und laute Rufe von sich gibt. Der Mann scheint sich zu betrinken und trägt das graue Fell eines Wolfes.

Pindiro:
„Ach, ist das alles sinnlos auf dieser Welt! Und schön!! Alles, wofür ich gearbeitet habe ist dahin und vielleicht ist das auch das beste was mir passieren konnte. Das Leben sollte man genießen, mit Marihuana und gutem Wein, warum dieses Lernen, Arbeiten und Studieren, wenn es zum Glück viel einfachere und schnellere Wege gibt? Ohh, da kommen vier Krieger, vielleicht wollen die auch mal einen Schluck Pfirsichwein trinken. Kommt, nehmt euch einen Schluck!“

Roland:
„Nein, danke. Wer bist du?“

Pindiro:
„Ich heiße Pindiro, kurz Pindi, bin der Schamane der Urali...gewesen. Darden, der Riese ist jetzt der Chef der Urali, er hat unseren Häuptling gekillt und mich gefeuert. Soll ich uns einen Joint bauen?“

Triolo:
„Kommt gar nicht in Frage, wir brauchen für unsere Mission einen klaren Kopf. Wer ist dieser Darden?“

Mann:
„Darden ist stockdoof, aber er ist ziemlich stark. Und er hat unsere Schatzkammer geplündert und es den Dorfbewohnern geschenkt. So hat er viele starke Urali für sich gewinnen können. Aber lasst es so sein wie es ist. Wenn Barako, unser Gott, es so will, dann sollten wir nicht dagegen ankämpfen.“

Roland:
„Weißt du, wo Aiela steckt?“

Mann:
„Die hübsche Häuptlingsfrau der Kurak? Klar weiß ich das. Darden hat sie in einer Höhle eingesperrt, sie befindet sich zwei Meilen südlich von hier.“

Schamuru:
„Wo ist diese Höhle?“

Mann:
„Ach, vergesst diese Frau. Geht nach hause, berauscht euch mit den schönen Drogen, die es hier im Dschungel gibt und, ach, wusstet ihr, dass diese gelben Pilze, die bei uns wachsen die schönsten Halluzinationen herbeizaubern können? Ihr müsst sie vorher aber in heißem Wasser kochen und...“

Er kommt nicht dazu weiter zu sprechen, weil Roland auf ihn zu geht, ihn an seinem Lederhemd packt und ihm ins Gesicht flüstert:
„Pass mal auf, mein Kleiner. Du kannst ja aus deinem Leben machen was du willst, aber du sagst uns jetzt SOFORT wo diese Höhle ist, KLAR?“

Mann:
„Ähh, ja, also das ist schwierig zu erklären, ich könnte euch aber hinführen.“

Roland lässt ihn los und zischt:
„Das ist der erste vernünftige Satz, den wir bisher von dir gehört haben.“

Mann:
„Ich will mir aber erst mal einen Joint bauen und...“

Triolo:
„Kommt gar nicht in Frage, wir sind in Zeitdruck.“

Roland:
„Na gut, dann stopfe ich mir schnell eine Pfeife und rauche es so. Warum diese Zeitnot? Aiela ist wahrscheinlich sowieso schon tot, schade eigentlich, eine richtig schöne Frau ist das gewesen. Und...“

Er kommt nicht mehr dazu weiterzusprechen, da Roland ihm einen Tritt in seinen Hintern gibt. Der Schamane schimpft und führt die Truppe durch den dichten Urwald Richtung Süden. Nachdem er die Pfeife geraucht hat hört er auf zu meckern, stattdessen quasselt er vor sich hin, doch die vier Freunde hören ihm nicht zu und folgen ihm.
„Ach, ist das alles schön. Da kann die Welt auch untergehen, wenn ich mein Marihuana habe, dann ist alles toll. Ich habe mit einem Typen mal gesprochen, der angeblich aus einer anderen Welt kam. Da soll es verboten sein, man muß extra in irgendwelche dunklen Stadtviertel gehen und sich vor Polizisten in Acht nehmen, nur um EIN Gramm von dem Zeug für viel Geld zu bekommen. So, und jetzt schau dir diesen Dschungel an, das Zeug wächst hier überall, für Kiffer gibt es keinen besseren Ort als Eodon und, Vorsicht, die Brücke hier ist alt und marode, lauft jetzt bitte langsam.....super, geschafft, wir sind gleich da, Aiela ist eine richtig heiße Braut, ich habe mit ihr auch einmal ein gekifft, sie meinte, sie verträgt es nicht gut, da sage ich mal wieder nur: Weiber! Die wissen doch gar nicht, wie...“

Triolo unterbricht ihn in einem energischen Ton:
„Jetzt halt die Klappe, erzähle uns lieber von der Höhle, in der sie gefangen ist.“

Mann:
„Sie wird nur von drei oder vier Urali-Krieger bewacht, da Darden sich sicher ist, daß niemand die Höhle findet. Aber er hat nicht mit mir gerechnet, da bin ich gerne mal ein Verräter, er hat meinen alten Boss getötet und jetzt bin ich arbeitslos. Darden ist viel zu aggressiv, der sollte mal einen Joint rauchen um runter zu kommen.“

Roland:
„Wo ist dieser Darden?“

Mann:
„Entweder lässt er sich in unserem Dorf feiern oder er ist in seiner Höhle.“

Schamuru:
„Wo ist diese Höhle?“

Mann:
„Die ist eine Meile nördlich vom Urali-Dorf. Ahh, da ist die Höhle. Seht ihr, da drüben ist sie. Wollt ihr nicht bevor ihr da reingeht einen Zug von der Pfeife?“

Roland und seine Gefährten beachten den berauschten Schamanen nicht weiter und gehen auf den Höhleneingang zu. „Macht euch auf einen Kampf gefasst“ sagt Triolo und alle vier ziehen ihre Waffen, Roland und Kysstaa laufen vorne mit jeweils einem Schwert in der Hand und die anderen beiden tragen ihren Bogen, auf dem sie schon einen Pfeil gespannt haben.

Sie betreten die dunkle Höhle und folgen einem Gang bis sie zu einer großen Höhle gelangen. Vorsichtig schaut Roland sich diese Höhle an und erkennt zwei Krieger in blauem Rock und einem rot-weiß-gelb-bemalten Gesicht, die sich unterhalten und zwei weitere, die auf dem Boden liegen und schlafen. Roland geht mit seinen Jungs ein paar Meter zurück um die Lage zu besprechen.

Roland:
„Wir sind vier, die auch, wir könnten sie, wenn wir uns anstrengen, besiegen.“

Kysstaa:
„Na gut, dann kann es mal losgehen.“

Schamuru:
„Wir können es auch ganz anders lösen.“

Triolo:
„Genau. Schamuru und ich beschießen die zwei Typen, die wach sind mit unseren Pfeilen. Dann werden die anderen beiden wahrscheinlich aufwachen, aber mit den zweien werden wir locker fertig.“

Schamuru:
„Genau, es wird wahrscheinlich gar nicht erst zum Kampf kommen. Wenn sie uns sehen, werden sie schon begreifen, daß sie gegen uns vier keine Chance haben, sie werden sich sicherlich ergeben.“

Roland denkt kurz nach und spricht:
„Wir machen es so: Schamuru beschießt den linken Typen, Triolo den anderen. Wenn ihr es ganz gut macht und beide gleichzeitig tödlich trefft, dann wachen vielleicht die anderen beiden gar nicht erst auf.“

Schamuru:
„Genau, und die zwei, die da schlafen packen wir und fesseln sie.“

Roland:
„Okay, dann machen wir es so.“

Schamuru und Triolo spannen ihre Bögen und nehmen sich die Zeit ganz genau zu zielen. Triolo zählt leise bis drei und im selben Moment schießen sie auf die Urali-Krieger. Beide treffen gleichzeitig und die zwei Männer geben einen kurzen Laut von sich und sacken zu Boden. Vorsichtig nähern sich die vier Helden den anderen beiden, die auf dem Boden schlafen und werfen sich auf sie. Die Urali sind überrascht, sie versuchen sich zu wehren, doch gegen die vier haben sie keine Chance.
Während Triolo, Schamuru und Kysstaa die zwei mit einem großen Seil, welches der blonde Schamane in seinem Rucksack trug, fesseln geht Roland zu einem Käfig, in der eine Frau auf der Erde liegt und schläft. Er kann ihr Gesicht nicht erkennen, da es von ihren dunklen Haaren verdeckt ist. Sie trägt einen kurzen braunen Rock und ein schwarzes Hemd. Roland rüttelt am Gitter so lange bis sie erwacht, sie dreht sich zu ihm und ein leises „Booah“ kommt aus seinem Munde. Solch eine schöne Frau hat er noch nie gesehen.

Aiela:
„Wer bist du? Was hast du mit mir vor?“

Roland:
„Wir sind gekommen um dich zu retten. Der Schamane der Kurak, Intanya, hat uns geschickt.“

Aiela stürmt auf das Gitter, rüttelt daran und ruft:
„ENDLICH!! Ich dachte, ich werde hier schon verenden!“

Kysstaa geht zum Käfig und gibt Roland einen Schlüssel. Sofort öffnet er die Gittertür und Aiela wirft sich in seine Arme und küsst ihn leidenschaftlich. Roland bekommt einen roten Kopf und stellt erfreut fest, daß sie mit dem Küssen gar nicht aufhören will.

Triolo:
„Laßt uns gehen, zum Schmusen haben wir jetzt keine Zeit.“

Schamuru:
„Triolo, du bist ein richtiger Emotionskiller. Genieße doch diesen Anblick, Aiela dachte schon sie wird hier verrecken und dann kann sie auf einmal ihren Retter von Kopf bis Fuß abküssen.“

Triolo(genervt):
„Jaja.“

Aiela gibt Roland den letzten Kuss, sie dreht sich um und schwärmt:
„Die Kurak sind die besten die es gibt. Danke Schamuru und Triolo. Und danke, liebe Echse. Wie heißt du eigentlich?“

Kysstaa:
„Ich heiße Kysstaa und will euch helfen Eodon zu retten.“

Aiela:
„Und wie heißt du, mein Süßer?“

Roland:
„Roland.“

Aiela nimmt seine Hand, streichelt sie und zwinkert ihm zu.

Triolo:
„Aiela, wir müssen die Stämme Eodons vereinen, damit sie alle zusammen die Myrmidex bekämpfen.“

Aiela:
„Wir müssen aber zuerst den Urali helfen. Darden hat die Macht dieses Stammes an sich gerissen, er hat mit seinen Kumpanen die heilige Statue des großen Fabozz vom Dorfplatz der Urali in eine Höhle gebracht und die Urali haben seitdem keine Träume und Wünsche mehr, gar keine schönen Gefühle können sie mehr empfinden.“

Roland:
„Wer ist dieser Fabozz?“

Aiela:
„Fabozz war der erste Häuptling der Menschen auf Eodon vor 500 Jahren. Damals waren sie noch ein Stamm, nach seinem Tode gab es Streiterein, wer der neue Anführer sein sollte. Schließlich haben sich drei Gruppen gebildet, die seit längerem verfeindet sind.“

Schamuru:
„Wir müssen den Urali die Statue zurückbringen und Darden besiegen. Als Gegenleistung werden sie uns helfen und mit den anderen beiden Stämmen Frieden schließen.“

Roland:
„Laßt uns die Statue holen!“

Aiela:
„Wir sollten aber nicht durch das Dorf der Urali gehen. Wenn die sehen, daß ich wieder frei bin, dann packen die uns und sperren uns ein. Oder sie töten uns auf der Stelle.“

Aiela geht zu den geschlagenen Urali und nimmt eine ihrer Waffen mit. Es ist ein türkisfarbenes langes Rohr mit einem Mundstück, daneben liegen etwa 30 kleine giftige Dartpfeile, die sie in ihre Brusttasche einsteckt.
Die Fünfer-Gruppe verlässt die Höhle und geht Richtung Norden. Als sie das Dorf von weitem erblicken gehen sie in nordöstlicher Richtung um es zu umgehen. Mittlerweile ist es ziemlich dunkel geworden und Schamuru schlägt vor ein Lager aufzuschlagen. Sie gehen noch einige Meter weiter nach Osten und als sie glauben sicher vor den Urali zu sein sammeln sie Holz für ein Feuer und Kysstaa holt aus seinem Rucksack sechs Fische. Er hat sich bereit erklärt das meiste zu tragen, da er der stärkste aus der Truppe ist.
Nachdem sie sich satt gegessen haben legen sie sich hin und Aiela legt sich neben Roland, sie umarmt ihn und schließt die Augen um selig einzuschlafen. Und Roland? Der ist so überwältig von diesem Abenteuer mit seinen neuen Freunden, dass er gar nicht einschlafen kann. Ihm gehen die Bilder von den Sauriern und dem Regenwald durch den Sinn, er spürt, wie die Hand Aielas sich kurz bewegt, er streichelt ihren Kopf und schließt die Augen. Glückstränen überrollen ihn, solche schönen Gefühle hat er noch nie in seinem Leben verspürt.

„Ich liebe dich, ich werde immer an deiner Seite stehen. Der Glanz meiner Augen gehört dir, mein Lächeln ebenfalls und solltest du sterben, werden meine Haare auf der Stelle grau und ich werde niemals wieder lachen können. Aber Barako wird uns beschützen, da bin ich mir ganz ganz sicher. Ich will endlich Kinder haben, schließlich muss mir jemand auf den Thron folgen wenn ich alt bin. Ich habe lange nach dem richtigen Mann gesucht – jetzt habe ich ihn gefunden!“
Roland spürt ein Ruckeln an seiner Schulter und er wacht aus seinem Traum auf und sieht das Lächeln Aielas.
„Komm, du Schlafmütze, wir müssen aufbrechen, schließlich haben wir einen Auftrag zu erledigen.“
Sie gibt ihm einen Kuss und unser Held steht liebestrunken auf und kann sein Glück nicht fassen. Sie formieren sich, Roland läuft ganz vorne, hinter ihm gehen Aiela und Kysstaa und hinten laufen die beiden Schamanen. Was ist das nur für ein erhabenes Gefühl in diesem prächtigen Urwald zu laufen, diese mächtigen fünfzig Meter hohen Baumriesen, die großen Baumkronen, die den Dschungel in ein lebhaftes grün tauchen und die unzähligen Tiere, teils harmlos, teils gefährlich, die er überall bewundern kann.
Die Abenteurer umgehen das Dorf der Urali und nähern sich der Höhle, in der die Statue sein soll.
Nach einer Weile sehen sie von weitem einen Höhleneingang, der von vier Uralikrieger bewacht wird, die ihre Gesichter rot, weiß und gelb bemalt haben.

Triolo:
„Diese Höhle wird bestimmt weit aus besser bewacht als die andere. Vielleicht sind es zu viele von uns.“

Roland:
„Wir müssten uns die Gesichter bemalen wie sie es tun.“

Kysstaa:
„Und was soll ich machen? Ich kann mich doch schlecht als ein Urali verkleiden.“

Roland:
„Wir machen es so: Schamuru, Triolo und ich bemalen uns die Gesichter und Aiela und Kysstaa werden wir fesseln und so tun, als ob es unsere Gefangenen wären.“

Aiela:
„Genau, mit dem Vorwand, daß ich ausgebüchst bin und man mich am besten umbringen sollte, kommen wir vielleicht durch.“

Roland:
„Und womit färben wir uns das Gesicht?“

Schamuru:
„Wir brauchen gelbe, weiße und rote Steine. Mit einem Zauberspruch kann ich aus den Mineralpigmenten dieser Steine Farbe zum Bemalen machen.“

Nachdem sie die passenden Steine gesammelt haben dauert es nicht lange bis sich drei von ihnen die Gesichter bemalen. Jetzt sehen sie aus wie die Urali und Kysstaa und Aiela werden von Triolo und Schamuru mit einer Liane gefesselt. So gehen sie auf den Höhleneingang zu.

Großer Urali:
„Halt, was wollt ihr in unserer Höhle?“

Roland:
„Diese unverschämte Echse hat Aiela, die dreckige Dirne, befreit. Wir konnten gerade so noch verhindern, daß die beiden flüchten.“

Kleiner Urali:
„So, so, die Echsen aus Sakkhra mischen sich also doch in unsere Angelegenheiten ein. Geht in die Höhle, da ist Darden, er wird euch sagen, was mit den beiden passieren soll.“

Großer Urali:
„Hoffentlich will er, daß wir diese lästigen Fliegen umbringen sollen.“

Roland führt die Gruppe in den dunklen Höhleneingang. An den Wänden hängen brennende Fackeln und sie bleiben an einer Kreuzung stehen. Ein Gang führt nach links, einer gerade aus und einer nach rechts.

Aiela:
„Ich war noch nie in einem Dungeon, aber trotzdem habe ich gerade ein Deja-vu. Ich muß in irgendeinem anderen Leben in einem dunklen Labyrinth mal ein Abenteuer erlebt haben.“

Schamuru:
„Wo gehen wir jetzt hin?“

Roland:
„Wenn wir hier jemanden fragen, dann wissen die gleich, daß wir gar keine Urali sind.“

Kysstaa:
„Da wir diese Höhle nicht kennen müssen wir sie erkunden. Es ist egal, welchen Gang wir nehmen.“

Roland:
„Na gut, dann gehen wir mal in den linken Gang.“

Roland führt die Gruppe an, während Schamuru einen Lichtzauber spricht, da die Fackeln nicht viel Helligkeit hergeben. Die Helden hören nur das Knirschen ihrer Schritte und das Pochen ihrer Herzen.

Weiter geht´s am Montag. Allen ein schönes Wochenende!
 
 
   
     
 
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(5351 Tage)
Beitrag 19909 Verfasst am: Mo 19.Jul.2010 13:28
 
Savage Empire (4.Teil)
 
„Halt!“ ruft ein Urali ihnen zu, der fünf weitere anführt und ihnen in dem Höhlengang entgegen kommt. „Was macht ihr mit Aiela?“ fragt er stirnrunzelnd.
„Wir müssen zu Darden, sie wäre beinahe von der Echse gerettet worden. Wir müssen sie besser bewachen“ spricht Roland.
„Oder sie töten“ zischt Triolo und der Urali nickt und geht mit schnellen Schritten an ihnen vorbei. Seine Kumpanen schauen die Helden argwöhnisch an, doch sagen sie nichts und folgen ihrem Anführer.
Von weitem sehen sie Licht aus einer Höhle kommen. Sie betreten sie und erkennen, wie drei Urali mit zwei Würfeln spielen. An den Wänden sind fünf Matten, auf denen Männer liegen und schlafen.

glatzköpfiger Urali:
„Ich habe einen Doppelstern geworfen!! JAAAA!“

junger Urali:
„Das gibt es doch nicht!! Einen Doppelstern wirft man ganz selten und du hast heute zum zweiten mal schon einen geworfen.“

Uralikriegerin:
„Der Typ ist in Wirklichkeit ein Schamane!! Gib es doch zu!!“

glatzköpfiger Urali:
„NEIN!! Ich bin ein ganz normaler, wie ihr auch!!“

Uralikriegerin:
„Jaja. Schaut mal (sie steht auf). Das sind ein paar von uns mit Aiela!“

Roland:
„Wo ist Darden? Wir müssen unbedingt mit ihm sprechen!“

glatzköpfiger Urali:
„Der ist bei der Statue, er bemalt sie mal wieder.“

junger Urali:
„Ey, ich würde Aiela gerne mal bumsen, hehe.“

Uralikriegerin schaut den Jungen an und lästert:
„So jung und schon so versaut. Was soll aus dem mal werden!“

Während die drei sich unterhalten und beleidigen drehen Roland und seine Gefährten um und gehen den Gang zurück.
Als sie die Kreuzung erreichen beschließen sie den mittleren Gang zu nehmen, nach zehn Metern hören sie ein Grummeln auf sie zukommen. Es kommt ein Urali mit einem grauen Jaguar auf sie zu, das Tier will auf Rolands Gruppe losstürmen und der Urali muß sich sehr anstrengen das wilde Wesen an der Leine zu halten. Roland weiß, daß seine Truppe den Urali was vormachen kann. Tiere haben aber viel bessere Instinkte, solche Biester kann man nicht so einfach austricksen.

Urali:
„Was...was...beim mächtigen Barako, was ist mit dir los, Kalis, bleib ruhig....was macht ihr mit der Kurak-Königin?“

Roland:
„Wir müssen unbedingt Darden sprechen, wir müssen sie besser bewachen. Sie wäre beinahe gerettet worden.“

Urali:
„Der ist bei der Statue.“

„Wo ist die Statue?“ will Roland schon fragen, er kann sich diese Frage im letzten Moment noch unterdrücken, denn das wäre sehr verräterisch. Die fünf Menschen und die Echse schauen nur auf das Tier, welches immer wieder hochspringt und dabei mit seinen Vorderbeinen nach den Helden ringt, der Urali lästert „Kalis, hast heute wieder deine Macken?“, Roland schaut genau in die Augen des Jaguars und denkt „Bleib ruhig, du Töle! Sonst wird dir Barako dein Fell abziehen!!“ Als ob das Tier seine Gedanken lesen könnte verstummt es, dabei beruhigt es sich und knurrt leise vor sich hin. Der Urali ist erleichtert, gibt dem Jaguar einen Klaps auf den Hintern und geht weiter.
Nach einigen Schritten erreichen sie zwei Höhlen, die in der Mitte verbunden sind, eine riesige Doppel-Höhle. Sie sehen acht Urali-Krieger und einen Riesen, der eine große Statue mit gelber Farbe bemalt. Seine Krieger lachen und unterhalten sich.

1.Uralikrieger:
„Fabozz sieht jetzt viel besser aus, Darden.“

2.Uralikrieger:
„Rot-Weiß-Gelb...das sind unsere Farben.“

Darden:
„Nana, das sind eigentlich meine Farben. Bevor ich der König der Urali war haben wir uns nur für Kriegszüge bemalt. Mit einem langweiligen schwarz.“

3.Uralikrieger:
„Jetzt führen wir jeden Tag Krieg mit den Karuk und Yammeru, oder wie diese Schwächlinge heißen.“

4.Uralikrieger:
„HEY, schaut mal! Die bringen Aiela, diese Hexe!“

Darden dreht sich um und schaut Roland genau ins Gesicht. Dieser will sprechen, aber bei dem Anblick dieses Riesen bleibt ihm die Sprache weg.

2.Uralikrieger:
„Wer sind die denn? Die kenne ich gar nicht.“

Darden:
„Was macht ihr mit Aiela?“

Roland öffnet den Mund um zu antworten, im selben Moment schießt Schamuru mit seinem Bogen einen Pfeil auf Darden. Er trifft seine Brust, der Riese schreit auf und die Urali versuchen ihm irgendwie zu helfen. Da sie jetzt abgelenkt sind greifen die Retter Eodons jetzt richtig an, Aiela schießt mit ihrem Rohr einem Urali einen Pfeil genau ins Gesicht, Triolo wirbelt eine Horizontale mit seinem Schwert und enthauptet einen Krieger, Schamuru zaubert den Geist „Zipactriotl“ herbei, der kleine Blitze verteilen kann und Kysstaa und Roland kämpfen mit ihren Obsidianschwertern gleich gegen vier Urali. Was sich hoffnungslos für den Leser liest ist ein gelungener Überraschungsangriff, die Urali sind total überrascht und diesem schnellen Angriff hilflos ausgeliefert.
„AHHH, ein Giftpfeil!!“
„Mein Arm...ist ab!“
„Jetzt haue ich dir, NEIN, AHH, mein....mein....urks!“
Rolands Gefährten brüllen dagegen gar nicht, sie führen ihre Attacke konzentriert und geschickt aus. Nach drei Minuten Kampf ergeben sich die zwei verbliebenen Urali. Triolo und Schamuru verbinden die Arme der zwei, in der Zwischenzeit gehen Roland und Aiela zu der Statue.

Roland:
„Hier ist die Statue, die ist aber VIEL zu groß!! Die bekommen wir niemals raus.“

Aiela:
„Darden muß sie mit 20 Männern reingebracht haben. Ich sehe sie jetzt auch zum ersten mal.“

Kysstaa kommt zu den beiden und spricht:
„Wir haben einen guten Kampf abgeliefert...stecken jetzt aber in einer doofen Situation. In dieser großen Höhle gibt es keine Möglichkeit sieben Tote und zwei Gefangene schnell mal zu verstecken. Wenn jetzt einer von denen kommt und das sieht, dreht der um und rennt zum Dorf um alle gegen uns zu hetzen.“

Aiela:
„Ich glaube, wir müssen die Statue nur irgendwie an seinen Platz ins Dorf bringen und schon sind alle Urali uns dankbar und vergessen Darden.“

Jetzt probieren alle fünf die Statue hochzuheben, aber keine Chance, das Ding rührt sich keinen Zentimeter. Die Statue ist noch nicht mal zwei Meter hoch, aber ziemlich breit, sie hat die Form eines großen Würfels. Es ist nur ein Gesicht des Menschen, der der erste Häuptling auf Eodon war. Nach mehreren Versuchen geben sie es auf und sie haben das Gefühl, daß sie in einer Sackgasse stecken.
Roland berührt die Augen der Statue und die Helden hören sofort auf zu sprechen, da aus dem Mund des Steingesichts eine Stimme leise ertönt. „Ich brauche LICHT!...ahhh...Helft mir!! LICHT!“
Kysstaa nimmt eine Fackel blitzschnell von der Wand und hält sie dicht vor der Statue. „Mehr LICHT!“ ertönt die selbe Stimme, jetzt kommen Triolo und Schamuru ebenfalls mit Fackeln dazu, doch das Jammern der Statue hört nicht auf.
„Wir bräuchten richtig helles Licht, das eines Blitzes!“ sagt Aiela, gleich darauf schnippt Roland mit dem Finger und ruft: „Die Kamera!! Das Blitzlicht einer Kamera kann uns helfen!!“
Er kramt in seinem Rucksack und holt die Photokamera raus. Er überlegt nicht lang und drückt den Auslöser.
„DAAAANNNKEEEEEE!!!“ hören sie es jetzt ganz laut in der Höhle und alles verschwimmt um Roland. Er fliegt in einem violetten Strudel, in einem Tunnel, an dessen Wände wabernde Löcher sind, sein Körper wird immer schwerer, schiere Müdigkeit überfällt ihn und ihm fallen die Augen zu. Er sieht in seinem Kopf, wie er aus der Höhle fliegt, den langen Gang durch, vier Urali erschrecken sich und werfen sich auf den Boden, jetzt fliegt er aus der Höhle raus, er steigt immer höher und überfliegt das Bäumedach des Dschungels, er sieht ganz weit weg einen großen Berg, auf dem viele Dinosaurier leben, nun fühlt er, daß er nach unten fliegt, er sieht das Dorf der Urali und er landet mitten auf dem Dorfplatz. Mit seinem Körper spürt er jetzt einen Sandboden, er öffnet die Augen und richtet sich ruckartig auf.
Er ist ganz benommen, das erste, was er sieht, ist ein Feuerkreis, in dessen Mitte die Statue steht. Er hört das Klatschen und Rufen von Menschen und als er seinen Kopf dreht sieht er, daß die Urali einen großen Kreis um ihn, die Statue und seine Freunde bilden und klatschen.
Zu ihnen kommt der Urali-Schamane Pindiro.

Pindiro:
„Hey, das habt ihr super gemacht!! Darden ist tot und ich bin jetzt der neue Häuptling, JUCHUU, ich räume jetzt bei den Urali und auf ganz Eodon noch richtig ab!! Und kiffen muss ich jetzt auch nicht mehr jeden Tag, Fabozz ist wieder da, wir fühlen uns alle großartig, jetzt haben wir richtig Spaß im Dschungel, nicht wahr?“

Roland:
„Wie...wie lange liegen wir schon hier?“

Pinidro:
„Ach, zwei Stunden oder so. Wir haben aber unser „Wllkommen-sei-Fabozz-Ritual“ gefeiert und fix einen neuen Häuptling gewählt. Und mein Auftrag lautet euch zu helfen. Kennt ihr Oboro?“

Triolo:
„Ja.“

Pinidro:
„Er baut die besten Trommeln auf Eodon. Und er beherbergt die „Göttertrommel von Barako“, ihr müsst auf ihr trommeln...“

Aiela:
„...und alle Stämme treffen sich bei Hakur, dem größten und ältesten Baum der Welt. Eure Hilfe haben wir, die unsere auch, wir brauchen nur noch die der Yolaru. Alle müssen wir gegen die Myrmidex kämpfen!!“

Roland:
„Wir brauchen eine Wurzel des Regenbogenbaumes um den Sohn des Yolaru-Häuptlings zu heilen. Er soll bei euch...“

Pinidro(unterbricht):
„Das hatte ich aber als Schamane schon: Die Bude mit dem besten Ausblick auf den geilsten Baum!! Jetzt wohne ich da wieder. Da vorne ist meine Hütte, dahinter ist der Baum. Geht und führt eure Mission zu Ende, liebe Freunde!“

Die Gruppe erhebt sich und läuft zu der Hütte. Als sie hinter Pindiros Heim laufen sehen sie einen Baum, dessen Blätter in roten, blauen und grünen Farben schimmern, die Sonne beleuchtet sie und Roland ist ganz beeindruckt von diesem glänzenden und farbenreichen Anblick. Triolo geht zu dem Baum und schneidet mit seinem Messer eine Wurzel ab.
„Ich habe eine, wir können gehen!“

Jetzt wird bei den Helden gar nicht viel geredet, sie verlassen das Dorf der Urali, gehen durch den Dschungel bis sie zu der Wiese kommen, die an der linken Seite an einer Klippe endet, von der der Tyrannosaurus runtergefallen ist. Sie gehen zu den Bergen und als sie die Höhle sehen, die die Urali mit der anderen Welt verbindet, beschleunigen sie ihren Gang, denn sie können es kaum abwarten die Stämme zu vereinen. Sie kommen schnell durch die Höhle und eilen zu den Yolaru. Auf dem Weg werden sie in etliche Kämpfe mit den Ameisen verwickelt. Schamuru wird dabei von einer beinahe getötet, die ihn von hinten anfällt. Zum Glück konnte Roland noch dazwischenfunken und dem Vieh den Kopf abschlagen.
Sie sind froh als sie die Yolaru erreichen. Die fünf werden von den Bewohnern des Dorfes sofort zu ihrem Häuptling gelassen als sie erfahren, was für eine wichtige Baumwurzel sie bringen.
Als Apaton die Wurzel seinem Schamanen gibt, macht der sich auf der Stelle daran einen Heiltee zuzubereiten. Dabei spricht der Häuptling:
„Danke, ihr habt meinem einzigen Sohn das Leben gerettet!! Ich bin euch für immer dankbar!! Sobald ihr auf der Göttertrommel spielt werden wir zu Hakur kommen und gemeinsam gegen die Ameisen kämpfen!!“

Die Helden danken ihm für seine Unterstützung, verneinen aber seinen Wunsch noch zum Essen zu bleiben. Sie verlassen die Hütte und besprechen ihre Situation.

Roland:
„Wo ist dieser Oboro?“

Triolo:
„Der lebt an dem Disquiqui-Wasserfall, das dauert drei oder vier Tage. Ein Einsiedler, hat nur imaginäre Freunde und wenig Kontakt mit anderen Lebewesen. Er bekommt nur Besuch wenn einer eine Trommel braucht.“

Roland:
„Dann lasst uns dort hingehen!“

Roland führt die Truppe an und er kann sich gar nicht an die Glücksgefühle gewöhnen weil sie immer intensiver und stärker werden. Was ist das nur für ein Adventure für ihn!! Trotzdem müssen sie immer auf der Hut sein, die Myrmidex können überall lauern. Sie sind aber mittlerweile so eine starke Gemeinschaft geworden, sie überleben alle Kämpfe fast unbeschadet. Einmal aber hätte Roland seinen kleinen Finger beinahe verloren, aber Schamuru hat ihn wieder genäht und verbunden.

3 Tage später

Oboro:
„Nun sag schon, Jukari, mein fleißiger Adept, hast du jetzt den Rhythmus des Goldenen Affen gelernt? Changuito, spiel ihn unserem Schüler noch ein mal vor!“

Rolands Bewunderung für diesen atemberaubenden Wasserfall wird plötzlich unterbrochen, als er einen Trommelrythmus hört, unglaublich schnell und präzise, mit Wirbeln und einem zackigem Staccato. Das wird Oboro sein, denkt er, und er geht den Klängen nach, die anderen folgen ihm.

Oboro:
„Toll machst du das, Changuito, schau mal, da kommen Leute, die eine Zugabe wollen.“

Roland:
„Hallo Oboro, wir brauchen die Göttertrommel!“

Oboro:
„Na na na, so einfach holt der gute alte Oboro diese Wundertrommel aber nicht raus.“

Aiela:
„Die Stämme sind vereint, wir werden uns alle bei Hakur versammeln und gegen die Myrmidex kämpfen!“

Oboro:
„Ohh, bist du nicht Aiela, die Königin der Kurak? Ich habe nicht immer solch einen prominenten Besuch. Klar, ich hole sie. Es wird auch langsam Zeit, das die Streiterein auf Eodon endlich aufhören, ich will schon lange nichts mehr damit zu tun haben.“

Der Mann geht in eine Höhle und kommt nach fünf Minuten mit einer kleinen Trommel zurück. Auf dem Trommelfell ist ein grüner Kreis gezeichnet.

Oboro:
„Schlag nur ganz leicht darauf. Wenn du zu doll raufhaust, dann gibt es ein Erdbeben auf Eodon.“

Aiela schlägt sachte auf die Trommel – und zuckt zusammen. Bei dem Schlag vibrierten die Erde, die Bäume und der See. Mit langsamen Schlägen auf die Trommel belebt sie den Dschungel, die Vögel überall auf Eodon schrecken auf und fliegen in die Lüfte, im ganzen Urwald herrscht jetzt Hochbetrieb bei den Tieren. Auch die Saurier horchen auf aber instinktiv wissen sie, daß sie keine Bedrohung fürchten müssen.
Und die Bewohner der drei Stämme unterbrechen ihren Alltag, schauen sich ins Gesicht und wissen, daß sie jetzt gegen die Myrmidex kämpfen werden. Aber alle zusammen!!
„ENDLICH!! Unsere Königin ruft uns!“
„Mein Sohn ist gerettet, jetzt retten wir Eodon!“
„Barako ruft uns! Und Fabozz will, daß wir zu Hakur gehen“
Mit Abenteuerlust und Euphorie rüsten sich die Menschen auf Eodon aus und singen dabei fröhliche Lieder. Dabei wissen sie, daß es jetzt um Leben und Tod gehen wird. Aber mit dieser lustigen Einstellung verspüren sie so gut wie gar keine Furcht.

„haha“ lacht die Kurak-Häuptlingsfrau, mittlerweile hat sie schon sechs verschiedene Rythmen gespielt. Einer war von dem Lied, was die Kurak am meisten mögen. Sie werden es sicher erkannt haben und wissen, daß Aiela gerettet ist und auf sie bei Hakur wartet.

Nach einer Stunde beschließen Roland und seine Freunde, daß es reicht mit der Trommel und sie packen ihre Sachen. Der Baum, zu dem sie müssen, ist zwei Tage Fußmarsch weit weg. Roland läuft wieder vorne, jetzt läuft aber Aiela neben ihm.
„Aiela, ich war noch nie so verliebt wie jetzt, noch nicht mal ansatzweise war das bisher so. Mit den meisten Bräuten war es langweilig, manchmal fürchterlich langweilig und mit dir habe ich das größte Abenteuer, was es gibt. Kann man bei euch auch heiraten?“
„Ja, klar, aber ich weiß nicht wenn ich nehmen soll. Ich habe ihn noch nicht gefunden.“ Dabei schaut sie traurig und verträumt in den Himmel.
„Gibt es ihn in deinem Leben?“
„Ja...weil er in meinen Träumen lebt lebt er auch in mir. Das reicht mir auch schon aus.“ Aiela wischt sich eine imaginäre Träne aus dem Gesicht. Roland läuft zwei Meter vor ihr, dreht sich um und kniet sich hin, dabei faltet er die Hände zusammen, schaut ihr ins Gesicht und spricht zu ihr:
„Dieser Traummann ist also noch nicht in dein Leben getreten, ihr habt euch noch nie gesehen. Ich kann es also nicht sein, ich frage nicht warum, denn der Mann deiner Träume ist sicherlich ein gewandter Kampfmagier, der eine Dinosaurier-Armee mit seinen Blitzen vernichten kann, gleichzeitig ist er zehn mal so stark wie ein Tyrannosaurus, er kann Hakur mit seinem rechten Zeh zerdrücken, er ist ultraschlau und unvorstellbar phantasievoll, sein Aussehen kann gar nicht besser sein, so muß der erste Mann, der Ideal-Mann von Gott erschaffen ausgesehen haben, ein Charisma und ein Lächeln besitzt er, da fallen alle Frauen in Ohnmacht...“
„Ach, nein. Das ist es nicht. Der ist nur so mein Ding glaube ich. Er hat etwas was andere nicht haben, die ich bisher kennen gelernt habe. Zwar ist er nur in meinen Träumen...aber ich spüre, daß es ihn gibt und das er hier in der Welt irgendwo mich sucht. Etwas geheimnisvolles und mysteriös hat er, es ist so groß, daß man immer was neues finden kann..“
„Was denn?“
„Er hat ganz ganz niedliche und ganz ganz ganz lange und große Ohren. Richtig süß!“
„Er...hat...ganz...ganz...ganz...“
Die anderen Abenteurer sind schon längst stehen geblieben und schauen sich dieses kleine Theater an, was die beiden veranstalten. Dabei grinsen sie.
Aiela, mittlerweile richtig in Fahrt gekommen, hebt den Zeigefinger und sagt: „Aber das ist es nicht allein. Zehn Jahre pures Glück und wichtige Erfahrungen in meinem Leben würden diese Ohren mir bedeuten. Aber der Mann, von dem ich rede, ist nicht zehn Jahre mein Mann, er ist der Mann für die Ewigkeit!“
„Wer ist dieser Mann, der alles in Überfluss hat was andere nicht haben...aber was auch keiner haben will. Aber deine Liebe würde mir alles bedeuten, ich kann mir große Hüte machen und aufsetzen, oder Röcke, die zehn Meter lang sind, natürlich würde ich das dauernde Stolpern beim Laufen in Kauf nehmen, eine große Pfeife, werde ich schnitzen oder...“
„Nein, nein, nein, ich will es von der Natur haben. Und es muß menschlich sein, keine Hüte oder Hosen oder so ein alberner Kram.“
„Was hat er noch, was ihn so einzigartig macht?“
„Eine ganz ganz ganz lange Nase! Mit vielen vielen Haaren!“
„Ohh, der Glückliche!“
„Und ganz ganz ganz kleine Augen. Total süß. Und einen ganz ganz breiten Mund. Und das schönste kommt noch, dafür würde ich alles machen was möglich ist: einen ganz ganz ganz...“
Jetzt fängt nicht nur Aiela an zu lachen, alle stimmen mit ein und zum ersten mal ist Roland mit seinen Gefährten minutenlang nur am Gackern.

Nach ein paar Minuten haben sie sich beruhigt und laufen wieder. Auch diese Gruppe hat die kommenden Gefahren jetzt fast völlig verdrängt.
Nach einigen Stunden Marsch wird es dunkel und sie machen an einer Stelle ihr Lager. Nachdem sie gegrillte Maiskolben gegessen haben, legen sich alle hin.
Roland liegt neben Aiela und sieht das grüne Mondlicht in ihren Augen schimmern.
„Wie groß ist eigentlich dieser Baum, zu dem wir gehen, meine Süße?“
„Er hat einen Durchmesser von fast hundert Metern. Ist der größte Baum der Welt.“
„Ich habe mal einen Science-Fiction-Film im Kino gesehen, da kam auch so ein großer Baum vor.“
„Kino? Science-Fiction?“
„Aiela, ich würde gerne mal sehen, was das für dich wäre auf einmal in meiner alten Welt zu sein.“
„Willst du da wieder zurück?“
„Nein, auf keinen Fall. Und wenn, dann nur...nur...mit...mit....“
Er hört auf zu sprechen und jetzt schauen sich beide nur an. Sie saugen von dem anderen den Blick auf, schöpfen aus ihm unvorstellbare Energie, Freude und Liebe, Roland könnte sie noch stundenlang ansehen und nichts dabei sagen, da bewegt sie ihren Arm, er greift nach ihr, streichelt Aiela und umschlingt sie mit seinen Armen und jetzt beginnen sie sich leidenschaftlich zu küssen.

Der fünfte und letzte Teil kommt in zwei Tagen
 
 
   
     
 
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Beitrag 19956 Verfasst am: Di 12.Okt.2010 20:36
 
Das letzte Stück Himmel
 
Anno ist zuhause und schaut auf die Uhr. Wo bleibt sein Bruder Julian nur? Er kann doch wenigstens mal anrufen, er hat sich heute extra Zeit für ihn genommen. Sogar Laura hat er abgesagt, es ist ja immerhin auch sein Bruder. Er nimmt sein Telefon und ruft ihn an.

Julian:
„Ja?“

Anno:
„Hallo Julian, wo bleibst du?“

Julian:
„Ich bin auf der Brücke.“

Anno fäßt sich genervt mit der Hand an die Stirn und meckert:
„Mann, warum denn schon wieder? Das bringt doch nichts, sieh das doch mal ein.“

Julian:
„Ich werde es heute Nacht aber tun. Ich werde springen.“

Anno:
„NEIN!!! Tue das bloß nicht! Das Leben ist doch so schön, warum machst du das?“

Julian:
„Mein Leben hat keinen Sinn, vielleicht hat es für mich auch nie einen gegeben. Laura war meine letzte Hoffnung. Aber sie liebt mich nicht, sie liebt dich.“

Anno:
„Herr Gott noch mal, ich bin mit ihr doch jetzt nicht verlobt oder so was. Du kannst sie doch haben, ich habe genug Bräute.“

Julian:
„Sie ist eine Ausnahmefrau, so eine wirst du wahrscheinlich nie wieder treffen.“

Anno:
„Ich weiß. Aber du bist mir wichtiger als sie, du bist mein Bruder.“

Julian:
„Wir können sie aber nicht dazu zwingen mich zu lieben.“

Anno:
„Du musst es nur richtig machen, dann klappt es schon. Komm jetzt zu mir und dann bereden wir alles.“

Julian:
„Heute gibt es kein zurück mehr. Ich werde jetzt runterspringen und dabei halte ich das Fotoalbum mit den Bildern unserer Mutter in meinem Arm. Sie ist zu früh gestorben, ich werde ihr jetzt folgen.“

Anno:
„HÖR AUF DAMIT!!! Willst du etwa, daß Laura an deinem Grab weint und um ihre größte Liebe, die sie in ihrem Leben hatte, ihr Leben lang trauert?“

Julian:
„Sie liebt mich nicht, sie wird mich auch nie lieben. Weil ich es nicht wert bin.“

Anno:
„So, wir machen jetzt folgendes: Du gehst jetzt von der Brücke weg und kommst sofort zu mir. Ich gebe zu, ohne meine Hilfe würdest du Laura niemals bekommen. Aber ich habe Ahnung von Bräuten, mein Job ist es die schönsten von denen zu fotografieren und mir der einen oder anderen bin ich dann auch im Bett gewesen. Ich werde dir ein paar Lektionen geben was Frauen betrifft, glaube mir, wenn ich das kann, dann kannst du das auch. Ich gebe dir hiermit die 100%-Garantie, daß sie deine Freundin wird.“

Julian:
„Wirklich?“

Anno:
„JA!“

Julian:
„Na gut. Dann komme ich jetzt.“

Zwei Wochen später

Julian sitzt im Cafe „Nachtschwärmer“ und schaut auf die Uhr. In zehn Minuten müsste sie da sein. Er nimmt die Kerze und legt sie so auf den Tisch, daß sie genau in der Mitte steht. Und sein Glas Mineralwasser rückt er so lange zur Seite bis es ihm gefällt. Die Blumenvase mit der Tulpe legt er auf die andere Seite und zwar so, daß der Abstand zwischen Vase und Tischrand genauso groß ist wie der zwischen seinem Glas und dem Tischrand auf der anderen Seite.
Anno hat ihm alles erklärt. Es soll gar nicht schwer sein das Herz einer Frau zu gewinnen, wenn man es nur unnötig kompliziert macht, erst dann geht es in die Hose. Aber wie Anno kann er es nicht machen, er muß seinen eigenen Stil finden. Wie macht so etwas wohl Brad Pitt? Vielleicht muß man sich nur vorstellen, dass es einfach ist und dann klappt es. Er hat noch nie eine Freundin gehabt. Und nur einmal hat ihn eine Frau geküsst. Und das war eben Laura. Sie waren am See als es geschah und nach dem Kuss musste er sich alleine ans Ufer setzen und das erst mal verarbeiten.
Ohh, da kommt sie schon. Ein paar Minuten früher, das ist ja toll!
Sie trägt ein rotes Kleid und lächelt ihn an während sie sich den Stuhl zurecht rückt.

Laura:
„Hallo Julian, dein Bruder meinte, daß du mich unbedingt sehen willst.“

Julian:
„Ja, Liebste.“

Nachdem sie sich hingesetzt hat faltet sie ihre Hände zusammen und grinst ihn an.

Laura:
„Warum?“

Julian:
„Warum was?“

Laura:
„Warum willst du mich sehen?“

Julian:
„Weil...weil ich dich liebe. Und Anno hat mir gesagt, man soll der Frau das sagen und ihr dabei in die Augen schauen. „Mein Kleines“ soll ich dich nennen und „mein Schatz“.“

Laura:
„Sag doch nicht, was dein Bruder dir sagt. Sag einfach das, was du wirklich denkst.“

Julian:
„Ich habe noch nie so eine schöne und aufregende Frau gesehen wie dich. Das Problem ist nur, daß du eine Liga zu hoch bist für mich.“

Laura:
„Bin ich jetzt Spieler beim FC Bayern, oder was? Wir sind alle in ein und der selben Liga. Ich bin ein normaler Mensch wie du.“

Julian:
„Liebst du mich denn?“

Laura:
„Nein, ich liebe deinen Bruder. Er ist so, wie ich mir einen Mann schon immer gewünscht habe. Und dann fliegt er noch mit mir, wir haben beide dasselbe Lieblingshobby.“

Julian:
„Dann will ich mich nicht weiter einmischen. Anno ist ein besserer Mensch als ich, deswegen hat er dich mehr verdient als ich.“

Laura:
„Darum geht es gar nicht, ich will und brauche doch nicht den besten Mann der Welt. Mein Freund muß zu mir passen. Und er passt auf jeden Fall mehr zu mir als du.“

Julian:
„Zu mir passt glaube ich keine Frau.“

Laura:
„Doch, doch, du wirst die Liebe deines Lebens schon finden. Du musst nur daran glauben. Ich bin eine Frau, die frech sein kann und viel quatschen tut. Du bräuchtest eher eine Frau, die schüchtern ist, so wie du.“

Julian:
„Na gut. Dann nicht. Schade. Ich habe viel geübt um normal mit dir reden zu können. Und ich habe es geschafft, ich habe nicht einmal...nicht einmal, ähh, genau, nicht einmal gehakt, keinen Stoterrerer, äh, ich bin, Mist, doch, jetzt bin ich wieder sehr aufgeregt.“

Laura:
„Da siehst du es, Julian. Du kannst dich ja doch nicht normal mit mir unterhalten, mit Anno verstehe ich mich dagegen blind.“

Julian:
„Na okay, dann werde ich...dann werde ich...“

Laura fäßt seine Hand an und schaut ihn ernst an.

Laura:
„Julian, mir hat dein Bruder erzählt, daß du Selbstmord machen willst. Denkst du, deine Probleme sind weg, wenn wir zusammen sind? Ich kann dir nicht helfen, vielleicht kann dir noch nicht mal Anno helfen. Du alleine musst das schaffen. Und glaube mir, wir Frauen sind nicht das wichtigste, es gibt nicht nur die Liebe zu einer Frau. Man kann die Natur lieben, Bücher lieben, Freunde lieben oder wie ich das Fliegen.“

Julian:
„Ich brauche eine Frau, damit ich das Leben lieben kann.“

Laura:
„Nein, du musst das Leben lieben, damit du auch eine Frau lieben kannst.“

Jetzt schauen sie sich beide an, Laura lächelt ganz natürlich während Julian verkrampft versucht zu grinsen. Dabei hält sie seine Hand fest. Nach ein paar Sekunden lässt sie seine Hand los und er hebt die Augenbrauen und spricht:
„Du, Laura, ich habe dir eine Geschichte geschrieben. Aber die wollte ich dir eigentlich nur geben, wenn wir zusammen sind. Denn es ist eine Liebesgeschichte...aber ich will sie dir trotzdem geben.“

Laura:
„Gerne, ich bin schon gespannt darauf. Was ist das für eine Geschichte?“

Julian:
„Ich habe da geschrieben, wie wir heiraten werden. In einem großen Schloss aus weißem Marmor, welches auf einer riesigen Wolke schwebt. Dann kommt auf einmal der böse Zauberer Grimmhold und entführt dich mit seinen Schergen. Und da geht das Abenteuer erst los, ich rette dich dann. Hier ist die Geschichte.“

Er holt aus seiner Tasche einen Hefter mit 42 Seiten.

Laura:
„Ohh, gleich so viel? Aber vielen Dank, mir hat bisher noch keiner eine Geschichte geschrieben.“

Julian:
„Wenn wir schon nicht zusammen kommen, kann ich dir dennoch Geschichten widmen? Können wir dann wenigstens imaginär zusammen sein?“

Laura:
„Ja, das geht. Du darfst dann nicht weinen, wenn du siehst, wie ich Anno küsse. Wenn du aber damit umgehen kannst, dann können wir Freunde bleiben.“

Julian:
„Und mit den Geschichten?“

Laura:
„Wenn es dir Spaß macht, dann schreibe mir was du willst. Aber übertreibe nicht, so eine Geschichte mit über vierzig Seiten mache für mich bitte nicht jede Woche.“

Julian:
„Wie oft denn? Für dich könnte ich jeden Tag so etwas machen.“

Laura:
„Na sagen wir mal alle sechs Wochen oder so. Wenn du zu viel für mich schreibst dann denkst du vielleicht auch zu viel an mich. Und das ist wahrscheinlich nicht gut für dich.“

Julian:
„Genau, so machen wir das. Danke, Laura.“

Laura:
„Für jede Geschichte, die du mir gibst, bekommst du auch was.“

Julian:
„Was denn?“

Laura:
„Komm mal näher.“

Er beugt sich zu ihr und sie gibt ihm kurz einen Kuß. Erschrocken fährt er zusammen und zuckt nach hinten.

Julian:
„Das ist zu viel für mich. Ich glaube ich muß jetzt nach hause und das verarbeiten. Bitte nur einen Kuss pro Monat, höchstens, denn sonst ist das zu viel für mich.“

Nach einer Stunde verabschieden sie sich und Julian geht gedankenversunken nach hause. Er denkt:
„Laura ist die Liebe meines Lebens. So wie es jetzt ist reicht es mir auch. Anno kann ihr drei Küsse hintereinander geben, das kann ich nicht. Für drei Küsse brauche ich schon drei Monate, ansonsten ist es zu viel für mich................sie hat vielleicht recht, man muß auch noch andere Sachen im Leben lieben, nicht nur eine Frau. Zum Beispiel den Sternenhimmel. Soll ich mal aus Spaß eine Science-Fiction-Geschichte mit Raumschiffen und Aliens schreiben?“
Während er über das Leben grübelt betrachtet er den Nachthimmel mit seinen unzähligen Sternen. Als er eine Sternenschnuppe sieht schließt er die Augen und wünscht sich was. Kurz darauf geht er weiter und er beschließt keinem irgendwann davon zu erzählen, was er sich eben gewünscht.
 
 
   
     
 
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Beitrag 19996 Verfasst am: Di 23.Nov.2010 22:47
 
Hier kommt Lola
 
In dem Kinderzimmer von Lola.
Das kleine Mädchen schaut sich einen roten Ring aus Plastik an, in dem Moment klopft es an ihrer Tür. Es ist Penelope, sie sind heute verabredet.

Penelope:
„Hallo Lola, kann ich reinkommen?“

Lola:
„Ja, setz dich zu mir. Wir wollten heute einen Songtext schreiben. Ich zeige dir das Lied.“

Während Penelope sich hinsetzt holt Lola ihre Gitarre und spielt ein Lied. Danach legt sie das Instrument beiseite und holt einen Stift und ein Blatt Papier. In der Zeit geht Penelope das Lied im Kopf noch mal durch.

Penelope:
„Nach jeder Strophe kommt der Refrain, aber am Anfang kommt die Strophe zweimal, ne?“

Lola:
„Ja. Aber das kann man noch ändern.“

Penelope:
„Über was soll der Text gehen?“

Lola:
„Über diesen Ring, ich habe mir vorgestellt, daß ich ihn anziehe und wenn ich an was denke, dann ist es da.“

Penelope:
„Das ist ja ein Ring, den jeder gerne hätte. Wo hast du den Ring her?“

Lola:
„Naja, nur aus einem kleinen Automaten. Aber in dem Song habe ich ihn in einer kleinen Schatztruhe gefunden.“

Penelope:
„Du bist im Meer schwimmen gewesen, dann bist du getaucht und hast eine kleine Kiste gefunden.“

Lola:
„Ich öffne sie dann, nur Sand und Muscheln. Schließlich finde ich den Ring und ziehe ihn an.“

Penelope:
„Du fragst dich, woher der Schatz kommen mag, vielleicht von Seefahrern und Piraten.“

Lola:
„Dann schaue ich aufs Meer – und plötzlich sehe ich ein Piratenschiff.“

Penelope:
„Ein Schiff mit grimmigen Seeräubern, bewaffnet mit Säbeln und Pistolen.“

Lola:
„Das Schiff ist aber zum Glück noch weit weg. Ich drehe mich um und will nach hause.“

Penelope:
„Dann denkst du aber an einen Piraten und sofort steht einer vor dir.“

Lola:
„Es ist kein normaler Pirat, es ist einer mit einem Skelettkopf. Ich habe dann viel Angst.“

Penelope:
„Sofort ziehst du den Ring ab – und weg ist er und das Piratenschiff ist auch verschwunden.“

Lola:
„Mit dem Ring muß man aufpassen. Alles was man sich vorstellt kann man mit ihm herzaubern. Deswegen darf man nur an schöne Sachen denken, wenn man ihn trägt.“

Penelope:
„Was würdest du dir noch alles damit wünschen?“

Lola:
„Eine beste Freundin habe ich ja jetzt. Aber ich hätte gerne eine Gitarre die von alleine spielt. Einen Hund, der in meine Hosentasche passt. Und am liebsten hätte ich einen Roboter, der spricht.“

Penelope:
„Wenn du dann abends in dein Raumschiff gehst wird er dich auf deinen Reisen im Weltall begleiten.“

Lola:
„Der würde sagen „Lola, lass uns heute zum Mars fliegen“ und „schau dir die vielen Sterne an, wie sie leuchten.“

Penelope:
„Und dann würde er sagen „siehst du neben unserem Raumschiff die riesengroße Pommes, auf der ein Dackel mit Hut sitzt?““

Lola:
„Der spinnt der Roboter. Manchmal lügt er.“

Penelope:
„Danach spricht er „Lola, ich freue mich schon, wenn wir auf dem Mars landen“.

Lola:
„Und dann, wenn wir landen und auf dem Mars laufen sagt er, „Hier sind keine Lebewesen, hier können wir machen was wir wollen.“

Penelope:
„Danach sagt er aber „Vorsicht, halte dich bei mir, bei diesem Gedrängel verlieren wir uns noch“. Jeder dritte Satz von ihm ist eine Lüge.“

Lola:
„Mit dem Roboter würde es mir noch mehr Spaß machen zum Mars zu fliegen. Aber ich würde nicht nur Spaß haben, ich würde auch Menschen helfen.“

Penelope:
„Du könntest vielen armen Menschen das geben, was sie vielleicht nie bekommen würden.“

Lola:
„Ich würde nach Afrika fliegen und mit dem Ring würde ich Krankenhäuser, Läden, Schulen, Autos und alles herbeizaubern.“

Penelope:
„Mit so einem Ring könnte man die ganze Welt retten. Aber ist eigentlich alles weg, wenn man den Ring wieder abzieht?“

Lola:
„Ja. Aber wenn ich ihn anlasse, dann bleibt alles da.“

Penelope:
„Dann musst du ihn immer tragen. Nicht das du ihn abziehst und eine ganze Stadt verschwindet dann.“

Lola:
„Ich würde ihn dann immer tragen, das tut ja nicht weh. Ich dürfte dann nicht mehr an schlimme Sachen denken.“

An der Tür erscheint die Mutter Lolas.

Mutter:
„Lola, du musst noch Hausarbeiten machen.“

Lola:
„Kann ich das nicht später machen?“

Mutter:
„Die Schule ist wichtiger als die Musik.“

Lola:
„Musik ist wichtiger."

Mutter(genervt):
"Lola!"

Lola:
"Na gut, Penelope, kannst du jetzt den Text schreiben?“

Penelope:
„Ähh, ja, das bekomme ich bestimmt hin.“

Während Lola und ihre Mutter Hausarbeiten machen, geht Penelope ins Wohnzimmer und beginnt den Text zu schreiben. Man sieht jetzt im Zeitraffer wie sie schreibt, was durchstreicht und ergänzt. Am Ende steht der Text.

Ring der Wünsche

Im Meer war eine alte Kiste, ich zog sie an Land,
sie war aus Gold und Silber und voll mit Sand.
Darin war ein Ring, glänzend und kostbar so sehr.
Ich zog ihn an und schaute aufs offene blaue Meer.

Da sah ich ein großes Schiff Jahrhunderte alt,
mit Piraten, den Säbel im Mund, der Blick grimmig kalt.
Ich drehte mich um und sah vor mir einen Skelettpiraten,
den Ring zog ich ab, er und das Schiff verschwanden.

Ich habe einen Ring gefunden, der Wünsche erfüllt,
mal wird man glücklich, mal in Schrecken gehüllt.
Vor meinen Augen sehe ich das was ich denke,
ich mache mir und meinen Freunden viele Geschenke.

Nachts ging ich in mein Raumschiff mit dem Ring,
ich zog ihn an und neben mir erschien ein kleines Ding.
Es war ein sprechender Roboter aus meinem Traum,
jeden dritten Satz log er, dabei humpelte er durch den Raum.

Ich habe einen Ring gefunden, der Wünsche erfüllt,
mal wird man glücklich, mal in Schrecken gehüllt.
Vor meinen Augen sehe ich das was ich denke,
ich mache mir und meinen Freunden viele Geschenke.

Mit einem Flugzeug bin ich nach Afrika geflogen,
die Menschen dort bettelarm und häufig belogen.
Ich zog den Ring an und in ihrem kleinen Ort
gab es Läden, Krankenhäuser, Schulen sofort.

Ich habe einen Ring gefunden, der Wünsche erfüllt,
mal wird man glücklich, mal in Schrecken gehüllt.
Vor meinen Augen sehe ich das was ich denke,
ich mache mir und meinen Freunden viele Geschenke.
 
 
   
     
 
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Beitrag 20008 Verfasst am: Mi 1.Dez.2010 01:00
 
Bon appetit im Pazifik
 
Hanna steht vor dem Tisch eines älteren Herren im Restaurant „Wake Island Paradise“.

Hanna:
„Hier haben wir den aromatischen Lyon de Merlot, edel und fruchtig in seinem Geschmack,
lieblich und kernig begleitet er den Abend und gibt einem unvergessliche Stunden.“

Älterer Mann:
„Ja, dann nehme ich den.“

Hanna gießt ihm Wein ins Glas und spricht:
„Er schmeckt deswegen so harmonisch, weil seine Inhaltstoffe im Verhältnis genau richtig abgestimmt sind. Seine leichte, milde Süße geben ihm einen einzigartigen lieblichen Duft.“

Älterer Mann:
„Danke, hübsche Frau. Ich bin neu hier, habe da bei so einem Quiz diesen Traumurlaub gewonnen. Was kann man auf Wake Island alles machen? Ich habe da von so einem Affen gehört, drei Meter groß.“

Hanna:
„Das ist im Regenwald, da gibt es auch Eingeborene, aber keine Angst, das sind alles nur Schauspieler, die tun keinem was. Da gibt es auch eine Grotte, die von einem Wicht bewohnt wird. Das sind alles Showeinlagen für die Touristen. Die Strände bieten viel Badespaß und unsere Hotelanlage viel Unterhaltung.“

Älterer Mann:
„Was kann ich hier im Hotel alles machen?“

Hanna:
„Wir haben ein Kino, eine Musikbühne, eine Diskothek, eine Sauna, lieber Herr, wenn ich Ihnen jetzt alles aufzählen würde, würde es zu lange dauern. Aber eine Sache sollten Sie sich nicht entgehen lassen: Die Gänge der Erleuchtung im Keller des Hotels! Laufen Sie dort in einem Labyrinth, dessen Wände aus Opalen, Smaragden, Rubinen und anderen Edelsteinen bestehen. Danach werden Sie die Welt mit anderen Augen sehen.“

Zwei Stunden später

Hanna zieht sich in der Umkleidekabine um. Endlich Feierabend, denkt sie. Wegen Lola arbeitet sie nur noch drei mal die Woche. Sie ist jetzt fünf und nächstes Jahr würde sie in die Grundschule kommen. Hier auf der Insel gibt es aber keine Schule. Und weggeben, das kam für Hanna auf keinen Fall in Frage. Also haben sie einen Privatlehrer bestellt. Aber da gibt es noch ein Problem: Lola hat kaum Kinder hier mit denen sie spielen kann. Nur drei Mitarbeiter des Hotels haben ihre Kinder auf Wake Island. Aber noch ist alles so neu und aufregend, vielleicht bleibt sie mit ihrer Tochter gar nicht so lange auf dieser Insel. Thomas gehört das Restaurant und er sollte auch seine Tochter stets sehen können.
Während sie ihren Gedanken nachgeht öffnet sich die Tür und Daniel betritt den Raum. Er betrachtet sie von hinten und ihm wird bewusst, daß ab jetzt wieder das große Kino der herrlichsten Gefühle ihn die nächsten Tage begleiten wird. Mit dieser Frau hat er die schönste Liebesgeschichte seines Lebens gehabt. Aber richtig zusammen waren sie nie. Eine rein platonische Liebe war es aber auch nicht, denn sie hatten sich oft geküsst. Vielleicht zu oft, dadurch hat sich bei ihm eine starke Zuneigung zu ihr entwickelt.
Hanna dreht sich um und als sie Daniel sieht stürmt sie auf ihn los. Sie umarmen sich und küssen sich wild.

Hanna:
„Endlich sehen wir uns wieder, nach fünf Jahren. Ich konnte dich nicht vergessen.“

Daniel:
„Ich habe auch oft an dich gedacht. In den letzten fünf Jahren konnte ich mich deswegen nicht in andere Frauen mehr verlieben.“

Hanna:
„Ich finde es toll, daß du wieder bei uns arbeiten wirst. Aber diesmal nicht in Zürich sondern auf einer Trauminsel im Pazifik.“

Daniel:
„Ich freue mich auch so, ich bin schon ganz gespannt. Hanna, du bist noch schöner geworden. Du bist jetzt 34, oder? Lola müsste jetzt fünf sein.“

Hanna:
„Ja, so ist es. Wir sind jetzt ein Jahr schon hier, mal sehen, wie lange wir noch bleiben werden. Noch ist es sehr schön.“

Hanna und Daniel verlassen den Umkleideraum und gehen noch was trinken. Nach fünf Jahren haben sie sich viel zu erzählen und nachdem sie sich verabschiedet haben geht Daniel zu Bett. Doch er kann erst mal nicht einschlafen. Bilder von Hanna gehen im durch den Kopf. Ihr Lächeln, ihre Worte und vor allem die Küsse. Er dreht sich zur Seite, schließt die Augen und denkt: „Wenn ich nicht mit ihr zusammen bin aber sie dennoch küssen kann – ach, da kann ich mir auch vorstellen, daß ich mit ihr zusammen bin. So viel Phantasie braucht man dafür gar nicht mehr.“ Mit einem Lächeln schläft er ein.

Am nächsten Tag abends

Daniel und Thomas sitzen alleine am Tisch in einem Wohnzimmer. Hanna und Lola schlafen bereits während die zwei Männer sich unterhalten.

Thomas:
„...na ja, und meine Frau, die Hanna, die habe ich jetzt für immer gebunkert. Habe ihr ein Kind angedreht und kann auch mal sagen, „ne, ist ein Mädchen, ich kann nicht mit Puppen spielen“, den ganzen Spielkram mit Lola macht entweder Hanna oder die Pflegerin. Dann habe ich jetzt ein Luxusrestaurant auf einer Trauminsel, du, ich muß überhaupt kein Urlaub mehr machen, ich muß nur die Tür aufmachen und bin schon im Paradies! Dazu noch der Sex mit der besten Frau und, achso, wenn die mal älter ist, so, sagen wir mal 42 oder so, dann suche ich mir natürlich eine neue! Das versteht sich doch von selbst! Und wenn die auch gut ist, also gut genug für mich meine ich, dann drehe ich der auch noch ein Kind an. Aber ich bleibe erst mal bei Hanna solange sich nichts besseres findet. Und du bist mir nicht nur in der Küche nützlich. Du hilfst mir auch mit Hanna, dieses blöde und langweilige Liebesgequatsche übernimmst du für mich, wenn du da bist, dann lässt die mich auch öfter in Ruhe. Brauche die eigentlich nur fürs Bett, die Lovestory kannst du meinetwegen mit ihr haben. Aber keine Sexszene mit Hanna, klar? Küsst ihr euch eigentlich auch?“

Daniel:
„Ähh, nur zur Begrüßung und zum Abschied.“

Thomas:
„Das soll auch so bleiben! Aber wie gesagt, die bleibt bei mir. Wenn sie sich doch in dich verlieben sollte muß ich nur den Spruch bringen „Willst du das deinem Kind antun? Sollte die Mutter nicht mit dem Vater zusammen sein?“. Und wenn es gar nicht mehr anders geht, dann hilft mir dieser Sketcheschreiber. Ich habe dem mal von Hanna erzählt und zehn Euro gegeben. Dann hat der einen Sketch geschrieben und ich habe den Hanna gegeben und gesagt, ich hätte den geschrieben. Den Sex, den wir dann nachts hatten, war der beste meines Lebens. Die Frau bekommste nicht! Träumen ja, besitzen nein.“

Daniel:
„Liebst du sie nicht?“

Thomas:
„Ja. Aber mir ist es nicht so wichtig. Hanna ist eine Frau, mehr nicht. Die großen Dinger in der Menschheitsgeschichte haben immer Männer gedreht. Sie ist nur eine Sommeliere, aber die beste die de kriegen kannst. Was bedeutet heute schon Liebe? Es ist vergänglich und nicht greifbar, stützt sich nur auf Träume und Illusionen, viele rennen da glaube ich auch einem Phantom hinterher.“

Daniel:
„Sie ist eine besondere Frau, sehr intelligent, sehr schön, sehr charmant.“

Thomas:
„Muß ich sie deswegen lieben? Ich gebe zu, in meinen jüngeren Jahren, als ich noch so alt war wie du, da habe ich mich auch manchmal treiben lassen von den ganz großen Gefühlen, aber der ganze Aufwand und dann das Theater was man dann hat. Nenene, seit ich mich nicht mehr in die Weiber verliebe, und das ist schon eine Weile, seitdem habe ich keine Probleme mehr mit ihnen.“

Daniel:
„Bedeutet Lola dir denn nichts?“

Thomas:
„Na, doch, irgendwann sind Hanna und ich in Rente und dann muß Lola den Laden führen. Mit gehört nur das Restaurant auf Wake Island, aber wer weiß, vielleicht in zehn Jahren gehört mir das ganze Hotel – oder gleich die ganze Insel!“

Am nächsten Tag

Hanna, Daniel und Lola haben heute frei und sitzen am helllichten Tage am Strand. Lola baut mit Sand eine Burg während Hanna und Daniel nebeneinander liegen und sich die Hände halten.

Hanna:
„Du, Daniel, ich muß dir was sagen. Also, das mit uns ist nur platonisch. Weil ich weiß, oder ich kann es vermuten, daß du mich liebst, daß du mich sogar begehrst. Aber es geht nicht. Ich liebe Thomas und Lola.“

Daniel:
„Ich weiß, aber ich bin schon zufrieden mit dem was ich jetzt habe. Stell dir vor ich würde in Amerika leben, dich nicht kennen und in irgendeinem Lokal arbeiten, würde immer das selbe kochen und in meinen Pausen würde ich mich ans Fenster lehnen, raus schauen auf die Straße mit den ganzen Leuten und denken : „Ach, die ganzen Menschen, die es gibt. Einer würde mir reichen. Einer, zu dem ich sagen könnte „Du bist mein bester Freund!“. Wie muß es dann sein, wenn dieser jemand auch noch eine richtig schöne Frau ist? Diese Gedanken, Hanna, würden mich mein Leben lang verfolgen und am Ende würde ich sagen „Schade, daß du nicht so einen Menschen kennen gelernt hast!“ Zum Glück habe ich so einen Menschen kennen gelernt. Dich, Hanna!“

Jetzt küssen sie sich und Lola bewirft sie mit Sand.

Hanna:
„Lola!“

Lola:
„Ihr mit eurer Küsserei immer! Laßt uns in den Regenwald gehen und Abenteuer erleben!“

Hanna:
„Schon wieder?“

Daniel:
„Ich würde das aber auch gerne mal sehen.“

Hanna steht auf, reibt sich den Sand vom Kleid und spricht:
„Na gut, dann gehen wir mal zu dem Affen, zum Wicht und zu den Eingeborenen.“

Während sie zum Dschungel laufen denkt Daniel: „Das ist toll hier. Mit der besten Frau am besten Ort! Hier will ich für immer bleiben.“
Sie laufen vom Strand am Hotel vorbei und gehen in den Regenwald. Nach einer Weile erreichen sie eine Höhle.

Hanna:
„Hier sind gerade keine Touris, ob Phillipe da ist? (ruft in die Höhle) PHILLIPE?“

Wicht:
„Ja?“

Hanna:
„Hier Hanna und Konsorten. Können wir reinkommen?“

Wicht:
„Ach Gott, ja.“

Sie betreten eine Höhle, in der ein paar Fackeln leuchten. In der Mitte sitzt ein kleiner Mann mit einer Maske in der Hand. Er schaut deprimiert auf den Boden.“

Lola:
„Hallo Phillipe! Du schaust so traurig, warum?”

Wicht:
„Ich hätte gerne Freunde. Ich dachte durch den Job bekomme ich welche. Aber die ganzen Leute fürchten sich entweder vor mir oder lachen mich aus.“

Hanna:
„Dann erzähle denen doch schöne Geschichten.“

Wicht:
„Was soll ich für Geschichten erzählen? Ich habe doch gar nichts erlebt in meinem Leben. Jedenfalls nichts besonderes.“

Lola:
„Stimmt nicht.“

Hanna:
„Du hast aufregende Sachen in deinem Leben erlebt.“

Wicht:
„Das waren aber nur solche beinahe-Geschichten. Ich war es ja am Ende doch nicht.“

Daniel:
„Was waren das für Geschichten?“

Wicht:
„Ach, manchmal wollen die Leute es wieder hören. An meinen selbstausgedachten Witzen ist aber keiner interessiert. Na gut, Schuster bleib bei deinen Leisten. Für mehr hat es in meinem Leben nicht gereicht, aber immerhin habe ich eine Story, die sich verkauft. Auch wenn ich am Ende immer der große Verlierer war. Was willst du hören?
a) Der Raubüberfall
b) Die Rettung eines Kindes
c) Premier-League“

Daniel:
„Ähh, erzähle mir mit dem Raubüberfall.“

Wicht:
„Na gut. Vor zehn Jahren war das, da wohnte ich noch in London, in Westend. Hatte eine schöne Wohnung, vor meiner Verschuldung, und eines morgens, es war drei Uhr, ich gebe zu, ich hatte mir einen eigenartigen Schlafrhythmus angewöhnt gehabt, da sah ich, wie ein Lebensmittelladen ausgeraubt wurde. An dem Wochenende hat mir meine Flora gesagt, sie sei schwanger. Und mein Segel-Club feierte 100 jähriges Jubiläum. Mir wurde zugeflüstert, dass ich neuer Vereinsvorsitzender werden könnte. Es waren die besten Tage meines Lebens hatte ich das Gefühl, und sollte ich in dieser glorreichen Zeit auch noch einen Raubüberfall verhindert haben, dann wäre das die Creme de la Creme. Mit pochendem Herzen griff ich zum Telefonhörer und wählte die Polizei. Ich war aufgeregt als ich sprach und nachdem ich auflegte wusste ich, daß ich also doch als Held geboren wurde. Mit einem Fernglas beobachtete ich, wie die Polizisten die Diebe fassten. Als ich dann Stunden später nochmals anrief wurde mir gesagt, daß schon jemand vor mir anrief. Also ohne mich wäre das alles auch passiert, ich hatte gar keinen Einfluss darauf gehabt. Der Polizist bedankte sich trotzdem bei mir. Als ich den Hörer auflegte, klingelte es gleich wieder. Es war Vincent, er meinte, daß wahrscheinlich Rudolf Vereinsvorsitzender wird. Ich bekomme aber immerhin die zweite Charge. Eine Woche später bei der Wahl bestätigte es sich. Und noch eine Woche später sagte mir Flora, daß sie das Kind abtreiben werde, weil sie noch nicht Mutter werden wollte. Drei Monate später hatte ich mich von ihr getrennt. Das große Glück schon so nah gehabt – und dann doch so tief gefallen. Jetzt bin ich ein Wicht, klar, klein war ich schon immer, aber jetzt verdiene ich mir mein Geld, in dem ich eine Maske aufsetze und einen Wicht spiele. Mein Chef hat mir aber eigentlich alles erlaubt zu sagen. „In dieser Höhle darfst du dich kreativ austoben“ hat er mir gesagt. Deswegen kann ich allen das erzählen was ich will. Noch eine Story?“

Daniel:
„Ja, gerne.“

Lola:
„Erzähle lieber einen Witz.“

Wicht:
„Gerne, immer diese Geschichten, wo ich am Ende nur Meister der Herzen war. Da sind Witze doch viel besser. Wie nennt man den Mann, der einem nachts den Wein liefert?“

Hanna:
„Weinnachtsmann.“

Wicht:
„HAHA, das ist lustig, oder? Habt ihr euch nicht auch manchmal gefragt, warum Geburtstag eigentlich Geburtstag heißt?“

Daniel:
„Erzähle mir lieber die Geschichte, wo du ein Kind gerettet hast.“

Wicht:
„Mein Publikum will meine Witze wieder nicht hören! Ich glaube Lola ist die einzige die meine Kunst der Humoristik zu schätzen weiß. Na gut, dann halt wieder so eine ich-war-beinahe-ein-Held-Geschichte. Es war ebenfalls in London, ein Jahr nach der Geschichte mit dem Raubüberfall. Diese Zeit war in meinem Leben geprägt von Pleiten, Pech und Pannen. Wenn ich da das Gefühl hatte, die Pechsträhne könnte vorbei sein, dann gab es ein oder zwei Tage mit, nennen wir es mal „Placebo-Glück“, und dann ging es schon wieder mit der nächsten Pechsträhne los. An solch einem Tag bin ich einkaufen gegangen. Ich wollte eine Straße überqueren und musste durch die Lücke von zwei parkende Autos gehen. Ein Mann wollte das auch und ein kleines Mädchen ebenfalls. Das Kind rannte voran und der Mann gab mir ein Zeichen, das ich vor könne. Ich ging dann vor und sah wie das Mädchen auf die Straße rannte. In dem Moment kam ein Auto um die Ecke gefahren. Ich rannte zum Mädchen, ergriff es und eilte mit ihm auf die andere Straßenseite. Das Auto bremste und verbeulte ein Straßenschild. Das Mädchen lachte und bekam es scheinbar nicht richtig mit. Es drehte sich zu mir um, winkte mir zu und rannte weg. Der Mann von vorhin kam zu mir geeilt und fragte, ob es mir gut gehe. Ich war sprachlos, denn es ist das erhabenste Gefühl, was man in dieser Welt haben kann, einem Menschen das Leben gerettet zu haben. Dazu kommt noch, daß es ein Kind war. Ich war so glücklich, ich wollte für mich alleine sein und bei einer Zigarette diesen wohlwollenden Moment auskosten und genießen. Er fragte „warum?“, da sagte ich ihm, daß ich zum ersten mal in meinem Leben einen Menschen gerettet habe. Er schüttelte den Kopf und meinte, er war direkt hinter mir und hätte er mir den Weg nicht frei gegeben, dann hätte er selbstverständlich das Mädchen gerettet. Da warf ich meine Zigarette auf den Boden und diskutierte mit ihm. Wir gingen dann noch in ein Cafe, er lud mich ein und wir sprachen über den Fall, der nur ein paar Sekunden lief, über eine Stunde. Ich ging dann noch zu der Straße, wo sich der Fall ereignete und sprach dort mit dem Verkäufer eines Kiosks, der sich dort befand. Und er meinte auch, daß der andere Mann das Kind gerettet hätte, wäre ich nicht gewesen. Traurig kaufte ich eine Zeitung bei ihm, kaufte meine Lebensmittel ein und las zuhause Nachrichten von Menschen, die ebenfalls vom Pech verfolgt werden. Ich bin nicht der einzige Pechvogel auf der Welt, das weiß ich.“

Daniel:
„Das...das ist ein gemeiner Mann gewesen. Er war es nicht, der das Mädchen gerettet hatte. Du warst es.“

Hanna:
„Versuche es nicht, Daniel, ich habe es auch schon probiert. Er ist felsenfest davon überzeugt, daß er ein Taugenichts ist.“

Wicht:
„Ich wäre gerne ein Alleskönner, ein Universalheld, aber ich bin, wie Hanna schon richtig sagt...ein Taugenichts. Hier in der Höhle kann ich immerhin einen Wicht spielen...aber das ist auch kein Rambo, kein Regenbogenheld oder dergleichen. Und noch mal zur Geschichte: Es war ganz einfach das Mädchen zu retten. Wäre ich nicht gewesen, hätte der Mann mich auch nicht vor gelassen, er wäre dem Mädchen direkt gefolgt und hätte es an meiner Stelle gerettet. Ich habe das Mädchen auch nie wieder gesehen.“

Lola:
„Lasst uns zum Affen gehen!“

Wicht:
„Einen Witz noch, ja? Warum sagt man eigentlich Geburtstag? Jeder soll einen haben, klar, aber ein Geburtstag ist ein Tag, an dem man eine Geburt hat. Und wer gebärt Menschen? Na klar, die Mutter! Demzufolge können Männer und Frauen, die keine Kinder haben, keinen Geburtstag haben, haha, und deswegen muß man den Tag, oh, da kommen Touris...ich muß wieder die Maske aufsetzen und den Wicht spielen, die Arbeit ruft!“

Der Wicht setzt sich die Maske auf und hüpft durch die Höhle. Die Touristen bleiben am Höhleneingang stehen und kichern. Beim Hüpfen spricht er „Wer ist der Mann, der mich erschaffen, ein Mann, ein Zauberer, dem alle nachgaffen, ich bin ein WICHT in dieser Höhle zuhause, ich hüpfe den ganzen Tag, mache nie eine Pause, wollt ihr meinen Witz hören von heute, dann ruft es laut aus, liebe Leute!“ Einige rufen „ja“, der Wicht setzt sich hin und erzählt seine Witze. In der Zeit gehen Hanna, Daniel und Lola aus der Höhle.

Hanna:
„Der Wicht ist wirklich witzig. Ich arbeite gerade an einem Kinderbuch mit Geschichten aus seinem Leben.“

Daniel:
„Ich habe mich übrigens sehr damals gefreut, daß mein Name in deinem ersten Kinderbuch auftaucht.“

Lola:
„Hier ist eine Blume, die gebe ich dem Affen.“

Lola pflückt eine rosafarbene Blume.

Daniel:
„Was ist das für ein Affe?“

Hanna:
„Ein Riese, fast drei Meter hoch. Aber ein ganz liebes Tier.“

Nach einer Weile endet der Pfad an einer Lichtung. Lola rennt ins Dickicht und ruft „Affe!Affe, wo bist du?“ Man hört ein Grunzen und das kleine Mädchen rennt wieder zur Lichtung zurück. Es erscheint ein riesiger Gorilla und als er vor Lola steht brüllt er aus Leibeskräften. Dabei trommelt er mit seinen Fäusten auf seine Brust. Daniel zuckt erschrocken zusammen, während Hanna und Lola lachen.

Daniel:
„Das ist ja ein Monster!“

Hanna:
„Ich gebe zu, am Anfang haben wir uns auch sehr erschreckt. Aber er ist ganz artig, wenn er so rumtobt, dann heißt das nur, daß er glücklich ist.“

Der Gorilla greift Lola und wirft sie hoch. Er fängt sie und packt sie auf seine Schulter. Jetzt hüpft er hin und her.

Daniel:
„LOLA!“

Hanna:
„Keine Angst, das haben die beiden stundenlang eingeprobt.“

Nach ein paar Minuten verabschiedet sich Lola vom Gorilla und die drei gehen einen anderen Pfad in den Regenwald.

Hanna:
„Jetzt noch die Eingeborenen. Die müssten gleich uns erschrecken. Aber keine Angst, sie tun nur so.“

Auf einmal springen fünf Männer aus dem Gebüsch und packen Hanna, ihre Tochter und Daniel. Letzterer ist sehr erschrocken, aber es geht ihm auch zu weit! Das ist ja eine Entführung, er kann sich kaum vorstellen, daß den Touristen das gefällt.
Nach einer Weile erreichen sie eine Hütte, aus der weitere fünf Männer rennen. Alle sehen aus wie Eingeborene. Nur ein Mann trägt einen Anzug.

Hanna:
„Was soll das? So etwas steht bestimmt nicht in eurem Programm. Jose, was soll das?“

Jose:
„Wir haben jetzt ein neues Programm! Entführung! Geiselnahme! Besser konnte es gar nicht laufen, wir haben die Frau und das Kind vom Restaurantbesitzer! Glaubst du wirklich, Hanna, ich will mit diesen Urmenschen so ein blödes Programm für irgendwelche Reisenden jeden Tag aufführen?“

Daniel:
„Was willst du?“

Jose:
„Ich und meine Freunde wollen diese Insel. Das Hotel und die ganze Anlage können ruhig stehen bleiben, aber die ganzen Menschen sollen sich verpissen. Und wenn da irgend so ein Spezialtrupp jetzt versucht euch zu retten, dann killen wir euch. Fesselt die drei und packt die in die Hütte.“

Nachdem die drei gefesselt wurden werden sie in die Hütte gebracht, wo drei Männer sie bewachen. Jose und die anderen sind Richtung Regenwald gegangen.

Daniel:
„Du, kannst du mich verstehen?“

Eingeborener:
„Ja. Aber du still sein.“

Hanna:
„Jose nutzt euch aus. Ihr werdet nichts davon haben.“

Eingeborener:
„Wir wollen Insel für uns. Wake Island heißen bei euch, bei uns heißen Palawa. Ihr gehen nach hause, unsere Insel.“

Daniel:
„Warum wollt ihr die Insel für euch?“

Eingeborener:
„Wir wollen unsere Ruhe. Wir Künstler, aber ihr uns nicht verstehen.“

Daniel:
„Künstler?“

Eingeborener:
„Wir haben viele Geschichten aber wir immer nur dürfen Leute erschrecken. Immer mit Speer in der Hand und dann wir sagen müssen „ugga ugga“ und „uff uff“. Das sein langweilig.“

Hanna:
„Ihr solltet Schauspieler sein, davon hättet ihr mehr.“

Der Eingeborene horcht auf und schaut zu Hanna. Mit großen Augen fragt er:
„Was das sein, Schauspieler?“

Hanna:
„Da schlüpft man in eine fremde Rolle und erzählt eine Geschichte. Es ist wie ein Rollenspiel, man lebt seine Phantasien aus in einer anderen Welt.“

Daniel:
„Du und deine Freunde könntet auf der Bühne eure Geschichten erzählen. Viele Leute würden es sich anschauen, auf der ganzen Welt wäret ihr berühmt.“

Eingeborener:
„Und das sich nennen Schauspieler, ja?“

Lola:
„Ja.“

Der Eingeborene steht auf und geht zu den anderen. Mittlerweile ist auch Jose zurückgekommen.

Jose:
„So, Jungs, ich habe da angerufen und unsere Forderungen gestellt. Was machst du hier, Biku, warum bist du nicht bei den anderen?“

Biku:
„Wir müssen werden Schauspieler, so wir werden berühmt und die ganze Welt kennt unsere Geschichten.“

Eingeborener:
„Was das sein, Schauspieler?“

Biku:
„Sein Rollenspiel, wir machen auf Bühne, wir werden erzählen von Palawa, Schauspielerberuf sein Bombe!“

Die anderen beiden Eingeborenen, die die drei bewachen sollen, merken die hitzige Diskussion ihrer Brüder und gehen zu ihnen.

Jose:
„Hey, was soll denn der Quatsch!! Ihr seid doch nie im Leben Schauspieler. Kein Regisseur der Welt würde euch engagieren!“

Biku:
„Was sein Regisseur?“

Jose:
„Das ist jetzt scheißegal, bald gehört uns die ganze Insel, ihr werdet es schon sehen..................Schauspieler, wer hat euch den Blödsinn denn nur eingetrichtert.“

Biku:
„Ich nicht mehr mitmachen. Ich wollen sein Schauspieler!“

Eingeborener:
„Ich auch!“

2.Eingeborener:
„Wir machen Bühne mit Schauspielern.“

3.Eingeborener:
„Dann wir werden berühmt mit unseren Geschichten. Wir machen Rollenspiel.“

Jose:
„HERRGOTT noch mal, seit ein paar Minuten seid ihr völlig durchgedreht. Schauspieler wird man nicht von heute auf morgen.“

Eingeborener:
„Wie man wird Schauspieler?“

Jose:
„Das ist jetzt egal, wir...“

Biku:
„Das sein nicht egal. Sag, wie man wird Schauspieler?“

Jose(genervt):
„Da muß man zu einem Casting gehen, man kann es auch studieren, man...“

Eingeborener:
„Was sein Casting?“

Jose:
„Das ist EGAL, euch würde man nur für einen Film über Eingeborene nehmen, solche Filme werden nicht so oft gedreht.“

Biku:
„Was sein ‚Film’?“

Jose:
„Mit einer Kamera werdet ihr gefilmt und dann kann man es sich im Kino ansehen.“

Eingeborener:
„Kamera? Kino?“

Jose:
„Ich brauche euch, ihr könnt mir dabei helfen die Insel zu erobern. Aber Schauspieler werdet ihr nie im Leben.“

Biku:
„Warum nicht?“

Jose:
„Ihr könnt doch noch nicht mal richtig reden.“

Biku:
„Wir werden lernen, das sein kein Problem.“

Eingeborener:
„Was sein eine Kamera?“

Jose:
„Das ist ein Gerät, das filmt euch. Wenn ich eine Kamera hätte, dann könnten alle das, was du dabei erzählst, sehen und hören. ABER DAS IST EGAL!!! Euch würde niemand sehen wollen!“

Biku:
„Hole Kamera, dann wir machen Rollenspiel mit unseren Geschichten.“

Jose:
„Nein, was soll diese Kacke eigentlich? Wer setzt euch solche Flöhe in den Kopf?“

Eingeborener:
„Ich spielen großer Affe, Biku spielen giftige Schlange, du, Jose, spielst...“

Jose(unterbricht):
„VERDAMMT, schaut, sie sind weg!! Ihr IDIOTEN!!“

Während Jose und die Eingeborenen sich streiten sind in der Zeit unsere drei Helden erfolgreich geflüchtet.

Abends

Daniel:
„Ich habe uns was feines gekocht.“

Hanna:
„Was denn?“

Daniel:
„Kartoffelauflauf. Aber ein ganz besonderer.“

Daniel holt aus dem Ofen ein großen Topf und stellt ihn auf den Tisch.

Lola:
„Kartoffeln mit Spinat.“

Daniel:
„Oben ist Spinat drauf. Aber zwischen jeder Kartoffelschicht sein etwas anderes, ähh, ist etwas anderes.“

Lola:
„Du hast gerade an die Eingeborenen gedacht, gib es zu!“

Daniel:
„Ja, das habe ich. Ob wir die noch mal sehen werden?“

Hanna:
„Die Polizei hat sie erst mal eingesperrt. Aber vielleicht passiert ihnen nicht so viel, Jose ist der Übeltäter. Er hat sie nur benutzt.“

Daniel:
„Wenn sie wieder frei sind, ich wette, die werden jeden jetzt fragen, wie man Schauspieler wird.“

Lola:
„Vielleicht werden wir die mal im Kino sehen.“

Daniel:
„Das schönste Kino habe ich mit euch beiden.“

Während sie essen geht Daniel der Tag noch mal durch den Kopf. Was war das nur für ein Abenteuer!! Hier will er bleiben, denkt er und isst den Kartoffelauflauf mit Spinat, Pilzen, Krabben, Zwiebeln und Knoblauch.
 
 
   
     
 
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(5351 Tage)
Beitrag 20076 Verfasst am: Mi 19.Jan.2011 21:16
 
Nora, die Schwarze Katze Teil 1
 
Im Jahre 1614 in Nevis, einer englischen Stadt in der Karibik.

Man sieht einen Marktplatz, auf dem Händler ihre Waren anbieten. Gewürze, Lebensmittel aller Art, Töpfe, Teller, Krüge und alles was man fürs Haus braucht. An einem anderen Stand diskutiert einer mit einem Mann, der ihm für 50 Gublonen ein Buch von Henry Morgan verkaufen will. „Viel zu teuer, Morgan ist ein Mensch, der so gut gar nicht schreiben kann“ sagt der Marktbesucher, der Verkäufer dagegen will ihm das Buch nicht für weniger geben. „Wenn er nicht gut schreiben kann, warum sehe ich in Ihren Augen, dass sie es haben wollen? Ich sage Ihnen, dieses Buch ist ein seltenes Exemplar, Henry Morgan hat es selber signiert.“
Neben dem Stand mit Büchern geht ein Weg zu einem Hügel, der mitten in der Stadt ist. Und auf diesem Hügel steht eine kleine Kirche, hinter ihren zwei Türmen kann man den Hafen erblicken, mit großen Schiffen wie die Handelsgaleone „Gertruyda“ oder die Frigatte „Les Saint Gardez“. Doch unser Augenmerk richtet sich auf die kleineren Schaluppen und Barken, eine davon ist gerade angekommen. Sie heißt „Sad Affair“ und müsste eigentlich mal wieder überholt werden. Segel und Rumpf sind beschädigt, Dreck liegt überall auf dem Schiff und im Innern lagern ein paar Fässer mit Lebensmitteln, die schon längst verdorben sind.
Das müsste dann eigentlich die Aufgabe des Kapitäns sein für Ordnung zu sorgen. Was aber, wenn die Besatzung gar keinen Kapitän hat? Es sind ungefähr 20 Mann, jeder hält sich selber für den besten. Und sie sind äußerst zerstritten, keiner kann sich bei ihnen als Kapitän lange halten.

Barry Redmoore ist einer von ihnen, ein unglaublich guter Fechter, er kann gegen eine ganze Horde alleine kämpfen. Weil er der beste im Fechten ist, behauptet er, daß er eigentlich der Kapitän der „Sad Aiffair“ sein müsste.

John Gardner mit seinen sechs Söhnen, die die Kanonen bedienen, meint, daß er mit seiner family die gegnerischen Schiffe mit seinen Kanonenkugeln so sehr schwächt, daß es für die Fechter kein Problem mehr sei zu gewinnen. Er sei der wahre Chef.

Paul Winterfog ist noch nicht so lange dabei, aber hebt auch Ansprüche auf die Kapitänsmütze, denn: Er behauptet von sich der Witzigste zu sein. Nach seiner Meinung ist die Moral beim Kampf die wichtigste. Die Mannschaft kann ruhig zerstritten sein, aber wenn einer dauernd pfiffige Sprüche reißt und es so vielleicht auch noch schafft die grauen Zellen zu fordern, dann ist der Kampf so gut wie gewonnen. Das Ding ist, daß nur er es so sieht. Seine Sprüche sind nämlich nicht der Renner, alle haben es ihm bisher gesagt. Doch er beharrt darauf, daß er das Zeug zum „Entertainer der Karibik“ hat. So einen hätte die Piratengruppe nicht akzeptiert und ihn entweder rausgeworfen oder einen Kopf kürzer gemacht. Doch Paul kann unglaublich gut kämpfen. Würde er zwischendurch nicht immer seine Sprüche und Witze machen, dann hätte er vielleicht eine noch bessere Trefferquote als Barry.

Und nicht zu vergessen Michael Smith, ebenfalls ein guter Fechter, aber das was ihn so besonders macht ist: Das Steuern. Zusammen mit Terry Will, ein gnadenlos schlechter Kämpfer aber sehr behände mit den Segeln, steuert er das Schiff so gut, das kein Schiff es mehr einholen kann. Er steht am Steuerruder, stellt es akkurat ein, klemmt ein Brett dazwischen und rennt zu den Segeln um mit Terry im richtigen Maße die Segeln zu spannen und zu drehen. Seine Philosophie ist : Keiner ist der Kapitän. Jeder macht das was er will. Und das ist ja sowieso die ganze Zeit. Einigkeit herrscht bei Ihnen nur, wenn sie wieder mal Geld brauchen und Raubzüge an der Reihe sind. Michael ist zu lieb um Führungsqualitäten zu zeigen.

Ein auf den ersten Blick wertloser Terence Kitt – er hat dauernd eine Whiskeyflasche in der Hand und säuft – kann vier Leute auf einmal enthaupten. Er hat einen Special-Hieb, „die blutrote Horizontale“, so nennt er ihn. Nur im Kampf tauscht er die Flasche gegen den Säbel. Ansonsten hängt er die ganze Zeit am Heck rum und säuft.

Last but not least ist da Theodore Goodwill, ein Mann mit grauem Schnurrbart und einer Gelehrtenbrille. Er war mal als Buchhalter tätig, doch seit die Mannschaft nur am rauben und morden ist, ist er einfach nur der „Scharfschützengott“. Er erkannte sein Talent mit der Pistole erst, als die „Sad Affair“ sein Schiff überfiel und ihn mitnahm. Sie brauchten ihn nicht als Buchhalter und drückten ihm eine Pistole in die Hand. Seitdem hat er es sich geschworen nie wieder den langweiligen Beruf als Schreiberling mit Zahlen und Statistiken auszuüben, als Pirat wolle er sich jetzt sehen. Und das am liebsten für immer.

Man kann sogar noch ein paar andere Ausnahmetalente nennen, diese Mannschaft hat es einfach drauf. Ziehen sie mal los, dann kapern die auch mal ein Schiff, was fast 80 Leute hat. Sie haben bestimmt schon 20 Schiffe versenkt.
So eine bewundernswerte Gruppe müsste doch eigentlich perfekt harmonieren, oder?

Am Ufer der Stadt Nevis

Paul:
„Ich war der erste, der bei den Spaniern an Bord war und der letzte, der aufgehört hat zu kämpfen. Ich gebe zu, sonst habe ich am Ende unseres Raubzuges noch einen Spruch gemacht um meinen Sieg zu würzen, aber jetzt habt ihr´s gesehen! Ich war der beste, mir gehört das meiste der Beute!“

Michael(unterbricht):
„Wir sollten uns nicht anfeinden mit Lorbeeren auf unser eigen Haupt, unser Kollektiv war es was gewonnen hat!“

Barry:
„Halt die Fresse, Dummkopf, ich bin der Boss und wenn es nicht so gut laufen würde mit euch, dann hätte ich euch schon längst getötet. Wir segeln morgen wieder weiter, lasst uns in die Taverne „Hitzige Kokosnuss“ gehen und saufen! Dann können wir...“

Paul:
„Hey, gibst du jetzt die Kommandos? Ich wollte euch sagen, daß ich heute TAUSEND mal besser war als ihr, und auch als du, gefallener Kapitän.“

Die Meute bleibt stehen während sich Barry und Paul ganz nah gegenüber stehen. Barry wird „der Gefallene“ des öfteren genannt, er hat eine schwarze zweispitzige Kapitänsmütze mit einem Totenkopf, die er zum ersten mal trug, als er es schaffte zwei Wochen die Regie auf dem Schiff zu übernehmen. Dazu trägt er einen roten Mantel mit goldenem Saum, er fühlt sich wie der gefürchtete Schrecken der Meere. Aber auch er schaffte es nicht die Bande zu einen, nach einem Streit endet es immer so, daß sie den nächsten Hafen anlaufen und wochenlang ihre Partys feiern. Hatten sie drei oder vier Schiffe ausgeraubt, dann kamen sie manchmal auf 2000 Gublonen und konnten sich wochenlang berauschen. An das Schiff, an neue Bronzekanonen oder an der Moral haben sie bisher nicht gearbeitet.

Und wieder mal der große Streit zwischen den beiden, die sich am meisten hassen: Paul gegen Barry, Terence dagegen interessiert das nicht, er hängt an einem Pfeiler und trinkt seinen Whiskey mit Zitrone, Michael und Theodore versuchen gar nicht erst zu schlichten und gehen Richtung Taverne und John mit seinen Söhnen? Die haben ja eigentlich die Mehrheit und könnten das Sagen haben, aber: Auch die sind untereinander zerstritten und verfeindet, der Vater kann sie nur mit einer Story noch zusammenhalten -> er hat ihnen, als sie noch Kinder waren, immer von dem Geist aus der Schädelbucht erzählt. Angeblich hat der Geist ihm das Leben gerettet und seine Söhne zu ewiger Treue dem Vater gegenüber verflucht. Bestimmt hundert Geschichten hat er seinen Söhnen erzählt, sie damit großgezogen und mit dieser Geschichte hat er es ihnen fest eingetrichtert ihm treu zu bleiben. Was er nicht geschafft hat, ist, sie zu einer Stimme zu formen, sie sind sehr wankelmütig und sehr zerstritten.

Paul:
„Zieh deine Kluft endlich aus, alle die uns sehen denken, du wärest unser Kapitän.“

Barry:
„Ich bin das, wovon die Leute nachts ihre Albträume bekommen. Wer mir in die Augen sieht, der ist für immer traumatisiert.“

Paul:
„Ich habe auch schon Albträume wegen dir gehabt. Das du der Kapitän wirst und unser Schiff wird versenkt und geht unter, so etwas träume ich wenn ich dich sehe.“

Terence:
„Hört auf zu quatschen, warum brauchen wir einen Kapitän, für Ordnung und Disziplin etwa? Wir wollen doch gar nicht die Welt erobern, nur hier und da mal eine Galeone versenken, ein bisschen Kohle machen.“

Barry:
„Wir hätten schon viel mehr erreichen können, wenn nur ich das Sagen hätte.“

Paul:
„Denkst du, du bist der beste, oder was? Du kannst gut mit Rapier und Dolch umgehen, aber an Verstand und Geisteskraft mangelt es dir schon seit deiner Geburt!“

Während die zwei sich streiten gehen die anderen in Richtung Taverne. Nachdem Barry und Paul gemerkt haben, wie wenig Aufsehen ihr Streit bei der Mannschaft erreicht, geben sie nach und gehen zur Taverne.

In der Taverne „Hitzige Kokosnuss“

Die Mannschaft um Paul und Barry betreten ihre Lieblingstaverne. Hinten sitzt Freduardo, er versucht irgendwelche Infos für Geld zu verkaufen, die aber kaum einer in Nevis braucht, weil sie entweder sowieso jeder schon weiß oder sie unbrauchbar sind (In wen ist die Gouverneurstochter wieder verliebt oder welches Schiff hat die schönste Flagge). Neben ihm sitzt Danielo Phillipino, ein Barde, der von keinem gehört werden will. Aber Freduardo beteuert ihm, dass er sehr musikalisch sei. Der Wirt, Hugo Espen, ein dicker Typ, der immer eine Pfeife im Mund hat, auch wenn er zehn Flaschen Bier tragen muß, begrüßt die Piraten und fragt, wie es gelaufen sei.

Hugo:
„Und? Wieder was erbeutet?“

Barry:
„Ja. Eine französische Fracht auf einem Handelsschiff ist uns zum Opfer gefallen.“

Paul:
„Es waren Spanier!“

Terence:
„Oder waren es Engländer? Wenn ja, dann müssen wir hier in Nevis aber gehörig aufpassen.“

Wirt:
„Ich kenne euch schon seit ein paar Jahren. Ihr seid immer noch die selben, jeder von euch sagt was anderes.“

Die Piraten kümmert es nicht was der Wirt ihnen sagt, und sie betrinken sich. Keiner würde sie beachten, Piraten in dieser Stadt sind schon was selbstverständliches geworden. „Solche Piraten aber nicht!“ denkt Nora, das Schankmädchen, das an den Tresen sitzt. Sie trägt ein schwarzes Kleid mit einer roten Blume an der Brust. Nora verdient sich entweder das Geld als Kellnerin oder mit Informationen weitergeben, wie etwa „die große spanische Galeone ‚Vidal’ ist zur Zeit in der Stadt Puerto Bello“ und „der Pirat Raymondo segelt Richtung Westen nach Antigua“.
Mit den Piraten um Barry und Paul hat sie öfter gesprochen, sie hat mit dem einen oder anderen auch kurz was gehabt. Und ihre Geschichten kennt sie, sie kann sie immer noch nicht glauben. Gerne wäre sie mal dabei!

Nora geht zu den Piraten, erst jetzt kommt John mit seinen Söhnen in die Taverne. Sie setzen sich und Nora geht auf Barry zu.

Nora:
„Was habt ihr heute schon wieder angestellt?“

Paul:
„Dich, Mädchen, dich haben wir auf Platz eins gestellt, haha!“

Barry:
„Sehr lustig, gähn. Nora, wir haben eine spanische Weißichwas versenkt, wir waren um die 20, die waren 50 Leute. So etwas schaffen wir locker.“

Nora:
„Dass du und deine Freunde gut fechten könnt habt ihr mir schon einmal bewiesen als mich da diese Söldner letztens begrabbelt haben. (Pause) Aber ich wäre gerne mal dabei, wenn ihr auf See seid.“

Paul:
„Du kannst ja den Buchhalter während des Kampfes machen und am Ende, wenn wir wieder nachhause segeln, können wir sehen, wer der beste war.“

Barry:
„Halt die Klappe. (Pause) Was kannst du uns anbieten außer Sex, den wir unterwegs nicht brauchen, und deine Infos, die wir auch in dieser Taverne immer bekommen können?“

Nora:
„Ich will Zeuge sein, nur einmal, ich will mitkommen nur für einen Raubzug und ich verspreche euch, daß ich für mich alleine Verantwortung übernehmen werde, keiner von euch muß auf mich aufpassen und mich beschützen.“

Paul:
„Das hat auch keiner vorgehabt, hehe.“

Barry:
„Warum willst du dabei sein?“

Nora:
„Ich glaube die Geschichten manchmal nicht so ganz. Also, daß ihr es schafft mit eurer Schaluppe eine spanische Kriegsgaleone zu versenken, das glaube ich erst, wenn ich es gesehen habe.“

John:
„Na dann komm doch mal mit. (schaut zu seinen Gefährten) Da werden wir Nora aber was bieten, oder? Wer hätte das gedacht, wir haben also doch unsere Fans und es ist klar, dass die auch mal Beweise haben wollen.“

Michael:
„Das wäre schon einmal toll auch ein zartes Weibsbild auf unserem rauen Seealltag zu haben und ihren Duft...“

Barry:
„Halt die Fresse, sag mal, Nora, du weißt doch gut bescheid: Wo segelt gerade das größte Schiff?“

Nora:
„Ähhh...die ist zu groß für euch.“

Barry:
„Wie viel Mann? Wie viel Kanonen?“

Nora:
„Ähh, Männer fast 300 und Kanonen 24 oder 26...das wird zu viel für euch sein.“

Terence:
„Zu viel gibt es nicht, höchstens zu wenig. Meine Flasche ist übrigens wieder alle.“

Michael:
„Naja, also, ähh, 300, das ist ja das 15fache von uns, wir müssten also 15mal besser kämpfen als die und...“

Paul:
„Das schaffen wir schon, laß das mal unsere Sorge sein, kümmere du dich lieber nur um die Navigation............ja, 300 hatten wir schon mal....ist aber etwas länger her.“

John:
„Das war die „Santa Arx Fatalis“ oder so. Hilf mir doch mal, mein Sohn.“

1.Sohn:
„Wir...“

2.Sohn:
„...wissen...“

3.Sohn:
„...es nicht...“

4.Sohn:
„...mehr...“

1.Sohn:
„Wir wussten es schon mal?“

5.Sohn:
„Wir haben es nie gewusst!“

2.Sohn:
„Wir waren doch aber dabei!“

3.Sohn:
„Nein!“

4.Sohn:
„Doch!“

Nora:
„Wie sollen den 20 Mann gegen eine 300-Männer-Armee gewinnen?“

Terence:
„Komm einfach mal mit, dann wirst du es sehen.“

Barry:
„Sag schon, Süße, was soll für uns angeblich zu groß sein?“

Nora:
„Die „Van Tastic“, ein holländisches Schiff.“

Paul:
„Gut, nehmen wir, die Holländer sind schwächer als die Spanier.“

Nora:
„Da wird vielleicht noch ein Kanonenboot dabei sein, da werden dann auch noch mal 100 Leute sein. Das ist zu viel für euch.“

Paul lehnt sich zurück, lächelt Nora an und sagt:
„Laß es uns einfach Dir beweisen. Nebenbei machen wir noch mal fett Kohle, und, Schätzchen, sollten die uns versenken, dich werden die dann immer noch retten, da du supergut aussiehst. Du musst nur sagen, du wärest unsere Gefangene gewesen.....und falls es dir doch in den Kopf kommt mitzumischen, hier!“

Er wirft ein Rapier auf den Tisch.

Paul:
„Ich habe noch eins auf dem Boot, nimm erst mal meins, das wird dir Glück bringen. Mit einem Rapier bist du schneller als mit einem Langschwert oder einem abgef**** Säbel.“

Nora:
„Ich...ich werde es probieren.“

Terence:
„Laßt uns doch gleich wieder losziehen, ich konnte meinen Super-Move gar nicht machen, Barry und Paul haben mir alle weggenommen. Und John & Sons haben zuviel Schaden angerichtet. Als wir auf dem spanischen Schiff waren, lebten von ihnen nur noch 30.“

Paul:
„Dann hättest du, wenn du gut gewesen wärest, auf 30 Kills kommen können. 29 habe ich stattdessen gemacht und Barry hat einen erwischt, den ich vorher noch stark verwundet hatte.“

Michael:
„Na so war es ja nicht, also das soll deine Glanztaten nicht trüben, aber...“

Barry:
„Sei still, du Kindergartenkind, der Superstar war ich natürlich wieder mal. Du 29 und ich nur einen, also ehrlich, du übertreibst maßlos, Paul Haltsmaul. Du hast vielleicht mehr erwischt, aber zählt jetzt nur noch die Menge, oder was? Ich habe den Kapitän und den Steuermann erwischt, ich war strategischer als Paul, unser Clown der Karibik. Nora, daran musst du dich schon mal bei uns gewöhnen, solltest du auf unserer Fahrt Heldentaten vollbringen, du wirst kein Lob oder eine Medaille bekommen, hier denkt jeder nur für sich.“

Michael:
„Naja, das würde ich mal so pauschal nicht ganz unterstreichen, denn ein Funken Demokratie ist auch auf unserer Schaluppe in dem einen oder anderen...“

Theodore:
„Darf ich auch mal was sagen? Ich hätte eine bessere Trefferquote als Barry und Paul, wenn ihr Idioten euch nicht immer so ins Getümmel stürzen würdet. Ich muß jedes mal mit meiner Pistole höllisch aufpassen, dass ich nicht einen von euch abknalle. Komme heute nur auf acht Frags, das ist für mich viel zu wenig, ihr wisst ja, dass...“

Barry:
„RUHE! Wir...“

Paul:
„STILL HALTEN! Jetzt spreche ich, der Kapitän!...“

John:
„FRESSE HALTEN!!! Meine Familie hat das Sagen und...“

Jetzt kann sich Nora nicht mehr halten.

Nora(schreit):
„RUUUUUUUUUUUHEEEEEEEEEEEEE!“

Dem Wirt fallen die Flaschen aus der Hand und die Pfeife aus dem Mund, die Piraten schauen sie stumm an, die Gitarre von Danielo hört auf zu spielen und in der ganzen Taverne ist es ruhig.

Terence:
„Boahh, die hat ja Power.“

Paul:
„War noch nie mit auf See, aber hier auf einmal ganz schön frech.“

Nora:
„Sorry, aber ich kann es überhaupt nicht verstehen wie so eine zerstrittene Bande solche Erfolge auf dem Meer feiern kann. Ihr werdet am Hafen wahrscheinlich noch nicht mal euer Schiff finden, weil jeder ein anderes Schiff im Kopf habt. Wie schafft ihr es denn mit dieser Moral auf hoher See?“

Michael:
„Das fragte ich mich auch schon und jetzt werde ich bestimmt gleich wieder unterbrochen, NEIN, ich darf weiterreden, was für ein schöner Tag...“

Paul:
„Fresse...du, Nora, wir verstehen uns überhaupt nicht aber aufgrund unserer umwerfenden Fähigkeiten läuft alles wie eine Maschine, jeder steht da wo er sein muss und jeder Hieb sitzt richtig.“

John:
„Meine Jungs und ich machen eigentlich das meiste, wir killen manchmal über 50 %!“

Nora:
„Jetzt geht das schon wieder los...also, um ehrlich zu sein, bei eurem nächsten Trip bin ich dabei, und wenn der auch jetzt sein sollte.“

Barry steht auf, einen Sekundenbruchteil später steht auch Paul auf und allmählich steht die Piratenbande bereit zum nächsten Abenteuer.

Wirt:
„Nora, du willst mit denen da in eine Schlacht und mich alleine lassen? Du bist doch kein Pirat!“

Nora:
„Ich muß unbedingt mal mitkommen, diese Taverne langweilt mich, ich will auch mal ein Abenteuer erleben!“

Wirt:
„Aber...aber vielleicht stirbst du!“

Nora:
„Lieber sterbe ich bei einem Abenteuer als vor Langeweile! Außerdem haben die Jungs zur Zeit einen guten Lauf, das muß ich mal erlebt haben.“

Barry:
„Sie kann ja auf unserem Schiff sich in ein Faß verstecken wenn wir das andere Schiff stürmen.“

Nora schaut Barry ins Gesicht, welcher sich von ihr abwendet und mit den anderen Piraten Richtung Hafen geht. „Mann, ganz schön arrogant, diese Typen. Wenn ich mit Barry, John oder Paul mal geknutscht habe waren die ganz nett, aber wenn es um die „Sad Affair“ und ihre Arbeit geht sind die ganz schön hochtrabend“. Nora folgt ihnen, dabei gehen ihr folgende Gedanken durch den Kopf:
„Vielleicht hätte ich denen nicht von der „Van Tastic“ erzählen sollen. 300, dazu kommen vielleicht noch hundert...gegen 20....die Jungs vor mir und dann noch ein paar die am Hafen rumhängen...das kann doch nicht sein....aber ich bin immer gut informiert, ich befrage alle Seeleute in unserer Taverne, und da sind ja jeden Tag neue....wie oft habe ich schon gehört : „...tja, die Santa So-und-so wurde von der „Sad Affair“ versenkt...“.....ich war noch nie bei einer Seeschlacht dabei, ich bin ja nur eine Frau, ein Schankmädchen...mein Instinkt sagt mir aber, daß mir nichts passieren wird. Die Typen, so zerstritten sie auch sein mögen, sind fähige Jungs...an den Infos, die ich von Reisenden bekommen habe, wird schon was dran sein...“

Zwei Stunden später

Die „Sad Affair“ ist auf hoher See und Nora weiß, dass die „Van Tastic“ Richtung St.Eustatius segelt. Sie steht an der Reling und kann von weitem die Insel St.Kitts sehen, eine englische Kolonie, wo sie als Kellnerin gearbeitet hat, bevor sie Hugo kennen gelernt hat. Theodore, weit ruhiger und stiller als die anderen, kommt zu Nora und stellt sich neben sie. Wie sie schaut auch er aufs weite Meer.

Nora:
„Dieses Meer fasziniert mich, wir sehen nur einen winzigen Teil von, aber dieser kleine Teil erscheint so gewaltig und riesig.“

Theodore:
„Ich musste mich erst daran gewöhnen auf hoher See zu sein. Erst dann konnte ich es genießen. Um so mehr man lernt um so einfacher ist es schneller etwas neues zu lernen. Mich daran gewöhnen Pirat zu sein ging ganz schnell.“

Nora:
„Wie lange bist du schon dabei? Ich habe dich selten in der Taverne gesehen.“

Theodore:
„Dieses Saufgelage und Gegröle und diese Streitereien, wer jetzt der Kapitän sei, das nervt mich, ich komme selten mit zur Taverne. Ich bin auf der „Sad Affair“ dabei, weil es supergut läuft mit den Jungs. War erst mal Buchhalter eines Schiffes, das wurde dann von Barry und seinen Leuten erobert und ich bat mich an bei ihnen als Buchhalter zu arbeiten...“Nimm das und versuche es bei uns so. Ansonsten werfen wir dich ins Meer“...ich nahm die Pistole, und hey, ich habe mit diesen Dingern nie zu tun gehabt, aber ich habe da ein Ausnahmetalent...sehr gute Trefferquote, sehr präzise und genau, ich könnte vielleicht noch etwas schneller werden...aber das kommt sicher noch, ich bin noch nicht so lange dabei...“

Nora:
„Habt ihr eigentlich einen Kampf mal verloren?“

Theodore:
„Ja, das war aber noch vor meiner Zeit...John hat drei Söhne dabei verloren, er hatte nämlich 9, Barry, Paul und Terence kamen gerade so mit dem Schrecken davon, Michael war zwei Wochenlang danach im Koma und, na ja, gerade mal 11 Leute konnten überleben, sie flohen noch im letzten Moment...“

Er seufzt kurz und geht wieder Richtung Kajüte. Nora fäßt sich erschrocken mit der Hand an den Mund, schaut zu ihm und sagt:
„Und gegen dieses holländische Höllenschiff wird das auch passieren!“

Theodore dreht sich um und sagt mit einem Lächeln:
„Nein, Süße, das war damals kein Schiff, das war eine ganze Stadt...Santo Domingo, 9000 Einwohner, über 400 Soldaten...das war für 20 Männeken doch zu viel...“

Nora lächelt zurück und ist ganz erleichtert. Aber in welchen Größendimensionen reden die da eigentlich? denkt sie. Sie beschließt nicht mehr darüber nachzudenken, sie ist schon ganz gespannt darauf und will es endlich sehen.

Nach einer Weile sieht Nora die holländische Insel St.Eustatius. „Holländer „Van Tastic“ drei Meilen Nordwest, segelt alleine!“ ertönt es vom Ausguck. Nora dreht sich um und sieht Michael, wie er Terry weckt und ihm Befehle gibt fürs Segelsetzen. Er rennt zurück in seine Steuerkabine und lenkt das Schiff so, dass seine Breitseite genau auf die „Van Tastic“ zeigt. Unter Nora herrscht wildes Treiben bei den Kanonen und mit einem superlauten Knall schießt die „Sad Affair“ etliche Kanonenkugeln Richtung holländisches Schiff. Nachdem es getroffen wurde versucht es ebenfalls seine Breitseite auf das Schiff der Piraten zu lenken. In dieser Zeit schafft es John mit seinen Söhnen noch zwei mal auf das Schiff zu schießen. In dem Moment, wo die „Van Tastic“ sich schon zur Hälfte gedreht hat, steuert Michael mit Terry die „Sad Affair“ längsschiff und als der Holländer seine Kugeln abfeuert bleibt die kleine Schaluppe unversehrt.
Jetzt versucht die „Van Tastic“ zu fliehen, sie dreht sich Richtung Westen, doch dabei verliert sie viel Zeit, denn die Segel und der Rumpf haben viel Schaden durch die Kanonen erlitten. Sie nähern sich immer mehr und nach ein paar Minuten kracht der Bug der „Sad Affair“ an die Längsseite des Holländers und die Piraten stürmen mit Wutgejohle und Freudenrufen auf die Holländer. Und Nora?
Die ist schon längst nicht mehr in ihrem Versteck, mit großen Augen bewundert sie die Männer, die sie bisher nur am Schwatzen und Streiten gesehen hat.
Terence ist als erster auf die Galeone gesprungen und er macht einen Hieb, den Nora noch nie gesehen hat. Er dreht sich in Windeseile einmal um sich selbst und erledigt mehrere Holländer, die um ihn stehen, Barry kämpft gleich gegen den Kapitän und zwei weitere und Paul durchtrennt ein Seil, welches eine große Kiste trug, die jetzt auf sechs Holländer raufknallt. Und die anderen Piraten kämpfen auch vorzüglich, geht es Nora durch den Kopf.

Nach zehn Minuten ergeben sich die übrigen Holländer. Es sind immer noch 50 Männer aber gegen diese Wahnsinnspiraten wollen sie nicht mehr kämpfen. Barry holt lachend aus der Kapitänskajüte eine Kiste hervor und öffnet sie. 1000 Gublonen und eine Schatzkarte!

Barry:
„Haha, 1000 Geldtaler und noch eine Schatzkarte für unser nächstes Abenteuer. So, Nora, glaubst du uns jetzt?“

Nora:
„Ihr seid der Hammer, ihr seid Wahnsinn. In euch muß der Teufel stecken.“

Paul:
„Ich bin der Hammer, ich bin Wahnsinn.“

John:
„Meine Söhne und ich machen doch das meiste!! Wir haben drei mal getroffen, als ihr an Bord wart, da waren es nur noch 20 Holländer!“

Barry:
„Das stimmt nicht!! Ich gebe zu, du hast in letzter Zeit Glück mit deinen Strolchen, aber das meiste machen wir. Und da waren noch 100 Holländer, gegen die wir kämpfen mussten.“

Michael:
„Wir haben alle gut gearbeitet, vielleicht könnten wir ja noch ein wenig üben und dann klappt es vielleicht ja doch mal mit einer großen Stadt erobern oder so.“

Wie immer hören die Piraten ihm nicht zu und teilen die Beute auf. Die Streitereien sind dabei schon mal vorprogrammiert. Nora geht zur Seite und überlegt:
„Das sind solche unglaublichen Piraten! Wie schade, dass die sich mit dem Streiten so viel kaputt machen. Was würde wohl passieren, wenn sie nicht 20 Mann wären, sondern 100? Oder 200 oder mehr? Barry, Paul, Terence in der ersten Reihe, vorher macht John plus Söhnchen die halbe Miete mit den Kanonen und Michael mit den Segelleuten steuert das Schiff perfekt. Die könnten die Karibik erobern, ja, sogar die ganze Welt. Was sie nicht haben: Ein Kapitän und eine Moral, einen richtigen Plan, der sich über Monate oder Jahre erstreckt. Ich kann nicht zusehen, wie die größten Piraten aller Zeiten ihr Talent so vergeuden.“
 
 
   
     
 
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Beitrag 20077 Verfasst am: Sa 22.Jan.2011 10:17
 
Nora, die Schwarze Katze Teil 2
 
Nachdem die Piraten die Schatzkiste und ein paar Fässer Zucker, die das holländische Schiff hatte, in den Lagerraum der „Sad Affair“ verstaut haben, versenken sie die „Van Tastic“ und ergreifen mit ihrem kleinen Schiff die Flucht, da jetzt aus St.Eustatius zwei holländische Kriegsschiffe auf sie zu segeln. Sie befinden sich aber über einer Meile entfernt und den Piraten gelingt die Flucht.

Am nächsten Abend in der Taverne

Paul:
„Mann, die haben wir fertig gemacht. Zum Glück war die „Van Tastic“ geschwächt, ihr Kanoneboot war auch nicht mehr dabei. Die hatten vor uns bestimmt eine Seeschlacht gehabt.“

Terence:
„Jetzt können wir erst mal feiern, das Geld reicht für eine Weile.“

Barry:
„Es wäre toll, wenn wir alle so gut kämpfen würden wie ich. Dann könnten wir jeden Tag drei oder vier große Schiffe entern. Und nicht nur eins.“

Paul:
„Geht das schon wieder los? Ich freue mich jedes Mal, wenn wir erfolgreich waren. Aber unser „Gefallener“ könnte ruhig mal draufgehen, dann hätten wir eine bessere Moral und eine Nervensäge weniger.“

Barry:
„Du streitsüchtiger Egoist, du hättest in England bleiben und als einfacher Matrose dein Geld verdienen sollen.“

Nora betritt die Taverne und geht zu den Piraten. Sie hat zwei Blätter Papier in der Hand. Die Piraten schaut sie ernst an während sie sich hinsetzt.

Paul:
„Hi Nora, toll das du hier bist. Denke bitte nicht, dass du uns Glück gebracht hast, so wie du uns heute gesehen hast kämpfen wir immer, hehe.“

Nora:
„Ich habe mir Gedanken gemacht und ein paar Notizen aufgeschrieben.“

John:
„Ein Schankmädchen, was lesen und schreiben kann?“

Nora:
„Meine Pflegemutter hat es mir beigebracht, so schwer ist es nicht.“

Barry:
„Für Paul schon, der kann noch nicht mal seinen Namen schreiben. Wenn er unterschreiben müsste würde er ein ‚X’ gerade noch hinkriegen.“

Michael:
„Das würde er glaube ich schon schaffen, da gebe ich dir Recht, ein ‚X’ ist ja nichts anderes als zwei Striche, die...“

Nora:
„RUHE! Ich will aus euch eine bessere Truppe machen, ihr könntet noch mehr, viel mehr erreichen. Als erstes braucht ihr jemanden, der eure Feldzüge plant. Einfach immer nur lossegeln und das nächste Schiff stürmen und dann wieder zurück, das bringt nicht so viel.“

Paul:
„Willst du jetzt der Kapitän sein?“

Barry:
„Kommt gar nicht in Frage. Einmal als Tourist dabei gewesen und dann gleich der Big Boss sein, oder wie?“

Nora:
„Ich sehe mich auf keinen Fall als Kapitän. Eher als Berater, als Manager! Ich werde nur das Organisatorische machen, ein Schiff und seine Besatzung braucht seine Koordination. Eigentlich machen wir es so, wie Michael es schon richtig meinte: Keiner ist der Chef, wir sind ein Kollektiv. Es muss aber einen geben, der das entscheidende Wort hat, wir müssen diesen Menschen nicht Kapitän nennen, denn das würde nur zu Streit bei euch führen.“

Paul:
„Ich werde Manager!“

Barry:
„Ich bin doch schon die ganze Zeit der Manager! Ohne mich wären wir schon längst in spanischer Gefangenschaft.“

John:
„Mein sechster Sohn sollte Manager sein! Er ist, na ja, der klügste ist er nicht, aber er sagt nie was und fordert nichts ein. Er würde diese Position nicht missbrauchen.“

2.Sohn:
„Der Sechste...“

4.Sohn:
„...von uns...“

1.Sohn:
„...ist mal wieder...“

3.Sohn:
„...im Schiff schlafen...“

1.Sohn:
„...ist er überhaupt einer von uns?...“

4.Sohn:
„...wenn Papa das sagt...“

3.Sohn:
„...wird es schon stimmen...“

Barry:
„Warum brauchen wir einen Manager, Nora?“

Nora:
„Ihr seid zu zerstritten und zu planlos um richtig Karriere in der Karibik zu machen. Habt ihr schon mal daran gedacht, dass euch der Gouverneur von Nevis vielleicht eine Belohnung geben könnte? England liegt seit Jahren mit Spanien im Krieg und ihr habt doch schon einige große spanische Schiffe versenkt.“

Terence:
„Achja, daran habe ich noch gar nicht gedacht.“

Paul:
„Wir haben alles erledigt was uns in den Weg kam. Spanische, französische, holländische und manchmal auch englische Schiffe.“

Nora:
„Das könnt ihr nicht machen, ihr müsst euch schon für eine Seite entscheiden.“

Barry steht auf und sagt:
„Na gut, dann gehen wir mal zum Gouverneur und sprechen mit dem.“

Nora:
„Das sollte nur einer machen, die ganze Meute lassen die Wächter nicht rein. Nur der...“

Barry:
„...Kapitän! Bleibt hier Jungs, euer Chef geht nur die Kohle und den Orden holen, bin in einer Stunde wieder da!“

John:
„NEIN! Ich bin älter und erfahrener als du, du weißt doch nicht mal wie man sich beim Gouverneur verhält. Du rotzt ihm wahrscheinlich noch vor die Füße und die Gouverneurstochter fällt um bei deinem Mundgeruch.“

Terence:
„Nora, vielleicht solltest du doch lieber kellnern, wer hier bei uns Kapitän wird, das ist auch in zehn Jahren noch nicht entschieden.“

Nora:
„Na gut, dann machen wir halt ‚Plan B’. Wir nehmen eine Marionette! Einen Mann, der nur offiziell der Kapitän ist, er segelt mit uns mit...hat aber eigentlich nichts zu sagen.“

Paul:
„Wer soll das sein?“

Nora:
„Wir nehmen einen, der nicht gleich stadtbekannt ist, der immer nur hier in der Taverne in der Ecke sitzt: Danielo! Wir werden ihm sagen, was er mit dem Gouverneur besprechen soll, er holt unsere Belohnung – und einen Kaperbrief!! Damit haben wir die Erlaubnis der Engländer die Spanier zu ärgern, wir bekommen die Sachen bei manchen Händlern außerdem billiger! Und wir wären nicht immer auf uns alleine gestellt, wir würden auch mal ein englisches Schiff neben uns haben können.“

Barry:
„Danielo? Der kann doch gar nichts, der kann noch nicht mal auf seiner Gitarre ein Lied korrekt spielen.“

Nora:
„Das ist doch egal, der erfüllt nur seinen Zweck. Auf dem Schiff wird er euch schon nicht reinreden. Dann haben wir diesen Punkt schon mal geklärt. Das nächste Ding ist: Ein größeres Schiff. Und dafür brauchen wir mehr Leute. Ich habe schon überlegt, wie wir es machen: Während die großen Hafenstädte in der Karibik aufblühen und immer mehr Menschen anziehen, verlässt die Landbevölkerung ihre Höfe und Pflanzungen und wandert hinüber zum amerikanischen Festland, um dort ihr Glück zu machen. Die verlassenen Landstriche auf Cuba, Hispaniola und Jamaica sind eine Zuflucht geworden für viele Männer, die in der Neuen Welt gescheitert oder ausgestoßen wurden, dazu zählen bankrotte Pflanzer, entlassene oder davongelaufene Arbeiter, Deserteure, entwichene Sklaven, schiffbrüchige Freibeuter, Schuldner und Abenteurer aller Schattierungen.“

Paul:
„Du redest von den Bukaniern, oder?“

Nora:
„Genau, die Jungs warten nur auf ein Schiff, was sie zum nächsten Abenteuer mitnimmt. Und noch was: Wenn ihr das nächste mal ein spanisches Schiff versenkt, schaut erst mal im Lagerraum nach, ob da schwarze Sklaven sind. Die sogenannten Cimmarones haben einen Hass auf alles was aus Spanien kommt, die würden sofort mit euch mitsegeln und tapfer kämpfen. Wenn wir eine Kriegsgaleone haben mit fast 300 Mann, dann sind wir unschlagbar. Zwar werden viele von den Leuten, die wir anheuern, nicht gleich so gut kämpfen wie ihr, aber wenn ihr in der ersten Reihe so glänzt und schillert wie ich euch gesehen habe, dann wird das all unsere Leute motivieren super gut zu fighten.“

Terence:
„300 Mann? Hört sich nicht schlecht an, aber dann will ich für einen guten Kampf auch meine Beute haben. Wenn wir so viele sind, dann gibt es doch wieder Streitereien.“

Barry:
„So viel Leute brauchen wir nicht.“

John:
„Deswegen hat es doch gegen Santo Domingo überhaupt nicht geklappt! Das war ein Desaster, wir hatten einen Gefechtsturm der Stadt beschädigt, die dagegen hatten uns fast zum Kentern gebracht. Und drei meiner Söhne waren weg!!! Wir hatten Glück, dass wir noch flüchten konnten. Wir waren viel zu wenig, mit mehr Leuten sind wir erfolgreicher und machen mehr Beute!“

Nora:
„Natürlich muss die Beute immer gerecht aufgeteilt werden, sonst kippt die Moral unserer Truppe. Wir werden außerdem Handel betreiben und die Fracht des Gegners nicht immer gleich versenken. Ich war vorhin beim Händler Joe Zawolin, er hat mir die Preise der Waren in den Städten gegeben. Hier in Nevis sind Lebensmittel sehr billig, in St.Kitts können wir zur Zeit zu einem guten Preis Gewürze verkaufen und in Antigua bekommen wir viel Geld für Schmuck, Gold und Silber. Auf einer richtigen Galeone kann man bis zu 90 Tonnen transportieren.“

John:
„Wir haben auf der „Sad Affair“ noch viel Gold. Damit könnten wir ein neues Schiff kaufen.“

Michael:
„Auf so einem großen Schiff kann ich mit Terry aber nicht so gut segeln wie auf unserer Schaluppe.“

Nora:
„Wir werden bei den Bukaniern ja nicht nur Kämpfer anheuern, wir werden auch Segelleute finden. Du bist dann der Chef der Navigation.“

Michael:
„Wie viel...wie viel Leute werden mit mir die Segel spannen?“

Nora:
„Na mindestens zehn Leute dachte ich.“

Barry:
„Was ist eigentlich mit der Schatzkarte, die wir auf der „Van Tastic“ gefunden haben?“

Nora:
„Den Schatz suchen wir erst, wenn wir alles so weit haben. Wenn wir dann 200 Leute oder mehr sind und dann den Schatz ausgraben, dies wird alle richtig happy machen und die Moral wird für eine Weile gut sein.“

John:
„Auf einer Galeone passen fasst 30 Kanonen, mit meinen sechs Söhnen schaffe ich das nicht.“

Nora:
„Du bekommst natürlich auch noch Verstärkung, die du unter Kontrolle haben wirst. Wo wir gerade dabei sind: Wie schaffst du es mit deinen Jungs so schnell hintereinander zu schießen?“

John:
„Die fahrbaren Lafetten, auf denen die Kanonen sind, haben wir mit Ketten und Schienen so befestigt, dass sie nach dem Rückstoß eines Schusses einen halben Meter nach hinten rollen und sofort wieder mit Kanonenkugeln beladen werden können.“

Nora:
„Super, behalte dieses Verfahren und bringe es den neuen Männern bei. (Pause) Ich werde jetzt zu Danielo gehen und mit ihm sprechen. Ihr könnt euch alles ja noch mal durch den Kopf gehen lassen. Mein letzter Tipp: Vergesst es, wer bei euch der beste ist und wer die höhere Trefferquote hat, damit macht ihr euch nur alles kaputt. Zusammen sind wir stark!“

Nora steht auf und geht zu dem Barden. Und die Piraten? Normalerweise würden sie jetzt schwatzen, streiten, die ganze Zeit nur reden, reden und noch mal reden. Aber jetzt sitzen sie ganz nachdenklich an ihrem Tisch und überlegen. Barry ist der erste, der das Schweigen bricht.

Barry:
„Mir gefällt das alles nicht. Wer weiß, vielleicht ist Nora in Wirklichkeit eine Agentin der Spanier, vielleicht ist das eine Falle.“

Terence:
„Eine Agentin? Sie ist doch nur unser Schankmädchen, mehr nicht.“

Paul:
„Die tollen Ideen kamen heute von Nora, der Schrott mal wieder von Berry Badmoore, wie immer.“

Barry steht auf und will schon zu Paul gehen, da ergreift Theodore das Wort. Er saß die ganze Zeit ruhig neben Paul.

Theodore:
„Leute, sie hat Recht, ihr macht euch alles mit diesem egozentrischen Gehabe kaputt. Wir sind alle super Helden, da ist es doch jetzt egal, wer auf Platz eins, zwei oder Platz drei ist. Müsst ihr unbedingt immer eure Show abziehen? Wir könnten mit einem richtigen Kriegsschiff viel größere Erfolge feiern als mit der kleinen Schaluppe.“

John:
„Ich hätte fast 30 Kanonen unter meiner Regie, Mann, damit können wir ein Schiff nach dem anderen vernichten!“

Michael:
„Ich hätte zehn Leute, mit denen ich steuern würde. Wir wären stärker, schneller, wir wären das beste Schiff der Karibik.“

Theodore:
„Entweder wir hören auf Nora und räumen in dieser Welt noch richtig ab – oder wir bleiben bei unserer „Sad Affair“ und streiten uns den ganzen Tag....Bitte, macht einen Waffenstillstand.“

Barry setzt sich wieder hin, dabei schaut er grimmig Paul in die Augen.

Terence:
„Nora hat recht, mit einem Kaperbrief haben wir die offizielle Erlaubnis der englischen Königin spanische Schiffe zu erobern.“

Paul:
„Vielleicht habt ihr recht. Anstatt unser erbeutetes Geld nur zu versaufen werden wir mal ein fettes Schiff kaufen, genug Geld haben wir ja.“

Einen Tag später am Hafen

Nora steht mit den Piraten auf einem Steg, auf dem sie sich Schiffe anschauen. Der Schiffsbauer Danco Pool erzählt ihnen von seinen Schiffen.

Danco:
„Hier ist die Galeone „White Glory“, ein englisches Schiff, 35 Meter lang, 30 Kanonen, fast 100 Tonnen können mit ihr transportiert werden und 300 Leute kann die Besatzung groß sein.“

Paul:
„Das ist doch genau das, wonach wir suchen.“

John:
„Prächtiges Schiff!“

Nora:
„Ähh...und das Schiff da hinten?“

Danco:
„Dass...dass ist das beste Schiff, was ich jemals hatte. Es muß noch repariert werden, aber in einer Woche kann es lossegeln. Es ist ein spanisches Schiff mit dem Namen „Santa Flora“, es ist mehr als 40 Meter lang und kann 56 Kanonen fassen und die Besatzung, liebe Leute, geht bei diesem Prachtexemplar bis auf 500 Mann. Es ist erst drei Jahre alt, wurde aber bei einem Seegefecht gekapert und beschädigt. Aber wie gesagt, in sechs oder sieben Tagen ist das Schiff startklar.“

John:
„56 Kanonen?? Boah!“

Paul:
„500 Mann!! Das ist ja schon eine richtige Armee. Lasst uns mal zu dem Schiff gehen.”

Sie gehen zu dem Schiff, währenddessen spricht der Verkäufer weiter.

Danco:
„Neben Fockmast, Großmast und Besanmast hat dieses Schiff noch einen vierten Mast, mit dem ihr ebenfalls Segel bespannen könnt. Die Takelage wird wie gesagt repariert, sie besteht aus hochwertigem Hanfseil, der Schiffsrumpf aus bester Eiche, beste Qualität.“

Nora:
„Wie teuer wird das Schiff sein?“

Danco:
„Naja, das ist das größte und mächtigste Schiff, was ich auf Lager habe....5000 Gublonen....wenn ihr einen Kaperbrief habt, dann nur 4000...hat euer Kapitän einen Titel, wenigstens als Baron, dann würde ich es sogar für 3500 verkaufen.“

Währenddessen bei Gouverneur Snyder in seiner Residenz

Der Gouverneur sitzt mit seiner Tochter in seinem Büro. Die Tür öffnet sich und der Wächter sagt: „Euer Ehren, ein Kapitän von Freibeutern bittet um ein Gespräch.“

Gouverneur:
„Lass ihn reinkommen.“

Danielo betritt mit einem Lächeln den Raum. Er trägt die Mütze und den Mantel von Barry und an seinem Gurt hängt ein Säbel.

Gouverneur:
„Was bereitet mir die Ehre, junger Mann?“

Danielo:
„Ich heiße Marcus Appleton und bin der Kapitän der „Sad Affair“. Habt ihr schon von uns gehört?“

Gouverneur:
„Ohh, das habe ich...ich hätte schon längst jemanden zu euch geschickt, aber ihr schient mir eine orientierungslose und chaotische Truppe zu sein. Ihr habt schon eine Menge spanischer Schiffe versenkt, aber auch einige französische, mit Frankreich sind wir schließlich verbündet. Und ein englisches Schiff ist von euch auch versenkt worden.“

Danielo:
„Es tut uns sehr leid, aber wir machen jetzt einen Neuanfang. Unser Kapitän war immer ein neuer, wir haben ständig die Seite gewechselt. Ich bin und bleibe jetzt aber der Kapitän und wir werden für den Rest unseres Lebens für die englische Krone kämpfen (Pause) Außerdem spiele ich sehr gut auf der Gitarre.“

Gouverneur:
„Das ist jetzt erst mal egal. Wie viel seid ihr?“

Danielo:
„Zur Zeit sind wir nur um die 20, aber wir werden jetzt ein richtig großes Schiff kaufen und zu Hunderten in See stechen.“

Gouverneur:
„Wo wollt ihr so viel Leute auftreiben?“

Danielo:
„Wir haben schon einen Plan gemacht, wir werden in den englischen Kolonien Leute anheuern und bei den Bukaniern werden wir auch vorbeischauen.“

Der Gouverneur dreht sich um und schaut aus dem Fenster. Er faltet seine Hände hinterm Rücken zusammen und spricht:
„Eigentlich ist es nicht mein Stil irgendwelchen Piraten gleich einen Kaperbrief zu geben. Aber mich hat es immer wieder verwundert, wie euer kleines Schiff ständig richtige Kriegsschiffe der Spanier versenkt hat. Ihr müsst begnadete Kämpfer sein, solche Leute kann ich nur zu gut gebrauchen. England hat über die Jahre Fuß gefasst in der Karibik, zusammen mit den Franzosen konnten wir die spanische Übermacht etwas nach Westen drängen. Aber St.Martin, eine ehemals englische Kolonie, ist letzte Woche gefallen, jetzt weht dort wieder die gelbe spanische Flagge. Wir wollen im Osten der Karibik keine spanische Kolonie haben und wenn ihr dazu beitragen könnt, wäre ich euch zu tiefster Dankbarkeit verpflichtet. Und wenn es nur ein paar Schiffe sind, die ihr versenkt, wenn jeder seinen Teil dazu beiträgt, dann ist St.Martin irgendwann wieder englisch.“

Der Gouverneur dreht sich um und holt einen Brief und eine Urkunde aus der Schublade seines Tisches. Er schreibt einige Namen und Zahlen in die Dokumente und gibt sie Danielo.

Gouverneur:
„Ich gebe euch diesen Kaperbrief und verleihe euch den Titel ‚Oberst’. Außerdem schenke ich euch 100 Morgen Land. Versenkt ihr ein paar Schiffe, die spanisch und von Wert sind, dann ernenne ich euch zum Baron. Und noch mal: Nur spanische Schiffe!“

Danielo lacht und strahlt über beide Ohren. Nachdem der Gouverneur ihm den Brief gegeben hat und die Urkunde, daß er jetzt Oberst ist, steht die Gouverneurstochter auf und geht zu Danielo. Sie ist eine blonde Frau mit dem Namen Chrystel, ganz hübsch, auch wenn sie ein paar Pfund zu viel wiegt.

Chrystel:
„Ihr seid also der mutige Kapitän der „Sad Affair“. Wie wird euer neues Schiff heißen?“

Danielo:
„Das wissen wir noch nicht, aber uns wird schon ein toller Name einfallen.“

Chrystel:
„Wie wäre es mit ‚Chrystel’?“

Danielo:
„Heißen Sie so? Naja, das wäre schon ein schöner Name. Noch schöner wäre der Name allerdings für eine Ballade, die ich euch komponieren würde.“

Chrystal:
„Sie sind auch noch ein Musiker? Ein Universalgenie, wie?“

Danielo:
„Naja, dass mit den Piraten kämpfen und Abenteuer und so ist eigentlich nur mein Nebenhobby, ich bin eigentlich in erster Linie ein richtiger Musiker. Habt ihr eine Gitarre in eurem Haus?“

Chrystel:
„Ohh, JA!“

Sie rennt aus dem Zimmer und holt ihre Klampfe. Danielo setzt sich glücklich hin und der Gouverneur schaut ihn ernst und irritiert an. Chrystel kommt wieder und drückt ihm eine Gitarre in die Arme. Sogleich beginnt er zu spielen, die Tocher lacht und der Gouverneur schüttelt ärgerlich den Kopf.
Nach seinem Lied legt er die Gitarre beiseite und holt aus seiner Tasche einen Rubinring. Freudestrahlend gibt er ihr ihn.

Chrystel:
„Ohh, so ein schöner Ring. Woher haben Sie den?“

Danielo:
„Nora hat mir den gegeben.“

Chrystel:
„Nora? Wer ist das?“

Danielo:
„Ähh, das ist eine Frau eines spanischen Kapitäns gewesen. Ich habe um mein Leben gefochten nur um diesen Ring irgendwann mal der Gouverneurstochter von Nevis zu geben.“

Chrystel:
„Ich würde Sie so gerne mal kämpfen sehen. Sie müssen ein richtig guter Fechter sein.“

Danielo:
„Naja, es geht schon.“

Gouverneur:
„Ihr habt etliche Schiffe erobert. Da müssen Sie schon was drauf haben mit dem Säbel. Oder sind Sie bei der „Sad Affair“ noch nicht so lange dabei?“

Danielo:
„Doch, doch, von Anfang an schon dabei gewesen, sonst hätten die mich nicht zum Kapitän ernannt, irgendwann wird es halt Routine, mein Können reicht, ich bin zufrieden. Ich will mich allerdings noch weiter auf der Gitarre entwickeln. Kann ich in Nevis eigentlich mal ein Konzert geben?“

Gouverneur:
„Ich dachte, ein richtiger Pirat hat Ruhm, Ehre und Schätze im Kopf und nicht so eine wertlose Beschäftigung wie die Musik. Aber wenn es Sie noch mehr anstachelt: Tragt dazu bei, dass über St.Martin wieder die englische Flagge weht, dann wird es in Nevis ein richtiges Fest geben und eine Bühne – auf der Sie spielen können, so lange sie wollen.“

Am Abend in der Taverne

Die Piraten sitzen wieder an ihrem Tisch. Sie haben mitbekommen, daß es ratsamer ist das Management Nora zu überlassen, sie lassen sie jetzt ausreden und fallen ihr nicht ständig ins Wort.

Nora:
„Wir haben das Geld für die „Santa Flora“ fast zusammen. Wäre Danielo jetzt schon Baron, dann könnten wir das Schiff gleich kaufen...den Zucker haben wir auch verkauft, aber uns fehlt noch etwas Geld...ich habe folgenden Plan: Wir segeln noch ein letztes mal mit der „Sad Affair“ nach St.Kitts und Antigua, nach Guadalope können wir es auch probieren und wir heuern erst mal mindestens 30 Leute zusammen, daß wir 50 Piraten zählen. Wir brauchen mehr als 20 Männer, damit wir mit dem Riesenschiff überhaupt vernünftig segeln und kämpfen können. Wenn wir wieder in Nevis sind verkaufen wir die „Sad Affair“ und dann haben wir das Geld für das Schiff.“

Barry:
„Nein!! Die „Sad Affair“ wird nicht verkauft!“

Paul:
„Du bist nicht der Kapitän, wann checkst du es endlich? Du kannst ja alleine auf der Schaluppe segeln, während wir anderen die Welt erobern.“

John:
„Okay, Nora, du hast mal wieder recht. Mit dir werden wir noch richtige Helden!!“

Barry(genervt):
„Und dann?“

Nora:
„Wenn wir die „Santa Flora“ haben, dann fahren wir nach Hispaniola oder Cuba zu den Bukaniern. Da sammeln wir so viele wir können. Wir brechen dann wieder nach Süden auf, auf dem Weg können wir schon mal ein paar spanische Schiffe platt machen um mit dem neuen Schiff zu trainieren. Wenn wir ein paar Hundert Mann zählen brauchen wir auch Kohle um die Jungs an der Stange zu halten. Außerdem suchen wir den Schatz und teilen den gerecht auf.

John:
„Ich habe mir die Schatzkarte angeschaut, sie ist nicht beschriftet, ein Kreuz ist nur markiert, aber es müsste die Mündung zum Maracaibo-See sein. Ich kenne die Ecke.“

Barry:
„Also mit 500 Leuten könnten wir doch locker St.Martin gleich erobern. Die haben nur ungefähr 400 Soldaten.“

Nora:
„Die Kolonie war doch aber vor kurzem noch englisch. Sie ist im Norden der Karibik der östlichste Zipfel der Spanier, denkt ihr, die packen da ihre Reichtümer rein? Aber okay, wenn ihr wollt...ich gebe euch nur meine Vorschläge...“

Barry:
„Warum nicht die Stadt St.Martin überfallen? Die Läden und Händler haben bestimmt viel Zaster und ...“

Paul:
„Barry denkt mal wieder zu kurz. Dabei hat er doch so eine lange Leitung, hehe. So eine Plünderung würde England gegen uns bringen, weil die meisten Bewohner dort Engländer sind. Oder Nora?“

Nora:
„Genau.“

John:
„Mann, Nora, was bist du nur für ein Weib! Ich gebe zu, ich wollte immer bei uns das Sagen haben, aber wenn ich es nicht sein darf – dann Nora, die mit dem schwarzen Kleid und der roten Blume!“

Paul:
„Mädchen, du bist ja super informiert.“

Nora:
„Ich habe immer zugehört, wenn Seeleute ihre Infos ausgetauscht hatten. Die konnte ich dann anderen erzählen, die mir dafür etwas Geld gaben. Ich könnte euch noch einiges zu den vier Staaten sagen, die seit Jahren hier schon um die Vorherrschaft kämpfen.“

Terry:
„Was ist, wenn die Schatzkarte ein Fake ist, vielleicht ist da gar nichts.“

Nora:
„Dann sind wir nicht umsonst gesegelt, denn unterwegs werden wir schon genug Spanier treffen, die wir überfallen können. Und mit so einem auffälligen Schiff wie es die „Santa Flora“ ist werden wir auch des öfteren angegriffen, sei es von Spaniern oder Piraten.“

Paul:
„Nora hat recht, wir werden unterwegs auch Beute machen. Und diese Schatzkarten darf man nicht unterschätzen. Viele Seeräuber haben schon fette Beute gemacht, mit den ganzen Klimpertalern kann man nicht immer unterwegs sein.“

John:
„Und die einer Bank geben, die vielleicht wieder mal überfallen wird, kommt auch nicht in Frage. Wir probieren es einfach mal aus. Vielleicht hat das holländische Schiff einen Schatz dort versteckt oder sie hatten die Karte von irgendwelchen Piraten. Maracaibo ist spanisch, die haben da fast 1000 Soldaten, aber der Schatz ist genug weit weg von der Stadt.“

Nora:
„Wenn alles so gut läuft wie ich es mir vorstelle und wir das Schiff voll kriegen mit gut gelaunten Piraten, dann können wir den ganz großen Wurf machen: Die Eroberung der Stadt St.Martin. und danach...“

Barry:
„Santo Domingo...oder Santiago, da sind dann schon manchmal fast 1000 Soldaten...am besten nachdem wir den Schatz gefunden haben segeln wir nach Santiago...das wäre dann eine richtig fette Schlacht...wir könnten ja noch ein paar Engländer oder Franzosen fragen, ob die mitmachen wollen...“

Paul:
„Hey, wir können doch einen flotten Dreier machen, danach noch San Juan und dann machen wir erst mal eine geile Party!“

Nora:
„Toll, dass ihr endlich auch mal einer Meinung seid, Barry und Paul, aber wir sollten glaube ich erst mal kleiner anfangen.“

John:
„Sie hat recht, 55 Kanonen, daran muß ich mich erst mal gewöhnen.“

Michael:
„Ich auch, auf so einem großen Schiff wird es zunächst anders sein.“

Barry:
„Na gut, na gut, dann machen wir es so wie sie es... (richtet sich ruckartig zu Nora) Du wirst dich aber NICHT deswegen Kapitän nennen, nur weil wir deinen Plan durchziehen werden.“

Theodore:
„Nora, du bist toll.“

Terry :
« Nora, du hast es ganz geschickt gemacht. Du bist nicht der Kapitän aber du bist es doch!“

Berry:
„Da hat er aber recht. (verschränkt seine Arme und schaut Nora mit geneigtem Kopf an.)“

Nora:
„Ihr müsst es nicht so machen, wie ich es euch vorschlage, los, segelt mit eurer traurigen Affäre und plündert noch ein paar Schiffe, das läuft bei euch gut. Ich gebe zu, ich habe richtig Bock auf ein krasses Adventure obwohl ich nicht fechten kann. Und fürs Navigieren bin ich glaube ich auch zu ungeschickt.“

John:
„Du bist schon eine Wahnsinnsbraut. Dann hat endlich mal einer unter uns wahre Führungsqualitäten und dann ist es auch noch eine Frau.“

Nora:
„Ich glaube, zwischen Männern und Frauen gibt es gar nicht so viele Unterschiede.“

Michael:
„Nora, du bist eine Ausnahmefrau. Ich dachte, Frauen kochen nur und hüten die Kinder.“

Nora:
„Das werde ich vielleicht auch irgendwann machen, aber jetzt hätte ich Lust mit euch etwas zu unternehmen...(Pause) Jungs, ihr solltet euch nicht so sehr streiten...wir machen es so, wir teilen die Beute immer ganz gerecht auf, keiner kriegt mehr und keiner weniger...sollte einer ein paar mal hintereinander nicht mehr richtig gekämpft haben, schlecht drauf sein oder Ärger verbreiten, dann reden wir mit ihm....ansonsten ist es TOTAL EGAL, wer am meisten gekillt hat, wer am besten gekämpft hat und wer die Nummer eins ist...“

Theodore:
„Die Welt wird beherrscht von Monarchien und Nora führt die Demokratie auf ein Piratenschiff ein.“

Paul:
„Wir werden abstimmen. Wer will Noras Plan mitmachen? Wer für ‚ja’ ist, hebt die Hand.“

Bis auf Barry heben alle die Hand.

John:
„Du beleidigte Lebewurst, Barry, du bist überstimmt.“

Barry:
„Die Frau kämpft überhaupt nicht, quatscht ein bisschen rum und dann bekommt die genauso viel wie ich, der sein Kopf hinhalten muß?“

Nora:
„Ich werde auch noch kochen, bitte macht mal, nehmt mich mit.“

Paul:
„Planung ist schon was wichtiges, Nora hat sich ihren Anteil verdient. Wann segeln wir los?“

John:
„Morgen!“

Michael:
„Wir werden erst mal wie Nora sagte Leute anheuern...damit wir 50 Mann zählen...das geht in den englischen St.Kitts, Barbados, Antigua und in den französischen Guadalope, Montserrat...“

Terence:
„Wechseln wir die Piratenflagge mit der englischen aus?“

Nora:
„Ja, Danielo hat vom Gouverneur eine bekommen.“

Jetzt kommt der Wirt Hugo zu ihnen.

Wirt:
„Nora, was machst du in letzter Zeit ständig mit den Piraten? Ich brauche dich, da sind eine Gruppe Portugiesen gekommen, die wollen bedient werden!“

Paul:
„Wir nehmen die Frau mit auf unsere Abenteuer.“

Terry:
„Und Danielo nehmen wir auch mit.“

Wirt:
„Warum?“

Nora:
„Das bleibt unser Geheimnis, oder Jungs?“

die ganze Truppe:
„Ja!“
 
 
   
     
 
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Beitrag 20078 Verfasst am: Sa 22.Jan.2011 17:45; 5x bearbeitet, zuletzt von Fornax am: Sa 22.Jan.2011 20:19
 
Zukunftsträume - Teil 9 - Noradora: Prolog
 

Neue Heldensagen von Holenia: "Noradora" - Prolog (Teil 9 der Nora-Fanfiction-Reihe: Zukunftsträume)

24. Dezember 2085: Nora saß auf ihrem Sofa, auf dem Couchtisch lag ein Paket. Sie öffnete es behutsam mit einer Laserschere. In dem Paket befand sich ein weiteres Paket und auf diesem wiederum lag ein roter Brief, dessen Siegel sie ungeduldig aufbrach. Es fiel eine dicke Broschüre namens 'Nora-Fan-Weihnachtsbrief 2085' heraus. Sie übersprang das Inhaltsverzeichnis und begann, ab Seite 4 zu lesen:

»Liebe Nora, hier spricht Norbert Bregenhirn, der Präsident des weltgrößten Nora-Fanclubs von Darmstadt, "Die Bruderschaft der Noranauten". Da wir durch dein neues Interview mit 'Holenia Overdrive' erfahren haben, dass du bei dir zuhause einen antiken Personalcomputer im Wohnzimmer stehen hast - einer aus den 30gern, als Kristallspeicher noch nicht erfunden worden waren - da haben wir uns gedacht, wieso schenken wir der Nora nicht auch etwas total antikes zu Weihnachten? Und zwar konnten wir mit sehr viel Glück und einem tiefen Griff in die Vereinskasse ein seltenes Exemplar einer Spielesammlung von 2035 namens: "Die besten 1000 Spiele der letzten 50 Jahre - kompatibel mit Windomz Vizbo" ergattern. Also alle must-have Spiele aus der Frühzeit der Computergeschichte. Da wirst du sicher sehr, sehr lange deinen Spaß dran haben, wenn du überhaupt jemals damit fertig wirst. Mit hineingelegt haben wir auch noch einen Ausbremser-Datenkristall sowie einen Holoadapter2D. Denn auf der einen Seite wird ein PC sicher viel zu schnell für alle Spiele sein, die vor 2020 erschienen sind und außerdem wissen wir ja nicht, ob du auch einen uralten 2-D Monitor bei dir rumstehen hast. Und dann haben wir noch eine Clubinterne Umfrage gemacht, was denn nun das Spiel sein soll, dass du, Nora, als erstes ausprobieren solltest, da dein Terminplan natürlich ziemlich eng sein muss und sicherlich nicht jedes Spiel...«

Fanatiker..., dachte Nora. Nein: eher Superfans. Aber zweifellos irre Superfans. Habe ich eigentlich auch irgendwo normale Fans? Aber dann wiederum würden die mir vielleicht gar keinen Brief zu Weihnachten schreiben. Nein, die kaufen vielleicht lediglich einen Datenkristall meines neuesten Films: "Schnuffi-Schnaffi Connection" und dann sehen sie sich vielleicht noch die X-te Wiederholung meines legendären Auftritts bei 'Zimmer Frei' an, wo ich 'Piano Man' gesungen habe, die morgen Abend (wie an jedem 1. Weihnachtstag) auf meinem Privat-Sender "Sternencatcher TV" läuft.

Nora blätterte weiter bis ans Ende der Broschüre, wo zu lesen war:

»...und so endete unsere Jahresschlussversammlung damit, dass wir unseren Mitgliedern endlich die Auswertung unserer Umfrage präsentieren konnten. Das Gewinnerspiel ist - und solltest du die letzten 83 Seiten nur überflogen haben, könnte das etwas überraschend kommen - der Gewinner und damit DAS Spiel, dass du unbedingt spielen solltest, ist:

*Trommelwirbel*

'Noradora - aus der beliebten Reihe: Promis treffen Dora The Explorer' aus dem Jahr 2012. Ja, liebe Nora, denn nur in diesem Spiel - auch wenn es eigentlich für Kinder ist - kann man für einen Tag in deine Haut schlüpfen und viele spannende Abenteuer erleben. Gleich dahinter, auf Platz zwei ist "Knights of the Old Republic", welches noch immer als das beste Star Wars Spiel der Antike des Computerzeitalters gilt. Auch das mag dir vielleicht, solltest du die letzten 83 Seiten dieses Briefs übersprungen haben, etwas merkwürdig erscheinen...«

Nora war außer sich!! Von diesem Spiel wusste sie ja gar nichts!!! Noch dazu war es von 2012, also nach ihrer unbeabsichtigten Zeitreise ins Jahr 2069 - also zu einer Zeit, als sie für den Rest der Welt noch als vermisst galt. In jedem Fall stellte dieses Spiel einen Schandfleck in ihrer erfolgreichen Karriere dar. Es war doch total peinlich mit der doofen Dora, der Entdeckerin, dieser befremdlichen Karikatur einer modernen Kinderserie, in Verbindung gebracht zu werden. Oh, wie sie diese Dora hasste... Außerdem: Da konnte sie für einen Tag in Noras, also in ihre eigene Haut schlüpfen? Wiese sollte Nora das wollen? Worum ging es noch mal in dieser Umfrage unter den Nora-Fans?

Egal! Das ist jetzt alles unwichtig, schoss es ihr durch den Kopf, nachdem der erste Schock abgeklungen war. Nun gibt es für mich wichtigeres zu tun, als hier rum zu sitzen und mich für ein posthum erschienenes Computerspiel dumm und dämlich zu schämen.

 

Nora verschwendete keine Zeit und setzte sich mit ihrem Manager in Verbindung.

»Hallo? Horst?«

»Ja, wat is? Nora, bist du das? Halt mal, meine Kamera is todaaal beschlagen, ich bin grad in der Sauna. Halt mal kurz, ich wisch das mal eben ab. «

Nora sah mit ihrem Holo, wie Horst Ranzrücken, seit 2081 ihr Manager, den Holo-Emitter seiner Armbanduhr trocken wischte, durch die er mit ihr kommunizierte. Dieser Emitter produzierte in „Absprache“ mit dem Saunainternen Roomscope-Kristall das dreidimensionale Hologramm, welches nun über Noras Couchtisch schwebte.

Nach kurzer Zeit war das Bild wesentlich schärfer und Nora erkannte sofort seinen mächtigen Bierbauch wieder, sowie seinen mit grün-braunen Pickeln übersäten Rücken. Seine Tränensäcke, so schien es ihr, waren seit ihrer letzten Unterhaltung noch ein wenig größer geworden.

»Du, Horst! Wir haben da ein Problem. Und zwar geht es um das PC Spiel 'Noradora'.«

»Ach, dieses Spiel wo du zusammen mit Dora, der Entdeckerin, eine beliebte Figur aus einer Trickserie für Kinder aus den Nuller-Jahren, beziehungsweise den Klojahren, viele kunterbunte Abenteuer jenseits aller Vernunft erlebst? Also unter uns: Ich würde dieses Spiel gerne mal spielen!«

Nora war baff: Hatte sie doch fest damit gerechnet, dass Horst überhaupt nicht wusste, von welchem Spiel sie redet.

»Aber H-Horst...sag mal...wo das Spiel rauskam, da war ich doch schon ein paar Jahre in der Zukunft und ich galt als vermisst und viele dachten bestimmt, ich war...tot!?«

»Ja, aber deine Popularität war auf einem All-Time-High! Ich hab darüber recherchiert, bevor ich dein Management übernommen habe. Du weißt ja, was das Verschwinden einer bekannten Person bewirken kann. Die Presse erfindet dann alle möglichen Sachen und letztendlich wird so selbst ein C-Promi erst gebauchpinselt, dann beweihräuchert und letztendlich zur Legende, zum Mythos erhoben. Wobei du damals natürlich längst schon ein A-Promi warst.«

»Also hat sich das Spiel trotzdem ganz gut verkauft?«

»Nein. Nach den Infos, die ich habe, kam das Spiel bei der Zielgruppe nicht gut an, weil Dora 2012 schon längst wieder out war und die Kinder kannten dich halt kaum. Ich schätze mal, höchstens ein Kind aus 100 von den 5 bis 10-Jährigen, wusste wer du bist. Der Hersteller des Spiels ging Pleite und das Spiel selbst geriet in Vergessenheit.«

»Oh...ach so. Zum Glück!«, sagte Nora erleichtert.

»Ja, aber unter Nora-Fans ist es immer noch sehr beliebt!«

»Das hab ich schon mitbekommen...leider. Also, nur mal angenommen, jemand würde die letzten Exemplare dieses Spiels vernichten wollen. Was würde derjenige machen müssen?« »Nun, also eine Rückrufaktion würde das Spiel nur noch bekannter machen und es würde noch mehr zu einem Sammlerexemplar werden, als vorher. Das bedeutet wiederum, dass die einzige Möglichkeit dieses Spiel verschwinden zu lassen, eine Zeitreise ins Jahr 2012 ist. Dort muss man kurz nach dem Erscheinen schnell alle Exemplare aufkaufen, dann einen oder mehrere Spaceshuttles damit befüllen und diese dann ferngesteuert in der Sonne verglühen lassen. Natürlich würde es über ein Jahr dauern, bis die Shuttles bei der Sonne ankommen. Während dieser Zeit können die Shuttles von den Russen abgefangen werden - ich habe viele Filme aus dieser Zeit gesehen. Mein Fazit: Man darf die Russen nicht unterschätzen!!! Es ist ein großes Risiko, dass du da eingehst...bist du bereit es zu riskieren, Nora?«

»Nein...und überhaupt, es geht ja nicht um mich, ja?! Ich hab ja nur rein hypothetisch gefragt, was wäre wenn und so weiter. Trotzdem wäre es doch auch möglich ins Jahr 2011 zu reisen und dann das Entwicklerteam dazu zu überreden, die Arbeit am Spiel einzustellen.«

»Hahaha...also Nora, du hast Ideen...hahaha...so, ich muss jetzt aus dieser Sauna raus, die Zeit ist fast um. Meine Pickeln blähen sich außerdem schon auf. War jedenfalls schön mal wieder mit dir zu reden. Schön auch, dass du mir mal nen paar Wochen freigegeben hast. N' pralles Weihnachten noch...tschau.«

Horst hatte aufgelegt und ließ Nora mit Träumen von einer Zeitreise in die Vergangenheit und Spaceshuttles, die in der Sonne verglühen, zurück.

 

Nora schaltete das Holofern an und freute sich auf ein gediegenes, weihnachtliches Abendprogramm. Auf "Freudige Erwartung TV" lief der übliche, pseudo-kirchliche Weihnachtsmüll und die anderen zwanzigtausend Sender zeigten entweder "Der Kleine Lord 4 - Die Wiederauferstehung" oder diesen neuen Weihnachtsfilm vom Methusalem mit der Skilehrerfrisur: Hansi Hinterwäldler, oder besser: sein Kopf, der sich nun auf einem athletisch aussehenden Androidenkörper befand. Blieb eigentlich nur noch der Nachrichtenkanal HOC3, der im Anschluss an die Nachrichten sicher Live und im Wechsel zu den Weihnachtsfeiern in den 6 Kontinental-Hauptstädten der Erde schalten wird. Manchmal hatte sie schon etwas Heimweh…

Nora machte es sich auf ihrem Sofa gemütlich. Davor, auf dem Couchtisch, flackerten ein paar Holokerzen im immergleichen Rhythmus und gerade als es 20:15 Uhr schlug, kam ihr einziges Roboterhaustier, Kater James, aus der Küche, legte sich in seinen Katzenkorb/Ladestation und begann seine Schnurrphase/Aufladephase. Nora stellte das Schnurren leiser, damit sie den Nachrichtensprecher besser verstehen konnte.

»Und hier sind die Nachrichten auf HOC3, ihrem Nachrichtenkanal für Exil-Erdler mit dem Motto: 37 Stunden pro Tag bestens informiert! Und hier ist ihr Lieblings-Anchorman: Christian Ständer.«

»Hallo und Guten Abend, hier sind die Nachrichten für heute, dem 24.12.2085 nach Erdhauptzeit und im Jahr 7024, im 56sten Zyklus, dem 24ten Subzyklus und dem 96. Sub-Sub-Zyklus, Umlauf-Perioden-Einheit 2,5 nach Holenischer Zeit.

Unsere Hauptmeldung für heute Abend: Exzentrischer Erfinder Ovid McMorlock will Maschine erfunden haben, die es möglich machen soll, Wurmlöcher als Portal für Zeitreisen nutzbar zu machen. Nachdem sowohl die Erdregierung als auch der "Holenische Rat der von der Wissenschaft Wissenden", kurz HRdvdWW, die Benutzung von konventionellen Zeitmaschinen im letzten Jahr verboten hatte, kann sich McMorlock kaum vor Anfragen von Leuten retten, die seinen Prototyp, den umgebauten Kampfflieger "Wurmcatcher", mit eingebauten Wurmlochdetektor, testfliegen wollen. Wir interviewten McMorlock in seinem Hobbykeller. Hier ein kurzer Auszug aus dem über 8 Stunden langen Interview, das man sich natürlich auch auf unserer Homepage in voller Länge anschauen kann. Das heißt, falls irgendjemand tatsächlich genug Zeit dazu haben sollte!«

McMorlock: »Die Idee für eine Zeitmaschine dieser Art kam mir vor einem Jahr in einem Traum. In diesem Traum spielte ich das Spiel "Wormz Awormzcalypse" - ein sehr altes Spiel für Windomz Vizbo, das ist ein Antikes Betriebssystem für...Personalcomputer, so hießen die Dinger damals, und… einer der Würmer teleportierte sich weit weg in Sicherheit. Er landete direkt auf einer Rakete. Als ich aufwachte, wusste ich, was ich zu tun hatte! Sofort begann ich, den alten Kampfflieger, den meine Tochter auf einer Auktion gewonnen hatte, umzurüsten. Dieser Kampfflieger ist übrigens genau der, mit dem Nora - die Kriegerin des Lichts - während ihrer Ausbildung in der Flottenakademie immer geflogen ist.«

»Na das ist ja ein Ding!!«, sagte Nora überrascht. »Ich wusste ja mein erstes Schiff wurde damals versteigert, aber das es bei diesem verrückten Erfinder gelandet ist und der macht jetzt auch noch eine Zeitmaschine daraus...kaum zu glauben, aber wir leben halt in einer Zeit in der nichts unmöglich ist.«"

»...sicher ist das erst der Prototyp, und ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, ob es wirklich funktionieren wird, denn ich habe es nur mit Mini-Wurmlöchern und einer ferngesteuerten Drohne probiert, aber eigentlich müsste es extrem geschmeidig funktionuckeln, wenn es denn erstmal funktionackelt – Sie wissen, was ich meine, Sie…wissen…was…ich…meine!

Außerdem habe noch keinen verlässlichen Profi-Piloten gefunden, den ich auf eine Probezeitreise schicken kann - diese Leute, die mir schreiben, sind meistens relativ unerfahrene Hobbypiloten oder können nur Modellflugzeuge steuern - aber ich bin mir sicher, schon bald wird sich da einer finden. Jedenfalls meine ich auch - und da bin ich total zuversichtlich - dass das in 10 Jahren DIE Methode sein wird, um Zeitreisen durchzuführen, schließlich verursachen sie auf diese Weise keine Raumverzerrungen mehr, was ja der Grund war, warum Zeitreisen mit Standardzeitmaschinen mal wieder verboten wurden. Denn das Wurmloch an sich ist ja schon eine Raumverzerrung, aber eine natürliche, hier wird also nicht mit dem Raum-Zeit Kontinuum herumge*****. Außerdem entsteht bei dieser Art zu Reisen, kein neues Paralleluniversum, was zugleich bedeutet, dass man, wenn man seinen Großvater umbringt, eventuell wirklich verschwinden würde. Hahaha...hahaha...oder das Universum würde im- oder explodieren....puff...weg isses! Ha! Hahahahahaha!! Ist das nicht toll...hahahaha! Biiig Baaaang!! Jaaa, da gucken se! Daaa gucken se!!«

Nora war total fasziniert von diesem Interview und sie wusste, dass sie sich mit diesem Doktor McMorlock in Verbindung setzen musste. Jetzt hatte sie wahrscheinlich einen Weg gefunden, wie sie das Spiel "Noradora" und sogar sämtliche Erinnerungen daran auf immer und ewig ausradieren konnte. Und da man, wie McMorlock sagte, sogar in die "echte" eigene Vergangenheit reisen konnte, konnte man mit einer kleinen Aktion tatsächlich die gesamte "eigene" Zukunft verändern. Nora musste also vorsichtig sein. Der beste Weg war wahrscheinlich, wenn sie einfach die Erinnerungen der Entwickler an dieses Spiel löschte, bevor sie überhaupt mit der Arbeit daran begannen. Sollte zu dieser Zeit schon ein Vorab-Bericht zu dem Game in einem PC-Magazin für Kinder veröffentlicht worden sein, dann wäre das egal, denn es passierte ja oft, dass Spiele angekündigt werden und nie erscheinen.

Kaum hatte Nora diesen Gedanken zu Ende gedacht, klingelte ihr Holofon. Noch wusste Nora nicht, dass dieser Anruf nicht nur ihr Leben, sondern auch das Universum für immer verändern würde. Aber dazu mehr in Kapitel 1 von Neue Heldensagen von Holenia: NORADORA - „Ein Sturm zieht auf“.

 

Diese Geschichte und alle folgenden in dieser Reihe sind Dover gewidmet, der seit 2003 die beste Nora-Fanfiction auf dieser Welt produziert...und wohl auch die einzige...bis jetzt! Ob das nun ein Grund zur Freude oder eher zur Besorgnis ist, wird sich zeigen. Ich jedenfalls plane erstmal nur, diese Reihe von Geschichten unter dem Titel "Neue Heldensagen von Holenia", fertigzustellen. Das wird wahrscheinlich 4 weitere Teile in Anspruch nehmen, von denen jeder einzelne etwas länger sein wird, als dieser kleine Prolog hier. Ob ich danach noch weitere Nora-Fanfiction schreibe, werde ich danach entscheiden. Es gibt allerdings eine unfertige Geschichte von mir, aus dem Jahr 2006, die heißt "Pimp my Reality", in welcher Nora (oder zumindest eine Alternate-Reality-Version von ihr) eine Nebenrolle spielt. Vielleicht schreibe ich die ja mal fertig und stelle die hier rein. Mal sehen...

Wer Rechtschreib- oder Grammatikfehler findet, darf diese nicht behalten! Diese sind stattdessen zu notieren und der Bundesbehörde für Schreibfehler zu melden. Vorgefertigte Formulare dafür erhalten sie bei ihrem Blockwart. Sollte ich selbst noch Fehler finden, werde ich diesen Post heimlich editieren und mich dafür in Grund und Boden schämen. Eine ausgiebige Selbstkasteiung wäre in diesem Fall natürlich auch nachfürgeradezu angebracht und sicherlich auch wünschenswert.

Es ist mein Plan, den nächsten Teil, also Kapitel 1, schon nächste Woche hier rein zu stellen. Am Ende bleibt nur zu hoffen, niemand liest dieses fürchterliche Werk in seiner Gesamtheit. Aber keine Angst: Noch ist es ja nicht fertig!

 
 
 
"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky
 
     
 
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